Fühlen Sie sich von Googles Kamera-Autos in ihrer Privatsphäre bedroht? Oder sind die Straßenansichten ein nützlicher Dienst, die Fotos öffentlicher Orte unproblematisch?
Dass nur der was dagegen hat "der was zu verbergen hat", müssen sie mal den Leuten mit den ganzen schicken Villen erzählen, die man auf diese Weise prima ausspähen kann. Klar, wenn einer irgendeine Gammelhütte im Wald hat, die schon halb zerfällt, muss er keine Angst haben, dass Banden Raubzüge im Internet planen, die auch sein Haus betreffen. Aber Menschen, deren Haus von außen erkennen lässt, dass sie etwas besitzen könnten, die haben dann ihrer Meinung nach also was zu verbergen?
Dazu kommt natürlich, dass Ihr Argument auch von der chinesischen Staatsführung stammen könnte oder als Rechtfertigung für andere Spitzel und Unrechtsregime, wie den Iran oder die ehemalige DDR gelten könnte.
Darüber hinaus geht es im Artikel um eine Straftat "Ausspähen von Daten". Das nämlich ist die Aufzeichnung von Nutzdaten aus offenen Funknetzen. Soweit ich mich erinnere wurde von einem Studenten, der ein offenes Funknetz nur nutze, um kostenlos zu surfen, wg. "Ausspähung von Daten (hier nur eine vom DHCP des WLAN-Routers automatisch vergebene IP-Adresse) der Laptop als sogenanntes Tastwerkzeug eingezogen und eine Strafe von 30 Tagessätzen (30 Tages-Bruttoverdiensten) verhängt. Das Urteil ist m.W. letztinstanzlich Rechtsgültig.
Ich denke gegen Google sollte man genauso vorgehen. 30 Tagesumsätze + Einziehung aller Streetviewfahrzeuge als Tatwerkzeuge wäre m.E. angemessen.
...und weshalb, glauben Sie, will google dann Ihr Haus fotografieren, wenn sich kein Mensch auf der Welt dafür interessiert?? Und wenn Sie nichts zu verbergen haben: Teilen Sie doch google auch noch den Grundriss Ihres Hauses mit. Und bitten Sie den Kameramann doch auch noch ins Wohnzimmer und ins Bad. Sie haben doch nichts zu verbergen, oder?
Reichlich naiv.
Mit diesen Datenmengen kann Google tatsächlich Statistiken erstellen. Ich wette, aus den Beständen ließe sich ableiten, das Kreuzberg die TAZ bevorzugt anklickt (so was kann Google ziemlich kommentarlos mit Analytics verknüpfen), und Neuköln lieber bei Al Jazeera surft. Da interessieren die Inhalte doch überhaupt nicht.
Googles Motto: Erstmal alle erreichbaren Daten hamstern, auch wenn wir zunächst nichts mit anfangen können. Später können wir immer noch drüber nachdenken, wie wir sie verknüpfen und nutzen. Speicherplatz ist ja billig. Haut man uns auf die Pfoten, geben wir uns tief zerknirscht, "...oops, ist uns vesehentlich passiert, Tschuldigung".
Bei Google passiert überhaupt nichts aus Versehen. Es geht denen ausschließlich um das Datensammeln und nicht darum, uneigennützig aktuelle Informationen ins Netz zu stellen. Schaut man sich z.B. bei Google Earth um, so stellt man fest, daß viele Bilder antiquarisch sind. Vom Spaßbad in Ludwigsfelde (Eröffnung Frühjahr 2006) sieht man nur die Baustelle. Unser Haus hat auf dem Bild noch keine Sat-Antenne, bei den Nachbarn parkt noch das alte Auto, also ist das Bild auch > 4 Jahre alt. Macht ja nix, Hauptsache, die Adresse ist erfaßt, die Namen der Bewohner stehen ja im Telefonbuch. Aus dem Luftbild des Mehrfamilienhauses samt Gartenanlage kann man dann wunderschön ein zielgenaues Profil für die Werbung erstellen.
Anmerkung: Einen ähnlich lautenden Beitrag habe ich heute im c't-Forum veröffentlicht, dieser ist also kein Plagiat.
Ja sollte es den bei Goggle wirklich geben?!