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Ist Street View ein Problem?

Fühlen Sie sich von Googles Kamera-Autos in ihrer Privatsphäre bedroht? Oder sind die Straßenansichten ein nützlicher Dienst, die Fotos öffentlicher Orte unproblematisch?
  1. #10

    Betroffene müssen bei Kommerzialisierung der Privatssphäre partizipieren

    Wagner hat recht: Es geht darum eine Lösung zu finden, damit bei Kommerzialisierung der Privatssphäre zumindest auch die betroffenen Privatpersonen partizipieren!

    Go, Bamberger, go!

    “Gema-Lösung” für Datennutzung durch Google
    http://keshoo.com/?p=360

    aus Spiegel-Artikel von heute:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...681084,00.html

    Das Gutachten zeige die Schwachstellen von Google Street View und enthalte wichtige datenschutzrechtliche Anregungen, teilte der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für Datenschutz, Edgar Wagner, mit. Es mache deutlich, dass Google respektlos mit der Privatsphäre der Bürger umgehe und dass gesetzgeberischer Handlungsbedarf bestehe. "Google muss lernen, dass die Kommerzialisierung der Privatsphäre Grenzen hat", sagte Wagner.

    Der rheinland-pfälzische Justizminister Bamberger sieht die Vorlage vor allem als "Anreiz, neue Gespräche mit Google zu führen." Der aktuelle Diskussionsprozess solle mit dem Gutachten weiter befördert werden. Sollte Google dennoch nicht zu Kompromissen bereit sein, will Bamberger mit seinen Länderkollegen über den Bundesrat aktiv werden: "Dann machen wir halt ein Gesetz."
  2. #11

    Ist doch

    eine super Sache!
    Ich kann vorab schon mal schauen, ob mir die Lage des Hotels in San Francisco zusagt, ob die Distanz zwischen meiner Bleibe in Malle und dem Strand wirklich nur 200 m beträgt oder nicht 2km, ob es genug Gemüsehändler in der Straße gibt, in die ich in Sydney ziehen möchte und und und.
    Und wenn ein Bus in meiner Straße vorbeifährt und mein Haus filmt, die Fotos ins Netz stellt und Leuten meinen super gepflegten Vorgarten und die rosa Tüllgardinen im Dachfenster zeigt, finde ich das völlig ok.

    Mal ehrlich: WAS soll passieren? Werden potentielle Einbrecher vorab bei StreetView nachsehen, welche Fensterschlösser ich habe? Das können sie vor Ort viel leichter und ich bezweifle, dass die Wegelagerer ihre nächsten Einsätze in Übersee planen. :-)
    Werden finstere Schlapphüte wissen wollen, wer wann wo war? Das wird schwierig mit SV, da die Bilder nicht aktuell sind, mal ganz davon abgesehen, dass Gesichter und Inneneinrichtungen kaum zu erkennen sind.
    Selbst wenn mein Auto dank der aufgemalten Seekuh über dem Auspuff globalen Wiedererkennungswert besitzt - WANN ich damit unterwegs war, kann eher die in Großstädten allgegenwärtige Kamera nachweisen als alte Bilder in SV oder GE.
    Informationen über mich, meine Gewohnheiten, meinen Kontostand, meinen heimlichen Lover, meine Schulden und die Unrichtigkeit meines Alibis werden vom Internet, der Altpapiersammlung, neugierigen Nachbarn und dem Verfassungsschutz viel schneller und effektiver geschöpft als durch simples Fotomaterial im Netz.
    Also: was wird befürchtet? Ganz konkret?

    Und wenn schon vereinnamend von "Europäern" die Rede ist, die sich vor der Übernahme übler Vermarktungstricks durch Firmen aus Übersee schützen sollten, genügt ein Blick ins Netz, um herauszufinden, dass andere Europäer (Italien, Frankreich, England, Spanien usw.) sich längst FÜR StreetView entschieden haben.
    In Blackburns File Street gibts an der Front des Supermarkts sogar Kletterrosen, soviel kann man entdecken. Tolle Sache. :)

    Gruß
    Kajaal
  3. #12

    Zitat von Kajaal Beitrag anzeigen
    Also: was wird befürchtet? Ganz konkret?
    Und was befürchten Sie, wenn ich und meine paar Quadratmeterchen Grund und Boden nicht in Streetview sind? Ganz konkret? Zu teuer, weniger Profit für Google oder was?

    Die Lösung ist doch wie immer ganz einfach: Streetview ja, aber mit Opt out.
  4. #13

    Ich find streetview Ok

    Wer sich gegen Streetview wendet, der sei auf diese absehbare Entwicklung hingewiesen:

    Schon jetzt sind unzählbar viele Fotos diversester Themen und Motive öffentlich im Internet einsehbar.

    Dieser Datensalat ist bisher nicht so prominant sichtbar und nutzbar wie es sein könnte, aber das hat rein technische Gründe, die sich verlieren werden.

    Zunehmend werden die in den Bilddateien hinterlegbaren Metadaten an Bedeutung gewinnen.

    Sie speichern Informationen, die sich einerseits bewusst vom Autor einpflegen lassen, aber davon wird nur unregelmässig Gebrauch gemacht.

    Andererseits können technische Informationen hinterlegt sein, Angaben zur Bildauflösung und anderer Einstellungen, Angaben zum Kameratyp usw.

    Datum / Zeit sowieso.

    Aber richtig spannend wird der wachsende Schatz dann, wenn die genauen Positionsdaten der Kamera mit abgelegt werden, beim Druck auf den Auslöser mitgespeichert. Auch die Aufnahmerichtung.

    Bisher ist das noch eine exotische Funktion, aber angesichts des Preisverfalls der GPS Chips schon bald ein Standardfeature.

    Die Wiederauffindbarkeit wird dann auch ohne mühsame Archivierungstätigkeiten extrem erleichtert.

    Folge:

    Jedes im Internet zugängliche Foto kann dann, aus verschiedenen Anwendungen heraus, anhand der Geodaten genau zugeordnet werden.

    Ob das über Google oder andere Karten, Atlanten oder Webanwendungen geschieht ist nebensächlich.

    Google Street View ist eine Art Bestandsaufnahme der besiedelten Erde am Beginn des 21 Jhd.

    Systematisch erfasste Fotos.

    Die Miniaturisierung, die Präzision und Leistungsfähigkeit der Technik nimmt zu, Viele werden es benutzen.

    Wie und mit welchem Recht will man Leuten verbieten, in ihre Brillen Minikameras einzubauen, die Echtzeitstreams im Sinne eines Life-Blog in Web 3 Anwendungen zur Verfügung stellen?

    Will, kann man all das verbieten?
  5. #14

    Zitat von malte71 Beitrag anzeigen
    Und was befürchten Sie, wenn ich und meine paar Quadratmeterchen Grund und Boden nicht in Streetview sind? Ganz konkret? Zu teuer, weniger Profit für Google oder was?

    Die Lösung ist doch wie immer ganz einfach: Streetview ja, aber mit Opt out.
    Mit Gegenfrage antworten, offenbart Verwirrung.
    Ich habe dargelegt, warum ich SV gut finde. Nun ist es an Ihnen, endlich mal KONKRET zu werden.
    Na, fällt Ihnen immer noch nichts ein? :D
  6. #15

    Zitat von Kajaal Beitrag anzeigen
    Mit Gegenfrage antworten, offenbart Verwirrung.
    Ich habe dargelegt, warum ich SV gut finde. Nun ist es an Ihnen, endlich mal KONKRET zu werden.
    Na, fällt Ihnen immer noch nichts ein? :D
    Doch natürlich:

    1. Ich lasse mich sehr ungern fotografieren, selbst von Personen die ich kenne und die vorher fragen. Von Personen die ioch nicht kenne und die nicht fragen, gar nicht. Ich bitte nur darum, dass für meinen Fall zu respektieren. Schon zuviel verlangt?

    2. Google verdient Geld mit dem, was man in der schönen neuen Welt "Content" nennt. Dabei ist Basis des Geschäfts, dass Horden von Fronarbeitern diesen Content gefälligst kostenlos abzuliefern haben, so wie früher der Bauer dem Fürsten. Ich für mich persönlich möchte das nicht. Also: ich lassen mich gerne gegen Bezahlung fotografieren, dabei gilt mein üblicher Tagessatz. Ansonsten: Bitte respektieren, kein Cash, kein Content. Zuviel verlangt.

    Ich will weder Streetview verbieten, noch Ihnen vorschreiben, ob Sie da mit machen oder nicht.

    Ich möchte nur in Ruhe gelassen werden. Ich denke, das ist mein Recht.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass davon die Google-World zusammenbricht.

    Oder was befürchten Sie da ganz konkret? Zuwenig Profit für Google oder was?
  7. #16

    Zitat von malte71 Beitrag anzeigen
    1. Ich lasse mich sehr ungern fotografieren, selbst von Personen die ich kenne und die vorher fragen. Von Personen die ioch nicht kenne und die nicht fragen, gar nicht. Ich bitte nur darum, dass für meinen Fall zu respektieren. Schon zuviel verlangt?

    2. Google verdient Geld mit dem, was man in der schönen neuen Welt "Content" nennt.
    Ich befürchte gar nichts. :)
    Und was ihren Unwillen angeht, abgelichtet zu werden, sollten sie realistischer sein. Sie werden überall fotografiert, gefilmt, ob Sie wollen oder nicht. Sie werden noch nicht mal gefragt. Millionen von Handynutzern knipsen in der Welt herum, Millionen von Überwachungskameras in U-Bahn, Straße, Bahnhof, Supermarkt usw. lichten Sie ab. Sie können versuchen, dem zu entkommen, indem Sie zuhause bleiben, die Rolläden zuziehen, sich einen unterirdischen Bunker anlegen. Freudlos, aber machbar.
    Herzlichst
    Kajaal
  8. #17

    Zitat von malte71 Beitrag anzeigen
    Doch natürlich:

    1. Ich lasse mich sehr ungern fotografieren, selbst von Personen die ich kenne und die vorher fragen. Von Personen die ioch nicht kenne und die nicht fragen, gar nicht. Ich bitte nur darum, dass für meinen Fall zu respektieren. Schon zuviel verlangt?

    2. Google verdient Geld mit dem, was man in der schönen neuen Welt "Content" nennt. Dabei ist Basis des Geschäfts, dass Horden von Fronarbeitern diesen Content gefälligst kostenlos abzuliefern haben, so wie früher der Bauer dem Fürsten. Ich für mich persönlich möchte das nicht. Also: ich lassen mich gerne gegen Bezahlung fotografieren, dabei gilt mein üblicher Tagessatz. Ansonsten: Bitte respektieren, kein Cash, kein Content. Zuviel verlangt.
    Hach, mal ernsthaft, Sie glauben doch nicht, dass jemand sie bezahlen wird für die Ansicht Ihrer Tiefgarage, oder?
    Sie benennen außerdem keine Befürchtungen, sondern nur Vorlieben, und die sind im Gemeinwesen immer relativ zu den Interessen der Mehrheit. Insofern eine politische Frage, die von Frau Merkel auch schon positiv beantwortet wurde.
    Ihre Taktik könnte also höchstens auf dem politischen Parkett zum Erfolg führen. Oder machen Sie da auch nur mit, wenn Sie vorher ihren Stundensatz vereinbart haben? *g*
  9. #18

    Zitat von superpuper Beitrag anzeigen
    Ich, ganz persönlich, sehe in der Gesamtheit der Aktivitäten von Google eine größere Bedrohung der demokratischen Freiheiten als durch irgendwelche andere Terroristen. ...
    Verstehe ich Sie richtig: Sie lassen sich lieber mitsamt der U-Bahn, in der sitzen, von irgendwelchen Durchgeknallten in die Luft sprengen, als dass ein Foto des U-Bahnhofes in Google zu finden ist?
  10. #19

    Deutschland wach endlich auf!

    Es geht nicht darum, ob man SV gut findet. Natürlich ist das ein Super Service, den Google mit seinen Bildern anbietet. Love it too!

    Aber das gerade verblendet viele, die nicht die Gefahren dieser Technologie in EINER (fremden) Hand erkennen.

    Hierzu einige Überlegungen:

    1. Google verdient mit Werbung und integriert jetzt in SV auch Bilder von Internet-Teilnehmern ohne diese an zukünftigen Werbeumsätzen zu beteiligen. Das nenne ich Ausbeutung. Nur Druck auf Google kann das ändern.

    2. SV kann zum nationalen Sicherheitsrisiko werden, wenn ein ausländisches Unternehmen alle, aber auch wirklich alle strategisch wichtigen Ort Deutschlands fotografiert und speichert. Niemand weiß, was mit den Originalaufnahmen geschieht.

    Die sind mit Sicherheit von ganz anderer Schärfe und können mit Hilfe von Computern noch in völlig anderer Weise ausgewertet werden.

    Ein Spionagekonzept der besonderen Art? Hier in USA sind die Verbindungen von Google zu US-Sicherheitsbehörden wohl bekannt.

    3. Die schlimmste Auswirkung jedoch ist die Monopolstellung Googles in der Onlinewerbung, die der Gigant jetzt schon erreicht hat.

    Mit SV - wenn die deutsche Industrie (oder Gesetzgeber?) jetzt nicht reagiert - erobert Google den lokalen Anzeigenmarkt (ein Milliardenmarkt) in der gleichen Weise wie in der Onlinewerbung.

    Vergangene Woche ist Google ein Patent für “Nutzung von Location-Based Information” zugesprochen worden. Siehe auch:
    http://keshoo.com/?p=372

    Damit können tausende von Arbeitsplätzen in Gefahr geraten.

    Deutschland wach endlich auf! Du darfst dieses Geschäft nicht Google alleine überlassen!


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