Fühlen Sie sich von Googles Kamera-Autos in ihrer Privatsphäre bedroht? Oder sind die Straßenansichten ein nützlicher Dienst, die Fotos öffentlicher Orte unproblematisch?
Wenn ein Google-Mitarbeiter oder sonstwer mein Haus anschauen will, darf er gerne vorbneikommen und das tun. Wenn jemand SÄMTLICHE Häuser Deutschlands SYTEMATISCH zu KOMMERZIELLEN Zwecken abfotografieren will, inklusive grundgesetzlich geschützter Teile der Wohnung, wie etwa Balkone oder Terassen, unter Einsatz von Technologie die gezielt Sichtschutz umgehen will, dann ist das ein Eindringen in die Privatsphäre der Menschen.
Sehen Sie, unsere heutige Gesetzeslage kennt ja solche Technologien gar nicht. Daher kann man lange rumrätseln ob jetzt dieses oder jenes verboten ist. Aber gehen Sie einfach mal davon aus, wenn sich eine grössere Anzahl Menschen dadurch unangenehm berührt oder gar bedroht fühlt, dann gibt es ein Problem.
Ja, aber Google weiß gar nicht wer diese Menschen sind. Problematisch wird es erst durch die _Verknüpfung_ von Namen und Bildern. Und da ist die Schuld doch eher beim Telefonbuch zu suchen als bei Google. Wieso stehen in einem _Telefon_buch überhaupt Adressen drin?
Es gibt derzeit kein Gesetz dagegen und ich könnte mir auch beim besten Willen keines vorstellen, was nicht auch erhebliche Auswirkung in anderen Bereichen des Lebens hätte.
Nochmal... es gibt ein Recht auf Privatsphäre. Das gilt aber nur für Personen und NICHT für Häuser, Gärten und Gegenstände. Die haben kein solches Recht und werden es auch hoffentlich nie bekommen.
Nur kurz eine Nachfrage: Seit ca. 20 Jahren sind Luftbilder (also Aufnahmen, wie sie in Google Earth, Bing Maps oder anderswo frei verfügbar sind) keiner amtlichen Kontrolle mehr unterworfen. So ganz nebenbei haben andere kommerzielle Unternehmen (Immobilienfirmen) umfangreiche Datenbanken erstellt (http://www.geografitti.de/2010/08/13...fotosammlung/).
Warum sehen Sie ausgerechnet von einem bebilderten Stadtplan Ihre Privatsphäre verletzt, wenn niemand auf dem Bild sieht, dass dort malte71 wohnt/Eigentum hat?
Bei der Verfassungsklage gegen ELENA sind Sie auch dabei?
So wie ich das sehe hat Google jetzt zwei Möglichkeiten:
a) Sie bearbeiten manuell x-tausende von Fotos nach, um einzelne Häuser auszupixeln oder
b) Sie werfen die erste Fotosammlung weg, schrauben die Kamera tiefer und fahren nochmal los. Haben Sie in Japan auch schon gemacht:
http://www.theregister.co.uk/2009/05...et_view_japan/
Der unbestreitbare Vorteil von Version (b) ist natürlich, daß Google sich dann nicht mehr um irgendwelche Einsprüche kümmern muß.
Streetview ist sehr praktisch, man kann sich ein Hotel oder eine Ladenstraße, die Adresse seines Zielortes oder was auch immer schon mal im Internet ansehen.
Da ist nichts drauf, das man sonst auch nicht sehen könnte. Gesichter und Autokennzeichen sind unkenntlich gemacht, Namensschilder an der Hausklingel seind ebenfalls nicht leserlich. Auch die Angst, Einbrecher könnten das Tool nutzen hat sich als unbegründet herausgestellt, denn in den 20 Länder die jetzt schon Streetview haben, hat die Kriminalität und insbesondere die Zahl der Einbrüche, nicht zugenommen.
Also viel Aufregung umsonst. Schon jetzt kann ma übrigens schon viele Straßenfotos im Internet bewundern, zB http://www.panoramio.com/photo/37632661 oder http://www.panoramio.com/photo/37197659
Ist auch ein interessanter Punkt: Beim Telefonbuch steht es mir selbstverständlich frei zu entscheiden, dass ich nicht drin stehen möchte. Bei Streetview hingegen will man mich hineinzwingen.
Wie die juristische Lage genau ist, damit sollen sich Juristen befassen. Ich bin keiner, wie üblich liest man aber sowohl solche als auch solche Stellungnahmen. Darum geht's mir aber auch nicht. Es gabe auch lange kein Recht auf sagen wir mal "Ruhe", irgendwann wurde dann alles motorisiert und nun gibt's solche Rechtsansprüche.
Für mich ist die Privatwohnung explizit abzugrenzen zur Öffentlichkeit. Gegenüber dem Staat ist dies sogar ein Grundrecht. Wäre Google ein Staat, dürfte es das was es tut nicht tun. Gibt Ihnen denn das nicht irgendwie zu denken?
Dabei ist eine Häuserfassade noch ein Grenzfall, aber spätestens Terassen, Balkone, Hauseingänge, offene Fensterfronten - da hat kein Wirtschaftsunternehmen reinzufotografieren, jedenfalls nicht gegen den Willen des Bewohners. Mein Gott, glauben Sie denn die Wirtschaftsunternehmen machen da halt? Aus Nettigkeit oder so? Die werden so weit vordringen wie sie können, wenn ihnen keine Grenzen gesetzt werden. Und für mich - und anscheinend viele andere - ist hier die Grenze.
Ich habe eben das hier gelesen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...712232,00.html
im Forum landet man dazu aber in einem anderen Thread, der Google allgemein betrifft. Ich willd as jetzt nicht noch mal hier rein kopieren, aber es irritiert mich doch etwas.
Sehen Sie: Das ist fuer mich der "springende Punkt". Was ist daran so toll und brauchbar, dass es die komplette Abfotographierung und Speicherung des öffentlichen Raumes DURCH EINE US-FIRMA rechtfertigen würde?
Die Vorabbesichtigung eines Reisezieles im Internet ist fuer mich die Inkarnation der Spiessigkeit und Langeweile.
Sorry.