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Internet - bedürfen Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?

Nie waren mehr persönliche Informationen unkompliziert abrufbar: Nutzer von sozialen Netzwerken im Internet stellen sie teils zur Verfügung, teils gehen Netzwerk-Betreiber allzu freizügig damit um. Bedürfen gerade Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?
  1. #10

    Was sind "abgemagerte Spiele"?

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    (...)

    Die Spiele
    Auch seriöse Firmen lassen „abgemagerte“ Spiele herunterladen. Die kostenpflichtigen Spiele benötigen dann viel mehr Speicherressourcen. Man kauft sie und stellt dann fest, dass sie fast nicht laufen, da der Speicherplatz oder die Leistungen der Karte oder des Prozessors nicht ausreichen.
    Die Eltern sollten schon die Kinder mit der Tatsache vertraut machen, dass niemand etwas zu verschenken hat, besonders nicht im Internet.
    Zitat von mod_x Beitrag anzeigen
    Was sind "abgemagerte Spiele"?
    „Abgemagerte Spiele“ sind speziell programmierte Varianten der kostenpflichtigen Spiele. Man versucht Szenen, Handlungen und Bilder, die besonders großen Bedarf an Leistungsfähigkeit eines PC haben, zu minimieren. Diese „Spiele“ laufen schnell und sauber und machen Appetit auf mehr. Wird dann die vollständige „echte“ Version gekauft, merken die Käufer an den Antwortzeiten und Bildproblemen schnell, dass der eigener Computer im besten Fall deutlich aufgerüstet werden muss.
    Die Enttäuschung ist dann groß.
  2. #11

    Internet - bedürfen Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?

    Zitat von mizusan Beitrag anzeigen
    In Bayern gibt es an Schulen in der 8./9. (?) Klasse einen verpflichtenden ITG Unterricht (informationstechnische Grundlagen). Das halte ich für sehr sinnvoll. Natürlich gehen die meisten Jugendlichen intuitiv mit Internet und Co. um, das kann man aber erstens nicht erwarten und zweitens gehen dabei wichtige Aspekte wie Datenschutz und rechtliche Konsequenzen von Handeln im Internet unter.

    Also ja, eine Anleitung halte ich für unumgänglich.
    Anleitung ja, aber schon mit der 3/4.Klasse. Da hören die Kinder noch auf Lehrer und Eltern und verinnerlichen das besser.
    Unser Enkel (20) hat auf Reisen schon als 6jhr. Spieldinger mit gehabt. Heute ist er im Internetsurfen hervorragend und unterhält mit seinen Klassenkameraden irgendwelche (für mich langweilige) lans. Als er in der Pubertät war hat er diese komischen Computerspiele gespielt und während seine Mama schimpfte, habe ich mir die von ihm erklären lassen und darüber gesprochen. (Die Sache mit dem Realitätsverlußt)
    Das hat gut geklappt - dann geht er seit dem 5.Lj. erst zur Selbstverteidigung Judo, dann kam Kickboxen und nun geht er 2 mal wchtl. zum Training für "MM" und noch ein Buchstabe
    ,was ich zwar nicht gut finde,aber er zerstreut meine Bedenken und lädt mich ein zum Zusehen. Würde ich ja machen, aber ich kann auch im Fernsehen kein Boxen sehen, das ist mir zu brutal und das sage ich ihm auch. Dann geht er noch "Go" spielen und mit Oma in den Zoo oder ins Theater. Er ist verantwortungsbewußt und ein ganz lieber
    Erwachsener geworden, trinkt nicht ,raucht nicht ,pöbelt nicht, also lasse ich ihm seinen Spass. Wir unterhalten
    uns auch täglich am Telefon, wobei ich mir bewußt bin, dass ich ihm manchmal auf den Keks gehe, aber das macht mir garnichts, Hauptsache, er wird ein gutes Mitglied unserer Gesellschaft.
  3. #12

    Anleitung ist nicht noetig

    Hallo,
    eine Anleitung ist nicht noetig, Aufklaerung ist noetig. Wenn ich merke mein Kind wird im Internet activ muss ich Ihm erklaeren was das eigentlich ist, und wenn ich es auf ein Blatt Papaier aufzeichen muss wie es funktioniert, mit server etc, denn nur mit fach chinesisch oder einer warnung wird mein Kind das nicht begreifen.

    Wie gesagt das erste was mein Sohn lernen wird ist niemals aber wirklich niemals echte angaben zu machen zum gebrutsdatum, namen und wohnort, genauso wie die sicherheits fragen immer nur mit zufaellig ausgewaehltem namen ausfuellen, einen print screen machen und denn aufheben so das man nachher auch noch weiss was man eingegegen hat.

    Denn egal was man zuhause auch fuer einen filter nutzt, die Kinder koennen immer ins Internet cafe gehen wo es keine beschraenkung gibt.
  4. #13

    Ja, natürlich!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bedürfen gerade Jugendliche mehr Anleitung für das Surfen im Internet?
    Der Umgang mit dem Internet ist eine Kulturtechnik, mag man es begrüßen oder nicht. Bevor wir jetzt nach Schule oder Kindergarten rufen. Auch hier gilt: die Eltern sind in der Pflicht und wir sollten aufhören hier wieder jemanden anderen in die Pflicht zu nehmen.
    Eltern sind für soziale Umgangsformen verantwortlich, sie sind verantwortlich dafür, dass ich mich benehmen kann, einigermaßen vernüftig gekleidet bin und mich in Gesellschaft benehmen kann. So ist es auch mit dem Internet. Dabei geht es aber weniger um Umgangsformen, als darum, sensible Daten nicht in der Welt zu verstreuen.
  5. #14

    Zitat von mod_x Beitrag anzeigen
    ...
    Ihr kleiner Bruder würde ja so gerne mal eine eigene Website haben, scheut aber den Aufwand sich anzulesen wie das überhaupt funktioniert. Gut, in dem Alter stellte sich bei mir auch gerade eben erst die Erkenntnis ein, dass ein Computer nicht nur zum Daddeln gut ist.

    ...
    Ohje, ich komme mir durch ihr Beispiel gerade richtig alt vor. Schon merkwürdig, wie sich das Heranführen an PC und Internet schon in 10 bis 15 Jahren komplett gewandelt haben scheint. Bei mir war diese Entwicklung nämlich noch genau umgekehrt! In meinem jugendlichen Forschergeist hatte ich an meinem ersten PC nur herumgebastelt, was das Zeug hält. Einstellungen ausprobiert, Software getestet, einfach mal ein wenig tiefer im System modifiziert. Ok, oftmals alles kaputt gemacht (zu Win95 / 98- Zeiten ja kein Problem *g*) und neu aufgesetzt aber vollkommen egal -> Das Wichtigste dabei war, dass ich so verstanden habe, wie mein tolles Gerät überhaupt funktioniert. Später hat sich das Ganze dann auch auf die Hardware ausgedehnt, sodass ich schlussendlich auch zum Selbstschrauber geworden bin. Alle dazu nötigen Infos habe ich übrigens äußerst gezielt und mit viel Überlegung aus dem Internet gezogen, da damals noch ISDN mit Minutentarifen aktuell war. Die entsprechenden zeitlichen Abrechnungen durfte ich natürlich von meinem Taschengeld berappen, da hat man sich auch schon als Teenager 2 mal überlegt, ob man auf irgendwelchen sinnlosen Kram klickt (und dann ein paar Minuten auf den Seitenaufbau wartet) ...

    Als richtiges Freizeitmedium hatte ich den PC erst nach den ersten 3 Jahren Nutzung entdeckt. Auch heute, gut 10 Jahre später, bin ich abends nach der Arbeit noch fleißig ganz bitterböse Shooter am Onlinespielen ;) Ich weiß aber durch meine "PC- Entwicklung" zum Glück damit sinnvoll umzugehen / das richtig einzuordnen. Und genau dieser Part scheint vielen heute zu fehlen, da sie ohne Hintergrundwissen und Erfahrung in die Thematik direkt einsteigen.
  6. #15

    .

    Zitat von Nonvaio01 Beitrag anzeigen
    Hallo,
    eine Anleitung ist nicht noetig, Aufklaerung ist noetig. Wenn ich merke mein Kind wird im Internet activ muss ich Ihm erklaeren was das eigentlich ist, und wenn ich es auf ein Blatt Papaier aufzeichen muss wie es funktioniert, mit server etc, denn nur mit fach chinesisch oder einer warnung wird mein Kind das nicht begreifen.
    ...
    Denn egal was man zuhause auch fuer einen filter nutzt, die Kinder koennen immer ins Internet cafe gehen wo es keine beschraenkung gibt.
    Aha, also schützt sich das Kind quasi selbst vor unpassenden Seiten wenn es weiß wie das zusammenspiel zwischen Host, Router, Servern und DNS funktionieren? Was ein Schwachsinn ^^

    Kinder müssen den Umgang mit dem Internet gelehrt bekommen, vor allem von den Eltern. Wie nutze ich welche Angebote im Netz, welche Angebote sollte ich meiden, sollte ich alles glauben was im Netz steht? Das sind Dinge die Kinder nicht von alleine lernen.
  7. #16

    Server und DNS ??? Medienkompetenz!

    Ich habe in der ganzen Diskussion bislang nur ein einziges Mal das Wort MEDIENKOMPETENZ gelesen. Schade. Es scheint so, als wüssten selbst einige "Erwachsene" nicht einmal was das ist.

    Meines Erachtens ist dies der Schlüssel, denn: JA, Kinder und Jugendlichen benötigen unbedingt Anleitung für das Surfen im Netz. Eigentlich kommt die Idee nun auch schon viel zu spät, dass Fächer mit diesem Inhalt an Schulen eingerichtet werden sollen. Ich erinnere nur mal an den jüngsten Fall des ICQ-Hackers in NRW, der dutzende junge Mädchen via gehackter Webcam wochenlang beobachtete.

    Das spricht nicht dafür, dass Jugendliche wissen müssen, was Server und DNS sind. Man muss Jugendlichen ganz klar beibringen, Inhalte einzuschätzen und zu differenzieren - das beginnt bei einer eMail und endet bei Webangeboten, die frei zugänglich sind, obwohl sie geschützt gehören.

    Außerdem empfinde ich, dass den meisten Jugendlichen gar die Kompetenz fehlt, bestimmte Suchen und Abfragen im Netz zu starten. Nehmen wir mal das aktuelle Thema: Ausbildungsplätze. Wie viele Eltern erklären ihren Kindern wohl, wie und wo sie im Netz nach Ausbildungsstellen suchen können ? Das können nur die wenigsten.

    Deswegen finde ich auch Angebote, wie die jüngst gestartete Kooperation von schuelerVZ und meinestadt_de, gar nicht so schlecht. Hier treffen sich zwei Welten: Schüler und Suchkompetenz. Da kann man mal direkt von einer "guten" Kampagne sprechen.

    Auch hier nachzulesen: http://www.onlinelupe.de/2010/08/sch...rbuenden-sich/


    Ich hoffe nur, dass wirklich kompetente Lehrkörper in die zukünftigen Fächer zur Vermittlung von Medienkompetenz geschickt werden und man dafür mal etwas Geld in die Hand nimmt - immerhin möchte man ja auch jederzeit und überall top ausgebildete Personen abgreifen können.
  8. #17

    Information - Verständnis - Anwendung

    Zitat von sommerkoma Beitrag anzeigen
    Ich habe in der ganzen Diskussion bislang nur ein einziges Mal das Wort MEDIENKOMPETENZ gelesen. Schade. Es scheint so, als wüssten selbst einige "Erwachsene" nicht einmal was das ist.

    Meines Erachtens ist dies der Schlüssel, denn: JA, Kinder und Jugendlichen benötigen unbedingt Anleitung für das Surfen im Netz.
    Was die Medienkompetenz angeht, da muss ich Ihnen zustimmen. Jedoch hilft es nicht wirklich, dass man nur weiß, was das ist. Sondern vor allem ist es wichtig, dass man dafür auch ein gewisses Verständnis zeigt, um es anschließend vernünftig anwenden zu können. Und was helfen dort kompetente Lehrkörper für die man noch mehr Geld bezahlt, das man nicht hat. Ich schließe mich damit anderen an, dass vor allem die Eltern mehr Verantwortung zeigen müssen, indem sie sich mehr Zeit lassen, um den Kindern so etwas zu erklären, aber vor allem indem sie sich nicht von der Verantwortung zurückziehen, bis gewährleistet werden kann, dass die Jugendlichen gelerntes auch anwenden, da es durchaus häufig passiert, dass solche Anleitungen sehr schnell wieder verworfen werden, sodass sie ihren eigentlichen Zweck verfehlen. Es ist richtig, dass die Medienkompetenz vor allem auch in der Schule aufgebaut und optimiert werden muss, jedoch sehe ich keinen Grund dafür damit schon in der Grundschule anzufangen, da erste Erfahrungen sowieso erst später gesammelt werden, und Warnungen vor etwas in einer Welt, von der das Kind noch keine Ahnung hat, sind absolut sinnlos.

    Letztlich muss also die Medienkompetenz auch in der Schule aufgebaut werden, aber müssen letztlich die Eltern gewährleitsten, dass letztlich diese Informationen auch ihre Anwendungen finden. Auf diesem Wege sollte es möglich sein eine medienkompetente Generation auf den Weg zu bringen.
  9. #18

    Part I

    Zitat von lugi@ Beitrag anzeigen
    Es ist richtig, dass die Medienkompetenz vor allem auch in der Schule aufgebaut und optimiert werden muss, jedoch sehe ich keinen Grund dafür damit schon in der Grundschule anzufangen, da erste Erfahrungen sowieso erst später gesammelt werden, und Warnungen vor etwas in einer Welt, von der das Kind noch keine Ahnung hat, sind absolut sinnlos.
    Das ist wie mit dem Fremdsprachenunterricht. Je früher umso besser. Kinder, die in die Grundschule kommen haben meist bereits ein ausgeprägtes Medienverhalten. Viele von ihnen bewegen sich auf Websites, die speziell für sie gemacht sein sollen. Sie sehen Fern, konsumieren Hörspiele und lesen Bücher.
    Beispiele wie toggo.de zeigen aber wie sehr bereits Kinder im Vorschulalter knallhart mit den medialen Gesetzgebungen konfrontiert werden.

    Wenn ich von einer medienkompetenten Gesellschaft spreche, möchte ich dies nicht auf das Internet begrenzt wissen. Dieses Thema darf man gewiss nicht einzig am Internet festmachen. Viel mehr muss es ein allumfassendes Fachübergreifendes Konzept sein. Ich wünsche mir ein Medienunterricht, der bereits in der Grundschule beginnt mit den Kindern über ihr Konsumverhalten zu sprechen. Ihnen Anleitung zur Reflektion zu geben. Ab einer der weiterführenden Schule sollte zunächst über den Umfang von Medien gesprochen werden und in Folge genauer auf das Internet eingegangen werden. Möglichkeiten des Internets. Basiswissen zur Struktur. Klärung von Begriffen wie Host, Client, IP, Webserver, eMail, Social Network, Datenbank usw. Dies muss nur allgemein geschehen, um Heranwachsenden einen Überblick zu geben was das Internet überhaupt ist.
    Wir müssen uns im Klaren sein, dass das Internet für viele Menschen eine unbegreifliche Masse darstellt, die aus unerklärlichen Gründen über einen Telefonanschluss am Computer sichtbar gemacht wird. Webdmaster sind Zauberer und Computer-Sepzialisten sind Alchemisten. Irgendwo fließt die Magie hin und her. Greift die eingegeben Daten um sie an anderer Stelle wieder sichtbar zu machen.

    Ab der 7. Klasse kann gerne über Quellen, ihrer Merkmale und ihrer Glaubwürdigkeit gesprochen werden, aber auch über das Gefühl für Privatsphäre um ein Gefühl für die eigenen Daten zu entwickeln. Was ist mir privat? Und welchen Wert haben eigentlich meine Daten? Welchen Wert für mich? Für meine Freunde? Und welchen Wert für Unternehmen, denen ich meine Daten anvertraue?

    Ab der 8./9. Klasse muss über Datenschutz gesprochen werden. Wo fängt er an? Wo hört er auf? Unterliegt Facebook deutschen Gesetzen? Auch das durchleuchten von Werbeformen gehört für mich dazu. Stichwort mediale Manipulation.

    Das Gespräch über Konsumverhalten muss dabei immer zyklisch wiederkehren.

    Im Informationszeitalter -- im Zeitalter der medialen Reizüberflutung -- muss das Thema Medien/Medienkompetenz ein fester Bestandteil des Schulunterrichts werden.
    Es geht ja nicht nur um Facebook und Co. Es geht vorallem auch über die Tücken der Halbwahrheit, die jeder im Netz verstreuen kann. Verschwörungstheorien, die mit dem Internet ihre Hochkonjunktur erhielten und Extremisten, die über das Internet auf Schäfchenjagt gehen. Nicht zuletzt die ganz alltägliche manipulation am Menschen über Medien.

    Es geht also auch darum heranwachsenden jungen Menschen die Werkzeuge der Aufklärung in die Hand zu legen, indem man weiter versucht sie der Mündigkeit anzuleiten.
  10. #19

    Part II

    Wenn ich mir vorstelle, dass Millionen von Menschen in diesem Land sich Tag ein Tag aus durch Dummdumm- und Werbe-TV von RTL und ProsiebenSat1 berieseln lassen und dann anhand von ein bis zwei TV-Duelle entscheiden wer in diesem Land das Sagen hat und wie die politische Ausrichtung lauten soll, wird mir persönlich übel.
    Ich bin nicht alt genug das wirklich beurteilen zu können; möchte aber dennoch behaupten: Das hat es in jetziger Form und Ausmaß in Deutschland bisher nicht gegeben. Nicht in den 60er. Nicht in den 70er. Nicht in den 80er. Und auch nicht in den 90er.
    Wir driften in eine neue Zeit der Unmündigkeit ab, in der Irrationalismus täglich erstarkt und wir hilflos zusehen wie eigens von uns erschaffene gesellschaftliche Instrumente außer Kontrolle geraten. Damit geben wir ungewollt Raum für Positionen, die gegen gesellschaftliche Konsense arbeiten.
    Das vorallem durch breite berieselung an allen Fronten und breiter medialer Inkompetenz. Dabei hat das Internet das Potenzial der gesamten Menschheit das direkte Leben der Aufklärung auf den Klick zu ermöglichen.

    "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" -- Immanuel Kant, 1784

    Selbstverschuldet ist die zunehmende Unmündigkeit im Hinblick einer gesamtgesellschaftlichen Betrachtung, da sie sich zunehmend selbst korrumpiert. Doch das Individuum sieht sich heute zunehmend einem Spiel konfrontiert, bei dem die Karten nicht nur ungleich verteilt, sondern auch gezinkt sind, was mittelfristig dazu führt, dass das Individuum unverschuldet sein Dasein in einer Unmündigkeit fristet. Wie soll ein Mensch sich seines eigenen Verstandes bedienen, wenn er seit jeher unwissendlich der Manipulation ausgegetzt war?
    Ein Unterricht zur Stärkung der Medienkompetenz könnte in meinen Augen ein guter Schritt in Richtung Fairness bedeuten, langfristig ein bedeutender Schritt für die Stärkung von Mündigkeit und Selbstbestimmung darstellen und zugleich dem Irrationalismus erneut einhalt gebieten.

    Worauf warten wir eigentlich noch?








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