Forum: Netzwelt
Ihre Meinung: Steuer statt GEZ-Gebühr?
Der FDP-Medienexperte Hans-Joachim Otto schlägt vor, die GEZ-Gebühr durch eine "Medienabgabe" zu ersetzen. Eine gute Idee?
- #680 09.05.2011 11:20 von
Tja, da sollte man die Wikipedia wohl mal korrigieren. Neben der gebührenfinanzierten BBC gibt es auch das kommerzielle Unternehmen BBC.
Übrigens steht in der deutschen Wikipedia: "Die BBC wird hauptsächlich durch Rundfunkgebühren finanziert, die Zusammensetzung des Budgets ist jedoch etwas anders als bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. 1997 wurde das terrestrische Sendernetz der BBC für 244 Millionen Pfund an Castle Transmission Services (Crown Castle) verkauft. Die BBC mietet seitdem die Sendeanlagen für die Ausstrahlung ihrer Programme unter anderem dort an. 2004 und 2005 wurden zudem die Rundfunktechnik und Teile der Produktion an Investoren verkauft. [...] BBC Worldwide, die kommerzielle Tochter der BBC, nutzt u.a. in Joint Ventures Rechte und Inhalte der BBC zunehmend. Der Umsatzanteil außerhalb Großbritanniens verzehnfachte sich 2006/7 auf fast 46 %. Insgesamt lag die Gewinnsteigerung bei 24 % (ging auf 810 Millionen Pfund hinauf)." - #681 09.05.2011 11:24 von
Weil es auch einen "Markt" der Meinungen gibt, und weil seit Einführung des Privatfunks eine der zentralen Aufgaben des Verfassungsauftrags des ÖRR darin besteht, Meinungsmonopole zu verhindern.
Der ÖRR kann seinen Verfassungsauftrag nur dann erfüllen, wenn er regelmäßig große Teile der Bevölkerung erreicht, denn nur dann kann sich seine Informationsvielfalt auch in demokratischer Willensbildung entfalten. Würde der ÖRR sich nur an eine kleine intellektuelle Elite wenden und ansonsten nur die Inhalte bieten, die der Privatfunk mangels Werbeeinnahmen nicht übernehmen will, dann hätte er keine Daseinsberechtigung mehr. - #682 09.05.2011 11:59 von
- #683 09.05.2011 12:30 von
Ach ja? Vielleicht sollten Sie sich erst mal mit den Grundlagen unseres Wahlsystems vertraut machen, bevor Sie hier völligen Unsinn darüber schwadronieren. Schon mal vom Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme gehört?
Davon abgesehen, dass man Abgeordnete sehr wohl wählen kann, sind politische Parteien auch nicht die antidemokratischen Einrichtungen, als die Sie sie hier darstellen, sondern freie Bürgerorganisationen, die einen Verfassungsauftrag erfüllen.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass die Wähler in einem 80-Mio-Volk eine einzelne Person ohnehin nicht gut genug einschätzen können, um diese wählen zu können. Man sollte meiner Meinung nach auf die Erststimmen verzichten und nur noch Parteien wählen.
Das ist Unsinn. Wenn die Rundfunkräte direkt gewählt würden, dann würden alleine politische Kriterien eine Rolle spielen. Dann wären die Rundfunkräte zu 100% von Parteivertretern besetzt, und die dutzenden anderen Belange wie die der Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Kirchen und Sportvereine uswusf, und insbesondere Minderheiten würden überhaupt nicht mehr berücksichtigt.
Bei den Rundfunkräten geht es nicht darum, dass ALLE Belange der Bürger berücksichtigt werden. Das ist mit einer allgemeinen Wahl der Rudnfunkräte nicht vereinbar.
Es ist kein besseres System denkbar als das jetzige: die Vertreter der Gewerkschaften werden von den Gewerkschaften gewählt, die Vertreter der Kirchen von den Kirchen. Und nur die Vertreter der politischen Parteien werden von den allen Bürgern gewählt, und das wird sinnvollerweise mit den Landtagswahlen erledigt. - #684 09.05.2011 12:35 von
Die deutschen Jahresgebühren würde ich an Ihrer Stelle nochmals nachrechnen.
Genau darum geht es ja: die BBC ist nicht so gut wie der deutsche ÖRR gegen Einflussnahme durch die Regierung geschützt. Blair hatte seinerzeit die weitere Zerschlagung der BBC und die Mittelkürzung angedroht, und er konnte das in Großbritannien auch durchführen. Im Ergebnis ist die BBC nicht mehr die kritische Instanz, die als Bürgermedium die Regierung zu kontrollieren vermag.
Bei uns wäre das gottlob völlig undenkbar. - #685 09.05.2011 12:41 von
- #686 09.05.2011 13:01 von
Diese Bedingung sehe ich so lange nicht als notwendig an, so lang die öffentlich-rechtlichen Medien ausgewogen, also aus verschiedenen Blickwinkeln, berichten und Kritik üben. Eine Parteizugehörigkeit offen zu legen ist derzeit nicht notwendig und verfassungsrechtlich fraglich.
- #687 09.05.2011 14:54 von
- #688 09.05.2011 15:05 von recardo
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Was da so gelobt werden muss, damit es nicht nur so bleibt wie es ist, sonder noch schlimmer wird.
Volklob, und Lob der kritischen Öffentlichkeit, muss die GEZ sich herablassen und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Das ist gut so und wenn es nach mir ginge, dann bräuchte sie es nicht mehr tun, weil, wenn es nach mir ginge, sie abgeschafft würde.
Nichts braucht eine kritische Meinungsbildung weniger, als ein vom Staat gesteuertes Medium; das weiss ich noch aus der DDR und hat sich im Falle des ÖRR´s, vollstens bewahrheitet. Der ÖRR ist überflüssig für alles was er vorgibt zu leisten, keine Leistung braucht das Publikum, wir kommen völlig ohne dem aus. - #689 09.05.2011 15:31 von
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