Ihre Meinung: Steuer statt GEZ-Gebühr?

Der FDP-Medienexperte Hans-Joachim Otto schlägt vor, die GEZ-Gebühr durch eine "Medienabgabe" zu ersetzen. Eine gute Idee?
  1. #680

    Zitat von Frankenfurter Beitrag anzeigen
    Wie begründen Sie ihre Meinung? Da würde ich gerne genaueres wissen. Bei Wikipäd steht, dass die BBC gebührenfinanziert ist.
    Tja, da sollte man die Wikipedia wohl mal korrigieren. Neben der gebührenfinanzierten BBC gibt es auch das kommerzielle Unternehmen BBC.

    Übrigens steht in der deutschen Wikipedia: "Die BBC wird hauptsächlich durch Rundfunkgebühren finanziert, die Zusammensetzung des Budgets ist jedoch etwas anders als bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. 1997 wurde das terrestrische Sendernetz der BBC für 244 Millionen Pfund an Castle Transmission Services (Crown Castle) verkauft. Die BBC mietet seitdem die Sendeanlagen für die Ausstrahlung ihrer Programme unter anderem dort an. 2004 und 2005 wurden zudem die Rundfunktechnik und Teile der Produktion an Investoren verkauft. [...] BBC Worldwide, die kommerzielle Tochter der BBC, nutzt u.a. in Joint Ventures Rechte und Inhalte der BBC zunehmend. Der Umsatzanteil außerhalb Großbritanniens verzehnfachte sich 2006/7 auf fast 46 %. Insgesamt lag die Gewinnsteigerung bei 24 % (ging auf 810 Millionen Pfund hinauf)."
  2. #681

    Zitat von wuusaaa Beitrag anzeigen
    Warum verdammt nochmal? Der ÖR muss nicht effektiv wirtschaften! Er bekommt geld ohne sich dem Markt stellen zu müssen.
    Weil es auch einen "Markt" der Meinungen gibt, und weil seit Einführung des Privatfunks eine der zentralen Aufgaben des Verfassungsauftrags des ÖRR darin besteht, Meinungsmonopole zu verhindern.

    Der ÖRR kann seinen Verfassungsauftrag nur dann erfüllen, wenn er regelmäßig große Teile der Bevölkerung erreicht, denn nur dann kann sich seine Informationsvielfalt auch in demokratischer Willensbildung entfalten. Würde der ÖRR sich nur an eine kleine intellektuelle Elite wenden und ansonsten nur die Inhalte bieten, die der Privatfunk mangels Werbeeinnahmen nicht übernehmen will, dann hätte er keine Daseinsberechtigung mehr.
  3. #682

    Zitat von Frankenfurter Beitrag anzeigen
    Weiter steht bei Wikipäd, dass im Oktober 2010 im englischen Parlament beschlossen wurde, dass die Rundfunkgebühr bis 2016 auf umgerechnet 166 Euro pro Jahr pro und Teilnehmer eingefroren wird (wir zahlen 2016 Euro im Jahr).
    Wie viele Monate hat Ihr Jahr?
    Egal, auch ARD und ZDF verkaufen Produktionen ins Ausland!
  4. #683

    Zitat von autopoiesis Beitrag anzeigen
    Das ist genau dieses dumme Torschlagargument, das auch die Monarchisten verwenden, wenn sie sich gegen ein demokratisches Verfahren zur Wahl des Bundespräsidenten aussprechen.
    Ein für alle Mal: In Deutschland werden keine Abgeordneten gewählt, sondern lediglich Parteien mit ihren ganzen Rattenschwänzen.
    Ach ja? Vielleicht sollten Sie sich erst mal mit den Grundlagen unseres Wahlsystems vertraut machen, bevor Sie hier völligen Unsinn darüber schwadronieren. Schon mal vom Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme gehört?

    Davon abgesehen, dass man Abgeordnete sehr wohl wählen kann, sind politische Parteien auch nicht die antidemokratischen Einrichtungen, als die Sie sie hier darstellen, sondern freie Bürgerorganisationen, die einen Verfassungsauftrag erfüllen.

    Ich persönlich bin der Ansicht, dass die Wähler in einem 80-Mio-Volk eine einzelne Person ohnehin nicht gut genug einschätzen können, um diese wählen zu können. Man sollte meiner Meinung nach auf die Erststimmen verzichten und nur noch Parteien wählen.

    Zitat von autopoiesis Beitrag anzeigen
    Wenn der Bürger wenigstens die Mitglieder der Rundfunkräte wählen könnte (direkt, nicht über irgendwelche Listen), genössen der öffentlich-unrechtliche Rundfunk und seine Sturmabteilung vielleicht einen etwas größeren Rückhalt innerhalb der Bevölkerung.
    Das ist Unsinn. Wenn die Rundfunkräte direkt gewählt würden, dann würden alleine politische Kriterien eine Rolle spielen. Dann wären die Rundfunkräte zu 100% von Parteivertretern besetzt, und die dutzenden anderen Belange wie die der Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Kirchen und Sportvereine uswusf, und insbesondere Minderheiten würden überhaupt nicht mehr berücksichtigt.

    Bei den Rundfunkräten geht es nicht darum, dass ALLE Belange der Bürger berücksichtigt werden. Das ist mit einer allgemeinen Wahl der Rudnfunkräte nicht vereinbar.

    Es ist kein besseres System denkbar als das jetzige: die Vertreter der Gewerkschaften werden von den Gewerkschaften gewählt, die Vertreter der Kirchen von den Kirchen. Und nur die Vertreter der politischen Parteien werden von den allen Bürgern gewählt, und das wird sinnvollerweise mit den Landtagswahlen erledigt.
  5. #684

    Zitat von Frankenfurter Beitrag anzeigen
    Weiter steht bei Wikipäd, dass im Oktober 2010 im englischen Parlament beschlossen wurde, dass die Rundfunkgebühr bis 2016 auf umgerechnet 166 Euro pro Jahr pro und Teilnehmer eingefroren wird (wir zahlen 2016 Euro im Jahr).
    Die deutschen Jahresgebühren würde ich an Ihrer Stelle nochmals nachrechnen.

    Genau darum geht es ja: die BBC ist nicht so gut wie der deutsche ÖRR gegen Einflussnahme durch die Regierung geschützt. Blair hatte seinerzeit die weitere Zerschlagung der BBC und die Mittelkürzung angedroht, und er konnte das in Großbritannien auch durchführen. Im Ergebnis ist die BBC nicht mehr die kritische Instanz, die als Bürgermedium die Regierung zu kontrollieren vermag.

    Bei uns wäre das gottlob völlig undenkbar.
  6. #685

    Zitat von nairobi Beitrag anzeigen
    Wie viele Monate hat Ihr Jahr?
    Egal, auch ARD und ZDF verkaufen Produktionen ins Ausland!
    Sorry 12x18 = 216 Euro Rundfunkgebühr pro Jahr zahlen wir in D. Der jährliche Etat der ÖRR ist etwa 8,2 Mrd.
  7. #686

    Zitat von kleiner-moritz Beitrag anzeigen
    Solange beispielsweise nicht die Parteizugehörigkeit von Redakteuen und anderen höheren Mitarbeitern offengelegt wird und ausgewogen ist, solange ist auch nicht die Erfüllung des Auftrags der (öffentlichen) Medien gesichert, dass sie als "vierte Kraft" Regierung, Parlament und Justiz kontrollieren.
    Diese Bedingung sehe ich so lange nicht als notwendig an, so lang die öffentlich-rechtlichen Medien ausgewogen, also aus verschiedenen Blickwinkeln, berichten und Kritik üben. Eine Parteizugehörigkeit offen zu legen ist derzeit nicht notwendig und verfassungsrechtlich fraglich.
  8. #687

    Zitat von syracusa Beitrag anzeigen
    Genau darum geht es ja: die BBC ist nicht so gut wie der deutsche ÖRR gegen Einflussnahme durch die Regierung geschützt. Blair hatte seinerzeit die weitere Zerschlagung der BBC und die Mittelkürzung angedroht, und er konnte das in Großbritannien auch durchführen. Im Ergebnis ist die BBC nicht mehr die kritische Instanz, die als Bürgermedium die Regierung zu kontrollieren vermag.

    Bei uns wäre das gottlob völlig undenkbar.
    Undenkbar wohl kaum, siehe ZDF und warum Chefredakteur Brender gehen mußte.
    Die Etatkürzung um 16% bei der BBC seit 2010 muss nicht mit einer inhaltlichen Knebelung und Ausrichtung zum Regierungsfunk einhergegangen sein, gleichwohl ich das nicht auszuschließen vermag.
  9. #688

    .

    Zitat von syracusa Beitrag anzeigen
    ..........

    Bei uns wäre das gottlob völlig undenkbar.
    Was da so gelobt werden muss, damit es nicht nur so bleibt wie es ist, sonder noch schlimmer wird.

    Volklob, und Lob der kritischen Öffentlichkeit, muss die GEZ sich herablassen und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Das ist gut so und wenn es nach mir ginge, dann bräuchte sie es nicht mehr tun, weil, wenn es nach mir ginge, sie abgeschafft würde.

    Nichts braucht eine kritische Meinungsbildung weniger, als ein vom Staat gesteuertes Medium; das weiss ich noch aus der DDR und hat sich im Falle des ÖRR´s, vollstens bewahrheitet. Der ÖRR ist überflüssig für alles was er vorgibt zu leisten, keine Leistung braucht das Publikum, wir kommen völlig ohne dem aus.
  10. #689

    Zitat von recardo Beitrag anzeigen
    (...)Nichts braucht eine kritische Meinungsbildung weniger, als ein vom Staat gesteuertes Medium; das weiss ich noch aus der DDR und hat sich im Falle des ÖRR´s, vollstens bewahrheitet. Der ÖRR ist überflüssig für alles was er vorgibt zu leisten, keine Leistung braucht das Publikum, wir kommen völlig ohne dem aus.
    Blabla. Der ÖR ist hier kein Medium der Regierenden. Noch nicht. Und bitte den Plural vermeiden, wenn Sie nur immer wieder Ihre eigene Meinung erneut kundtun.