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Google - verletzen die Häuserfotos bei Street View die Privatsphäre?

Der Streit über das neue Google-Angebot Street View wird in Deutschland intensiv geführt. Verletzen nun die Fotos der Häuserfassaden im Internet die Privatsphäre der Bewohner?
  1. #780

    google street view

    Leute, überlegt Euch die Einsprüche gut!
    Es gibt glücklicherweise in Deutschland ein Panoramarecht, dass es jedem - JEDEM! - ob Oma, Kind, Profi oder Amateur oder Konzern, erlaubt, im öffentlichen Bereich zu fotografieren.
    Das ist auch gut so, denn sonst würde Fotografie schlicht unmöglich.

    - ja auch für Dich, mit Deinem Fotohhandy und Dich mit Deinen langweiligen Landschaftsaufnahmen!! - weil immer irgendwas auf dem Bild ist, was irgendwem gehört.

    Also ein konsequenter Einspruch gegen Google kann nur von jemandem kommen, der gleichzeitig unterschreibt, nie mehr selbst im öffentlichen Raum zu fotografieren.

    Deutsche mosern halt gern rum und vor allem wenns um den heimeligen Herd und die vermeintliche Privatsphäre geht, die es ja bekanntlich auf der Straße nicht gibt. Aber einen Aufstand an der richtigen Stelle, bringen sie nicht zusammen: zum Beispiel werden wir alle dauernd auf Autobahnen, Plätzen, in Geschäften, auf Bahnhöfen, bei Veranstaltungen rundherum gefilmt und automatisch fotografiert und keiner regt sich uff. Aber bei dem bösen Google, immer feste druff!
  2. #781

    Blödsinn?

    Zitat von dauth Beitrag anzeigen
    Also ein großer Teil des Artikels ist schlicht Blödsinn.
    Im Gegensatz zu einigem anderen Mist, der zu Streetview kursiert, ist das wohl einer der korrektesten - korrekter als Ihre Thesen auf jeden Fall.

    1. Google selbst will die DAten von Streetview mit denen von Google Earth kombinieren.
    D.h. die Daten werden ziemlich aktuell sein. Denn gegen eine Gebühr haben sie Zugriff auf ziemlich aktuelle Daten von Google Earth. Diese werden alle paar Wochen aktualisiert. Allerdings sehen das nur die Leute, die dafür bezahlen.
    Das System haben Sie eindeutig nicht verstanden: Google Earth ist ein Datensatz, bestehend aus Satellitenbildern. Google Streetview ist ein anderer Datensatz, bestehend aus den Bildern von den Kamerawagen. Bloss, weil jetzt einer dieser Datensätze in relativ kurzer Zeit (Monate, nicht Wochen) aktualisiert wird - nämlich der von Google Earth -, aktualisiert sich nicht gleichzeitig auf wundersame Weise der Datensatz von Streetview. Um's noch klarer auszudrücken: neue Satellitenbilder machen keine neuen Streetview-Bilder.

    2. der öffentliche Raum ist nur der Raum den man von der Straße aus in in "Kopfhöhe" einsehen kann. also sagen wir mal 2 Meter. Die Bilder die gemacht werden, gehen eindeutig drüber hinaus. Mit den Fahrzeugen kann z.B. über eine Hecke drüber fotografiert werden, DAS ist privater Raum.
    Ich hoffe, Sie stellen sich auch immer schön an die Straße und beschweren sich bei allen vorbeifahrenden LKWs und Bussen, weil die Ihren Privatraum verletzen, denn das tun Sie Ihrer Definition nach. Fakt ist: es gibt keine Mindesthöhe, ab der "privater Raum" beginnt oder endet.

    3. Es ist ja nicht so, daß der Bankberater sehen will, wie Ihre Fassade aussieht, sondern er will sehen wie das ganze Viertel aussieht. Denn kombiniert mit den Daten von "KlickTel" ergibt sich ein perfekter Atlas über Bonität ganzer Stadtviertel. ( im übrigen kann jeder diese Daten bei KlickTel für 19,95€ kaufen)
    Auch das haben Sie eindeutig nicht verstanden. Der Bankberater braucht weder die lächerlichen Daten von Google, noch die von KlickTel - er hat Zugriff auf die Daten der Schufa und all dieser anderen Auskunfteien. Und die sind viel detaillierter und genauer als alles, was er von Google bekommen könnte.
  3. #782

    Zitat von stacheldraht07 Beitrag anzeigen
    Bereits das Verfahren, das Google anwendet, widerspricht dem demokratischen Rechtsverständnis. Richtig wäre es gewesen, wenn Google die Menschen fragen würde, ob sie gern Bilder ihres Hauses im Internet sehen möchten. Und wer einwilligt, dessen Haus wird fotografiert.
    Ich habe kein Interesse daran, mein Haus im Netz zu betrachten. Dennoch bin ich es, der Einspruch erheben muß. Das ist doch.....
    Und wann haben Sie das letzte mal den französischen Staat oder den Eiffelturm selbst gefragt, ob er damit einverstanden ist, dass Sie ein Foto von ihm machen, Sie verdammter Antidemokrat, Sie!?
  4. #783

    Es gibt auch hysterische Akademiker!

    Zitat von Meckermann Beitrag anzeigen
    Ich bin jung, studiert, und ständig im Internet. Widerspruch habe ich trotzdem eingelegt. Und zwar aus einem Grund: Weil ich es kann!

    Ein Bild von meinem Haus in Streetview bietet mir keine Vorteile, ich kann also problemlos drauf verzichten. Und da ich Google nicht mag...
    Und haben Sie auch Ihrem Bildschirm die Zunge herausgestreckt, als Sie zum letzten Mal GoogleEarth oder ein anderes Google Produkt aufgerufen haben?

    Frage: Nach wieviel Semester macht man gewöhnlich in der Baumschule seinen Master?
  5. #784

    öffentlicher virtueller raum ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Streit über das neue Google-Angebot Street View wird in Deutschland intensiv geführt. Verletzen nun die Fotos der Häuserfassaden im Internet die Privatsphäre der Bewohner?
    Was Sie meiner Meinung nach nicht realisieren ist, daß der sogenannte "Öffentliche Raum", sowie er von staatswegen oder kulturell bisher verstanden wurde, im digitalen Netz nicht mehr derselbe ist und sein kann.
    Wenn bisher jeder Hausbewohner in der (wenn auch relativen) Lage war, eine Beobachtung seines Lebensraums seinerseits real wahrzunehmen, ist die virtuelle Beobachtung anonym. Das wirft viele Fragen auf, deren Beantwortung Sie ja im Sinne Googles schon versucht haben - allerdings recht eindimensional. Öffentlichen Raum, auch digital transformiert (ohne realistische staatliche Gewährleistungen im Übrigen), als Allgemeingut zu definieren, ist schlichtweg der wahre Irrtum. Demokratie, wie sie bei uns bisher definiert wurde, basiert auf gleicher Augenhöhe.
    Wenn Sie das wegdenken wollen, kommen Sie metaphysisch bei der Aufhebung der Privatsphäre im Allgemeinen an. Die Summe
    des öffentlich Demokratischen wird auch von der Verweigerung mitgestaltet. Ein Infragestellen dieser Berechtigung, schafft die Gedankenfreiheit mit ab, und könnte logisch zur Folge haben, daß jeder Gedanke öffentlich zu sein hat. Wahrscheinlich wollen Sie das genauso wie die Vielen, die den virtuellen Raum eh schon zur Selbstdarstellung benutzen, wie Andere früher die Kirche. Netzfreiheit, als das 11. Gebot einer desorientierten Gesellschaft, die sich innerlich virtuell aufbläht und gleichzeitig allem Fremden gegenüber real abschotten möchte.
  6. #785

    Zitat von stacheldraht07 Beitrag anzeigen
    Bereits das Verfahren, das Google anwendet, widerspricht dem demokratischen Rechtsverständnis. Richtig wäre es gewesen, wenn Google die Menschen fragen würde, ob sie gern Bilder ihres Hauses im Internet sehen möchten. Und wer einwilligt, dessen Haus wird fotografiert.

    Ich habe kein Interesse daran, mein Haus im Netz zu betrachten. Dennoch bin ich es, der Einspruch erheben muß. Das ist doch absurd.
    Demokratisch ist, was zunächst legitim ist. Google bewegt sich im Rahmen der derzeit gültigen Gesetze, welche das Fotografieren der Häuserfronten erlauben. Glauben Sie dass die gut 100 Haushalte auf http://pixcluster.freshworx.de/2010-...4.78948200.jpg gefragt wurden ob "ihr" Haus im Internet zu sehen ist? Und Geotagging ala Panoramio ist auch schon seit geraumer Zeit gängige Praxis.
    Also bitte fragen Sie ab sofort bei jedem Foto, welches Sie machen, jeden der im Foto sichtbaren Hausbesitzer ob die zustimmen dass Sie Ihren Freunden ein Bild ihres Hauses zeigen. Oder muss ich jetzt nochmal nach Barcelona, um die 300 Haushalte, die auf einem Panoramabild sichtbar sind, zu fragen, ob ich dieses Bild auf Panoramio hochladen darf?
  7. #786

    Mitläufertyen, die Trendies vs. eigens Denken

    Zitat von göpgöp Beitrag anzeigen
    was regt ihr euch so künstlich auf? Solche Paranoias? Werdet ihr auf dem Klo erwischt? Planen Diebe ihre Brüche jetzt über Google statt über ihre eigenen Augen. Ist das der nächste Schritt zur absoluten Kontrolle(da gibt es heute schon weit aus schlimmeres)? Mann das sind doch nur Bilder von Häusern, nur Bilder. Nehmt euch nicht so wichtig
    Ihr Beitrag zeigt, daß es Unterschiede gibt. Die einen finden alles sofort und unkritisch gut, was ihnen als modern oder cool oder global vermarketet wird. Das sind meistens die einfach gestrickten Mitläufertyen, die Trendies. Zu dieser Sorte sagte man früher "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlachter selber", denn die merken gar nicht wenn sie verwurstet werden. Das wissen Globals geschickt zu nutzen, darauf basiert ihr Geschäftserfolg weltweit (siehe Google, MC Donald, Coca Cola usw.) und sie schaffen genau die Uniformität, die man immer dem Kommunismus vorgeworfen hat. Und die Trottel jubeln ihnen zu und halten das auch noch für Freiheit.

    Aber es gibt auch andere, ältere, die den höheren Bildungsständen angehören, zum soliden Mittelstand gehören oder lebenserfahren das eigene Denken nicht verlernt haben und schon viele Hypes erlebt haben, auch mal selbst drauf reingefallen sind, daher jetzt klüger sind. Und es gibt jüngere, die nicht jeder Rattenfängerei und jeder Mode hinterherlaufen, meist Gymnasiasten, Studenten, junge integrierte Familien, durch elementare Alltagserfahrung klüger geworden, attack-bewegt, kritisch, spontan. Zum Glück gibt es auch diese Gruppe und sie ist gar nicht so klein.

    Und dann gibt es natürlich auch die ganz Dummen, die jede Gelegenheit wie z.B. auch diese Diskussion über Streetview einfach nur nutzen, irgendwelchen Blödsinn abzusondern. Statt sich mit dem Für und Wider auseinander zu setzen.
  8. #787

    Warum erst jetzt ?!

    Warum postuliert Spiegel Online erst jetzt so klar diese eindeutigen Fakten und Irrtümer über StreetView? Diese waren übrigens schon immer den wirklich darüber Nachdenkenden klar. Deutschland, das Land der Aufgeregten, Problemerfinder und Wichtigtuer... :-(

    Übrigens: Nur durch das Aufblasen dieses "Problemthemas" in den Medien, sind die Bürger (und dann die Politiker) darauf aufmerksam geworden. Und jetzt die Entwarnung und Relativierung. Kaum zu glauben, diese Verarschung der Öffentlichkeit.
  9. #788

    Kann es sein, dass Sie sich bei Ihrem Pseudonym vertippt haben,

    Zitat von DefTom Beitrag anzeigen
    Nach diesem monatelangem Geschrei und dem Riesen-Hype in den Zeitungen kommen jetzt gerade mal 250.000 aus ihrem Wohnloch gekrochen und wollen nicht fotografiert werden? Und schätzungsweise alle 250.000 im Alter zwischen 60 und 100 Jahren? Da sieht man mal wieder, wie lächerlich das alles war/ist...
    oder war zeitweise die "o"-Taste defekt?
  10. #789

    Falsch

    Zitat von Ossi Ostborn2.0 Beitrag anzeigen
    Tatsächlich ist aber auch das unvollständig, denn um das eigentliche Problem mit Google umfassend zu beschreiben, hätte er sagen müssen jüdisches US-Amerikanisches Unternehmen....das gehört beides untrennbar zusammen: Antisemitismus und Antiamerikanismus sind wie Vater und Sohn und tief bei deutschen rechten und linken Reaktionären verwurzelt.....
    Das ist völliger Nonsense - zumindest, was meine Person angeht. Der Grund meiner Aussage ist nicht irgendein bauchgefühliger Anti-***-ismus sondern meine gefühlte, diffuse Angst vor einer Daten-Übermacht auf Servern in EINEM Land.
    Die Folgen sind nur schwer einschätzbar - aber warum knickt eine EU-Kommission bei SWIFT-Abkommen ein? Was passiert mit all den Facebook(etc.)-Daten? Was passiert mit Daten, die auf an US-Grenzen konfiszierten Laptops gefunden werden? Was passiert mit all den von Apple-Jüngern abgegriffenen Daten (Zwangsregistrierung, übertragene Geo-Daten, Abgleich mit Providern)?

    Und all das passiert in oder mit den USA. Und genau deshalb habe ich Vorbehalte gegen jeglichen weiteren massenweisen Datentransfer dorthin. Und wenn es aus volkswirtschaftlichen Überlegungen ist - wäre doch schöner, wenn hierzulande jemand Geld verdient & Steuern zahlt... oder?








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