So wie durch den millionenfachen kostenlosen Download der Musikmarkt nicht in Gefahr ist? Und der Videomarkt nicht in Gefahr ist?
Das sehe ich differenzierter und halte die Frage des Spiegel Redakteurs daher für sehr berechtigt. Der Internetnutzer ist gierig und frisst alles was er kostenlos kriegen kann, solange er das anonym machen darf. Und er darf und wird es lange noch dürfen. Deshalb halte ich den Krieg der Musik- und Videokonzerne gegen ihre Internet-Kundschaft für falsch und selbstzerstörend. Was Apple dagegen für den Musik- und Videobereich geschaffen und erreicht hat, sollte der Büchermarkt sich zum Vorbild nehmen und kostengünstig eBooks zum Download anbieten. Die Bequemlichkeit des Downloads zuhause am PC verschafft dem eBook-Anbieter im Internet darüber hinaus unverhältnismäßig mehr Kundschaft und Leser als dem umständlich und unbequem aufzusuchenden Buchhandel. Das eBook tritt ja nicht in Konkurrenz zu dem Buch, wer das Buch dann in Papierform haben möchte, kann es sich doch jederzeit und völlig unverbindlich kaufen und mit einem ungenutzten Buch das Bücherregal aufwerten. Oder gibt es da ein entweder oder von dem ich nicht weiß?
Zustimmung!
[QUOTE=Jakob Schwarz;4935749]oder als Datei. Glaube ich nicht. Ich halte nichts von einem Krieg moderne Techniken gegen alte Techniken. Die ganze Welt ist eine Tabula rasa und darf als solche genutzt werden. Die alten in Tafeln gekratzten Sätze des Pytagoras gelten auch auf jedem Computer von heute. Der Computer wurde nicht erfunden, um kunstvolle handgeschriebene Bücher zu verhindern oder den Buchdruck, sondern um eine neue zusätzliche Möglichkeit zu schaffen, an Informationen sowohl heranzukommen als auch diese zu verbreiten. Das Internet bietet damit eine noch demokratischere Form der Wissens- und Kulturvermittlung als das handgeschriebene und das gedruckte Buch. Aber es ersetzt diese keineswegs. Der Inhalt von Festplatten bleibt nicht über tausende von Jahren verfügbar, der Inhalt von Papier schon. Und ein Regal voller Festplatten gibt auch nicht das her, was ein Bücherregal hergibt. Deshalb würde ich mir ein gutes eBook durchaus auch als Buch kaufen und in das Regal stellen.

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