Wie wichtig ist der Export für Deutschland?

China hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Ist das ein Nachteil für die heimische Wirtschaft? Oder ist die Bundesrepublik ohnehin zu abhängig von ihren Ausfuhren - sollte stattdessen die Binnennachfrage gestärkt werden?
  1. #1340

    Zitat von raumschautor Beitrag anzeigen
    Sicherlich ist es so, dass die Anteilseigner der exportierenden Unternehmen den Export als wichtig betrachten würden. Aber in aller Konsequenz der letzten 10 Jahre bleibt für den Durchschnittsbürger festzhalten - unabhängig davon was die Medien kolpotieren - dass der Export nicht zum Wohlstand beigetragen hat. Ganz im gegenteil, die zunehmende globale Ausrichtung der deutschen Unternehmen hat den Menschen hier in Deutschland viel Wohlstand gekostet, ausgenommen die Unternehmensanteilseigner natürlich. Was zur Folge hat, dass die Reichen reicher werden und die arbeitende Bevölkerung ärmer.

    Wenn die Hauptaufgabe einer Ökonomie die ist, die ersten 10 Prozent der Bevölkerung auf Gedeih und Verderb reicher zu machen, ja dann kann man davon ausgehen, dass der Export in der Tat wichtig für Deutschland ist.
    wohl wahr, Export ist wichtig, koste es was es wolle... Export der Korruption inclusive. Deutscher U-Boot-Deal: Griechischer Ex-Minister wegen Korruptionsverdacht in Haft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  2. #1341

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    wohl wahr, Export ist wichtig, koste es was es wolle... Export der Korruption inclusive. Deutscher U-Boot-Deal: Griechischer Ex-Minister wegen Korruptionsverdacht in Haft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Einen grossen Teil des Exports in die Eu werden wir einfach verschenken und den Rest wird die Bundesbank abschreiben müssen, was letztendlich auch an den Menschen hängenbleibt.
    1. die Bankenkrise - nun genannt Staatsschuldenkrise, weil die Staaten die Schulden der Banken übernommen haben, kommt nun mit Macht zurück. Den Banken geht nun auch das Geld der EZBtender aus. Es ist verdampft und befindet sich auf den Konten der Investoren. Die Banken haben nun kein Geld mehr um Staatsanleihen zu kaufen. Das wird spannend, und es geht im Grunde nur darum, wer zuerst Bankrott anmeldet: Italien oder Spanien.

    Europas Banken wird das EZB-Geld knapp - Wallstreetjournal.de

    2. Das Geld für Griechenland ist absolut verloren, und die griechischen Verantwortlichen wissen das genau. Bei einer Wahl werden die beiden grössten Parteien, die derzeit die Übergangsregierung bilden, nur noch auf 36% kommen, was es so gut wie sicher macht, dass keine der Parteien die Regierung stellt, auhc nicht zusammen, und damit sind die eingeleiteten Austreitätsmassnahmen nicht einmal mehr Absichtserklärungen.

    3. Die Verkaufsjubelarien der Automobilhersteller sind weitere Luftschlösser, die durch die Realität nicht gedeckt sind, sondern einer Planwirtschaft mit 5 Jahresplan entspringen. Die Realität ist, dass die Autoverkäufe in China um 3,5% zurückgegangen sind. Die Automobilindustrie treibt auf eine riesige Überproduktion hin.

    4. In ganz Europa, aber besonders in Deutschland baut sich eine Immoblienkrise auf, die die Ausmasse der amerikanischen Krise erreichen kann

    5. In den USA ist die Verbunft wieder abhandengekommen. AIG, der grösste Verlierer durch den sub-prime Skandal, wird genau das Geschäftsfeld wieder aufnehmen, das es in die Krise geführt hat

    6. in China platzt derzeit fast unbemerkt die Immobilienbaublase. Die Hangzhou Glory Real Estate Co geht ins Insolvenzverfahren. Diese Firma wie viele Baufirmen und Immobilienfirmen in China haben ganze Städte aus dem Boden gestampft, um sie sofort wieder abzureissen, um den 5 Jahresplan zu erfüllen. Schuld am platzen der Blase ist übrigens die chinesische Regierung und deren 2 Jahresplan zur Eindämmung des Immobilienrisikos.

    Ich will es mal so sagen: We announce that we are selling bananas - saying to customers: sorry we do not have any.

    exilator
  3. #1342

    Zitat von exilator Beitrag anzeigen
    2. Das Geld für Griechenland ist absolut verloren, und die griechischen Verantwortlichen wissen das genau. Bei einer Wahl werden die beiden grössten Parteien, die derzeit die Übergangsregierung bilden, nur noch auf 36% kommen, was es so gut wie sicher macht, dass keine der Parteien die Regierung stellt, auhc nicht zusammen, und damit sind die eingeleiteten Austreitätsmassnahmen nicht einmal mehr Absichtserklärungen.
    exilator
    schauen wir mal, bis dahin gibt es sehr wohl Geld Trotz Schuldenkrise: Griechische Notenbank schüttet Millionen an Aktionäre aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    möchte nur kurz auf Export eingehen, ohne den Strang zu überlasten, Siemens hat sich neue Aufträge gesichert, als Ausgleich ?! für die Korruptonsfälle, zu 70% aus den EU-Topf finanziert/subventioniert. Ansonsten kann ich nur an Börner erinnern, auch wenn er zuletzt "versöhnlichere" Töne von sich gab, das Gros der Manager hat ihn nur bestätigt...

    schade dass es kein China-Strang mehr gibt, denn sowohl innenpolitisch wie auch aussenpolitisch jede menge sprengstoff gibt.
  4. #1343

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    schauen wir mal, bis dahin gibt es sehr wohl Geld Trotz Schuldenkrise: Griechische Notenbank schüttet Millionen an Aktionäre aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    möchte nur kurz auf Export eingehen, ohne den Strang zu überlasten, Siemens hat sich neue Aufträge gesichert, als Ausgleich ?! für die Korruptonsfälle, zu 70% aus den EU-Topf finanziert/subventioniert. Ansonsten kann ich nur an Börner erinnern, auch wenn er zuletzt "versöhnlichere" Töne von sich gab, das Gros der Manager hat ihn nur bestätigt...

    schade dass es kein China-Strang mehr gibt, denn sowohl innenpolitisch wie auch aussenpolitisch jede menge sprengstoff gibt.
    Über Börner sind wir verschiedener Meinung. China hat den peak erreicht. Innenpolitisch und wirtschaftlich kommt jetzt eine Art Selbstzerfleischung, und das fällt damit zusammen, dass Maschinearbeit den einzigen Produktionsvorteil den China hat, nämlich die billige Arbeitskraft, wegfällt. Hocheffiziene Arbeitsprozesse sind egal wo auf der Welt gleich teuer. Der einzige Unterschied, und das wollten die Manager schon immer, sind billige Rohstoffe und Energie, denn die machen im Gegensatz zu den Lohnkosten ( 18%) den Löwenanteil an den Produkten aus ( 60%). Mit den Subventionen die in Europa und insbesondere in D. gegeben werden, kann kein anders Land mithalten. Wie das dann werden wird, wenn China immer mehr zum Armenhaus wird, ist unbekannt. Aber ich wage zu behaupten, dass man gegen den inneren Feind einen äusseren Feind aufbauen wird um das Land zusammenzuhalten.

    exilator
  5. #1344

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    China hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Ist das ein Nachteil für die heimische Wirtschaft? Oder ist die Bundesrepublik ohnehin zu abhängig von ihren Ausfuhren - sollte stattdessen die Binnennachfrage gestärkt werden?
    Ein Export, den man über Rettungsmilliarden selbst bezahlen muß und der für viele Arbeitnehmer Lohndumping bedeutet ist ein Draufzahlgeschäft, auf das man sich vernünftigerweise nicht allzu sehr kaprizieren sollte.
  6. #1345

    Zitat von fortion Beitrag anzeigen
    Ein Export, den man über Rettungsmilliarden selbst bezahlen muß und der für viele Arbeitnehmer Lohndumping bedeutet ist ein Draufzahlgeschäft, auf das man sich vernünftigerweise nicht allzu sehr kaprizieren sollte.
    Völlig richtig. NUr gebe ich zu bedenken, dass in den Köpfen der deutschen Politik und der Wirtschaftsbosse, der Export in die EU keinen Export darstellt, sondern Binnenwirtschaft darstellt. Der Grössenwahn hat also System, un dman glaubt ungestraft damit durchzukommen. Der Export ist für diese Mischpoke weit unter den im Stabilitätsgesetz festgelegten 50%
  7. #1346

    Zitat von fortion Beitrag anzeigen
    Ein Export, den man über Rettungsmilliarden selbst bezahlen muß und der für viele Arbeitnehmer Lohndumping bedeutet ist ein Draufzahlgeschäft, auf das man sich vernünftigerweise nicht allzu sehr kaprizieren sollte.
    Da haben Sie vollkommen recht, der hohe Export nutzt nur einigen Wenigen, nicht der Breiten Mehrheit. Es gab mal Zeiten in der Republik, dass alle Arbeitnehmer vom Export profitierten, die sind allerdings schon seit mindestens 20 Jahren vorbei.
    Es gab mal Zeiten, z.B. 1994 da verdiente ein im Ausland, z. B. Russland arbeitender Maschinenbauingenieur, 14 x DM 8.020,00 pro Jahr, das Gehalt war Netto, dazu kamen 7,5 % Auslandszulage und
    DM 96,00 Auslösung pro Tag. Damit nicht genug, das damalige Betriebsrentensystem beschert im Heute eine komfortable Zusatzrente und last not least gab es auch noch die Jahresendvergütung, die Anfang der 90er bis zu DM 25.000,00 ausmachte.
    Und Heute?
  8. #1347

    Zitat von exilator Beitrag anzeigen
    Die einzig richtige und wirkungsvollste Steuerung ist und bleibt: anständige Löhne, damit die Menschen konsumieren können. Zugleich ein riesiges Investitionsprogramm für die Unternehmen und ein sprudelnde Steuerquelle für den Staat. Aber e sist halt wie immer: Gier zerfrisst das Hirn und macht aus Menschen Drecksäcke.
    Die Löhne steigen. Allerdings auch alle Möglichen Abgaben.
    Der Staat nimmt immer mehr Steuern und Sozialabgaben ein und kommt dennoch nicht mit dem Geld aus. Der Staat lässt die Reallöhne sinken.
    Und wenn wirklich mal was erwirtschaftet wird, wie gerade bei den Krankenkassen, werden die Bürger dennoch nicht erleichtert.
  9. #1348

    Als Dipl.-Ing. tätig im Bausektor...

    Zitat von exilator Beitrag anzeigen
    ..... 4. In ganz Europa, aber besonders in Deutschland baut sich eine Immoblienkrise auf, die die Ausmasse der amerikanischen Krise erreichen kann...

    Ich will es mal so sagen: We announce that we are selling bananas - saying to customers: sorry we do not have any.

    exilator
    ... würde mich natürlich brennend interessieren wie denn die Deutsche Immobilienkriese die sich scheinbar gerade aufbaut ausschaut?
    Was entfällt mir an meiner täglichen Arbeit, zwischen zwei Ballungszentren in einer Kleinstadt lebend mitten in Deutschland?
    Bitte dringendst um Antwort, Danke!
  10. #1349

    Zitat von enwaja Beitrag anzeigen
    ... würde mich natürlich brennend interessieren wie denn die Deutsche Immobilienkriese die sich scheinbar gerade aufbaut ausschaut?
    Was entfällt mir an meiner täglichen Arbeit, zwischen zwei Ballungszentren in einer Kleinstadt lebend mitten in Deutschland?
    Bitte dringendst um Antwort, Danke!
    Die Immobilienkrisen haben nichts mit der Bauwirtschaft zu tun. Erst im Nachgang. Die Immobilienpreise in D. sind in den letzten 3 Monaten so stark gestiegen, wie in 20 Jahren zuvor nicht zusammen. Und, das macht das ganze noch brisanter: die Bewertungen sind gestiegen trotz 10% Leerstandes etwa bei den Büroimmobilien. Zumindest in diesem Bereich hätten Sie einen Anstieg bemerken müssen, der weit über der Nachfrage liegt.