Nach langem Hin- und Her veröffentlicht die Bundesregierung die offizielle Liste der Empfänger von Agrarsubventionen. Am meisten Geld erhalten danach ausgerechnet Nahrungsmittelkonzerne wie Südzucker oder Campina. Machen solche Subventionen noch Sinn?
Hier eine Möglichkeit, wie dieses Problem gelöst werden könnte:
http://blog.agriculture.ph/harbest-t...roduction.html
Es empfielt sich, genau zwischen den Zeilen zu lesen. Da taucht z.B. die Frage auf, weshalb keine Entwicklungshilfe-Organisationen mit dabei sind?
Da mein philippinischer Schwager Elmer, der auch unseren Betrieb managt, an diesem Seminar teilnimmt, habe ich zusätzliche Insider-Infos:
Da wird an einem ganz großen Rad gedreht. Nicht nur der Supermarkt-Konzern hängt da mit drin, sondern auch alle großen Fastfood-Ketten. Die wollen eine landesweit dezentralisierte, ganzjährige Produktion von Qualitätsgemüse aufziehen und damit horrende Transport- und Lagerkosten sparen.
Das geht nur, wenn die Vertragsfarmer profitabel arbeiten und den neuesten Stand der Technik anwenden. Deshalb sind zu dem Seminar mur Farmer eingeladen worden, die mindestens 5 Hektar Land haben, bereits etwas Erfahrung mit Gemüseanbau verfügen und nicht von der Hand in den Mund leben.
Es werden in 5 Gruppen insgesamt 20 Sorten angepflanzt, und zwar allerneuestes Saatgut, das teilweise noch nicht auf dem Markt ist und neue Anbaumethoden. Es wurden sogar Spezialisten aus dem Ausland eingeflogen. Das Ganze unter ungünstigsten Wetterbedingungen (Regen- und Taifunzeit). Für die Saatgutfirma ist das ein riesiges Experiment unter Echtbedingungen.
Elmer ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Der hat sich etwas Saatgut abgezweigt und führt die gleichen Experimente auf unserer Farm, aber mit unseren Methoden, durch. Das gibt zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten.
Also, da ist nix mit medienwirksamer "Hilfe zur Selbsthilfe" für Kleinstbauern. Derartige Projekte sind bislang fast immer gescheitert. Die Kleinbauern werden später dennoch massiv profitieren, weil die Vertragsfarmer sozusagen Subunternehmer engagieren können. Mit einem derartigen Konzept haben Hilfsorganisationen massive Probleme, um an Spendengelder zu kommen. Es gibt nämlich keine Möglichkeit, Fotos von hungernden Kindern mit traurigen Augen zu machen.
Das Seminar ist übrigens bis Ende August verlängert worden, ich werde das also noch mit eigenen Augen sehen können. Bin schon mal gespannt wie ein Flitzebogen.
MON 810 ist die einzige in Europa zum kommerziellen Anbau zugelassene gentechnisch veränderte Pflanze. In Deutschland ist der Anbau aber seit diesem Jahr verboten.
genehmigte Versuche mit anderen Pflanzen bedeuten nicht, dass diese "zugelassen" sind.
Müssen Sie Ihre Ahnungslosigkeit so deutlich demonstrieren?
Es gibt übrigens ein öffentlich zugängliches Standortregister..
http://www.spiegel.de/politik/auslan...635453,00.html
a) Weltweit entsteht nun Agrarhilfe statt verschiffen von unsubventionierter Hilfsnahrung. Wobei jene ja bisher aus Spendenfonts bezahlt wurde ... also auch subventioniert.
b) Bei Zucker laufen einige Garantieerlöse der EU mit rein. Würden wir (endlich) Zucker zu Bioethanol routinemäßig machen könnte man das alles deutlich transparenter machen.
Wir können nicht mehr alleine auf Zuckerproduktion uns orientieren sondern müssen im Mix arbeiten. Wobei hier auch Schälreste und Blattwerk für Biogasanlagen anzusetzen sind. Und auch die gute alte die Winterrübe mal wieder zu reaktivieren wäre. Es muß nicht nicht immer Gentechnik sein um hoher Erträge an Menge und Euro je Hektar zu erreichen.
Vielleicht sollte man mal klarstellen, dass die Zuckerrübenbauern und die Zuckerindustrie jeweisl 6 Euro/Tonne Zucker Produktionsabgabe IN die EU-Kasse zahlen.
das waren 2007 160 Mio Euro..
Diese Produktionsabgabe wird immer noch bezahlt.. exportsubventionen hingegen keine mehr.
Also sind Vorwürfe gegenüber der Zuckerwirtschaft bezüglich Subventionen reine Hetz- und Neidpropaganda ohne realen Hintergrund.
Das zeigt wie problematisch 'Subventionszahlen' sind.
Bei Zucker lebt die Welt aktuell aus Depots, denn der Bedarf übersteigt die Produktion. Gleichzeitig sind Schwellenländer und vor allem Afrika noch deutlich unterversorgt bei Zucker. 5-10% der Unterernährung kann man Zuckermangel in der Ernährung zuordnen oder ca. 1/4 des Fehlbedarfs in Afrika für minimale existenzerhaltende Ernährung.
Und dann gibts Anti-Subventionsfreaks die am liebsten 10€/ Haushalt und Jahr bei uns einsparen wollen und Agrarweltwettbewerb als Importeur spielen wollen. Gibts eben noch weniger Chancen auf Zucker für die Hungernden.
Wie bei der Milch auch ist es ekelhaft zu erleben wie weltweite Mangelprodukte wg. problematischen Absatzkanälen bei uns angezählt werden.
Da werden edle Reden gegen Hunger gesprochen und dann doch irgendwo lieber am Weltmarkt billig Nahrung geklaut.