Forum: Wirtschaft
Wie kann die Deutsche Bank Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit wiedergewinnen?
Steuerhinterziehung, Geldwäsche - unschöne Vorwürfe und dazu nicht aus der Luft gegriffen, wie die angeordnete Razzia bei der Deutschen Bank dokumentierte. Obendrein wird gegen den Co-Chef Fitschen persönlich ermittelt. Schlechte Zeiten für das renommierte Geldinstitut. Wie kann die Deutsche Bank das Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit wiedergewinnen?
- #1 15.12.2012 11:00 von
Investment Banking vom Kerngeschaeft trennen
und beim Kerngeschaeft wieder die alten Traditionen eines Hausbankers fuer private und Firmenkunden einfuehren.
Imperativ ist es fuer den Fortbestand und das Wohlergehen des Mittelstandskunden zu sorgen.
Basel muss fuer den Firmenmittelstand weg und die alte Tradition des Hausbankers wieder eingefuehrt werden,erst dann wird sich das Gleichgewicht zwischen Export & Import, dem Binnenmarkt und der Exportindustrie wieder herstellen und vieleicht das Bewustsein in Deutschland erfolgreicher veraendern,dass man in einer Bankenunion zwecks Euro auch Verantwortung fuer die ganze Euro Zone uebernommen hat. - #2 15.12.2012 11:25 von
Die Geschichte der Deutschen Bank ist voll von Skandalen und Verbrechen seit es sie gibt. Bis heute haben Nationalismen die Bank geschützt. Aber im Zuge der Globalisierung tritt immer mehr das Bewusstsein zu Tage, dass auch deutsche Drecksäcke halt immer noch Drecksäcke sind.
Ohne eine Bank zu sein: wer würde wohl sein Geld jemandem anvertrauen, der Finanzcasino betreibt, der die Produkte so ausgestaltet, dass die Kunden ihr Geld velieren müssen. Die Deutsche Bank zieht ihr Quentchen eben daraus eine Bank zu sein und Deutsch zu heissen. Ohne das wäre eine Investmentgesellschaft nur ein Torso und die Glaubwürdigkeit wäre völlig weg.
Sie haben recht, dass Banken das Kerngeschäft zu tun haben und weiter nichts. Entstanden ist diese Pervertisierung des bankensystems daraus, dass Leute wie Rotschild Kredite an insolvente Landesherrren gegeben haben ( Sie sehen also: ein alter Trick ), und sich dann, als diese nicht zahlen konnten sich andere Ersatzinstrumente geben liesen. Das Recht Münzen zu schlagen, das Recht Steuern einzuziehen, Exklusivrechte auf Handel etc etc. Zwischen Heute und Damals ist nur ein Unterschied in der Währung zu sehen.
rolli - #3 15.12.2012 11:43 von
Stimmt schon,ist sollte aber Vergangenheit sein....
damals war ja auch der Goldschmied aus Frankfurt dabei,heute Goldsmith,als man den Preussen in Berlin das eigene Geld praegen und einfuehren lehrte und danach mit dem ganzen Goldschatz nach Paris abgehauen ist.
Waere doch ein Grund mehr nur die coolen Briten mit der Einfuehrung des Euro zu beauftragen.Warum hat damals(1978) in Maastricht,keiner auf Baroness Thatcher und ihren Berater Prof. Sir Walters gehoert....(hab leider kein Fragezeichen auf meinem Computer)
Tao - #4 15.12.2012 11:53 von
Ich kann mir nicht helfen,
aber wenn ich Ihre Beiträge lese, dann kommt's mir vor, als ob die Welt sich aufteilt in: ausbeutende Banken und Finanzhaie und in absolute unmündige Vollidioten.
Wenn die Produkte der Banken so ausgestaltet sind, dass Kunden dabei Gekld verlieren, warum werden diese Produkte dann gekauft? Man könnte als Kunde doch einfach "Nein" sagen?
Als ich zur Targo wechselte, habe ich denen gleich gesagt: Keine Beratung bitte. Warum ich gewechselt habe? Weil diese Bank keine Gebühren verlangt.
Ja muss man denn wirklich jede Kaffeefahrt mitmachen und jede überteuerte Heizdecke kaufen?
In Gelddingen vertraue ich keiner Bank, aber ebensowenig vertraue ich Nestle, Unilever, Lidl oder Aldi. Was hat denn Vertrauen mit Banken zu tun?
Ich vertraue meiner Frau, bedingungslos. aber sonst?? Niemandem! - #5 15.12.2012 17:18 von
Was heißt denn hier Vertrauen?
Jeder von uns, der ein Konto bei einer Bank hat, vertraut dieser das darauf befindliche Guthaben an. Dieses grundsätzliche Vertrauen ist sicherlich bei jedem völlig unerschüttert durch die Krisenjahre gekommen.
Jeder, der auch nur halbwegs logisch denken kann, weiß über die Geschäftsprinzipien der Banken Bescheid. Ihr Daseinszweck besteht darin Gebühren zu kassieren, Finanzprodukte zu verkaufen und mehr Zinsen zu verlangen als zu zahlen. Daran konnten schon vor der Krise keine Zweifel bestehen. Man vertraute ihnen nur soweit man musste.
Während der Krise mussten wir Kunden lernen, dass die Banken nicht nur an uns Kunden verdienen; das ist ja soweit in Ordnung; das macht ALDI auch; sondern dass sie uns auch noch bescheißen.
Damit meine ich nicht, dass sie uns um ein paar Bruchteile eines Cent Rundungsdifferenz betrügen, eine Gebühr absichtlich in falscher Höhe berechnen oder im sg. "Kleingedruckten" für uns Kunden ungünstige Klauseln verstecken.
Ich meine auch nicht die Steuerhinterziehungen, die der Deutschen Bank jetzt vorgeworfen werden, und die ja im Prinzip zu Lasten der Allgemeinheit gehen.
Was ich meine, wenn ich die Banken im Bausch und Bogen als Verbrecher bezeichne, ist wie sie über ihre Kunden denken. Das hat ja kürzlich eine interne e- mail aus dem Hause Goldman & Sachs gezeigt, wo die Kunden als Muppets bezeichnet wurden. Wie schön, dass die Firmenleitung diese und ähnliche Begriffe jetzt aus den e- mails herausfiltern läßt. Nötiger wäre das aus den Köpfen der Mitarbeiter herauszufiltern.
Was ich meine ist auch, dass Banken ihren Kunden "Wert"papiere verkauft haben, von denen sie nachweißlich wussten, dass in ihnen hohe Risiken versteckt waren, dass es sich gleichsam um regelrechte Zeitbomben gehandelt hat. Wenn ein Gebrauchtwagenhändler gravierende Mägel an einem Auto verschweigt und der Fahrer damit einen Unfall erleidet, kommt der Betreffende in staatliche Aufsicht - und atmet gesiebte Luft. Die Bänker, die sowas gemacht haben, und zum Teil sogar noch auf den Unfall mit den toxischen Papieren Wetten abgeschlossen haben, ist bis heute nichts passiert.
Was ich meine ist das Kartell der Banken, die untereinander die Leitzinsen (LIBOR) zu ihren Gunsten abgesprochen haben.
"Merkt doch keiner."
Mit solchen Sachen haben die Banken eine ganz andere Art des Vertrauens verspielt als die des normalen Kunden zu ihren eschäftspartnern.
Sie haben das Vertrauen als Institution verspielt.
Sie müssten es also auch als Institution wieder zurückgewinnen.
Dazu gehört mehr als eine Spende an notleidende Kinder in Afrika, Verzicht auf Boni und neue Werbesprüche.
Dazu gehört als erstes, dass man solche Geschäftspraktiken ab jetzt unterläßt.
Dazu gehört, dass man sich öffentlich nicht nur von den Parktiken distanziert, sondern auch von jenen Leuten trennt, die sie zu verantworten hatten. - #6 16.12.2012 10:03 von
Gerade in der Finanzkrise und der Subprimekrise hat sich gezeigt, dass die Banken das ihnen anvertreute Geld verzockt haben. Ich kann also nicht sehen, wie das immer noch Vertrauen nach sich ziehen soll. Sie beziehen sich vermutlich darauf, wie das althergebrachte Bankenbild ist. Dieses Bankenbild ist 30 Jahre überholt. Die Banken tun mit dem Geld der Kunden das, was sie nicht tun dürfen: Sie nehmen es und benutzen es für den Eigenhandel z.B. und wenn man zockt, verliert man halt auch mal. Dann kommt der eigentliche Hammer: Das verzockte Geld führt nicht dazu dass die Bank pleite geht, sondern dazu, dass der Steuerzahler das verzockte Geld und mehr ( Zinsen ) ersetzt.
rolli - #7 16.12.2012 10:42 von
Von selbst schaffen die das nie
Wiedergewinnen von Vertrauen: Dazu gehört im jetzigen Stadium für die Deutsche Bank auch das Akzeptieren einer Razzia. Was tut die Deutsche Bank:
In den Vordergrund wird Herr Fitschen als angegriffene Person, die doch ach so integer ist und Mitleid verdient, geschoben und sich verwahrt gegen das Vorgehen. Man muss vermuten, dass dahinter ein Konzept der PR-Abteilung der Deutschen Bank steht mit der Zielsetzung von den eigentlichen inhaltlichen Vorwürfen abzulenken. Es wäre wünschenswert, dass zumindest die Presse dem Konzept nicht folgt und nicht dazu beiträgt, dass man über die „Schicksalsschläge“ von Herrn Fitschen mehr diskutiert als über die Deutsche Bank Affäre.
Aufschlußreich die Argumentation der Deutschen Bank, die Razzia habe eine „verheerende Wirkung auf das Außenbild des größten deutschen Kreditinstituts“ (Zitat aus der Spiegel 16.12 . Artikel „Fitschen beschwerte sich bei Bouffier über Razzia“). Es ist umgekehrt: ein beschönigender, lockerer Umgang würde einen verheerenden Eindruck auf das Rechtsverständnis der Bundesrepublik werfen, die sich mit allen Mitteln wehren sollte aufgrund des Fehlverhaltens der Deutschen Bank außenpolitischen Schaden zu erleiden und die die innenpolitischen und gesellschaftlichen Folgen eines aus den Fugen geratenen Selbstverständnisses der Deutschen Bank unterbinden sollte. Dieser Gedankengang ist der Deutschen Bank sicher fremd; nur sie zählt ja, das „größte deutsche Kreditinstitut“. Dieses Institut hat soweit die Bodenhaftung verloren, dass das Wiedergewinnen von Vertrauen aus eigener Einsicht nicht erwartet werden darf; die brauchen externe Unterstützung. - #8 16.12.2012 10:50 von
Harter Schnitt
Konsequenz: Schon der Verdacht von Steuerhinterzeihung, die Beihilfe dazu, Geldwäsche, Betrug an Anlegern und Häuslebauern führt zu lebenslangem Berufverbot! Das Vertrauen kann nur durch konsequente und ehrliche Ehrbarbeit wiedergewonnen werden (Kaufmannsehre), sonst wird das nie was!!! - #9 16.12.2012 10:56 von
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