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Biosprit-Boykott: Brüderle beruft Benzin-Gipfel ein

Das vorläufige Einführungsstopp des neuen Biosprits E10 beschäftigt jetzt die Politik: Wirtschaftsminister Brüderle lädt zum Benzin-Gipfel. Er verlangt von der Mineralölwirtschaft Klarheit beim weiteren Vorgehen: "Fakt ist, dass die Verbraucher völlig verunsichert sind."

Biosprit-Boykott: Brüderle beruft Benzin-Gipfel ein - SPIEGEL ONLINE
  1. #2450

    Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Sehr geehrter Herr Goldwin! Nehmen Sie bitte mal unsere gesamte westliche Lebensweise in Ihre Betrachtung! Landwirtschaft und Tierzucht werden nicht aufgrund des möglichen Naturalertrags betrieben sondern zum Zweck der Gewinnerzielung!
    Natürlich! Habe ich etwas anderes behauptet?
    Es geht hier jedoch darum dass einige User behaupten E10 sei allein Schuld am Hunger in der Welt da Nahrungsmittel "verspritet" werden! Wir betreiben aber eben auch andere Sachen um unser "Pool" an Lebensmittel einzuschränken. Das ist nun mal Biolandbau, Fleischverzehr, das Halten von "Spaß"- und Haustieren, Versiegelung von Flächen, Ausweisung von Naturschutzgebieten etc.

    Wenn ich 4 t Biogetreide zum vergleichbaren Gewinn wie ca. 8 t herkömmliches Getreide vermarkten kann, rechnet sich die Sache, zudem benötige ich weniger Pflanzenschutz und mineralische Düngung und habe Gratisfaktoren der Fruchtfolge, die sich im Gesamtertrag über ca. 8 bis 10 Jahre positiv niederschlagen.
    Der "Gratisfakor" Fruchtfolge führt eher zu geringeren Erträgen da ich durch sehr weite Fruchtfolgen auch Kulturen die noch niedrigere Erträge haben anbauen muss und zudem oftmals auch Flächen zur Gründungung für ein Jahr aus der Produktion genommen werden.

    Zudem sind die weltweiten Getreideerträge eher durchschnittlich bei ca. 3,0 bis 4,0 t/ha angesiedelt, denn bei 8 t/ha. Möglich bei optimiertem und intensiven, standortgerechten Anbau wären ca. 10 bis 12 t/ha, d.h. man könnte, wenn überall Landwirtschaft wissenschaftlich auf höchsten Niveau erfolgen würde, die Weltgetreideernte verdreifachen!
    Was ist den das bitte für eine Rechnung? Wenn ich in Deutschland auf Flächen die 7 bis 10 t konventionellen Getreideertrag bringen könnten Bilandbau betreibe und dann nur 4 t ernte dann ist es aber sowas von egal wie hoch der durchschnittliche weltweite Getreideertrag ist!

    Zum Luxus der Tierhaltung: Es ist ein Luxus, der ungemein nützlich ist! Im Gegensatz dazu leistet sich die Menschheit den unnützen Luxus der Rüstung! 1,2 Billionen Euro/a nur für Wertvernichtung! Wir leisten uns 40% der Materiellen Ressourcen und Energie, abgesehen von der Nichtproduktivität von Millionen Menschen im militärischen Sektor zu versenken!
    Wir leisten es uns, weitere Millionen Menschen in der Bürokratie unproduktiv zu verschleißen! Weitere Millionen Menschen bekommen keine Chancen, überhaupt arbeiten zu dürfen, weil das "SYSTEM" sie angeblich nicht braucht!
    Ca. 60% des gegenwärtigen BIP der entwickelten Industriestaaten ist völlig nutzlose Erzeugung von Waren und Dienstleistungen, die im Grunde niemand für ein sinnerfülltes Leben braucht!
    Da kann man lieber Katzen, Hunde und Pferde oder andere Tiere züchten und halten, das ist sinnvoll und stärkt die Psyche! MfG. grauer kater

    Und wieder ein - Entschuldigung - Kindergartenargument! Nur weil etwas anderes noch schlechter ist heißt das doch noch lange nicht dass etwas gut ist? Was ist denn das für eine Logik?
  2. #2451

    der Hammer

    an den Tankstellen: jetzt kostet e10 wie super 1 ist doch wunderbar, jetzt bezahlen wir ausser der Verchwendung der Lebensmitel auch noch dei unsinnige Produktion und Betriebskosten von e10, ist doch klar, dass jetzt gar keiner mehr e10 tankt, der Schwachsinn nennt sich Umweltschutz, was soll man denn dann noch von EE halten, eines Tages kostet KK und grüner Strom dassselbe, oder???
  3. #2452

    Zitat von Goldwin Beitrag anzeigen
    Ic h habe leider keine ZAhlen was die absolute Menge angeht, allerdings betrug der Umsatz an Heimtierfutter im Jahr 2010 rund 3 Mrd Euro. Sprich: es ist es riesiger Markt!
    Wenn man nun bedenkt dass 90% aller Haustier - extrem ausgedrückt - "just for fun" gehalten werden dann ist das einfach eine Verschwendung! Ein Luxus! ...über den sich aber niemand beklagt! Ebenso regt sich keiner darüber auf dass wir auf unseren wertvollen (und knappen Ackerflächen) Biolandbau betreiben. Eine enorme Ressourcenverschwendung!

    Beispiel: Man verfügt über 10 ha Ackerfläche. Auf diesen baut man Getreide mit einem Ertrag von 8 t/ha an. Also werden 80 t Getreide erzeugt. Nun geht man hin und betreibt Biolandbau. Die Erträge hierbei sind etwa halb so hoch! Also erzeugt man auf 10 ha nur 40 to Getreide und jeder freut sich!
    Wenn man nun aber hin geht und die 80 t aus dem konventionellen Anbau nimmt und die Hälfte davon "verspritet" hat man immer noch 40 t Nahrung (wie beim Biolandbau auch) aber jeder regt sich darüber auf dass man Lebensmittel verschwendet!
    Sind wir uns darüber einig, das man wieder eine Ressource verschwendet? Nach dem alten Motto - wieder nichts gelernt und dann auch noch Lebensmittel. Und was mich am meisten aufregt - am Auspuff kommt weiterhin CO² heraus. Wenn wenigstens das was uns also Menschheit jeden Tag um die Ohren haut - hör endlich auf mit der Ressourcenverschwendung und bring endlich deinen CO² Ausstoss runter - E10 eine reelle Lösung wäre - wird als Lösung die Verbrennung von Doppelkorn und Rum in den Tank gegeben. Und E10 ist der Anfang also 10% und in ein Paar Jahren will es die EU den Brasilianern und den USA nachmachen und dann heisst es 85 %. 8 x soviel wie jetzt.
    Dann wird um jeden ha Bodenressource gekämpft - gerade in den Schwellenländern. Hier sind genmanipulierter Mais etc. nicht gerne gesehen - aber den armen Afrikanern wird Land billig abgetrotzt und dann wird dort der Sprit für die Welt erzeugt. Monsanto lässt grüßen.
    Und wo sie jetzt noch meinen - na mit dem Ökosprit wird der Hunger der Welt verschärft ist masslos übertrieben - gebe ich Ihnen mit Einschränkungen recht . Aber es ist erst der Anfang. Monsato verkauft nur einjährige Saat. Die "Ölfirmen Bauern" können jeden Preis bezahlen - aber nicht die Kleinbauern in Schwellenländern - schon jetzt kaum. Und man hat nicht ohne Hintergedanken Saatgut patentieren lassen.
  4. #2453

    Zitat von Hartwig Beitrag anzeigen
    Sind wir uns darüber einig, das man wieder eine Ressource verschwendet?
    Ja, da sind wir uns einig! :-)

    Und E10 ist der Anfang also 10% und in ein Paar Jahren will es die EU den Brasilianern und den USA nachmachen und dann heisst es 85 %. 8 x soviel wie jetzt.
    Dann wird um jeden ha Bodenressource gekämpft - gerade in den Schwellenländern. Hier sind genmanipulierter Mais etc. nicht gerne gesehen - aber den armen Afrikanern wird Land billig abgetrotzt und dann wird dort der Sprit für die Welt erzeugt. Monsanto lässt grüßen.
    bereits jetzt wird um jeden Hektar Land gekämpft! Nur wir europäer haben das noch nicht gerafft und bauen weiter unsere wertvollen Flächen zu und weißen tausende Hektar Naturschutzfläche aus!

    Und wo sie jetzt noch meinen - na mit dem Ökosprit wird der Hunger der Welt verschärft ist masslos übertrieben - gebe ich Ihnen mit Einschränkungen recht . Aber es ist erst der Anfang. Monsato verkauft nur einjährige Saat. Die "Ölfirmen Bauern" können jeden Preis bezahlen - aber nicht die Kleinbauern in Schwellenländern - schon jetzt kaum. Und man hat nicht ohne Hintergedanken Saatgut patentieren lassen.
    Das Argument ist zwar richtig, allerdings hat das nicht nur was mit Gentechnik zu tun. Bereits heute werden Kulturen wie Mais, Raps, teilweise Reis und Getreide als Hybride gezüchtet und können nicht nachgebaut werden (also wird jedes Jahr Saatgut benötigt!)
  5. #2454

    Steilvorlage für Mineralölkonzerne

    Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    E10 kommt mir nicht in den Tank, selbst wenn es nur 10 Cent kosten würde!
    Das ist natürlich eine Steilvorlage für die hiesigen Mineralölkonzerne. Wer ist schon in der komfortablen Lage, sein Produkt zu jedem erdenklichen Preis unter die Leute zu bringen.
    Aber eigentlich muss ich ihnen dankbar sein, da sie und viele andere Autofahrer durch ihre E10 Enthaltung den Preis von E85 stabil halten und ich somit immer schön entspannt mein Auto mit E85 volltanken kann. Würden jetzt alle E10 tanken, die es lt. DAT Liste könnten, wäre sicherlich der E85 Preis höher als jetzt. Mein Dank wird ihnen daher immer hinterher schleichen.
  6. #2455

    Zitat von Hartwig Beitrag anzeigen
    Und E10 ist der Anfang also 10% und in ein Paar Jahren will es die EU den Brasilianern und den USA nachmachen und dann heisst es 85 %. 8 x soviel wie jetzt.
    Bis dahin ist der größte Teil der Ethanolproduktion auf Lignocellulose oder Algen umgestellt, so dass sich die Frage nach den Ackerflächern und der Konkurrenz zu den Nahrungsmitteln nicht mehr stellen wird.
  7. #2456

    Zitat von tom_hwi Beitrag anzeigen
    Das ist natürlich eine Steilvorlage für die hiesigen Mineralölkonzerne. Wer ist schon in der komfortablen Lage, sein Produkt zu jedem erdenklichen Preis unter die Leute zu bringen.
    Aber eigentlich muss ich ihnen dankbar sein, da sie und viele andere Autofahrer durch ihre E10 Enthaltung den Preis von E85 stabil halten und ich somit immer schön entspannt mein Auto mit E85 volltanken kann. Würden jetzt alle E10 tanken, die es lt. DAT Liste könnten, wäre sicherlich der E85 Preis höher als jetzt. Mein Dank wird ihnen daher immer hinterher schleichen.
    Das tue ich doch gerne für Sie! Allerdings ist es eher der Staat, der die Spritpreise mit seiner Mehrfachbesteuerung in enorme Höhen treibt! Bei realer Marktwirtschaft und antimonopolistischer Politik hätten wir vernünftige Treibstoffpreise und auch bessere Antriebssysteme für unsere Autos, die weder zu Lasten der Umwelt noch zu lasten des Regenwaldes oder der Nahrungsmittel betrieben würden!
  8. #2457

    Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Allerdings ist es eher der Staat, der die Spritpreise mit seiner Mehrfachbesteuerung in enorme Höhen treibt! Bei realer Marktwirtschaft und antimonopolistischer Politik hätten wir vernünftige Treibstoffpreise und auch bessere Antriebssysteme für unsere Autos, die weder zu Lasten der Umwelt noch zu lasten des Regenwaldes oder der Nahrungsmittel betrieben würden!
    Tja, die Zocker an den Rohstoffbörsen in New York und London, die nimmersatten Mineralölkonzerne und dann noch die modernen Raubritter aus der Wilhelmstrasse zu Berlin. Nach meinem Dafürhalten zu viele, die beim Benzinpreis abgreifen. Einer von mehreren persönlichen Gründen, dem Mineralöl den Rücken zu kehren und auf E85 umzusatteln. Aber den Lobbyisten der Mineralölbranche ist ziemlich egal, ob es sich um einen ethanolbetriebenen Verbrennungsmotor oder einem Elektromotor handelt. Beide müssen durch die Mineralölkonzerne bekämpft werden, denn in deren Augen ist nur eine mineralölbetriebener Verbrennungsmotor ein guter Motor. Diese Meinung wird derzeit mit großem Erfolg unter die Leute gebracht, wie man an den Absatzzahlen von Super und Superplus trotz Mondpreise eindrucksvoll sehen kann.
  9. #2458

    Verantwortlich

    ist die Regierung, das ist doch klar.

    Wer beschließt denn die Gesetze in Deutschland und denkt nicht nach?

    Diese Wenderegierung ist eine einzige Katastrophe, vom ersten Tag an.

    Alles begann mit dem Du zwischen Seehofer und Westerwelle. ;-)
  10. #2459

    Zucker - Alkohol

    Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Die Weltreserven bei Getreide waren mal ausreichend für ca. 150 bis 200 Tage, so dass irgendwo in den diversen Klimazonen immer eine Ernte zur Verfügung stand, wenn irgendwo Ausfälle kompensiert werden mußten. Derzeit reichen die Vorräte jeweils noch für 30 bis maximal 60 Tage!
    Das kommt davon wenn die Landwirte eben nur die Menschen als Abnehmer haben die träge auf gute oder schlechte Ernten durch Verbrauchsänderung reagieren.

    Daher konnte ja Brasilien erfolgreich den schwankenden Zuckermarkt durch die Co-Produktion mit Ethanol stabilisieren.
    Dass die blöde EU lieber Abwrackprämien für Zuckerrüben-Fabriken zahlt als ebenso Co-Produktion zu Ethanol umsetzte führte mit zur Zuckerpreis-Explosion und damit Mangel an bezahlbaren Zucker in Indien und Afrika.

    Und die OECD / Weltbank sind richtig scharf darauf auch unser EU-Landwirtschaft auf Just-In-Time Fertigung und Lagerung umzustellen ... bis schlechtes Wetter dann auch bei uns zu Hunger führt.


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