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Warum verzichten die Deutschen auf Riester-Förderung?

Der Staat stützt die Riester-Rente mit knapp einer Milliarde Euro jährlich. Dennoch nehmen viele Bürger diese Förderung nicht wahr. Liegt es an den komplizierten Anträgen? Wie ist Ihre Meinung?
  1. #560

    Zitat von chgogolok Beitrag anzeigen
    ... und nach der zu erwartenden Gesamtbelastung für die Versicherung. Das ist eine grundsätzliche Schwäche des Kapitaldeckungsverfahrens. Sieht man sich die Alterung der Gesellschaft an und geht man davon aus, dass in den nächsten 20 - 30 Jahren keine Pest, keine Cholera und kein Krieg ausbrechen, haben wir in einigen Jahren sehr viele Alte und damit Leistungsberechtigte. Vom Standpunkt einer kapitalgedeckten Altersversicherung ist der Eintritt (das Erleben) des Alters nichts weiter als der Eintritt des Schadensfalls mit dann sehr vielen Leistungsempfängern. Von daher lässt sich auch der hohe Renditedruck erklären.

    Ich hatte meine "Riesterrente" mal durchgerechnet und damals das Buch von Prof. Otte gelesen, habe dann meine Riesterversicherung gekündigt und Gold gekauft - 3 Monate vor Ausbruch der Finanzkrise.
    sehe die Schwächen eher beim sogn. Generationsvertrag.

    Alterspyramide ist sicherlich ein Begriff. Zudem ist der
    'Griff in die Kasse' durch Politiker unerträglich.
    Die derzeitige Rente lebt deshalb nur noch von der Hand
    in den Mund und das Auszahlungsniveau befindet sich
    längst nur noch auf Sozialhilfeniveau.
    Beim derzeitigen Zustand sind Pest, Cholera und Krieg
    mindestens genausso gefährdet im Generationsvertragsmodel,
    den wer soll den benötigten Cashflow dann noch erwirtschaften.
  2. #561

    Zitat von syramon Beitrag anzeigen
    sehe die Schwächen eher beim sogn. Generationsvertrag.

    Alterspyramide ist sicherlich ein Begriff. Zudem ist der
    'Griff in die Kasse' durch Politiker unerträglich.
    Die derzeitige Rente lebt deshalb nur noch von der Hand
    in den Mund und das Auszahlungsniveau befindet sich
    längst nur noch auf Sozialhilfeniveau.
    Beim derzeitigen Zustand sind Pest, Cholera und Krieg
    mindestens genausso gefährdet im Generationsvertragsmodel,
    den wer soll den benötigten Cashflow dann noch erwirtschaften.
    Aber sobald die Rentenkasse einen geringen Überschuss "erwirtschaftet", wird der Beitragssatz gesenkt, statt damit den Anfang in eine kapitalgedeckte Rente zu machen. Von den 5 €, die jetzt zusätzlich an die Arbeitnehmer gehen, wird die Konjunktur sicherlich nicht beflügelt.

    Und was die Riester-Rente angeht: Die Stiftung Warentest kommt zu einem weniger schmeichelhaften Ergebnis. Vielleicht erschreckt das die potenziellen Kunden ein wenig..
  3. #562

    Zitat von master_class Beitrag anzeigen
    Aber sobald die Rentenkasse einen geringen Überschuss "erwirtschaftet", wird der Beitragssatz gesenkt, statt damit den Anfang in eine kapitalgedeckte Rente zu machen. Von den 5 €, die jetzt zusätzlich an die Arbeitnehmer gehen, wird die Konjunktur sicherlich nicht beflügelt.

    Und was die Riester-Rente angeht: Die Stiftung Warentest kommt zu einem weniger schmeichelhaften Ergebnis. Vielleicht erschreckt das die potenziellen Kunden ein wenig..
    Die Leute sind ja nicht doof. Wer bezahlt denn die Riesterrente?
    1. Die Beitragszahler
    2. Die Steuerzahler
    und Beitragszahler sind auch Steuerzahler. Sie bezahlen also ihre Zusatz Rente selber. Hinzu kommt, dass bei eienr Inflation von 2% nach 40 Jahren bereits 80% der Zusatzrente aufgefressen sind.
  4. #563

    Zitat von syramon Beitrag anzeigen
    sehe die Schwächen eher beim sogn. Generationsvertrag.

    Alterspyramide ist sicherlich ein Begriff. ....
    Die Produktivität steigt schneller als die Anzahl der Alten. Und alleine das entscheidet.
  5. #564

    gut verstehen

    Auf eine in Zukunft zuverlässig steigende deutsche Produktivität zu hoffen, halte ich für ganz schön mutig. Ich sehe nicht, wie man in der Lage wäre, unsere derzeit hochproduktiven Arbeitnehmer beim Übertritt in den Ruhestand durch ebenso leistungsfähige "Nachrücker" zu ersetzen, angesichts nicht ausbildungsfähiger Schulabgänger (25% eines Jahrgangs), Unmengen von "Lebenskünstlern", hunderttausender Akademiker mit exotischen Studienfächern und Millionen von Zuwanderern, die völlig unqualifiziert für eine Hightech-Industrie sind. Und alle (alle!) erwarten eine auskömmliche Altersversorgung.

    Angesichts der obigen Aussichten wird unsere Altersversorgung immer wackliger. Dies trifft die gesetzliche Rente (das Umlageverfahren), und natürlich ebenso die Beamtenversorgung aus Steuermitteln. Als Ausweg betrachtet man die private Zusatzrente, also auch die Riesterrente, die der Bevölkerung über die staatliche Förderung schmackhaft gemacht wird. Man will über Staatsanleihen, Bankschuldverschreibungen und in- und ausländische Industrieunternehmen unseren Riesterrentnern in einigen Jahrzehnten Zusatzrenten verschaffen. Dies steht genauso in den Sternen wie die Erträge aus allen anderen Rentensystemen.

    Die staatliche Riesterförderung argumentiert mit einem Trick. Die jährliche Förderung wird immer öffentlich dargestellt relativ zu den jährlichen Einzahlungen des Versicherten. Das klingt zunächst sehr attraktiv. Bei jahrzehntelangen Einzahlungen kommen aber beträchtliche Ansparvermögen zusammen, und hier spielt dann die Verzinsung des Kapitals die entscheidende Rolle, die 150 Euro jährliche Riesterzulage sind dann nur noch "Peanuts". Angesichts der Renditen von Lebensversicherungen, Sparanlagen sowie Aktien- und Rentenfonds, die unter realistischer Einrechnung der Inflation (und trotz Förderung) meist eher negativ sind, kann man gut verstehen, dass sich zukünftige Rentner nicht jahrzehntelang finanziell binden wollen.

    Was ist das für eine Altersvorsorge, wenn man praktisch nicht in der Lage ist, sein verzinstes eingezahltes Kapital wieder zurückzuerhalten, es sei denn, man erreicht ein Methusalem-Alter.
  6. #565

    Bonus verzichten ? Ich lache mal kurz.

    Ist doch klar, warum man angeblich verzichtet.

    Ich werde doch nicht zum Handlanger der Banken und dem Staat. Das bin ich doch schon so od. so.
    Wenn ich arbeitslos bin, ins Rentenalter komme, bekomme ich eine MIndestrente. von ca. 600-700 €. Jetzt bekomme ich, sagen wir mal 150 € vom Staat auf diesen Betrag drauf. Dann wird mir dieser Betrag von der Rente abgezogen.
    Im Gegenzug, habe ich aber über Jahre hinweg einen Betrag X von meinem Lohn, bzw. vom Hartz IV Betrag vom Mund abgespart, bekomme aber nur 1x einen Bonus am Ende vom Jahr vom Staat.
    Die Rechnung geht doch nie auf.
    Ich gebe dem Staat ständig Geld, womit er Zins u. Zinseszins verdient. Ich bekomme 1x im Jahr einen Bonus gut geschrieben. Bin ich nachher in Rente, bekomme ich das, was mir jeden Monat von meinem Riesterkonto ausgezahlt wird, auf jeden Fall von meiner Rente abgezogen. Auch wenn ich brav arbeiten gegangen bin. Der Staat macht ein bomben Geschäft. Noch eine Möglichkeit, dem Steuerzahler noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Schön versteckt, u. gedeckelt mit einer Jahresprämie, in lächerlicher Höhe.
    Die Banken sind damals zu Handlangern des Staates geworden. Ich werde das natürlich nicht mit unterstützen.

    Mann, gebt das Geld jetzt aus, gönnt Euch was von dem Geld, was Ihr monatlich ständig dem Staat in den Rachen werft, u. nie mehr wieder seht.
    Was ist denn mit dem Geld, wenn man verstoirbt? Denn vererben kann man das nicht.
    Denkt alle mal darüber nach.
  7. #566

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Staat stützt die Riester-Rente mit knapp einer Milliarde Euro jährlich. Dennoch nehmen viele Bürger diese Förderung nicht wahr. Liegt es an den komplizierten Anträgen? Wie ist Ihre Meinung?
    Es liegt an den Erfahrungen, welche die Deutschen mit ihrem Sozialstaat haben. Sie glauben einfach nicht, dass Vorsorge belohnt wird, sondern das am Ende der Staat über Steuern und Sozialversicherungen alles wieder nivelliert.

    So ist jedenfalls die Meinung der Meisten, mit denen ich gesprochen habe."Ach, dann gibt es sowieso die Einheitsrente." ist die Aussage.
  8. #567

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Auf eine in Zukunft zuverlässig steigende deutsche Produktivität zu hoffen, halte ich für ganz schön mutig. Ich sehe nicht, wie man in der Lage wäre, unsere derzeit hochproduktiven Arbeitnehmer beim Übertritt in den Ruhestand durch ebenso leistungsfähige "Nachrücker" zu ersetzen, angesichts nicht ausbildungsfähiger Schulabgänger (25% eines Jahrgangs), Unmengen von "Lebenskünstlern", hunderttausender Akademiker mit exotischen Studienfächern und Millionen von Zuwanderern, die völlig unqualifiziert für eine Hightech-Industrie sind. Und alle (alle!) erwarten eine auskömmliche Altersversorgung.
    ...
    Was ist das für eine Altersvorsorge, wenn man praktisch nicht in der Lage ist, sein verzinstes eingezahltes Kapital wieder zurückzuerhalten, es sei denn, man erreicht ein Methusalem-Alter.
    Sie strotzen vor Negativismus und operieren mit den hinlänglich als verkommen und verlogen bekannten Argumenten deutscher Politiker. Sie könnten dieser Rösler oder dieser Altmann sein. Menschen, die keiner mehr hören und lesen kann, weil alles völlig falsch ist und nur einem Zweck sient: Der Angstmache. Dann aber schwenken Sie um und sagen viele richtige Dinge. Ich finde, Sie sollten sich entscheiden, ob Sie als Angstmacher oder Aufklärer hier erscheinen wollen.
    exilator
  9. #568

    kompliziert

    Riester, Rürup, wie auch immer, alles viel zu kompliziert und von Burokraten erfunden, die möglicherweise auf dem Mond leben und täglich eingeflogen werden. Was der kleine Mann oder auch der Selbstständige brauchen, das haben diese abgehobenen Herren doch überhaupt nicht auf dem Radar.

    Eine Versicherung, die sich auf meine geleisteten Steuern aus wirkt, ohne mindest und maximal-Grenzen, die ich heute noch gar nicht abschätzen kann, wäre interessantl, aber so etwas gibt es nicht. deswegen ist jede andere Form der Altersvorsorge vor zu ziehen.
  10. #569

    der mündige Bürger ?

    Wie bei sovielen Projekten in der Vergangenheit besteht wieder der Verdacht ,das hier eingesparte Steuern zuerst mal den Banken und Versicherern zugeschoben werden sollen.
    Für jeden Vertrag kassieren diese erst mal eine saftige Provision , wieviel wir dann später von unserer Zusatzrente erhalten wird sich aber erst herausstellen !
    Warum darf nicht jeder Bürger vom unversteuerten Einkommen Geld auf ein Konto einzahlen , und von diesem aus Geldgeschäfte wie Aktienkauf ,Staatsanleihen etc. machen.
    Die Banken hätten dann nur die Aufgabe sicher zu stellen das diese Gelder nicht vor dem 65 J privat verbraucht werden und könnten hierfür eine Gebühr verlangen.
    Oder ist der Bürger hierzu nicht mündig genug ?


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