Die ökonomische Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland vergrößert sich wieder. Was ist nach der Wiedervereinigung schief gelaufen?
Ja gut, Sie drehen an den Koordinaten. Deswegen eine Gedächtnisstütze aus dem von Ihnen zitierten SZ-Aufsatz: Es ging um die Nacht des 9. November 1989, als die Grenzsoldaten die Übergangsstellen öffneten. Da gab es keine "Flüchtlinge" mehr, sondern Besucher nach Westberlin. Ich bitte Sie doch, das zur Kenntnis zu nehmen.
burla: Als ich 1965 "rübermachte", war mein Bruder Hundestaffelführer an der innerdeutschen Grenze in Thüringen. Und er erzählte mir später, wie es möglich war, dass - eigentlich ganz normale und anständige - DDR-Grenzsoldaten dazu fähig waren, andere Menschen zu töten:
Die dafür von der Stasi beauftragten Offiziere taten alles, damit KEIN Vertrauensverhältnis unter den Soldaten entstand; gegenseitiges Misstrauen war gewollt - und niemand wusste, wer der Stasi bzw. den Vorgesetzten darüber berichtete, ob womöglich ein anderer mit dem Gedanken spielte, in den Westen "rüberzumachen" - weshalb die Streifen in den grenznahen Bereichen immer wieder neu zusammengestellt wurden. Mein Bruder - kurz vor der Wende gestorben - erzählte mir jedoch auch, dass es viele Grenzer gab, die KEINE gezielten Schüsse auf Flüchtlinge abgaben - aber es gab eben auch die anderen, die diesbez. KEINE Skrupel hatten. Doch es sind selbstverständlich die "Schreibtischtäter" wie Krenz, die das alles zu verantworten hatten - und diese Tatsache nach der Wende auf widerlichste Art und Weise leugneten. Solche Typen gehörten eigentlich "lebenslänglich hinter Gitter" - aber stattdessen nutzten sie ihr Insider-Wissen, um sich nach der Wende zu bereichern. Da kann einem nur das große Kot... kommen ...
PS: Nach meiner "Flucht" in den Westen hatten übrigens fast alle meine Verwandten unter sowas wie "Sippenhaft" zu leiden: Meine Mutter wurde danach Bürgermeisterin in einer KLEINEREN Thüringer Stadt; meine Schwester, vorher Krankenschwester in einem Berliner Bonzen-Krankenhaus, wurde in eine betriebliche Poliklinik "strafversetzt"; mein Halbbruder, vorher als diplomierter Schiffsbau-Ingenieur auf der Warnow-Werft in Rostock in den Bau von Kriegsschiffen für die Russen involviert, durfte danach nur noch nichtmilitärische Schiffe (mit-)bauen - und mein Bruder, der Grenzsoldat, wurde wieder Maurer und zuletzt Steinmetz. Er fehlt mir ...
Es geht um Krenz und sein Zombi-Kollektiv.Sie weichen auf die Grenzöffnung aus.Googeln Sie doch mal unter Krenz.Andere Zeitungen berichten ausführlicher über dieses unwirkliche Treffen dieser senilen alten Männer.Sogar Gorbatschow wurde verflucht.Der Lichtblick in dieser Geschichte ist der Bürgermeister des Veranstaltungsortes.
Sie können es drehen wie Sie wollen,die Geschichte ist ekelhaft.
So,und jetzt muß ich Fischsuppe kochen.