EE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
So lange sie Mittel und Wege finden politische Entscheidungsträger zu verwöhnen, wird ihnen die Kontrolle nicht entgleiten. Man muss sie nur in Beiräten einbinden und kann sie so mit verhältnismäßig geringen Beträgen, wie 3100,- € im Jahr, gewogen halten. Erwartet man mehr von den Begünstigten, offeriert man Aufsichtsratssitze in Töchtern, das ist nicht so auffällig wie bei der Konzernmutter selber, oder auch berufliche Perspektiven.
Grundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann.
Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht, wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
Dafür spricht einiges, doch in der Praxis nicht in allen Fällen machbar. Schließlich wurden auch ausländische Staastunternehmen eingeladen, sich in Deutschland dumm und dämlich zu verdienen.
Frankreich mit 45,01% an der EnBW
Schweden mit 100% an Vattenfall
Das gibt einen internationalen Scherbenhaufen, wenn man versucht ihnen diese Pfründe wieder zu entreißen.
Da das Überleben dieses Staates und das Wohlergehen seiner Bürger nicht unwesentlich von der Energieversorgung und der Infrastruktur abhängt, kann man da durchaus teilweise zustimmen. Ich denke dabei weniger an eine Verstaatlichung der Energieanbieter, sondern an eine Rückführung des Netzes an den Staat. Schließlich gehören dem auch die Straßen, aber nicht die Autos, die drauf fahren. Das Netz gehört in die Hände der Bürger, wenn deren Dasein so stark davon abhängt. Zudem wäre eine Zerschlagung des Energiekartells sehr sinnvoll. Dann würde echte Marktwirtschaft aufkommen und die Anbieter hätten um die Stromkunden in einen Wettbewerb zu treten. Der Staat hat dafür die Aufgabe, ein Netzentgelt von den Anbietern zu verlangen, das die Kosten des Unterhalts und der Erweitung und Verbesserung voll deckt. Hier könnte der Staat evtl. auf Gewinne verzichten. Von den Anbietern sind gleichzeitig Müllgebühren zu verlangen, die ebenfalls eine kostendeckende Müllentsorgung garantieren. Natürlich werden die Kosten dieser Müllentsorgung auf den Strompreis drauf geschlagen werden, aber im Gegenzug könnte man dann das EEG abschaffen. Dann nämlich, wenn der Staat keine Kosten mehr für Kohle- und Atomförderung übernimmt, werden viele alternative Anbieter voll wettbewerbsfähig. Aber dass es nie so weit kommen wird, dafür wird die Atomlobby schon sorgen. Da genügt ein einziger Blick in die Liste der Aufsichtsratsposten der Pünktchenpartei.
... wird die Revolution zu verhindern wissen. Solange unsere Politiker in den Aufsichtsräten sitzen, werden alternative effektive Methoden der Sicherung der Energieversorgung die Monopole vielleicht um ein paar cent € bringen, aber nichts wirklich ändern.
Bestes Beispiel ist die sofortige Lostretung der Debatte um die Aufhebung der Förderung des 1000-Dächer Programms, weil dies tatsächlich bei weiter Verbreitung zu finanziellen Einbußen bei E-on und Konsorten führen könnte.