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Überwachung und Ausbeutung bei Aldi – ein zu hoher Preis für billige Waren?

Die Deutschen lieben's billig, zumindest bei Lebensmitteln. Und Aldi ist nach Überzeugung der meisten nicht nur unschlagbar günstig, sondern sogar qualitativ gut. Und das auch zunehmend im Non-Food-Bereich. Für viele Angestellte sieht die Sache allerdings anders aus - sie werden überwacht und nur schlecht bezahlt. Alles egal, Hauptsache niedrige Preise für die Kunden? Oder ein zu hoher Preis für billige Waren?
  1. #50

    Zitat von tailspin Beitrag anzeigen
    Ich weiss nicht, was Aldi intern fuer Schweinereien macht. Ich hoffe, es haelt sich in Grenzen. Ich mag Aldi trotzdem Aldi hilft mir, in dieser Hochpreis Republik zu ueberleben, und uebt daher eine glasklare soziale Fuinktion aus. Aehnlich wie Walmart in den USA, nur viel kleiner. Andere denken wohl genau so, wenn man die Schlangen von den Kassen als Kriterium nimmt.
    Wenn man etwas über den Tellerrand blickt scheint es doch fraglich ob Giganten wie Aldi und Kollegen eine "soziale Funktion" innehaben. Der Erfolg dieser Firmen führt zu großem Preisdruck auf die Erzeuger, was wiederum zu deutlichen Effektivitäts- und Produktivitätssteigerungen führt. Auf den ersten Blick ein echter Fortschritt: es wird mehr mit weniger Einsatz produziert. Auf der anderen Seite werden auf diese Weise Menschen aus der Produktion hinausrationalisiert und die Kostenfrage wird der bestimmende Faktor der Ernährung einer ganzen Bevölkerung. Die enorme Spezialisierung und Automatisierung der Produktion ist zudem anfällig für Störungen, bzw. wirken sich sich deutlich stärker aus.
    In einem reichen Land wie unserem sollte man sich die Frage stellen ob wir nicht besser daran täten, Lebensmittelproduktion zu dezentralisieren und sie bewusst "ineffizienter" zu betreiben. Das würde hohe Preise nach sich ziehen, aber wiederum auch mehr Menschen Arbeit geben. Zugleich würde Vielfalt (Sorten, Saatgut, Tier-Rassen, etc) gepflegt und, in der Breite, die Qualität gesteigert werden (können).
  2. #51

    Ich kaufe nicht (mehr) bei Aldi. Grund ist weniger die soziale Komponente (wenn einer Milliarden verdient, muss die jemand anderer irgendwie bezahlen). Grund ist die durchgehend schlechte Laune der Angestellten. Man kann es nicht einschätzen aber das Verkaufspersonal bei Vollsortimentern ist einfach freundlicher. Ich denke daher, dass die besser behandelt werden.
  3. #52

    Ausbeutung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Deutschen lieben's billig, zumindest bei Lebensmitteln. Und Aldi ist nach Überzeugung der meisten nicht nur unschlagbar günstig, sondern sogar qualitativ gut. Und das auch zunehmend im Non-Food-Bereich. Für viele Angestellte sieht die Sache allerdings anders aus - sie werden überwacht und nur schlecht bezahlt. Alles egal, Hauptsache niedrige Preise für die Kunden? Oder ein zu hoher Preis für billige Waren?
    Das war einmal.
    Gehns mal auf Aldi-sued.de -> Arbeitswelt.
    da gibt es z.B. ein Oranigramm über die ach so "geheime" Organisation.
    So verschwiegen ist Aldi doch garnicht.

    Schauts Euch mal die Stundenlöhne bei den ausgehängten Stellenanzeigen an....

    Als ich mal versehentlich eine Stunde zu früh zu Aldi wollte, stellte ich erstaunt fest, daß die Angestellten erst so 15-20 Minuten vor Ladenöffnung ankamen.

    Nicht alle Mitarbeiter sind bis nach Ladenschluß tätig.
    Die Arbeitszeiten scheinen da flexibel gehandhabt zu werden.

    Mein Gott, die gut sichtbaren Überwachungskameras nicht bur bei Aldi, sondern auch bei der Tanke, muß inzwischen jeder kennen.
    Auch muß inzwischen jeder stolze Besitzer einer ec-Karte wissen, daß man die PIN-Eingabe immer mit einer Hand verdeckt.
    Außerdem ist das Eingabeterminal an drei Seiten verblendet.
    Was soll also dieser Aufreger?

    Das mit den Kundinnen-Videos ist sicher nicht dem Aldi-System anzulasten, sondern dem individuellen Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter.
    Also was soll wieder dieser Aufreger? Aldi soll schuld sein?

    Seit Jahren sind unterschiedlichste Aldi-Produkte bei Qualitätstests auf den vordersten Plätzen.
    Auch das Qualitätsthema ist durch.

    Und der Anspruch weniger Selbstreparaturfreaks auf Ersatzteil-Lieferung für Cent-Material ist derart abwegig, daß man darüber kein Wort mehr verlieren muß als das:
    Da hat wieder einer keine Ahnung von Betriebswirtschaft.

    Aldi hat einfach ein nahezu unschlagbares Geschäftskonzept entwickelt:
    Leute, Aldi hat bei den Herstellern durchgesetzt, daß der Barcode auf allen Seiten gedruckt wird.
    Dann geht mal zu REWE und anderen und vergleicht, wie die Ärmsten dort verzweifelt den Barcode suchen -HamjeHämjeHämje, wo isser denn gleich, während der Aldi-MA die Waren einfach nur durchzieht und dabei noch ein Schwätzchen mit dem Kunden halten kann.
    Man kann auch leicht erkennen, wie konzentriert und trainiert das Kassenpersonal bei Aldi ist, im Gegensatz zu den "Amateuren" bei anderen Händlern.

    Und wo die Konkurrenz noch in Kladden nach dem Preis suchen muß,
    muß bei Aldi höchsten noch eine aufgedruckte Nummer eingegeben werden.
    Na, wo also wird der Kunde besser bedient?
    Ja klar, bei Aldi.
    Auch das ist das "Prinzip Aldi".
    Diskussion darüber? Fehlanzeige.

    Über mangelnde Kulanz kann ich nicht klagen, der Rückgabeprozess ist derart einfach gehalten, auch da muß die Konkurrenz einfach nur staunen.

    Ich finde, Herr Jauch war schlecht vorbereitet und hat das Thema verfehlt:
    Es ging um das "Prinzip Aldi", und da wurden zu viele persönliche Animositäten ausgetauscht.
    Und mit der Einschränkung "billig um jeden Preis?" hat er sich selbst eingeschränkt.
    Schwacher "Journalismus".
  4. #53

    Chefs werden reicher, Albrechts sind die reichsten Deutschen, auch wenn einer nicht mehr lebt, und das Personal wird geknechtet. Herr Winterkorn von VW bekommt das höchste Gehalt, VW macht Milliarden Gewinn ein Großteil der Mitarbeiter sind Zeitarbeiter, schlechter bezahlt, abzüglich dem Anteil für die Sklavenhändler, ähnliches bei Mercedes, 29 Millionen Rente für Zetsche...irgendetwas läuft doch aus dem Ruder.
  5. #54

    Die Zahlen

    Zitat von djchrisi Beitrag anzeigen
    Das ist meiner Meinung nach eine nicht saubere Schlussfolgerung. Alles was die Zahlen aussagen ist der Preis.
    Wie kommen Sie darauf, ein höheres Qualitätsbewusstsein zu interpretieren?
    Gibt es da eine gute Studie zu die nicht auf Bauchgefühl basiert?
    Bitte nicht missverstehen, ich habe ein ähnliches Gefühl wie Sie, halte aber von Pauschalen Aussagen nichts.
    stammen aus einer Studie, aus meiner Erinnerung, ich glaube von 2010. Ich werde versuchen diese zu finden.
    Es ist aber nicht verwunderlich, wenn man mehr auf Qualität wert legt. Wenn sie z.B. in Köln auf den Grossmarkt gehen und gute Landprodukte kaufen, Fleisch, Geflügel, Käse, sind die Preise deutlich höher. Ich behaupte den höheren Wert, mindestens im Geschmack, stellen sie auch beim essen fest. Aber in der Gastronomie, als Koch oder interessierten Privatmann/Frau auch schon beim ansehen des Produktes, dem anfassen und der Verarbeitung.
    Es ergibt sich schon allein aus der Zeit, die nötig ist um ein "Produkt" natürlich wachsen zu lassen, mit Sorgfalt zu behandeln, einen höheren Preis. Zudem sind diese Produkte auch dadurch keine "Massenware" und spiegelt sich auch im Preis wieder.
    Es besteht also schon ein Zusammenhang zwischen Qualitätsanspruch an Lebensmittel und dem dafür ausgegebenen Geld.
    Gerade bei Produkten wie Fleisch, Fisch, Geflügel schlägt sich Qualität sehr im Preis nieder, weil der Grundpreis für Massenware schon sehr hoch ist. Während sie vielleicht für sehr gute Butter 30-50% mehr zahlen müssen, kommen sie bei diesen Produkten kaum unter 80-200% Aufschlag.
  6. #55

    ich denke wir haben hier ein ganz anderes Problem in unserer Gesellschaft. In den letzten Jahren haben wir durch verscheidene Einflüsse (Computer, Medien usw.) "gelernt", dass wenn man viel arbeitet, die Arbeit weniger wird und/oder man mehr Geld verdient. Die wirklichkeit gerade wenn man mit Massenkunden zu tun hat sieht anders aus, man ist im Stress alle Kunden zufrieden zu stellen, man muss viele Nebenaufgaben erfüllen, der Druck von der Führung ist stets präsent. Und zwangsläufig fühlt sich der Mitarbeiter, obwohl die Grund-Arbeit nicht unbedingt viel abverlangt, überfordert, fühlt sich ausgelaugt und das Geld was man verdient entspricht nicht der Arbeitsleistung. Man wird unzufriedener und dadruch das die Führungskräfte kaum Annerkennung geben, fühlt der Mitarbeiter sich noch mehr als Sklave. Denn er hat doch gelernt, z.B. Computerspiele, dass wenn man mehr leistet der Erfolg kommt.
    Das Massenkundengeschäft ist eine stressige angelegenheit und dazu beitragen tun nicht die Führungskräfte alleine, sondern auch wir als Kunden die keine Rücksicht auf den Menschen nehmen.
  7. #56

    Auch darüber kein Wort bei Jauch:

    Und wieso erhebt alle Welt den Anspruch auf Offenlegung von Interna?
    Aldi ist keine AG.

    Und die Bilanzen der GmbH'en sind gesetzlich offenzulegen und für jedermann im Bundesanzeiger einsehbar.
    z.B.:
    [QUOTE]
    ...Die Nettoumsatzerlöse der Gesellschaft sind im letzten Geschäftsjahr um € 14,8 Mio. auf € 405,6 Mio. gestiegen.
    ...erhöhte sich der Jahresüberschuss der Gesellschaft im Jahre 2010 um 11,1 % auf € 16,8 Mio.
    ...Am Bilanzstichtag betrug der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme 39,1 % (Vorjahr: 39,5 %).
    ...Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Gesellschaft 134 Auszubildende, was einer überdurchschnittlich hohen Ausbildungsquote von 14,3 % entspricht.
    ...
    11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
    19.646.500,08 17.500.523,51
    12. Außerordentliche Aufwendungen/ Außerordentliches Ergebnis 24.000,00 0,00
    13. Steuern vom Ertrag 2.648.325,68 2.100.072,13
    14. Sonstige Steuern 135.091,80 2.807.417,48 240.546,68
    15. Jahresüberschuss 16.839.082,60 15.159.904,70
    ...
    /[QUOTE]

    Aber Lästern und Jammern aus Unwissenheit und Uninformiertheit ist ja soooo viel einfacher.

    Ich habe selten eine so klare Bilanz bei GmbH'en gesehen.
  8. #57

    ..

    Zitat von d.nix Beitrag anzeigen
    Seine regelmäßig aggressiven Reaktionen darauf und seine Praxis, das lieber durch Prozeßhanselei als durch Klärung in der Sache zu beantworten, spricht für sich.
    Er hat deutlich gesagt, es gäbe ein Gerichtsurteil, dass die Bild ihn nicht als Stasi-IM bezeichnen darf.
    Wollen Sie sich jetzt, ohne Sachkenntnis, über das Urteil erheben?
    Klar regt der sich über Jauch auf.
  9. #58

    Schlecker lässt grüssen

    Zitat von tobmal Beitrag anzeigen
    Mein subjektiver Eindruck ist, dass es den MA bei Aldi besser geht als bei anderen Einzelhändlern.
    Von daher empfinde ich das Titelthema momentan als sehr "aufgebauscht". Mal sehen was der Leitartikel dann tatsächlich hergibt.
    Die Diskussion gab's doch schon einmal: Wie schrecklich doch die Zustände beo Schlecker wären, und, und, und ...

    Aber wenn der Laden dann zu macht jammern alle wie gut die Arbeitsplätze ünd wie glücklich die "Sclecker-Frauen" doch waren und am besten sollte der ganze Betrieb mit staatlicher Unterstützung weitergeführt werden.
  10. #59

    Es ist erschreckend...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Deutschen lieben's billig, zumindest bei Lebensmitteln. Und Aldi ist nach Überzeugung der meisten nicht nur unschlagbar günstig, sondern sogar qualitativ gut. Und das auch zunehmend im Non-Food-Bereich. Für viele Angestellte sieht die Sache allerdings anders aus - sie werden überwacht und nur schlecht bezahlt. Alles egal, Hauptsache niedrige Preise für die Kunden? Oder ein zu hoher Preis für billige Waren?
    ...wie sehr der Stern-TV-Journalismus nun Einzug im Ersten gehalten hat. Selten eine so schlechte Sendung gesehen.

    Da wird jemand eingeladen, der seit 27 (!) Jahren - das ist mehr als eine Generation - nicht mehr bei Aldi Nord ist. Da wird ein Herr Bosbach eingeladen, weil er ja mal einen Supermarkt geführt hat. Dann gibt es da noch einen Berufslobbyisten.
    Auf der anderen Seite der Walraff, der - oh, eine Zuschauerfrage - zum Thema Stasi gefragt wird. Lächerlich! Lediglich die Spiegel Journalistin konnte überzeugen, der Mitarbeiter von Aldi Süd konnte ja nun auch nicht viel zur Diskussion beitragen.
    So blieb es bei einer flachen Diskussion mit vielen Vermutungen. Lediglich eines wurde bestätigt: Aldi ist längst nicht mehr der günstigste Anbieter und wohl auch nicht mehr der erfolgreichste Discounter.








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