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Überwachung und Ausbeutung bei Aldi – ein zu hoher Preis für billige Waren?

Die Deutschen lieben's billig, zumindest bei Lebensmitteln. Und Aldi ist nach Überzeugung der meisten nicht nur unschlagbar günstig, sondern sogar qualitativ gut. Und das auch zunehmend im Non-Food-Bereich. Für viele Angestellte sieht die Sache allerdings anders aus - sie werden überwacht und nur schlecht bezahlt. Alles egal, Hauptsache niedrige Preise für die Kunden? Oder ein zu hoher Preis für billige Waren?
  1. #100

    Wenn ein Vulkan ausbricht, ein Flugzeug abstürzt oder ein Militärputsch in einem etwas bedeutenderen Land stattfindet, dann ist es verständlich, wenn alle Medien die gleichen Meldungen bringen.
    Dass aber einige eher vage Berichte über zweifellos unschöne Verhaltensweisen einiger weniger und national vermutlich ziemlich unbedeutende ALDI-Filialleiter dasselbe bewirkrn können, lässt mich fast zur Verschwörungstheoretikerin mutieren.
    Wer hat diesen mächtigen Einfluss?

    Zuerst dachte ich, es müsse ein Feind der ALDI-Brüder sein aber nach Genuss der Jauch-Sendung gestern könnte auch der Verdacht aufkömmen, es handele sich um eine geschickt platzierte Dauer-Werbesendung auf allen Kanälen.

    Denn: der ALDI-Konzern kam ziemlich gut dabei weg. Oder haben es die sehr bemüht wirkenden Gegengifter nur nicht geschafft, die sehr souverän und sympathisch daherkommende ALDI- bzw. Handel-seite auch nur leicht anzukratzen?
    Einen "ehemaligen" ausgraben zu müssen, der vor sage und schreibe 27 jahren irgendwie nur vage benannte Probleme mit seinem damakigen Arbeitgeber hatte - ist das passiert, weilsich niemand aktuelleres gefunden hat? Oder auch niemand mit irgenwelchen handfesten Rechtsbrüchen, Regelverstößen ?

    Bessere Zeugnisse kann ein derartig großer Konzern ja kaum bekommen. Und das derartig geballt.
    Was die Mitarbeiterführung angeht, so kann ich das aus inzwischen 10-jährigem engstem begleitenden Zusehen innerhalb der engeren Familie zumindest für mich und uns nur unterschreiben:

    Nach einer vorbildlichen Ausbildung folgte ein gutes Arbeitsverhältnis mit äußerst fairer Bezahlung, die Möglichkeit samt Unterstützung zu interner und berufsbegleitender Weiterbildung bis hin zur Möglichkeit, ein Studium anzuschließen.
    Jedem jungen Menschen, der eine Berufswahl im Einzelhandel anstrebt, würde ich empfehlen, auf jeden Fall sein Bewerbungsglück bei ALDI zu versuchen.
    Und das alles bei einem jun
  2. #101

    Totale Kontrolle

    Wir haben es weit gebracht. Gesunde Lebensmittel gibt es nur noch für für Gutverdienende. Gleichzeitig werden Milliarden an Steuergeldern für die Subventionierung der Agrar-und Lebensmittelkonzerne ausgegeben. Als Resultat wurden die kleinen Bauern und die kleinen Lebensmittelhändler kaputtgemacht. Selbst die ehemalige Alternative „Bioladen“ wird zunehmend durch „Biosupermärkte“ ersetzt, die mehr oder weniger die Funktion der ehemaligen Feinkostläden übernehmen.

    Ganze Heerscharen von „Arbeitnehmern“ werden in Läden wie Aldi quasi als Arbeitsameisen gehalten, nach einer anstrengenden 50 Std-Woche kann von einer Lebensqualität nicht mehr geredet werden. Im Süden hat Aldi nicht mal Gewerkschafter, es herrscht ein Klima der Angst und Überwachung in den Läden. Hier von Stasi zu reden ist stark untertrieben, da die Zustände in den DDR-Geschäften zweifellos humaner waren.

    Dass hier so viele Foristen diese Ausbeuter-Klitschen verteidigen liegt wohl daran, dass die Gesellschaft insgesamt in prekäre Verhältnisse gefahren wird, und der „Lohn“ kaum noch für die Grundbedürfnisse reicht.
    Es kann einfach nicht sein, dass Menschen leben um zu arbeiten, diese Wahnsinns-Sklaven-Ideologie muss endlich gestoppt werden, ob sie nun von der Kirche oder der „sozialistischen“ Ersatzkirche propagiert wird.
    Es muss ein funktionierendes Kartellamt geschaffen werden, das derartige Konzentrationen und Marktmanipulationen wirksam verhindert. Bei anderen Vorgängen mischt sich die Gemeindeverwaltung ja auch permanent ein, meinetwegen wenn in einer Stadt ein neues Möbelhaus aufmachen will. Nur Aldi, Lidl und Co dürfen ihr gulag-artiges, menschenverachtendes Geschäftsprinzip ungehindert durchziehen. Zweifellos ist der mündige Bürger gefragt, derartige Geschäftsmodelle zu boykottieren, im Interesse einer humanen Lebensqualität. „Schöne neue Welt“ war bekanntlich eine Warnung und keine Betriebsanleitung für Neo-Stalinisten und Kontrollfreaks wie die Aldi-Brüder.
  3. #102

    Das die Waren von ...

    Zitat von twine Beitrag anzeigen
    Also, ich verstehe nicht wieso immer wieder so viele behaupten Aldis Lebensmittel haben eine SEHR gute Qualität. Sobald man es sich leisten kann sollte man nicht in diesen Laden einkaufen.

    (...)

    Ich verstehe auch nicht wieso einige Leute mit nen geilen Porsche, Range Rover, Merzedes oder Audi beim Aldi oder LIDL vorfahren, also ihr Autoleben geniessen aber auf der Zunge überhaupt keinen Geschmack haben. Wenn ich mit meiner Meinung falsch liege, dann tut es mir Leid, ansonsten lasst uns doch was an uns selbst ändern und boykottiert diese scheiss Discounter aus Deutschland.
    ... Aldi gut bis sehr gut sind können Sie ganz einfach nachlesen: In der Öko-Test und der Test von der Stiftung Warentest.

    Aber Ihnen ist es unter Umständen auch wichtiger, bei einem prestigeträchtigem Händler zu kaufen ... zumindest lese ich das aus dem Satz mit den Nobel-Automarken ... oder?
    Auch wenn hier einige der großen, ernsthaften Leute schon wieder an einer Verschwörungstheorie basteln. Ich habe beide Hefte im Abo und freue mich immer, wenn mein Eindruck von der überwiegend sehr guten Qualität bestätigt wird.
  4. #103

    Es war ein Nun-geben-Sie-es-doch-zu-"Lächeln", und das in der letzten Sendeminute. Keine Chance für Wallraff sich zu rechtfertigen. Schlimm.
  5. #104

    ich schlage vor, dass die Gewerkschaft VERDI wie bei Schlecker eine großflächige Kampagne startet und die Verbraucher zum ALDI-Boykott aufruft.

    Wenn der Laden dann pleite geht, haben Gewerkschaften und Politiker wieder ein Thema, mit dem sich wunderschön populistische Politik betreiben lässt - indem man "vorgibt" sich besonders intensiv für die Interessen der Arbeitnehmer einzusetzen, indem man Auffanggesellschaften gründet und Sondertöpfe verspricht!
  6. #105

    Billige Effekthascherei

    Natürlich kann das eine oder andere in der MA-Führung im Argen liegen - aber damit macht man nicht das grosse Geschäft !

    Man sollte mal beleuchten, wie die Riesen mit den Zulieferern umspringen ! Damit wird Geld gemacht !

    Und da ist Aldi nicht alleine, da gibt es noch ganz andere, die den Zulieferern das letzte Hemd nehmen. Soll doch mal eine Sendung die Praktiken von Rewe im Umgang mit den Zulieferern durchleuchten, so mancher Fernsehzuschauer wird wohl seinen Augen und Ohren nicht trauen !

    Aber mit Aldi / Lidl und den Mitarbeitern kann man wohl besser "Quote machen".
  7. #106

    Ob "Schlecker" oder "Aldi"...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Deutschen lieben's billig, zumindest bei Lebensmitteln. Und Aldi ist nach Überzeugung der meisten nicht nur unschlagbar günstig, sondern sogar qualitativ gut. Und das auch zunehmend im Non-Food-Bereich. Für viele Angestellte sieht die Sache allerdings anders aus - sie werden überwacht und nur schlecht bezahlt. Alles egal, Hauptsache niedrige Preise für die Kunden? Oder ein zu hoher Preis für billige Waren?
    ...wenn eine Ladenkette ihre jeweiligen Waren extrem billig anbietet, dann "zahlt" immer irgendwer doch den entsprechenden "Preis".
    Bei "Aldi" und "Schlecker" sind (bzw. waren) es vor allem die Angestellten, bei dem Kleidergeschäftskette "Kik" sind es die Näherinnen in Bangladesh und anderen Dritt-Welt-Ländern.
    Aber, wie gesagt, irgendwer muss dann die "Differenz" für den Kunden bezahlen, und sei es in Form von an Sklaverei grenzenden Arbeitspensen.
  8. #107

    Sie haben Ihre beruflichen Erfahrungen

    [QUOTE=A72;10104856
    ...
    Dazu kommen noch 110000 gefahrene Kilometer in einem Jahr welche bei LIDL natürlich nicht zur Arbeitszeit gehören. Das war mein Privatvergnügen.[/QUOTE]

    also bei Lidl gemacht und behaupten einfach mal so, dass dies alles haargenau so auch bei Aldi üblich ist?
  9. #108

    Die Macht der Konsumenten...

    ...verlangt genau nach dem Modell Aldi.

    Wir Konsumenten sind alleine schon psychologisch dazu determiniert nach Schnäppchen und Gelegenheiten zu gieren und unsere Vorteile zu sehen. Unser internes Belohnungssystem, tief in unserem Oberstübchen funktioniert genau so! Die moderne Hirnforschung liefert seit Jahren phantastische Erkenntnisse dazu. Machen Sie sich einmal die Mühe und studieren Sie, wie frei unser "freier Wille" wirklich ist.

    Und warum sollten Unternehmen wie Aldi dies nicht nutzen?

    Wie dumm manche Kommentare sind und wie undifferenziert, gerade auch in den Medien eine Sau nach der Anderen durchs Dorf getrieben wird... keine Wunder das die Anzahl der Fehltage wg. psychischer Erkrankungen immer weiter ansteigt, die Menschen sind einfach überfordert: Atomkraft, klar die ist gefährlich, gleich raus raus raus. Die pösen Buben, die pösen. Schwarz und weiß. Alle für immer wegsperren, am Besten nicht lange nachdenken - ach, unschuldig? Fehler passieren bzw. überfordern uns dann tief im Inneren. Aldi, Lidl, Schlecker alle gemein und hinterhältig, gleich verbieten und zur Selbstversorgungslandwirtschaft übergehen - vorher bitte aber noch die Flugananas vom Angebotszettel nicht vergessen, die ist doch sooo lecker.

    Noch ein Besipiel zu ALDI: Vor Jahren kam in einen ländlichen, bayerischen Provinzort (rd. 2.500 Einw.), eine von der Bevölkerung lang ersehnte ALDI-Filliale. Zur Feier hat man gleich ein neues Baugebiet ausgewiesen (viele ökolog. orientierte Lehrerehepaare, angelockt aber durch endlich günstigere Einkaufsmöglichkeiten und nahen Autobahnanschluss). Ein paar Jahre später, wollte im selben Ort ein bekanntes Marken-Geflügelzuchtunternehmen die Abwärme ökologisch ideal aus einer Biogasanlage gegenüber nutzen und einen Stall nach modernsten Maßstäben errichten. Und was passiert? Die gleichen Menschen, die nach ALDI gerufen (geschrieen) haben und die Hähnchenteile für 79 Cent nur so in Massen aus dem ALDI raustragen, haben einen Bürgerentscheid gegen die Hühnerzucht angezettelt und natürlich gewonnen. Was sagt uns das? Siehe oben...

    In diesem Sinne - auch Journalisten bedienen gerne bestimmte Gefühle
  10. #109

    Das Geld regiert, nicht die Vernunft

    Zitat von yogi_muc Beitrag anzeigen
    Chefs werden reicher, Albrechts sind die reichsten Deutschen, auch wenn einer nicht mehr lebt, und das Personal wird geknechtet. Herr Winterkorn von VW bekommt das höchste Gehalt, VW macht Milliarden Gewinn ein Großteil der Mitarbeiter sind Zeitarbeiter, schlechter bezahlt, abzüglich dem Anteil für die Sklavenhändler, ähnliches bei Mercedes, 29 Millionen Rente für Zetsche...irgendetwas läuft doch aus dem Ruder.
    Nur noch das Geld regiert, und nicht mehr die Vernunft: Das ist schon längst aus dem Ruder gelaufen, aber die Gesellschaft ist nicht in der Lage, zurückzurudern oder anderen Kurs zu bestimmen. Wenn von vonherein festgelegt worden wäre, dass Handelsunternehmen, die Waren des täglichen Gebrauchs an Endkunden verkaufen, nicht mehr als beispielsweise 20 Filialen haben dürfen, dann hätte Aldi so nicht entstehen können, nicht mit dieser gewaltigen Marktmacht und nicht in seiner tausendfachen Ausbreitung, es hätte Lidl nicht gegeben, nicht Schlecker und so weiter. Was in diesen Branchen immer unterschlagen wird: Bei wenigen Anbieter geht der Markt praktisch kaputt – das ist eine sehr merkwürdige, eigentlich eine abartige Auffassung von Marktwirtschaft, die solche Verhältnisse als normal ansieht.

    Und natürlich leiden die Mitarbeiter darunter, sie werden zu einer Verfügungsmasse ähnlich wie die Ware, auch wenn sie, wie bei Aldi, offenbar einigermaßen zufriedenstellend entlohnt werden. Warum lässt es die Politik zu, dass Aldi sei vielen Jahren Betriebsräte erfolgreich unterlaufen kann? Weil sie die Interessen der Arbeitnehmer hinter die Interessen der Arbeigeber stellt, sie paralysiert damit in diesem Bereich auch die Restmacht der Gewerkschaften, die ohnehin im Niedergang begriffen sind. Ein Riesenunternehmen wie Aldi kann die Lieferanten auf problematische Weise drücken, es läuft nicht selten auf ein Preisdiktat hinaus, welches die produzierenden Lieferfirmen dazu treibt, die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter zu verschärfen, siehe Leih- und Zeitarbeit. Sowohl die gute Qualität als auch die niedrigen Preise bei Aldi werden sehr teuer erkauft – mit immer schlechteren Lebensverhältnissen, in die hunderttausende von namenlosen „kleinen Leuten“ gezwungen werden... und die müssen dann wieder bei Aldi einkaufen, so schließt sich der perverse Kreis.








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