Forum: Wirtschaft
Sparen oder konsumieren?
Die konjunkturelle Lage ist nach wie vor unsicher. Müssen die Deutschen mehr konsumieren, um die Wirtschaft anzukurbeln? Oder ist die hohe Sparquote vernünftig - weil sich die Bürger auf weitere Krisen einstellen?
- #1 12.07.2010 12:28 von
Sparen ist vernuenftiger, wenn die gegenwaertige Wirtschaftskrise vorbei ist, kann man sich immer noch die aufgeschobene Fernreise, oder die Neuanschaffung leisten.
Wenn die Regierung wirklich die Binnennachfrage ankurbel will, muesste man den Niedriglohnsektor zurueckfuehren, also Zeitarbeit/Praktikantenmissbrauch durch Gegensteuern beenden! - #2 12.07.2010 12:47 von Transmitter
Unterschiedliche Ansätze
Obama pumpt noch mehr Schulden-Dollars in die Wirtschaft um die Amis dazu zu bringen, mehr zu komsumieren. Konsumptiv investiertes Mehrgeld soll dort die Konjunktur ankurbeln. Ein Rezept von Ex-Fed-Chef Paul Volckerts, der schon Reagan, Bush I, Clinton und Bush II entsprechend beraten hat und jetzt eben Obama seine Rezepte unterjubelt.
Nun, die Amis können so eine Strategie auch fahren. Ihr Sozialbudget am Haushalt liegt bei rund 32 Prozent. Da ist noch Raum für Geldgeschenke an die Ärmeren.
Der deutsche Anteil für Soziales im Bundeshaushalt liegt aber leider bereits bei rund 53 Prozent. Da ist nicht mehr viel Raum für weitergehende Geldgeschenke an das Prekariat. Deshalb werden die Deutschen wohl sparen müssen, um nachhaltige wirtschaftliche Stabilität beweisen zu können.
Tun sie das nicht, verlieren sie schnell ihre bisher gute Bonität an den Finanzmärkten. Und wenn erst die Zinsforderungen für deutsche Staatsanleihen steigen, ist eine Todesspirale in Gang gesetzt. Verliert Deutschland gar sein Tripple A (wie Spanien beispielsweise), dürfte angesichts der aktuellen Haushaltslage der Staatsbankrott eintreten.
Ich meine, der tritt sowieso ein. Aber mit weniger sparen und mittels noch höherer Schulden mehr konsumieren halt viel früher als notwendig. Ich zahle die deutschen Staatschulden jedenfalls garantiert nicht zurück. Und meine Kinder auch nicht! - #3 12.07.2010 16:00 von
falsche Fragestellung
Sparen kann nur, wer Geld übrig hat -- ebenso Geld ausgeben.
Da aber das Vermögen in D in nur wenigen Händen liegt, ist die Konsumbremse vorprogramiert, selbst wenn ein Großteil der Bevölkerung Konsumwillig ist.
Wenn Deutschland sich zu sehr auf den Export verlässt, wie zur Zeit, wird die Abhängigkeit gegenüber anderen Wirtschaftsräumen immer größer. Dies kann bis zum Aufkauf ganzer Industriezweige gehen.
Nur eine gesunde Binnennachfrage hält die Arbeitsplätze auf Dauer im Land. Und da läuft in D durch die Niedriglöhne vieles falsch. - #4 12.07.2010 17:57 von
- #5 12.07.2010 18:53 von
- #6 12.07.2010 18:55 von
Ein Staat kann sich niemals durch Sparen entschulden. Das hat Irving bereit 1932 heausgefunden. Wenn ein Staat spart und seine Schulden zurückzahlt, dann endet ds lediglich in Deflation und noch mehr Schulden.
Die einzige Weise, wie ein Staat sich entschulden kann ist eine mässige oder je nach Schuldenstand grössere Inlafation, oder, wenn die Schulden riesig sind, eine Währungsreform. Wir weren sehr schnell sehen, dass D.s Schulden anwachsen und der Weg aus dem Euro zwangslöufig beschritten werden muss, denn die notwendige Inflation lässt sich mit dem Euro nicht machen.
rolli - #7 12.07.2010 19:04 von
Vernünftig und so
Angesichts nicht rückzahlbarer Staatsschulden weltweit und der Erwartung irgendeines oder mehrerer Vorgänge, diese Schulden abzubauen (mit Verlust sämtlicher Ersparnisse der Bevölkerungen), ist Sparen natürlich extrem unvernünftig.
Vernünftig wäre, Schulden bis zur Halskrause zu machen und diese dann bei den erwähnten Vorgängen ebenfalls zu verlieren.
Da die Welt bei waltender Vernunft schon immer ganz anders ausgesehen hätte, ist auch hier keine Vernunft zu erwarten, das Geld wird weiter gehortet (auch von mir wider besseres Wissen), auf der anderen Seite, was soll man denn noch alles kaufen? cosifantutte. - #8 12.07.2010 19:39 von ender
Differenzieren bitte!
Wie auch sonst meistens liegt der Fehler schon in der Frage. Eine Fragestellung nach der richtigen von zwei Alternativen, von denen beide falsch sind, lockt nur selten eine richtige Antwort hervor.
Die Lösung ist Umverteilung, Umverteilung und nochmal Umverteilung.
- Staatsverschuldung ist ein Ergebnis ungelöster Verteilungproblematik.
- Nachfragemangel ist ein Ergebnis einer ungelösten Verteilungsfrage
- Finanzkrisen sind ein Ergebnis falscher Verteilungspolitik
- Arbeitslosigkeit ist ein Ergebnis falscher Verteilung.
Einen wackeligen Stuhl werden Sie nie ausbalacieren können, indem Sie alle vier Beine kürzen oder Verlängern.
Ungleichgewichte brauchen differnzierte Maßnahmen! Z.B. ein differenziertes Steuermodell oder andere Maßnahmen, wo die Reichen am Sparen gehindert werden und den Armen das Konsumieren ermöglicht wird.
ender - #9 12.07.2010 21:45 von
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