Forum


 

Sind die privaten Krankenkassen doch nicht besser als die gesetzlichen?

Immer höhere Beiträge, Streit um Behandlungsmethoden, mangelnder Service: Die privaten Krankenversicherungen sind ins Gerede gekommen. Einst "nur" als Hieb gegen die Solidargemeinschaft der Versicherten gebrandmarkt, steht nun auch ihre Leistung auf dem Prüfstand. Sind die privaten Krankenkassen inzwischen nicht mehr besser als die gesetzlichen Kassen?
  1. #1

    Abstruse Fragestellung....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer höhere Beiträge, Streit um Behandlungsmethoden, mangelnder Service: Die privaten Krankenversicherungen sind ins Gerede gekommen. Einst "nur" als Hieb gegen die Solidargemeinschaft der Versicherten gebrandmarkt, steht nun auch ihre Leistung auf dem Prüfstand. Sind die privaten Krankenkassen inzwischen nicht mehr besser als die gesetzlichen Kassen?
    ... die privaten Kassen dienten ausschließlich dem Arzt zur Querfinanzierung der defizitären Behandlung von Krankenkassen. Lächerlich zu glauben, dass ein Privatpatient bei einem "normalen" Arzt besser behandelt würde als ein Kassenpatient, außer vielleicht bei manchen Spezialisten, die 6-8fache Sätze abrechnen konnten.

    Ich persönlich bin jedenfalls froh, auf Grund persönlicher Umstände diese Abstrusität der Privatkasse hinter mir gelassen zu haben, die vollständig beliebig und ungehindert und ungefragt fortlaufend steigende Beitragssätze einfordern konnte und mittlerweile wieder Kassenpatient zu sein. Einmal ganz unabhängig davon, dass ich mich eh niemals freiwillig in die Hand eines Kollegen begeben würde und daher äußerst kostenneutral bin!
  2. #2

    nicht freiwillig

    Leider wird in Ihrem Artikel nicht erwähnt, dass Beamte - gleich welcher Besoldungsstufe - grundsätzlich privat versichert werden und es sich nicht ausgesucht haben. Normal- oder Kleinverdiener unter den Beamten können trotz Beihilfeberechtigung aufgrund des Kostenerstattungsprinzips ganz schön in die Klemme geraten, wenn etwa die vom Arzt mit dem Patienten abgerechneten Leistungen zur Überraschung des Patienten nicht von der PKV ersetzt werden. Der PKV-Patient wird ja schließlich in der Arztpraxis dazu angehalten, schriftlich zu erklären, die Leistungen auch dann zu bezahlen, wenn die PKV sie nicht übernimmt - und nicht wenige Ärzte klären die Patienten nur unzureichend über die zu erwartenden Differenzbeträge auf, zumal es sich dabei nicht unbedingt um offensichtlich medizinisch unnötige Aufwendungen handelt. Als medizinischer Laie ist es schwierig, die etwa bei Laboruntersuchungen einer Krebsvorsorge entstehenden Kosten einzuordnen - werden dabei Verfahren angewandt, die - warum auch immer - nicht von der PKV übernommen werden, kann der Patient böse Überraschungen erleben. Ganz zu schweigen von den in Ihrem Artikel erwähnten Kosten, die bei einer Behinderung oder chronischen Erkrankung entstehen. Wenn also über die Abschaffung der PKV-Vollversicherung nachgedacht wird, muss vom Gesundheitsministerium zuallererst ein Konzept für eine gesetzliche (Nach-)Versicherung der unfreiwillig PKV-versicherten Beamten auf die Beine gestellt werden.
  3. #3

    [QUOTE=doc 123;10332062 Einmal ganz unabhängig davon, dass ich mich eh niemals freiwillig in die Hand eines Kollegen begeben würde und daher äußerst kostenneutral bin![/QUOTE]

    Womit Sie vollkommen recht haben. Da fragt man sich ob man sich die 290 Millarden für das "Gesundheitssystem" nicht gleich ganz sparen kann. Im Übrigen, das mit den Kosten der Privatversicherung unterschreibe ich nicht. Ich Rentner, bin 35 Jahre Jahre privat versichert und meine Prämie ist immer noch preiswerter als sie in der GKV wäre. Wenn man natürlich immer die allerbesten Leistungen haben will, muss man auch mit hohen Prämien rechnen. Ich kenne eine Klinik bei der man sich bei Krankheit in eine Suite aufnehmen lassen kann, das kostet dann pro Nacht € 8.500. Für monatlichen Prämien von € 500,00 wird man, in diesem Fall keine Privatkasse finden.
  4. #4

    Zitat von fantasmo Beitrag anzeigen
    Leider wird in Ihrem Artikel nicht erwähnt, dass Beamte - gleich welcher Besoldungsstufe - grundsätzlich privat versichert werden und es sich nicht ausgesucht haben.
    Da hat Ihnen jemand einen Bären aufgebunden. Beamte sind beihilfeberechtigt. Ob sie sich privat oder freiwillig in der gesetzlichen KV versichern, obliegt nur den Beamten. Kein Beamter ist gezwungen sich privat zu versichern!
    vgl.Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse | Versicherungsvergleich für Beamte

    Ob es sinnvoll ist sich als Beamter in der GKV abzusichern, ist eine andere Frage.
  5. #5

    aus Bismarcks Zeiten

    Das jetzige System der privaten und gesetzlichen Kassen stammt noch aus dem Klassenkampf System des Hr.Bismarck.
    Um die Not der damaligen Unterschicht ein wenig zu lindern ,und damit sozialdemokratischen Einfluß zu begrenzen wurde eine Solidargemeinschaft gegründet aus der die Kosten für den Armenarzt und die kurze Zeit des Rentenbezugs bezahlt wurde.
    Das alles finanziert nur von einer Schicht der Gesellschaft ;-Banker waren nicht dabei !
    Das paßt natürlich nicht in soziale Gesellschaft wie unsere !
    Ob Bürgerversicherung oder Eigenversicherung alles wäre besser als dieser Murks aus dem vorletzten Jahrhundert !
  6. #6

    Murks aus Bismarcks Zeiten ?

    Zitat von heinzko Beitrag anzeigen
    Das jetzige System der privaten und gesetzlichen Kassen stammt noch aus dem Klassenkampf System des Hr.Bismarck.
    Um die Not der damaligen Unterschicht ein wenig zu lindern ,und damit sozialdemokratischen Einfluß zu begrenzen wurde eine Solidargemeinschaft gegründet aus der die Kosten für den Armenarzt und die kurze Zeit des Rentenbezugs bezahlt wurde.
    Das alles finanziert nur von einer Schicht der Gesellschaft ;-Banker waren nicht dabei !
    Das paßt natürlich nicht in soziale Gesellschaft wie unsere !
    Ob Bürgerversicherung oder Eigenversicherung alles wäre besser als dieser Murks aus dem vorletzten Jahrhundert !
    Also verehrter Forist, wenn das alles so ein Murks ist, dann schlagen Sie doch einmal etwas besseres vor ! Vielleicht so wie in den USA ! Da haben breite Schichten überhaupt keine Krankenversicherung ! So frei nach dem liberalen Grundsätzen: "Jeder sorge gefälligst für sich selbst !" Das passt dann in unsere Gesellschaft.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer höhere Beiträge, Streit um Behandlungsmethoden, mangelnder Service: Die privaten Krankenversicherungen sind ins Gerede gekommen. Einst "nur" als Hieb gegen die Solidargemeinschaft der Versicherten gebrandmarkt, steht nun auch ihre Leistung auf dem Prüfstand. Sind die privaten Krankenkassen inzwischen nicht mehr besser als die gesetzlichen Kassen?
    der Vergleich ist nur möglich, wenn es den Ärzten gestattet wird, nur zu denselben Honoraren abzurechnen wie bei den gesetzlichen Krankenkassen und es keine Beihilfe mehr gibt.
  8. #8

    Kurze, knappe Antwort:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer höhere Beiträge, Streit um Behandlungsmethoden, mangelnder Service: Die privaten Krankenversicherungen sind ins Gerede gekommen. Einst "nur" als Hieb gegen die Solidargemeinschaft der Versicherten gebrandmarkt, steht nun auch ihre Leistung auf dem Prüfstand. Sind die privaten Krankenkassen inzwischen nicht mehr besser als die gesetzlichen Kassen?
    Sie waren nie besser als die gesetzlichen, sie sind nicht besser als die gesetzlichen und sie werden auch nicht besser sein als die gesetzlichen Krankenkassen. Ich war nie in einer privaten Krankenkassen und werde auch niemals in eine eintreten. Die Erfahrungen mit einer privaten Zusatzversicherung waren völlig ausreichend !
  9. #9

    Beamten geht zu gut

    Wenn die Beamten keine Beihilfen erhielten und gezwungen würden von ihrem Einkommen -auch wie alle anderen- KV-Beiträge zu zahlen, dann hätte sich die Gesundheitskultur längst normalisiert.
    Dann kämen sie auch einer gerechteren Besoldung näher.
    Ich kenne viele Beamte, die ständig mit Ihrer Familie die Arztpraxen belagern.


TOP



TOP