Forum: Wirtschaft
Preisverfall - Wie geil ist Geiz?
Union und SPD wollen dem Preisdumping bei Discountern entgegenwirken. Eine vernünftige Absicht gegen ruinösen Wettbewerb und sinkende Erzeugerpreise? Oder ein ungerechtfertigter Eingriff in den Markt?
- #280 16.05.2008 11:31 von
Gegensteuerung
Warum sollte der Staat nicht eingreifen? Preis und Lohndumping verspricht nur den Unternehmern / Shareholdern Gewinne.
Wenn der Staat bzw. die Gemeinschaft für die aufkommen muß, die dieser Tendenz zum Opfer fallen, betrifft es diese Gemeinschaft. Sicher, er gibt Menschen, die sich dem Geiz ist geil entziehen und für Qualität und Beratung gerne bereit sind den entsprechenden Preis zu zahlen, aber es werden immer mehr, die sich dies nicht mehr leistn können weil gewisse Unternehmen nur noch chinesiche Löhne zahlen wollen.
Wenn man schon über freien Markt spricht, warum nicht dann auch über den freien Verkauf von Drogen und Waffen? Das bringt Gewinne/Renditen und Steuern.
Es kann nicht angehen, dass Unternehmen Gewinne einstreichen und mit dem Rest nichts zu tun haben wollen.
Beschiss und Hochstapelei scheinen angesehene Werte geworden zu sein.
Wer sollte was kaufen wenn man nichts in der Tasche hat?
Wenn hier alle 2,50 - 5,-€ brutto verdienen, wer wird sich dann noch überhaupt noch was leisten können, dann ist Aufschwung & Gereichtigkeit eine Geschichte aus 1001 Nacht. - #281 16.05.2008 12:13 von Frank Wagner
- #282 16.05.2008 12:17 von Pinarello
- #283 16.05.2008 13:17 von
Man kann im bereich lebensmittel wohl kaum noch von einem funktionierenden markt sprechen, schließlich ist das konzentrationsgefälle vom produzenten üder die verarbeiter bis zum einzelhandel kaum zu überbieten. das vorgehen gegen preisdumping ist daher gleichzusetzen mit dem vorgehen gegen einen spekulativen angriff auf die lebensmittelproduzierenden strukturen. da der einzelhandel sich in der komfortablen situation sieht, auf der nachfrageseite einen polypol zu haben, wird der durch dumping ausgelöste produktionsrückgang definitiv eins zur folge haben: steigende verbraucherpreise. die sind dann jedoch nicht einem bereinigten markt zuzusprechen sondern lediglich der tatsache, das insbesondere vernichtetet produktionskapazitäten im tierischen bereich erst in jahren wieder aufgebaut werden können. zum anderen werden langfristige investitionen für die produzenten auf grund immer unsicherer werdender preise immer unattraktiver, was sie angebotsmenge dann langfristig verknappt. die zeche hat schlussendlich der verbraucher zu zahlen.
- #284 16.05.2008 14:38 von Satiro
- #285 16.05.2008 16:09 von
Weniger ist die Frage ob Geiz geil ist, sondern viel mehr wie sich noch mehr sparen lässt oder wo man noch weniger Geld ausgeben kann.
Das führt dann zwar irgendwann zum zusammenbruch der Wirtschaft wenn alle so spitzen rechnen wie ich ( jeden Tag ein Kaffee an der Bude kostet 1,20 €, in der Woche sind das 6 € u.s.w. also lassen wir das besser ), aber der Verbraucher hat die Preise ja auch nicht gemacht. - #286 17.05.2008 17:59 von
Währe das wirklich soo schlimm?
Nehmt doch bitte die rosarote Brille ab!
Solange noch "freie Kapazitäten" in einem Markt sind, werden immer kleine Ungleichgewichte ganz große (nicht immer positive) Reaktionen zur Folge haben!
In der Finanzwirtschaft heisst dieses Phänomän "Hebelprodukt". Mit einem geringen Einsatz profitiere ich von einer großen Wirkung.
In der Realwirtschaft ist es beispielsweise so, dass auf "Hartz IV" ein Rechtsanspruch besteht (kann auch nicht anders sein, denn Leben, körperliche Unversehrtheit und Menschenwürde sind verfassungsrechtlich geschützt), drei Millionen Arbeitslose (zuzüglich stille Reserve) aber Waren und Dienstleistungen produzieren könnten (und dann die staatlichen Transferleistungen nicht brauchten ...), wenn für diese Waren und Dienste nur Nachfrage da wäre - die Nachfrage fehlt aber u. a., weil das Geld an der Tankstelle versickert!
Warum also wäre ein "Konjunkturprogramm" (z. B. eine w i r k l i c h e Förderung der Energieeinsparung) so verkehrt??? - #287 18.05.2008 09:04 von
Es ist schon komisch.
Wenn Firmen den Preis einer Ware anheben, weil die Ware angeblich knapp ist/wird, wenn die Preise steigen, weil es kaum Konkurrenz gibt, dann ist das für die 'freien Marktwirtschaftler' in Ordnung. Dann heisst es 'Angebot und Nachfrage regeln den Preis.
Wenn in der freien Marktwirtschaft wegen eines Überangebotes oder wegen starker Konkurrenz einmal fallen, dann soll das plötzlich volkswitschaftlich schädlich sein.
Die Lebensmittelpreis sind ja tatsächlich schon gestiegen.
Die Discounter haben ihre Preise inzwischen ja auch schon amgehoben. Sie mussten ihre Preise aber z.T. auch schon wieder senken, weil die Verbraucher sie nicht mehr bezahlen wollten oder konnten (!).
Es darf niemand glauben, dass die Discounter ihre Preisgestaltung nach ethischen , moralischen oder volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichten.
Für BWLer sind voljswirtschaftliche Gesichtspunkte schon ntern.ange uninteressant. Und das nicht nur bei den Discountern.
Die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Thema hier im Forum zeigen, dass dahinter jeweils unterschiedliche Interessen und deren Lobbyisten stehen.
Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass im europäischen Ausland die Preise für Lebensmittel wesentlich höher seien und dass deshalb auch bei uns eine 'Harmonisierung' der Lebensmittelpreise stattfinden müsse.
In vielen EU-Ländern sind z.B. die Steuern wesentlich niedriger. Ich höre allerdings keine Stimmen, die auch für unsere Steuern eine 'Harmonisierung ( nach unten) fordern würden. - #288 18.05.2008 21:20 von
Geändert von ( um Uhr)
Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen..... - #289 10.07.2009 22:04 von Bulgakow
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