Muss mehr Flughafenlärm angesichts wirtschaftlicher Interessen akzeptiert werden?

In Frankfurt soll der ohnehin schon riesige Rhein-Main-Flughafen ausgebaut werden. Mehr Flüge bedeuten aber auch mehr Lärmbelästigungen für die gebeutelten Anwohner. Argument für die Mehrbelastung ist natürlich wirtschaftliches Wachstum. Muss für diese Interessen immer mehr Lärm in Kauf genommen werden?
  1. #110

    Zitat von ruetlischwörer Beitrag anzeigen
    Sie begreifen es einfach nicht: Nicht der Flughafen selber ist das Problem, sondern die exorbitant steigenden Flugbewegungen.
    Richtig, und diese waren schon vor mindestens 20-30Jahren einkalkulierbar bei einem Kauf eines Objektes in der Nähe eines Flughafens.
  2. #111

    Zitat von ruetlischwörer Beitrag anzeigen
    Richtig. Wie Ihre Behauptung, Fluglärm wäre erträglich und würde immer leiser.
    Das ist keine Behauptung, sondern ein nachweisbarer Fakt. Moderne Flugzeuge sind deutlich leiser geworden. Sogar die Flughafengebühren und Flugbeschränkungen richten sich danach. Ein A380/B747-8 ist leiser als eine 707/DC8 und eine A320/737NG ist leiser als eine 727/Caravelle.

    Zitat von ruetlischwörer Beitrag anzeigen
    Falsch. Fragen Sie diejenigen, von denen Sie behauptet haben, vermutlich über Zeitwert geboten zu haben.

    Ich hätte da gerne Zahlen. Von IHNEN!
    Googlen Sie mal nach Neuenfelde, Airbus und Verkaufen.
    Sie werden sicher entsprechde Artikel finden.


    Zitat von ruetlischwörer Beitrag anzeigen
    Fein. Und was machen die, die kein Hörgerät haben? Ertauben, sich die Ohren zuhalten oder wegziehen.
    Wie gesagt, das betrifft nur eine kleine Minderheit. Und zwar die dort schon länger Wohnen als die Lärmquelle vorhanden ist.

    Zitat von ruetlischwörer Beitrag anzeigen
    Das ist dahingehend falsch, daß er nicht mit der Belastung "da war" - wie in Düsseldorf oder Frankfurt heute.

    Sie begreifen es einfach nicht: Nicht der Flughafen selber ist das Problem, sondern die exorbitant steigenden Flugbewegungen.
    Warum steigen denn die Flugbewegungen? Weil der Bedarf steigt.
    Und so dramatisch ist die Steigerung der Flugbewegungen auch nicht. In Hamburg sind es heute gerade mal 10% mehr als vor 20 Jahren. Im gleichen Zeitraum hat sich die PAX-Zahl verdoppelt.
    In Düsseldorf dürfte das nicht anders sein, in Frankfurt auch nur wenig mehr.
    Der Grund ist ganz einfach, die Maschinen sind nicht nur leiser, sondern auch deutlich größer geworden.
  3. #112

    Ich wohne (jetzt bitte nicht lachen) in Friedrichshafen. Auch wir haben hier einen Flughafen und immer wieder hitzige Diskussionen über den Fluglärm. So viele Flugbewegungen gibts hier nicht und so groß sind die Maschinen hier auch nicht.
    Bis vor kurzem hab ich direkt in der Einflugschneiße ca. Luftlinie 300 Meter bis zur Landebahn gewohnt. Da waren die Flieger schon richtig tief...
    Jetzt wohne ich immer noch in der Einflugschneiße allerdings nen guten Kilometer Luftlinie von der Landebahn weg. So hoch sind die Flieger da auch noch nicht.
    Ich höre die allerdings bei geschlossenem Fenster nicht - überhaupt nicht. Bin auch nicht schwerhörig oder gar taub...
    Wer also ein Stück weit von der Landebahn weg wohnt, der dürfte von den Flugzeugen nicht so stark belästigt sein, wie manche das immer glaubhaft machen wollen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das eine stark befahrene Straße (innerorts mit Tempo 50) selbst in zweiter Reihe, noch deutlich nerviger ist, als Flugzeuge, die schon eine gewisse Flughöhe erreicht (bzw. noch) haben.

    Vielleicht sollte man das mit der Lärmbelästigung mal etwas gelassener sehen. Wenn man sich nicht darüber aufregt, dann stört es fast gar nicht. Sicher ist mir bewusst, das ein Flughafen in FN in keinster Weiße mit einem Großflughafen wie FFM vergleichbar ist. Jedoch kann ich etwas über den Fluglärm sagen - wenn auch nur dann - wenn tatsächlich ein Flugzeug startet oder landet. Und eben das ist nicht so laut. Am Lautesten sind immer noch die kleinen einmotorigen Sportflieger...

    Jeder der eine Immobilie in der unmittelbaren Nähe von einem Flughafen kauft, sollte wissen, das eine gewisse Lautstärke vorherrscht oder entstehen kann ( ganz gleich ob die Einflugschneiße schon über das Baugrundstück führt oder zukünftig führen könnte). Wenn ich Lärmsensibel bin, sollte ich auf eine Grundentfernung zum Flughafen achten, dann sind die Flieger so hoch, das die nicht stören.

    Was mich grundsätzlich interessieren würde, wie laut ein Flieger in db eigentlich in welcher Höhe am Boden zu hören ist? Gibt es hierüber Zahlen oder Messungen? Natürlich ist das immer noch etwas vom Wind abhängig aber so ungefähre Messzahlen müsste es doch geben.

    gruß spacy
  4. #113

    Zitat von rabenkrähe Beitrag anzeigen
    ........

    Es ist ja das Drama dieser "demokratischen Entscheidungen", daß die Stimme der Ignoranten genauso viel zählt, wie die Stimme der unmittelbar Betroffenen.
    Was ist aber die Alternativ? Sollen nur ökologisch denkende Menschen Stimmen abgeben dürfen? Selbst innerhalb BUND gibt es Streit zwischen Befürworter und Gegner von neuen Stromterassen, wer hat dann recht?
  5. #114

    Deutschland - der Nabel der Welt?

    Also - ich war vor wenigen Wochen bei Bekannten in Unna - in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen Dortmund.

    Drei Wochen Urlaub in D, im Ruhrgebiet, meiner alten Heimat.

    Wenn ich Argumente lese, nach dem pauschalen Motto:

    "Die Flugzeuge sind leiser geworden" - dann können meine Bekanten und ich nur lachen.

    Es gibt ja nicht nur Flugzeuge vom Typ eines A-380 oder einer 737. Das Problem bei kleineren Flughäfen und der Lärmbelästigung sind die sogenannten Zubringerflüge, denn die großen Flugzeuge wollen ja auch gefüllt werden, sonst lohnen sie nicht. An den kleineren Flughäfen - wie Dortmund - haben die Flugbewegungen drastisch zugenommen und sie nehmen weiter zu, je mehr von diesen großen Airlinern gekauft werden. Die großen Airliner starten von Frankfurt, Amsterdam-Schipohl. Sie starten seltener und machen nicht soviel Krach.

    Daß welche gekauft werden, ist der beste Beweis für a) eine generelle Zunahme der Flugbewegungen denn b) immer mehr Menschen wollen günstig und schnell in Urlaub oder auf Geschäftsreise.

    Weiterhin sind die Flughäfen angewiesen, den Airlines vorzuschreiben, daß sehr schnell und sehr steil eine Zwischenreiseflughöhe erreicht werden muß, damit die Lärmschleppen nicht so lang werden. Das bedeutet - es muß mit hohem Startschub und dementsprechend großer Steigleistung gestartet werden, was - auch bei modernen Triebwerken - eine hohe Lärmbelästigung bedeutet.

    Ich stelle - wie in den USA - fest:

    Die Menschen um die Flughäfen herum resignieren. Weil sie - gleich ob von Politik oder von den Flughäfen, die von den Airlines abhängig sind - immer das gleiche hören:

    Wachstum ist wichtig. Es ist alles gar nicht so laut. Wenn ihnen das nicht gefällt, dann ziehen sie doch weg.

    Airbus in Hamburg ist ein Sonderfall, wie hier schon geschrieben wurde. Da wird großzügig Entschädigung gezahlt, von der Menschen in anderen Ländern nur träumen können, auch in Deutschland ist das nicht üblich.
  6. #115

    "Flugsäue" - was soll das?

    Zitat von Oliver Gnutz Beitrag anzeigen
    NEIN - so einfach ist das.

    Privat- und Spaßfliegerei (z.B. in den Urlaub) ist eh völlig unötig und ungerechtfertigt.

    Viele Güter können auf dem Seeweg transportiert werden - und etliches an Luftfracht (z.B. Blumen aus Kenia oder Spargel aus Chile) ist auch verzichtbar.

    Immerhin wachsen Blumen und Spargel auch hierzulande.

    Die Politik müsste die Flugsäue deutlich restriktiver und härter anfassen.
    Natürlich muss in der Industrienation Deutschland mehr Fluglärm akzeptiert werden. Das sollten endlich die "Schreihälse" einsehen, die heimlich, still und unerkannt zu den Vielfliegern dieser Nation zählen. Wenn der Forist der Meinung ist, dass die Privat- und Spaßfliegerei viel Lärm verursacht und unnötig ist, dann irrt er gewaltig. Auch die Privatfliegerei gehört zu einem demokratisch agierenden Rechtsstaat. Absurd ist die Feststellung, dass viele Güter auf dem Seeweg transportiert werden können. Wir können nicht auf die Blumen aus Kenia verzichten und wir wollen und brauchen auch Gemüse aus Südamerika. Möglicherweise will der Forist wieder zu den Grundnahrungsmitteln des Mittelalters zurückkehren. Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, in welchem Zustand die Formulierung "Flugsäue" entstanden ist.
  7. #116

    Fluglärm-Gegner

    Zitat von hierro Beitrag anzeigen
    Natürlich muss in der Industrienation Deutschland mehr Fluglärm akzeptiert werden. Das sollten endlich die "Schreihälse" einsehen, die heimlich, still und unerkannt zu den Vielfliegern dieser Nation zählen. Wenn der Forist der Meinung ist, dass die Privat- und Spaßfliegerei viel Lärm verursacht und unnötig ist, dann irrt er gewaltig. Auch die Privatfliegerei gehört zu einem demokratisch agierenden Rechtsstaat. Absurd ist die Feststellung, dass viele Güter auf dem Seeweg transportiert werden können. Wir können nicht auf die Blumen aus Kenia verzichten und wir wollen und brauchen auch Gemüse aus Südamerika. Möglicherweise will der Forist wieder zu den Grundnahrungsmitteln des Mittelalters zurückkehren. Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, in welchem Zustand die Formulierung "Flugsäue" entstanden ist.
    werden auf eine Liste gesetzt, an jeden Flughafen der Welt verteilt, und wenn diese mit dem Flugzeug transportiert werden wollen, dann werden die einfach nicht mitgenommen, denn wer gegen Fluglärm ist, darf für diesen nicht selber sorgen.

    Was meinen Sie, wie schnell die Brüller auf den Straßen wegblieben, weil diese Brüller nach dem Motto leben, aufs Flugzeug nicht verzichten, aber den verursachenden Lärm anderen Menschen auferlegen.

    Ist genauso mit Dingen, die per Flugzeug transport werden, alle die diese Dinge kaufen, aber gegen Fluglärm protestieren, dürfen diese Dinge eben nicht erwerben, müssen also verzichten.
  8. #117

    Zitat von hierro Beitrag anzeigen
    .... Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, in welchem Zustand die Formulierung "Flugsäue" entstanden ist.
    Was heißt hier Zustand, pendejo ?

    Es gibt kein vernünftiges Arhument für die Umweltverschmutzung durch Fliegerei.

    Gleich kommt Ihr Argument "schnell und bequem" - wetten ?!

    Alte Kühlschränke in die Ostsee werfen ist auch "schnell und bequem" - trotzdem erlaube ich mir derartige Leute als "Umweltsäue" zu bezeichnen.

    Flugsäue machen - auf anderer Ebene - genau dasselbe. Daher halte ich diese Bezeichnung für angemessen und gerechtfertigt.

    Wenn Sie jedem Passagier die Bezeichnung "Umweltengel" verleihen wollen - biddeschöön, tun Sie es.

    Aber lassen Sie bitte den denkenden Teil der Bevölkerung in Ruhe.
  9. #118

    Zitat von Oliver Gnutz Beitrag anzeigen
    Alte Kühlschränke in die Ostsee werfen ist auch "schnell und bequem" - trotzdem erlaube ich mir derartige Leute als "Umweltsäue" zu bezeichnen.

    Flugsäue machen - auf anderer Ebene - genau dasselbe. Daher halte ich diese Bezeichnung für angemessen und gerechtfertigt.
    Das ist - gelinde gesagt - eine recht merkwürdige Argumentation. Damit wird eine Umweltstraftat mit dem Fliegen gleichgesetzt, was blanker Unsinn ist...

    Ansonsten schließe ich mich dem Beitrag von "pittiken" an.
  10. #119

    Aber nur

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Frankfurt soll der ohnehin schon riesige Rhein-Main-Flughafen ausgebaut werden. Mehr Flüge bedeuten aber auch mehr Lärmbelästigungen für die gebeutelten Anwohner. Argument für die Mehrbelastung ist natürlich wirtschaftliches Wachstum. Muss für diese Interessen immer mehr Lärm in Kauf genommen werden?
    Aber nur, wenn all die Firmenchefs, Politiker usw., die für mehr Flugverkehr plädieren, gezwungen werden, genau da zu wohnen, wo dieser Lärm am "schönsten" ist.
    Die wohnen nämlich weit weg in einer ruhigen Villengegend. Hier gilt: wer etwas verursacht, muss es auch ausbaden.
    Solcher ununterbrochene Lärm ist im höchsten Mass gesundheitsschädlich. Und komme mir keiner: man muss da nicht wohnen. Viele wohnten schon lange da, ehe der Flughafen immer weiter ausgebaut wird.