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Muss Benzin billiger – oder teurer werden?

Weil die Spritpreise in Deutschland derzeit Rekordhöhen erreichen, lassen immer mehr Menschen ihr Auto stehen und benutzen öffentliche Verkehrmittel oder Fahrräder. Viele aber sind weiter auf ihr Automobil angewiesen. Auf jeden Fall erregen die exorbitanten Benzinpreise die Gemüter von Umweltschützern und Verbrauchern. Wie sehen Sie es: Muss Benzin billiger oder teurer werden?
  1. #80

    Rechner

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Eine Karre weniger - das macht sich ordentlich bemerkbar im monatlichen Budget. Vor allem - betriebswirtschaftlich gesehen (fällt bei einem Privatmann weniger ins Gewicht, da hat das Auto ja auch einen ganz anderen, symbolischen Stellenwert): Ein Auto steht - so man es z.B. zum Pendeln nutzt - günstigstenfalls 22 von 24 Stunden täglich in der Gegend herum, die Kosten laufen weiter. Die wenigen Spaßfahrten - Urlaub, Einkauf (Bequemlichkeit) - fallen nicht ins Gewicht.

    Wie Sie schon sagten:

    Wie man ein Auto schlechtrechnen kann, kann man es sich auch schönrechnen.

    Ich nehme an, Sie zählen zu der letzten Kategorie. ;-)

    Wenn ich sehe, daß Autofahrer ihre Karre auch bei längeren Rotlichtphasen oder in Staus nicht ausschalten, dann kann Benzin so teuer nun wirklich nicht sein.
    Eins haben Sie also noch. Womit Sie Recht haben: Die Entscheidung ÖPNV vs Auto ist bei mir nicht nur eine Rechenaufgabe. Die Qualität der Fortbewegung zählt genauso (vielleicht sogar stärker) wie deren Kosten. Und da schneidet der ÖPNV schlecht ab, obwohl ich ihn zweitweise auch nutze (wir haben eine Umweltkarte). Da ich keine Start/Stopp-Einrichtung habe, geht beim Neustarten erheblich mehr Sprit drauf als beim Laufenlassen. Das gilt für Ampelphasen, nicht allerdings vor Bahnschranken. Die haben wir im Berliner Stadtverkehr aber nicht.
  2. #81

    Umsatz

    Zitat von schwarz-weiss-grün Beitrag anzeigen
    E10 war ein reines Politikum, kein Mineralölhändler wollte das weil der Deutsche Markt bei sowas sehr schwierig ist. Nochmal, der Umsatz ist in der Branche eine recht unwichtige Größe. Jeder kleine Mineralölhändler hat einen verhältnissmäßig hohen Umsatz, dennoch bedeutet dies bei weitem kein Gewinn. Die hohen Preise hat man direkt bzw. indirekt der Politik zu verdanken. Das fängt an mit Steuern, immer irrsinigeren und immer teureren Auflagen, falsche Aussenpolitik bis zur Brandmarkung durch einige politische Strömungen die bspw. eine Versicherung für gewisse Offshore-Projekte unmöglich macht oder immens teuer.
    Die Preiserhöhungen zu Ostern und zu den großen Ferien haben nix mit dem Umsatz zu tun?! Komisch, wenn etwas an den Benzinpreisen konstant geblieben ist, dann die Steuern. Das kann es also nicht sein.
  3. #82

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Eins haben Sie also noch.
    Nicht ich, sondern "wir". Das Fahrzeug wird von drei Menschen genutzt, die sich absprechen müssen.

    Die Entscheidung ÖPNV vs Auto ist bei mir nicht nur eine Rechenaufgabe. Die Qualität der Fortbewegung zählt genauso (vielleicht sogar stärker) wie deren Kosten. Und da schneidet der ÖPNV schlecht ab...
    Eben. Der Faktor Bequemlichkeit. Der muß dann eben im Zweifelsfall mit höheren Treibstoffkosten bezahlt werden. Nichts weltbewegend-ungewöhnliches also.

    Auch wenn die derzeitigen Preise schon ziemlich deftig sind, die Zeiten von Preisen um einen EUR herum sind vorbei. Endgültig.

    Das mag man bedauern oder begrüßen, jenachdem.

    (wir haben eine Umweltkarte).
    Wie schön. Wir auch.

    Da ich keine Start/Stopp-Einrichtung habe, geht beim Neustarten erheblich mehr Sprit drauf als beim Laufenlassen.
    Das ist ein Märchen aus der seligen Zeit der Vergasermotoren, Anreicherung zum Start. Bei modernen Einspritzanlagen wird das Gemisch auf die Umgebungs-/Motortemperatur abgestimmt.

    Da wird nicht mehr verbraucht. Das gilt für lange Ampelphasen - temporär eingerichtete, mobile Baustellen-LZA sind ein nettes Ärgernis - genauso wie für Bahnschranken.
  4. #83

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Steuern sind ein sehr kleiner Posten, sie werden nur einmal im Jahr erhoben. Versicherung ist okay, aber da gibt es den Schadenfreiheitsrabatt, der diese Kosten auf 40% drücken kann. Wartung und Reparaturen können in freien Werstätten immerhin etwas gedrückt werden, sind aber zweifelsfrei eine einzurechnende Größe. Wertverlust ist ein reinstatistischer Wert, der erst beim Verlauf zum Tragen kommt und im Alltag während der Nutzung keine Rolle spielt. Zinsverluste? Was soll denn das sein? Würde ich für das Geld kein Auto kaufen, würde es für anderes ausgegeben. Allenfalls bei Kreditfinanzierung des Untersatzes würde ich das mit einrechnen.

    Ebenso wie man das Auto schönrechnen kann, so kann man es auch schlechtrechnen.
    Das hat weder mit schon - noch mit schlechtrechnen etwas zu tun, es sind Tatsachen.
    Wertverlust ist kein statistischer Wert, sondern ein Reeller. Jeden Tag und nicht nur beim Verkauf, verliert das Auto an Wert. Zinsverluste fallen ebenso an und zwar auch täglich, egal ob man den Wagen auf Ktredit gekauft hat oder bar bezahlt hat.
    Denken Sie mal darüber nach!
  5. #84

    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Aktueller Abruf zu Zielen um meinen Wohnort:

    Fahrtzeit Reiseweite
    8 Min. ca. 1.9 km
    GWS-Tarif: Preisstufe K3 (2.45 Euro)

    Da müsste ich doch gepudert sein.. *gg
    Da muss ich noch einmal drauf eingehen.
    So eine Aussage, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. So etwas bin ich eigentlich nur aus Griechenland gewohnt.
    Die Griechen setzen sich auch in ein Auto um Zigaretten vom 100 m entfernten Kiosk zu holen. Da kommt bei mir immer die Frage auf, wie es Alexander zu Fuss bis nach Inden schaffte.
    Wer 1,9 km mit den öffentlichen Verkehrsmittel oder mit dem eigenen Wagen fährt, muss tatsächlich mit dem Klammerbeutel gepudert sein.
    Eine solche Strecke zu Fuss zu gehen ist kostenlos, wahrscheinlich schneller und wesentlich gesünder.
  6. #85

    Fuß vom Gas

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Das ist ein Märchen aus der seligen Zeit der Vergasermotoren, Anreicherung zum Start. Bei modernen Einspritzanlagen wird das Gemisch auf die Umgebungs-/Motortemperatur abgestimmt.

    Da wird nicht mehr verbraucht. Das gilt für lange Ampelphasen - temporär eingerichtete, mobile Baustellen-LZA sind ein nettes Ärgernis - genauso wie für Bahnschranken.
    Ich bin kein Ingenieur. Beim Anlassen wird das Gaspedal gar nicht berührt. Dennoch zeigt die Verbrauchsanzeige nach dem Starten einen wesentlich höheren Augenblicksverbrauch an als beim Fahren. Daher stammt meine Aussage. Tatsächlich richte ich mich nach der zu erwartenden Dauer der Standzeit. Schranken und Baustellenampeln sind gute Beispiele.

    An einer gewöhnlichen Ampel ist die Standzeit meist zu kurz. Mein Dienstwagen hat eine Start/Stoppautomatik, das ist natürlich optimal. Mein Privatwagen ist beim Abschalten der Zündung komplett tot, bei Italienern geht dann leider nur noch die Warnblinkanlage.
  7. #86

    Wert und Verlust

    Zitat von krassopoteri Beitrag anzeigen
    Das hat weder mit schon - noch mit schlechtrechnen etwas zu tun, es sind Tatsachen.
    Wertverlust ist kein statistischer Wert, sondern ein Reeller. Jeden Tag und nicht nur beim Verkauf, verliert das Auto an Wert. Zinsverluste fallen ebenso an und zwar auch täglich, egal ob man den Wagen auf Ktredit gekauft hat oder bar bezahlt hat.
    Denken Sie mal darüber nach!
    Der Wertverlust bezieht sich auf den Wiederverkaufswert und das können Sie natürlich auf den Kilometer umrechnen, klar. Zinsverluste entstehen, weil ich das Auto besitze. Hätte ich statt dessen das Geld noch auf dem Konto, würden Zinsen anfallen. Da kann ich tatsächlich nur die Qualität der Fortbewegung gegenhalten. Für Sparfüchse ist das Auto wahrscheinlich vollkommen ungeeignet. Man müßte beim ÖPNV allerdings auch einige Dinge einrechnen, die man nicht jeden Tag sieht, das Verletzungsrisiko bei Überfällen etwa. Behandlungskosten, Sachschäden, eine PTBS. Bluthochdruck wegen ständiger Ausfälle und Verspätungen. In Berlin ist der ÖPNV grundsätzlich gut aufgestellt, in der Praxis funktioniert es allerdings schlecht. Kommt auf die Linien an, die man braucht.
    Am meisten spart, wer nur zu Fuß geht.
  8. #87

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Ich bin kein Ingenieur. Beim Anlassen wird das Gaspedal gar nicht berührt.
    Dann ist's wohl eine Multec- oder Saugrohreinspritzung. Verbrauchsanzeige? Zeiger oder LED?

    Die Zeigerinstrumente taugen nix, hat schon der ADAC beim Aufkommen der ersten Instrumente mit Tests bewiesen. Die Anzeige mißt lediglich den Unterdruck im Ansaugtrakt - und da der sich beim Starten gegenüber dem Außendruck kurzfristig erhöht, schnellt der Zeiger auf hohe Verbrauchswerte, um dann wieder abzusinken.

    Die Dinger sind immer noch Gegenstand von Diskussionen.

    3er allg. - Verbrauchsanzeige - BMW-Treff Forum

    Modernere Instrumente zeigen erst nach einer gewissen Fahrstrecke einen digitalen Wert an - dem traue ich aber auch nicht über den Weg. Man müßte die Durchflußmenge an den Einspritzdüsen messen - aber das ist viel zu aufwendig.

    Mein Privatwagen ist beim Abschalten der Zündung komplett tot, bei Italienern geht dann leider nur noch die Warnblinkanlage.
    Das macht doch nix.Wie ein anderer Forist schon bemerkte: Wenn man per Pedes oder Fahrrad (in Berlin sicherlich ein Himmelfahrtskommando ;-) ) unterwegs ist, erzeugt das Auto - so vorhanden - nur noch die Fixkosten.

    Also: Per Muskelkraft unterwegs - spart Geld und ist - Bewegung - auch noch gesund.
  9. #88

    Standardausrede

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Dann ist's wohl eine Multec- oder Saugrohreinspritzung. Verbrauchsanzeige? Zeiger oder LED?
    Die Zeigerinstrumente taugen nix, hat schon der ADAC beim Aufkommen der ersten Instrumente mit Tests bewiesen. Die Anzeige mißt lediglich den Unterdruck im Ansaugtrakt - und da der sich beim Starten gegenüber dem Außendruck kurzfristig erhöht, schnellt der Zeiger auf hohe Verbrauchswerte, um dann wieder abzusinken.
    Modernere Instrumente zeigen erst nach einer gewissen Fahrstrecke einen digitalen Wert an - dem traue ich aber auch nicht über den Weg. Man müßte die Durchflußmenge an den Einspritzdüsen messen - aber das ist viel zu aufwendig.
    LED. Dass die Anzeige nicht viel taugt, ist klar. Auch ist der angezeigte Durchschnittswert um mindestens einen Liter zu niedrig. Dient eher als Ansporn.
    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    ...Also: Per Muskelkraft unterwegs - spart Geld und ist - Bewegung - auch noch gesund.
    [Standardausrede] Ich wart' ja bloß auf besseres Wetter. [/Standardausrede]
  10. #89

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    In Berlin ist der ÖPNV grundsätzlich gut aufgestellt, in der Praxis funktioniert es allerdings schlecht. Kommt auf die Linien an, die man braucht.
    Am meisten spart, wer nur zu Fuß geht.
    Also, ein wenig kenne ich Berlin auch und selbstverständlich auch andere Grosstädte, wie etwa Frankfurt, Köln, Hamburg, etc.
    Glauben Sie mir, Berlin hat das mit Abstand beste Nahverkehrsystem in der Republik und ist meines Wissens auch noch das preiswerteste.
    Machen sie die BVG nicht schlechter als sie ist.


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