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Mit Ethik gegen künftige Krisen?

Nach Überzeugung des Tübinger Theologen Hans Küng sind es nicht strengere Regeln, die eine weitere Finanzkrise in der Zukunft verhindern könnten. Vielmehr ist es an ethischen Regeln orientiertes Verhalten aller Beteiligten. Eine gute Grundlage zur Vermeidung künftiger Krisen?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach Überzeugung des Tübinger Theologen Hans Küng sind es nicht strengere Regeln, die eine weitere Finanzkrise in der Zukunft verhindern könnten. Vielmehr ist es an ethischen Regeln orientiertes Verhalten aller Beteiligten. Eine gute Grundlage zur Vermeidung künftiger Krisen?

    Nein. Enge Gesetze und hohe Strafen.
    Die Wirtschft muss asozial sein, um ihr Paradigma zu erfüllen. Mit Ethik oder Moral ist der Unterschicht nicht beizukommen. Nur die Angst vor der JVA und Verarmung würde Abhilfe schaffen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach Überzeugung des Tübinger Theologen Hans Küng sind es nicht strengere Regeln, die eine weitere Finanzkrise in der Zukunft verhindern könnten. Vielmehr ist es an ethischen Regeln orientiertes Verhalten aller Beteiligten. Eine gute Grundlage zur Vermeidung künftiger Krisen?
    Fragt sich erst mal, welche Ethik Küng da so meint. Kann von Fall zu Fall von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent, von Kultur zu Kultur diametral entgegengesetzt sein. Genau die Schwäche von Küngs "Weltethos".
  3. #3

    Zitat von Volker Gretz Beitrag anzeigen
    Mit Ethik oder Moral ist der Unterschicht nicht beizukommen.
    Banker als "Unterschicht" zu bezeichnen, ist natürlich recht originell.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach Überzeugung des Tübinger Theologen Hans Küng sind es nicht strengere Regeln, die eine weitere Finanzkrise in der Zukunft verhindern könnten. Vielmehr ist es an ethischen Regeln orientiertes Verhalten aller Beteiligten. Eine gute Grundlage zur Vermeidung künftiger Krisen?
    Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch in erster Linie schlecht ist, dann nicht.
    Erst muessen wir gesellschaftlich so weit sein, dass es z.B. verpoent ist, das Finanzamt zu betreugen.
    Das wird aber heute von der Gesellschaft ueberwiegend als ein akzeptiertes Delikt angesehen.
    Ethische Regeln werden daher in einer solchen Gesellschaft einfach verpuffen.
  5. #5

    Zitat von m. m Beitrag anzeigen
    Banker als "Unterschicht" zu bezeichnen, ist natürlich recht originell.
    Wie würden Sie Unterschicht sonst definieren?

    Keine sozialen Bindungen, keine Ethik, keine Heimat,... und belasten zum persönlichen Gewinn Gesellschaften mit Milliarden.
  6. #6

    Zitat von Volker Gretz Beitrag anzeigen
    Wie würden Sie Unterschicht sonst definieren?
    Wie gesagt, ich fand Ihre Klassifizierung orignell im Gegensatz zur "landläufigen" Definition:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Unterschicht

    Wenigher originell finde ich Ihre Begründung:
    Keine sozialen Bindungen, keine Ethik, keine Heimat,... und belasten zum persönlichen Gewinn Gesellschaften mit Milliarden.
    Natürlich haben die allermeisten Banker "soziale Bindungen". Und natürlich auch "Heimat". "Keine Ethik" ist hingegen das, was Küng beklagt - da fragt man sich aber: Welche Ethik soll es denn sein, welche Finanzkrisen künftig verhindern soll?

    Wenn Sie zB eine utilitaristische Ethik ansetzen, kann es für das Individuum durchaus Sinn machen, so viel Gewinn wie möglich zu machen mit dem Ziel, Macht, Reichtum, Anerkennung und somit Glück zu erfahren. Ob andere dabei den Bach runtergehen, ist bei einer solchen ethischen Präferenz völlig zweitrangig.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach Überzeugung des Tübinger Theologen Hans Küng sind es nicht strengere Regeln, die eine weitere Finanzkrise in der Zukunft verhindern könnten. Vielmehr ist es an ethischen Regeln orientiertes Verhalten aller Beteiligten. Eine gute Grundlage zur Vermeidung künftiger Krisen?
    Krisen sind systemimmanent: Die Verwertung des Werts (Kapital ist nicht einfach eine Wertsumme, sondern Wert, der sich verwertet, Mehrwert hervorbringt - durch die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft...) kennt keine innere Grenze, sie ist maßlos. Der Druck der Konkurrenz zwingt den einzelnen Kapitalisten diese Maßlosigkeit auf, ob sie individuell besonders gierig sind oder nicht, (sich an ethischen Regeln orientieren oder nicht) spielt dabei keine große Rolle.

    Die unmittelbaren Produzenten sind in dieser auf immer mehr Verwertung ausgerichteten Produktion ein Kostenfaktor, den es zu reduzieren gilt, während gleichzeitig die Produktivität dieses Faktors immer weiter gesteigert werden soll. Diese Konstellation hat nicht nur äußerst zerstörerische Konsequenzen für die Arbeitskraft (wie auch für die Natur), sie bildet auch eine wesentliche Ursache der Krisenhaftigkeit der kapitalistischen Produktionsweise.

    Der permanenten Steigerung der Produktivität, die meist eine Produktionsausweitung erfordert, steht eine Tendenz zur Beschränkung der Konsummöglichkeiten gegenüber, da aus Kostengründen Lohnhöhe und Beschäftigtenzahl gering bleiben sollen. Es ist, als ob man beim Autofahren Gaspedal und Bremspedal stets gleichzeitig betätigt, was auf Dauer nicht gut gehen kann. Nicht äußere Störungen, sondern das Ziel kapitalistischer Produktion, die beständige Steigerung der Kapitalverwertung, liegt der krisenhaften Entwicklung des Kapitalismus zugrunde.

    Etablierte Wirtschaftswissenschaftler wie linke Kritiker gehen häufig davon aus, dass es sich bei der kapitalistischen Produktion einerseits und den Finanzmärkten andererseits um völlig verschiedene Welten handle. Hier die solide Produktion, dort die windige Spekulation. Dabei wird aber vergessen, dass auch die kapitalistische Produktion auf Spekulation beruht: Auch der Autoproduzent spekuliert beispielsweise darauf, dass die teuren Benzinfresser genug Abnehmer finden - eine Spekulation, die genauso schiefgehen kann wie die Spekulation auf steigende Aktienkurse.

    Wenn nun gefordert wird, die Banken und Finanzinstitutionen sollten sich doch auf ihre "eigentliche" Aufgabe konzentrieren, nämlich die Unternehmen mit Kapital zu versorgen, und sich nicht einer ausufernden Spekulation hingeben, dann gerät das Entscheidende aus dem Blick. Genauso wenig wie der Zweck der Automobilindustrie darin besteht, Mobilität herzustellen, besteht der Zweck des Bankensystems in der Kapitalversorgung. Die Automobilindustrie stellt Autos her, um damit Profit zu machen, Banken vergeben Kredite, um Gewinn zu machen. Beide versuchen ihre Geschäfte so einzurichten, dass der Gewinn maximal wird - nur damit können sie ihr ökonomisches Überleben sicherstellen.
    weiter bei Heinrich
  8. #8

    jepp.

    Zitat von Volker Gretz Beitrag anzeigen
    Nein. Enge Gesetze und hohe Strafen.
    Die Wirtschft muss asozial sein, um ihr Paradigma zu erfüllen. Mit Ethik oder Moral ist der Unterschicht nicht beizukommen. Nur die Angst vor der JVA und Verarmung würde Abhilfe schaffen.
    vollumfängliche zustimmung.
    die küng'sche gutmenschen-rezeptur hilft erwiesenermaßen nicht.
  9. #9

    Utopie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach Überzeugung des Tübinger Theologen Hans Küng sind es nicht strengere Regeln, die eine weitere Finanzkrise in der Zukunft verhindern könnten. Vielmehr ist es an ethischen Regeln orientiertes Verhalten aller Beteiligten. Eine gute Grundlage zur Vermeidung künftiger Krisen?
    Ethik muss man sich leisten können. Und wer kann das schon? Das Schneller-Höher-Weiter-Prinzip bringt weiter und wer zählt dabei schon die Leichen am Wegesrand?


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