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Milchpreise - was sind Sie bereit zu zahlen?

Die Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
  1. #1

    welchen Preis ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
    Meine Weigerung - kürzlich in einem Supermarkt - den angegebnen Preis, welcher auf der Packung ausgewiesen war, zu zahlen, kommentierte die freundliche Dame an der Kasse mit einem sonderbaren Lächeln und einer Handbewegung, die der gemeine Mitteleuropäer wohl für 'Vogel zeigen' verwendet.
    Ich schlußfolgere daraus, dass es völlig belanglos ist was ich bereit bin zu zahlen.
  2. #2

    Warum gibt es zu viel Milch ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
    Gibt es vielleicht zu viele Milchkühe und damit zu viel produzierte Milch ? Dann sollten die Bauern ihre Produktion umstellen oder wird die Produktion staatlich gestützt ? Seit Jahren jammern die Milchbauern(alle Bauern jammern, mal zu nass, mal zu trocken,zu viel Wind, zu späte Sonne und und und) über zu niedrige Preise aber dass kann der Markt doch regeln, Angebot und Nachfrage. Ich komme nicht aus der Landwirtschaft( bin aber auf dem Dorf groß geworden)aber die Agrarpolitik ist mir schon sehr lange Zeit ein Rätzel, da werden mit Massen an Geld die unterschiedlichsten Projekte gestützt deren Sinn sicher zweifelhaft ist.
    Ich persönlich freue mich immer über niedrige Preise.
  3. #3

    Es ist eine Schande, wie die Primärproduzenten geknechtet werden!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Rinderzucht und Milchwirtschaft haben über Jahrhunderte Europa geprägt, sind Teil unserer Kultur und dt. Bauern hatten bisher einen führenden Platz in der Zucht und in der Vielfalt sowie Qualität bei Milch und den daraus hergestellten Produkten. Gerade die derzeit akute Gefahr einer Grippepandemie zeigt, welche Irrwege mit industrieähnlicher Massentierhaltung beschritten werden.

    Rinder, insbesondere Milchkühe, sind nicht so schnell wieder in Leistungsherden aufzubauen, wenn die Milchproduktion erst mal aufgegeben wurde, ist ein Neuanfang bei veränderter Marktlage nicht leicht möglich.

    Bei den derzeitigen Kostenstrukturen benötigen Bauern je nach Hoflage ca. 40 - 45 Cent/l Milch bei ca. 3,8 % Fett um mit ausreichendem Ergebnis rentabel Milch zu erzeugen.

    Dieser Erzeugerpreis muss ihnen zugestanden werden. Desweiteren muss verboten werden, dass in der EU Kunstkäse produziert und eingesetzt wird. Hier wird künstlich der Echtkäsebedarf und damit der Rohmilchmarkt erheblich gestört und der Verbraucher schamlos betrogen!

    Angesichts der Bedeutung der Milch für eine gesunde Ernährung muss die Schulmilchversorgung wieder Pflicht, der Trinkmilchverzehr durch besseres Marketing auf ca. 0,5 bis 1,0 l / pro Kopf erhöht werden und man sollte in der Gastronomie auch grundsätzlich Milch im Angebot haben.

    Zugleich muss man sich fragen, warum Molkereien und Handel an der Milch verdienen müssen, der Bauer jedoch ins Minus und in den Ruin geführt wird!

    Wenn die Gewinne in der Erzeugerkette vernünftig bei allen Beteiligten ankommen, wäre ich gern bereit, für einen Liter qualitativ hochwertige Trinkmilch zwischen 80 Cent bis 1,0 Euro zu bezahlen!

    Mit freundlichen Grüssen

    Abu Karim
  4. #4

    Eigene Verantwortung

    Von Erich Kästner stammt der Satz: an jedem Unfug, der passiert, ist nicht nur der schuld, der ihn verursacht hat, sondern auch der, der in nicht verhindert (das fliegende Klassenzimmer).

    Es ist jetzt einfach, auf die Discounter einzuschlagen. Fassen wir uns mal lieber an die eigene Nase. Jeder, der Milch zum Dumpingpreis kauft, ist mit verantwortlich an der Situation. Es gibt auch heute noch Milch, die zu fairen Preisen angehoben wird, z.B. Bio-Milch in Reformläden oder selbst im Supermarkt.

    Aber auch die Bauern sind nicht unschuldig. Früher stellten die Bauern viele Produkte gleichzeitig her, sie hatten Felder mit Getreide und Gemüse und Schweine und Kühe und Geflügel. Heute konzentrieren viele Bauern sich auf einen einzigen Artikel: nur Schweine oder nur Milchkühe oder nur Getreide usw. Damit machen sie sich von den Schwankungen der einzelnen Märkte extrem abhängig. Zudem deutet die Preisentwicklung darauf hin, dass anscheinend mehr Milch produziert wird als nachgefragt wird. Mittelfristig hilft da wohl nur eine Verringerung der Produktionsmenge.

    Allerdings, eins muss uns Verbrauchern klar sein. Wenn die Lebensmittelpreise steigen (und damit verbunden hoffentlich auch die Qualität), wird deswegen unser Einkommen nicht ebenfalls angehoben werden. Das Mehr-Geld für Lebensmittel werden wir woanders wieder einsparen müssen.
  5. #5

    Zitat von Karkur Beitrag anzeigen
    Sehr geehrte Damen und Herren!
    Rinderzucht und Milchwirtschaft haben über Jahrhunderte Europa geprägt, sind Teil unserer Kultur und dt. Bauern hatten bisher einen führenden Platz in der Zucht und in der Vielfalt sowie Qualität bei Milch und den daraus hergestellten Produkten. Gerade die derzeit akute Gefahr einer Grippepandemie zeigt, welche Irrwege mit industrieähnlicher Massentierhaltung .....
    Danke für ihre Sicht der Dinge !
    Wenn ich Sie richtig verstehe, gibt es schon eine Überproduktion und es fehlt eine Strategie den Bedarf an Milch zu steigern. Besser, mit einer Kampanie " Milch ist gesund " oder ähnlich wäre den Bauern schon geholfen ?
    Dann sollte sich die Bauer Experten der Pharmaindustrie ausleihen, die Wissen wie man die Ware an den Mann (Frau) bringt.
    Trotzdem denke ich es hat auch was mit der Struktur der Produktion zu tun, riesige Rinderställe und die Spezialisierung nur auf Milch, das kann nicht gut sein.
    Die ganze Landwirtschaft ist mir zu sehr industriemäßig aus gerichtet mit Hühnerfabriken, Schweinefabriken u.s.w.
    Die gesunde Mischung fehlt.
  6. #6

    Was heißt hier auch?

    Zitat von Karkur Beitrag anzeigen
    ... Angesichts der Bedeutung der Milch für eine gesunde Ernährung muss die Schulmilchversorgung wieder Pflicht, der Trinkmilchverzehr durch besseres Marketing auf ca. 0,5 bis 1,0 l / pro Kopf erhöht werden und man sollte in der Gastronomie auch grundsätzlich Milch im Angebot haben...
    Man sollte in der Gastronomie nur noch Milch im Angebot haben.

    Im Ernst: Wir brauchen eine Umstellung der bäuerlichen Kultur. Abhängig von einem einzigen Produkt zu sein, das ist (wie ein anderer Forist auch schrieb) nicht vernünftig. Es fragt sich allerdings, ob diese Entwicklung nicht durch politische Vorgaben auf EU-Ebene verursacht wurde und ob dieser "Wahnsinn" überhaupt noch umgedreht werden kann.
  7. #7

    Zitat von Karkur Beitrag anzeigen
    ...wäre ich gern bereit, für einen Liter qualitativ hochwertige Trinkmilch zwischen 80 Cent bis 1,0 Euro zu bezahlen!
    Ich nicht!
    Vielmehr bin ich über das ständige Gejammere eh schon subventionierter Betriebe und Branchen empört und empfinde das Stänkern und Pseudoargumentieren gegen niedrige Preise als unverschämten Anschlag auf meine Geldbörse! Es gibt Menschen in diesem Land, die für sinkende Preise dankbar sind!

    Sie können ja gerne 1 Euro bezahlen! Und noch besser: Sie sorgen für eine geringere Produktion von Milch und Ihre Preise werden wunschgemäß nach oben schnellen!!!
  8. #8

    Zitat von Orix Beitrag anzeigen
    Gibt es vielleicht zu viele Milchkühe und damit zu viel produzierte Milch ? Dann sollten die Bauern ihre Produktion umstellen oder wird die Produktion staatlich gestützt ? Seit Jahren jammern die Milchbauern(alle Bauern jammern, mal zu nass, mal zu trocken,zu viel Wind, zu späte Sonne und und und) über zu niedrige Preise aber dass kann der Markt doch regeln, Angebot und Nachfrage. Ich komme nicht aus der Landwirtschaft( bin aber auf dem Dorf groß geworden)aber die Agrarpolitik ist mir schon sehr lange Zeit ein Rätzel, da werden mit Massen an Geld die unterschiedlichsten Projekte gestützt deren Sinn sicher zweifelhaft ist.
    Ich persönlich freue mich immer über niedrige Preise.
    Wie toll der vielgepriesene Markt mit Angebot und Nachfrage etwas regelt, hat uns die Finanzkrise ja wohl soeben vor Augen geführt.
    Bei der landwirtschaftlichen Erzeugung handelt es sich um eine Urproduktion und die kostet eben, was sie kostet. Eine Kuh lässt sich nicht abschalten, wenn die Nachfrage einbricht. Milchviehhalter müssen in mehreren Jahren planen. So wie sich die Kuh nicht abschalten lässt, so lässt sich auch keine neue Kuh einschalten. Sie wollen doch auch im Winter nicht auf Milch verzichten, nun, damit Sie im Winter nicht verzichten müssen, muss der Landwirt jetzt Überkapazitäten haben, damit er auch im Winter noch genug Milch liefern kann. Und diese Überkapazität muss ganzjährig mit finanziert werden. Ich persönlich würde mir ja wünschen, dass mehr Landwirte aus der Milchviehhaltung aussteigen und wenn dann so ein richtig schöner Mangel entsteht, weil die Entwicklung in diesem Bereich eben nicht in Tagen sondern Jahren geht, dann möchte ich das Geschrei mal hören, wenn der Billigmilchbedarf der Discounter aus der fröhlich gepanschten Chinamilch gedeckt werden muss (Superfrisch und Umweltschonend einmal um die Welt gekarrt, lecker)
    Ich kann nur jedem empfehlen BIO Milch zu kaufen (und zwar nicht beim Discounter!) da kreigen die Bauern wenigstens einen Kosten deckenden Preis.
  9. #9

    massenmilch

    es ist wie der user orix schrieb, die milchbauern sollten sich fragen,ob sie nicht auf´s falsche pferd gesetzt haben.sie benötigen angeblich kostendeckende 40-45 cent/l
    und erhalten 24 c.das möchte mir doch mal ein (reiner) milchbauer erklären,wie er das seit geraumen zeiten überhaupt durchhalten konnte.
    die vielen bauern, die sich neben der landwirtschaft mit 10 oder 20 milchkühen
    noch ne kleine "nebenmark" machen wollte,
    guckt jetzt natürlich dumm aus der wäsche,
    weil vielleicht langfristige verträge mit genossenschaften oder produktionsgemeinschaften geschlossen wurden,die milch im kleinformat ist für den bauern ein zusatzgeschäft.
    höhere preise kann man wahrscheinlich auf dem wochenmarkt oder im hofladen verlangen,
    gegen grosse milchbetriebe kann man da in der preisgestaltung nicht mithalten.


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