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Lässt sich die Macht der Finanzmärkte brechen?

Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?
  1. #30

    Zitat von w.blankschein Beitrag anzeigen
    Schade, dass die Diskussion hier einem so hervorragenden, unglaublich gründlich recherchierten Artikel der SPIEGEL-Redaktion (bisher) so wenig gerecht wird. In den Schlussfolgerungen und unbeantworteten Fragen (S.70) läge so viel konkreter Zündstoff, lägen so viele konkrete Lösungsansätze ...
    Leider fühlen sich in den Foren hier zu viele nur berufen, ihre "immer schon" als richtig angesehenen Lösungen dem geneigten Publikum zum Besten zu geben: Der Kapitalismus "musste" doch im Scheitern/ in einer großen Krise enden <-> Kapitalflüsse in den Welt-Märkten dieser Welt bringen letztlich doch nur materielle Segnungen, zu denen "der Sozialismus" nie fähig war. Oder: "Der Kapitalismus" spaltet Gesellschaften und führt notwendig zu extremer sozialer Ungerechtigkeit <-> Westliche Politiker haben seit Jahrzehnten keine solide Haushaltspolitik geführt, "die Märkte" reagieren doch nur auf unsolide Haushaltsführung des "sozialen Wohlfahrtsstaates". - Gibt es keine anderen Handlungsalternativen?
    Der Leitartikel problematisiert einige konkrete Ansätze. Ob "die politische Klasse" (Helmut Schmidt) wirklich den Mut aufbrächte, sozial und volkswirtschaftlich begründete Normen in Kontrollen und Begrenzungen der globalen Märkte umzusetzen - ich habe da meine Zweifel. Nicht zuletzt, weil sie (fast) alle der Populismus umtreibt nebst dem unbändigen Willen, an "der Macht" wenigstens zu partizipieren, wenn man die "Machtzentren der Kapitalmärkte" (Spiegel-Titel) schon nicht kontrollieren kann.
    Ich wünschte mir eine international anerkannte "Ethik-Kommission", die sich aus Ökonomen, Sozialwissenschaftlern, Philosophen und Politikwissenschaftlern und ... zusammensetzen sollte und Regeln einschließlich der Kontrollmechanismen entwerfen sollte. Kapitalismus-kritische Aspekte wären dabei ebenso zu berücksichtigen wie klare Vorgaben für eine solide Haushaltsführung. Die Menschen brauchen weder Casino-Kapitalismus noch hilft ihnen linker Populismus in der Zuspitzung auf die Debatte um Spitzensteuersätze. Entscheidend ist: Wie können wir diese globalen Märkte demokratisch kontrollieren und human regulieren?!
    Meine Güte......eine Kommission.....warum denn wieder sowas undemokratisches. Eine handvoll Leute, die viel einfacher zu bestechen, bedrohen und einzuschüchtern sind als Viele......Es braucht keine Kommission, sondern nur Demokratie, aber nicht die Stellvertreterdemokratie, die aus Bürgern Sklaven macht, sondern eine direkte Demokratie, in der das Volk entscheidet. Das Volk hat immer recht, das muss man sich merken: DAS VOLK HAT IMMER RECHT, wenn es um Demokratie geht. Halb- oder Ganzdiktaturen, auch Perteiendiktaturen lösen und regeln nichts sondern zerstören ausschliesslich.

    rolli
  2. #31

    Keine Lösungen in Sicht

    Zitat von Manukun Beitrag anzeigen
    Dass Sie den Hochfrequenzhandel als mitschuldig am gegenwärtigen Finanzdebakel ansehen, zeigt, dass Sie rein gar nichts über dessen Funktionsweise Begriffen haben.
    Die Finanzmärkte als Zockerbuden zu bezeichnen, geht ebenfalls an den Tatsachen vorbei. Sicher gibt es eine Menge Marktteilnehmer, die die Märkte zum Zocken benutzen. Wenn sie dann auf die Nase gefallen sind, suchen sie die Schuld natürlich nicht am eigenen Unvermögen, sondern wälzen die Schuld auf die anonymen und völlig neutralen Märkte ab.
    Das ist schlicht billigste Polemik.
    Solange Politiker nicht an einer Lösung interessiert sind sondern reine Kosmetik betreiben wird sich nichts ändern.

    Ist wohl keine Neuigkeit und sehr banal. Zur Lösung der Staatsverschuldung gibt es zwei Möglichkeiten. Höhere Steuern oder geringere Ausgaben.

    Alternativ einmalige Zwangsabgabe um wenigstens die aussereuropäischen Gläubiger auszuzahlen. Da gehen uns zumindest die Meinungen der Rating-Agenturen am A...... vorbei.

    Anschließend gibt es keine Kredite mehr oder nur noch von der EZB ohne Umweg über die Banken.

    Beim Sparen im Staatshaushalt geht es nur in einer Form, 20% weniger für alle. Für die Bevölkerung, die Minister die Ministerien usw. Nur so kommt Gerechtigkeit in die Sache.

    Ob nun 10 Billionnen Privatvermögen in Europa in der Ecke liegen bleiben und bei einem Eurocrash mit unter gehen oder diese Vermögen unser Leben in dieser Form retten bleibt sich für mich gleich.

    Ich würde gerne mein relativ geringes Barvermögen für ein ruhiges Weiterleben statt Anarchie und Bürgerkrieg opfern. Ich schreibe da von mehr als von ein paartausend Euro

    Es gibt allerdings jede Menge Leute die lieber die halbe Menschheit opfern ehe sie 10% von ihrem Vermögen abgeben.

    All diese Lösungen will eigentlich kein Mensch. Dann wäre die Anhäufung von Vermögen sinnlos geworden und der Menschheit ihr liebstes Spielzeug genommen.
  3. #32

    Wirtschaft und das wirtschaftsferne / wirtschaftsfeindliche Bildungsbürgertum

    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    Es gibt keine Priorität der Wirtschaft über die Bürger, es sei denn, man ist ein NIcht-demokrat.
    Auch eine Demokratie kann die Tatsache der Knappheit der Güter nicht aufheben. Diese Knappheit wird also "Priorität" haben. Die Frage ist lediglich, wie man die Knappheit gesellschaftlich regelt.
    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    Die Finanzmärkte sind gut, sie sind aber so schlecht, dass man sie ändern muss......wow....klassse...
    rolli
    Das nennt man differenziertes Denken.
    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    ....wirtschaftsfernen Bildungsbürgertum ........hahahahha, das ist das Gequatsche der INSM.....etwa so einfaltspinselig wie der Begriff "Gutmensch".
    O.K., auch Emotionen sind in diesen Foren zulässig und offenbar auch Herabwürdigungen, wenn einem etwas nicht gefällt.

    Was meine Kritik am "wirtschaftsfernen Bildungsbürgertum" angeht: Es gibt in Deutschland eine breite Schicht durchaus gebildeter Leute, die "Wirtschaft" unterschwellig abzulehnen scheinen und hauptsächlich moralische Einwände haben. Die vorgebrachte Kritik ist leider häufig von großer Unkenntnis geprägt (ist im Gegenzug dann aber voll von Ressentiments), Unkenntnis des Kritisierten wie auch Unkenntnis über die möglichen Alternativen oder das Fehlen davon. Dies ebnet (a) Populisten und Ideologen den Weg, (b) führt in der Tendenz in Deutschland zu einem bevormundenden Staat, in dem aus ethisch-moralischen Gründen alles irgendwie Zweifelhafte vorsichtshalber schon einmal verboten ist und in dem das menschliche freie Leben zu ersticken droht.
  4. #33

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?
    Geld ist nunmal dasjenige Produkt, welches am profitabelsten und kostengünstigsten zum wirtschaftlichen Erfolg einer VW beiträgt, und auch ganz im Sinne von sowohl technischen als auch kosteneffizienten Innovationen. Die Kapitalmärkte substituieren zunehmend menschliche Arbeit/-kraft. Wer oder was von dieser Innovation nicht korumpiert wird, entscheidet sich im Sinne der Eingangsfrage für eine Deregulierung, s. Attac oder INWO. Aber deren Lobby ist natürlich zu klein. Langfristig würde nur ein wirtschaftlicher GaU den Grundstein für eine ressourcenorientierte, weniger turbokapitalistische Global-VW legen können.
  5. #34

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?
    Wenn es vor einigen Jahren noch leicht möglich war als Staat grosse
    Schulden zu machen, dann hat sich das nun geändert.
    Es wird einen "Kampf" ums Kapital geben, wie sich das schon bei der
    Eurokrise abzeichnet. Die USA und England wollen QE betreiben oder
    Geld drucken und die EZB nicht, weil eine Politik des leichten Geldes
    von den Märkten sanktioniert wird. Das ist ein wichtiger Hintergrund
    bei der Eurokrise. Deswegen der Druck auf die Eurozone, denn wenn
    es nur um Schulden geht, dann stehen die USA nicht besser da als
    Italien oder Spanien.
    Ganz selbstverständlich wollen die "Investoren" oder die Finanzindustrie wieder eine neue Sau durchs Dorf sagen und
    übertreiben da auch ein wenig um davon zu profitieren.
    Es ist klar, dass der Staat mit der niedrigen Zinspolitik über die
    Zentralbanken auch am Ende der Fahnenstange angelangt ist.
    Die Investoren haben keinen Bock mehr darauf weniger Rendite
    zu bekommen als die Inflationsrate.
  6. #35

    So dumm kann man doch nicht sein

    Zitat von Waldbahner2 Beitrag anzeigen
    Anschließend gibt es keine Kredite mehr oder nur noch von der EZB ohne Umweg über die Banken.
    Dazu brauchen sie nicht einmal die EZB - dafür genügt Klopapier!
    Die EZB kann soviel Papier bedrucken wie sie will, entscheidend ist, ob es jemand will. Dafür braucht es Vertrauen und wenn Politiker auch noch selbst die Geldmenge bestimmen dürfen - na dann "Gute Nacht"!
  7. #36

    so ist das und das werden sie

    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    Das ist ja das Casinoprinzip, das die Staaten kreiert haben. Unten kommt nun immer was raus, egal ob es erwirtschaftete wird oder nicht. Die Steuerzahlern zahlen.

    rolli
    Dieser Titel wäre originell, wenn er nicht schon so abgedroschen und daher hilflos wirkte.
    Er beweist auch, wieviel die Redakteure des Spiegel wissen.
    Sie sagten es, die soziale Marktwirtschaft gerät ins Stocken, wie ein Spielautomat, in den kein Geld mehr gegeben wird, denn Finanzmärkte können nur deswegen so stark sein, weil die Wirtschaft ständig Geld hineinpumpt. Es ist also die Wirtschaft und nicht die Finanzindustrie, die das ganze am Laufen hält.
    Die Gier von uns allen wird, gezügelt auf ein überlebensgerechtes Maß, zurückgeschnitten werden müssen, denn an zuviel Wachstum sind schon andere Spezies gescheitert.
    Der Dinosaurier Mensch führt zu einer Schuldenexplosion.
    Die Wirtschaft muss den Menschen dienen, dann könnte Leben wieder mehr bedeuten als überleben.
  8. #37

    ttt

    Zitat von WolfHai Beitrag anzeigen
    Was meine Kritik am "wirtschaftsfernen Bildungsbürgertum" angeht: Es gibt in Deutschland eine breite Schicht durchaus gebildeter Leute, die "Wirtschaft" unterschwellig abzulehnen scheinen und hauptsächlich moralische Einwände haben. Die vorgebrachte Kritik ist leider häufig von großer Unkenntnis geprägt (ist im Gegenzug dann aber voll von Ressentiments), Unkenntnis des Kritisierten wie auch Unkenntnis über die möglichen Alternativen oder das Fehlen davon. Dies ebnet (a) Populisten und Ideologen den Weg, (b) führt in der Tendenz in Deutschland zu einem bevormundenden Staat, in dem aus ethisch-moralischen Gründen alles irgendwie Zweifelhafte vorsichtshalber schon einmal verboten ist und in dem das menschliche freie Leben zu ersticken droht.
    es ist schon was dran, nur unterschwellig wenn auch nicht konform gibt es da ganz andere interessen im spiel die all zu oft vernachlässigt werden indem man auf populistische tendenzen hinweist.... die naturgemäss offensichtlich zutage kommen... ich verweise nur auf montis übergangsregierung die scheinbar konform mit bildungsbürgerlichem wutausbruch eine doch zweifelhafte umbildung hervorgebracht hat... wer hat denn die herrschaften legitimiert ? ... bevormundet wird man von den finanzindustrie ! die sich so gerne hinter dem politikertum versteckt... noch ein verweis auf cameron und seine tories lohnt sich auch, populistische stimmung hin oder her... deutsche interessen wurden kurzfristg ! durchgesetzt als beruhigungspille für die exportwirtschaft und innerpolitische Querellen.
  9. #38

    Zitat von WolfHai Beitrag anzeigen
    Auch eine Demokratie kann die Tatsache der Knappheit der Güter nicht aufheben. Diese Knappheit wird also "Priorität" haben. Die Frage ist lediglich, wie man die Knappheit gesellschaftlich regelt.

    Das nennt man differenziertes Denken.

    O.K., auch Emotionen sind in diesen Foren zulässig und offenbar auch Herabwürdigungen, wenn einem etwas nicht gefällt.

    Was meine Kritik am "wirtschaftsfernen Bildungsbürgertum" angeht: Es gibt in Deutschland eine breite Schicht durchaus gebildeter Leute, die "Wirtschaft" unterschwellig abzulehnen scheinen und hauptsächlich moralische Einwände haben. Die vorgebrachte Kritik ist leider häufig von großer Unkenntnis geprägt (ist im Gegenzug dann aber voll von Ressentiments), Unkenntnis des Kritisierten wie auch Unkenntnis über die möglichen Alternativen oder das Fehlen davon. Dies ebnet (a) Populisten und Ideologen den Weg, (b) führt in der Tendenz in Deutschland zu einem bevormundenden Staat, in dem aus ethisch-moralischen Gründen alles irgendwie Zweifelhafte vorsichtshalber schon einmal verboten ist und in dem das menschliche freie Leben zu ersticken droht.
    hahahaha.....angesichts Ihrer Tirade, sind mir die wirtschaftsfernen Gebildeten doch wirklich lieber als die wirtschaftsnahen Ungebildeten. Wären die Gebildeten an der macht gewesen, dann wären bestimmt viele Dinge anders gelaufen. Wie sich rausstellt, haben dei Ungebildeten die Welt schlimmer an die Wand gefahren, als eine Horde Schimpansen es je fertiggebracht hätte. ( Die Schimpansen verzeihen mir bitte diesen Vergleich.)

    rolli
  10. #39

    Schwierig, bei all den Schulden aber machbar

    Wie wir das auch von privaten Schuldnern kennen, sitzen die Geldgeber am längeren Hebel, solange man Hypotheken und Kredite aufgenommen hat oder gezwungen ist, diese aufzunehmen.
    Die öffentlichen Haushalte in Europa haben Schuldenberge aufgehäuft, die zurückbezahlt werden müssen ... und es werden weiter neue Schulden gemacht. Solange das so weitergeht, werden die europäischen Staaten weiter im Kreuzfeuer der Ratingagenturen und der internationalen Finanzmärkte stehen.
    Was nötig ist, ist ein konsequenter, sofort beginnender, langfristiger Konsolidierungskurs mit Verfassungsrang aller EU-Staaten. Wer keine Schulden hat und keine Schulden macht, braucht keine fremden Geldgeber, die mitreden wollen. Abgesehen davon ist es ohnehin verantwortungslos, den kommenden Generationen Schuldenberge zu hinterlassen.
    Dabei dürfen wir es nicht zulassen, dass ein Land für die neuen Schulden eines anderen aufkommt, denn die EU ist ein loser Staatenbund mit nationalen Parlamenten und nationaler Gesetzgebung - zumindest bis auf weiteres. Es ist dem nationalen Steuerzahler m. E. äusserstenfalls verständlich zu machen, wenn sich die EURO-Staaten auf eine Art "Altschuldenfond" einigten, um den hoch verschuldeten Südstaaten zu ermöglichen ihre Schuldenspirale in den Griff zu bekommen.
    Als weitere Maßnahme muss die europäische Politik weiter darauf dringen, weltweit den nervösen Unruhestiftern am Markt ein wirksames Beruhigungsmittel zu verpassen. Diese Beruhigungstropfen heißen: Transaktionssteuer, Verkauf von europäischen Staatsanleihen in erster Linie im Euroraum (es gibt doch genug flüssiges Kapital im Euroraum) und nicht weltweit, schnellstens Aufbau einer europäischen Ratingagentur als Gegenstück zu den 3 angloamerikanischen Privatunternehmen.


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