Lässt sich die Macht der Finanzmärkte brechen?

Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?
  1. #220

    Zitat von MarkusW77 Beitrag anzeigen
    Ach es gibt doch schon genügend Vorschläge fuer ein anderes Geld System. Kreutzer, Senf und Co. Haben haben schon Vorschläge gemacht.

    Immer nur das jetzige zu verteidigen und als das ultimative hinzustellen halt ich fuer wenig hilfreich die unbestreitbar vorhandenen Probleme zu lösen.

    Allein die denke, den Anspruch zu haben, das Geld, welches man gerade nicht benötigt, und weglegt (spart) müsse sich vermehren, gilt es zu hinterfragen. Fast jeder Gegenstand den ich kaufe, verliert an Wert, aber Geld allein soll sich vermehren....

    Einfach mal solche scheinbar Gott gegebenen Tatsachen hinterfragen und ueberlegn ob nicht ein anderes System menschlicher sein könnte.
    Wir brauchen etwas weniger als ein "neues System". Wir brauchen einen Datumsaufdruck auf den Geldschein. Dieser Datumsaufdruck bewirkt, dass alles Geld stets im Umlauf gehalten wird. Dann liegt vom Notenbanker aus gesehen, die ganze Kohle immer auf dem Tisch. Dann kann die Geldmenge gesteuert werden. Willentlich und professionell. Dann haben wir Preisstabilität und dann haben wir Zukunft. Beim Geld ist es nur eine letze kleine Korrektur, die es perfekt macht. Zu einem perfekten Tauschmittel eben. Seine "Wertaufbewahrungsfunktion" hat es dann endlich verloren, besser gesagt, die große Illusion, Geld könnte "Werte aufbewahren" sind wir dann endlich los und können unserem korrumpierten Geist endlich wieder Freiheit verschaffen.
    Senf, Kreuzter etc. haben noch nicht wirklich verstanden, wie einfach das Problem gelöst werden kann, sie müssen sich irgendwie noch profilieren...akademisch halt.. Das ist schade, denn damit tragen sie zur Verwirrung bei und vernebeln die Lösung und kommen mit irre komplizierten "Lösungen" um die Ecke, die auch keine Sau versteht. Weil es halt auch keine Lösungen sind...

    Willkommen im Freiheitswerk
  2. #221

    Regel für den Kapitalismus

    Zitat von heinrichp Beitrag anzeigen
    ... Wir versuchen der Kriminalität ja auch mit Regeln beizukommen, warum nicht dem Kapitalismus? Wo Rechte sind, gibt es auch Pflichten!
    wird es nicht Zeit zuzugeben, dass der "Versuch" Kriminalität mit Regeln zu bekämpfen selbige nicht vermindert? Was hier nicht klappt sollte dort aber funktionieren? Mehr von dem, was nicht funktioniert, hilft eben auch nicht.

    Was ist Ursache und was ist Wirkung? Menschen werden kriminell, weil sie anders nicht an die Dinge gelangen, die sie wollen oder brauchen. Die Inflation macht Diebe aus uns und die Deflation Mörder! So einfach ist das.

    Helfen irgendwelche Regeln "gegen" Finanzmathematik: "Exponentialfunktion (Zins) du sollst nicht steigen!"???? Wohl kaum. Aber eine ordentlich gemachte Währung würde uns allen helfen und am Ende blieben nur noch die Verbrecher, die einfach aus der Spaß am Verbrechen ihr Unwesen treiben. Das sind aber so wenige Figuren, dass wir schon mal die halbe Polizei für die Verkehrsregelung einsetzen könnten.

    Willkommen im Freiheitswerk
  3. #222

    Zitat von Gerlinde66 Beitrag anzeigen
    Die Durchsetzung einer ausschließlich mikroökonomischen Sichtweise und zwar in doppelter Hinsicht: Zum einen gilt der betriebswirtschaftliche Standpunkt des Einzelunternehmens als der einzige überhaupt, unter dem "die Wirtschaft" sinnvoll beurteilt werden kann.
    „Die Wirtschaft“ gibt es genau so wenig wie „den Markt“. Es gibt unzählige Wirtschaftssubjekte die aus ihrer individuellen Perspektive handeln. Wer am Ende Recht behält, sprich kommerziellen Erfolg hat, kann man vorher nur vermuten. Man findet jeweils „Experten“ der verschiedensten Denkschulen die zum Teil widersprüchliche Vorhersagen machen. Am Ende kommt dann noch der Faktor Glück dazu.

    Der Unternehmer oder ein angestellter Vorstandsvorsitzender bewegt sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld und muss laufend Entscheidungen treffen die über Wohl oder Wehe seines Unternehmens entscheiden. Alle großen und auch viele mittelständische Unternehmen sind heute weltweit aufgestellt. Das erlaubt es ihnen nachteilige politische Entscheidungen in einem oder mehreren Ländern zumindest teilweise durch Produktionsverlagerungen zu kompensieren. Auch eine Verlagerung des Firmensitz kann mitunter angebracht sein.

    Zitat von Gerlinde66 Beitrag anzeigen
    Zum anderen werden auch makroökonomische Einheiten metaphorisch wie Einzelpersonen behandelt, so etwa der Staat, der als "guter Hausvater" jetzt sparen müsse, weil "wir" (also die Familienmitglieder) über unsere Verhältnisse gelebt hätten.
    Von sparen, also dem Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung kann ja keine Rede sein. Es geht lediglich darum, dass man nicht unbegrenzt mehr ausgeben als einnehmen kann. Das gilt für Einzelpersonen, Familien, Unternehmen und Staaten gleicher Massen.

    Zitat von Gerlinde66 Beitrag anzeigen
    Die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus als eines seiner systemischen Merkmale wird ausgeblendet. Der inzwischen alltäglichen Erfahrung entsprechend wird die Krise ganzheitlich durchaus wahrgenommen - wahrscheinlich meinten Sie diese Wahrnehmung - aber sie gilt nicht als dem kapitalistischen System strukturell immanent, sondern als subjektivem Fehlverhalten geschuldet, sei es dem eigenen, sei es dem dunkler Mächte.
    Krisen sind etwas völlig normales. Sie können unterschiedliche Gründe haben. Schlechtes Wetter reicht schon für eine Missernte oder massive Schäden für Mensch und Infrastruktur. Der technische Fortschritt führt regelmäßig zu Krisen. Es werden heute viel weniger Hufschmiede als früher benötigt. Das Gleiche gilt in Deutschland auch für Bergleute, Schneider und zahllose andere Berufe. Natürlich können auch politische Entscheidungen zu Krisen führen die bis hin zum Krieg führen. Auch unternehmerische Entscheidungen haben jedes Mal ein Krisenpotential. Oft sollen sie sogar eine Krise beim Mitbewerber auslösen.

    Der Kapitalismus zeichnet sich dadurch aus auf all diese Krisen flexibel zu reagieren
  4. #223

    Zitat von Gerlinde66 Beitrag anzeigen
    Ein subjektiver Wertbegriff wird zumindest implizit verwendet bzw. gedankenlos unterstellt. Das Verschwinden der Arbeit ist dann zwar erkennbar ein Problem der "nicht mehr marktfähigen" Arbeitslosen und der nicht mehr finanzierbaren sozialen Sicherungssysteme, das Kapital selbst sei in seiner Substanz davon aber gar nicht tangiert, sondern ziehe seine Profite fröhlich weiter, was die Frage aufwirft: Aus welchen Quellen eigentlich?
    Das ist doch grober Unsinn. Fragen sie einmal Madeleine Schickedanz nach der Arcandor Pleite. Natürlich war ihr Kapital davon massiv betroffen und nicht nur die Arbeitsplätze.

    Zitat von Gerlinde66 Beitrag anzeigen
    Der Indiviualismus also, spielt in der Neoklassik aus gutem Grund eine bedeutende Rolle. Nicht das System hat die Krise, sondern das Individuum.
    Das haben sie richtig erkannt. Auch von der aktuellen Krise sind bei Weitem nicht alle Menschen betroffen. Auch Deutschland profitiert. Die Steuereinnahmen liegen weit über den Erwartungen und die Kosten für die Schulden werden immer geringer weil die Anleger aus den Krisenländern in deutsche Staatsanleihen flüchten.

    Es besteht keine Systemkrise. Daher ist eine Vereinheitlichung der Lebensumstände auch nicht erstrebenswert.
  5. #224

    Zitat von MarkusW77 Beitrag anzeigen
    Allein die denke, den Anspruch zu haben, das Geld, welches man gerade nicht benötigt, und weglegt (spart) müsse sich vermehren, gilt es zu hinterfragen.
    Also ich schaue jeden morgen ganz gespannt unters Kopfkissen aber mein Geld hat sich immer noch nicht vermehrt. Was mach ich falsch? Wie kann ich die Libido meiner Scheine und Münzen steigern.

    Andere scheinen das besser zu können. Wenn ich mein Geld verleihe bekomme ich nach einer Weile immer mehr zurück. Allerdings ist das mit einem Risiko verbunden. Manche Schuldner zahlen nämlich gar nicht und gehen einfach Pleite.

    Zitat von MarkusW77 Beitrag anzeigen
    Fast jeder Gegenstand den ich kaufe, verliert an Wert, aber Geld allein soll sich vermehren....
    Haetten sie vor drei Jahren Apple Aktien oder Gold gekauft wäre ihnen das nicht passiert. Es kommt eben immer darauf an in was sie ihre Gelscheine tauschen. Die abgerissene Kinokarte hat heute eher einen geringen Wert.
  6. #225

    Zitat von seniorita Beitrag anzeigen
    Wir brauchen etwas weniger als ein "neues System". Wir brauchen einen Datumsaufdruck auf den Geldschein. Dieser Datumsaufdruck bewirkt, dass alles Geld stets im Umlauf gehalten wird. Dann liegt vom Notenbanker aus gesehen, die ganze Kohle immer auf dem Tisch. Dann kann die Geldmenge gesteuert werden. Willentlich und professionell. Dann haben wir Preisstabilität und dann haben wir Zukunft. Beim Geld ist es nur eine letze kleine Korrektur, die es perfekt macht. Zu einem perfekten Tauschmittel eben. Seine "Wertaufbewahrungsfunktion" hat es dann endlich verloren, besser gesagt, die große Illusion, Geld könnte "Werte aufbewahren" sind wir dann endlich los und können unserem korrumpierten Geist endlich wieder Freiheit verschaffen.
    Geld hatte noch nie eine langfristige Wertaufbewahrungsfunktion. Allein schon wegen der Inflation. Außerdem wurden alle Geldsysteme immer wieder ersetzt.

    Daher wird Geld sinnvoller Weise nicht unterm Kopfkissen aufbewahrt sondern angelegt oder gegen Zinsen verliehen.
  7. #226

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Also ich schaue jeden morgen ganz gespannt unters Kopfkissen aber mein Geld hat sich immer noch nicht vermehrt. Was mach ich falsch? Wie kann ich die Libido meiner Scheine und Münzen steigern.

    Andere scheinen das besser zu können. Wenn ich mein Geld verleihe bekomme ich nach einer Weile immer mehr zurück. Allerdings ist das mit einem Risiko verbunden. Manche Schuldner zahlen nämlich gar nicht und gehen einfach Pleite.
    Das mag in der Marktwirtschaft so sein, aber nicht im heutigen System. bevor da wer Pleite geht (Banken) oder deren Schuldner (Länder) wird der Steuerzahler zwangsverpflichteteinzuspringen. Damit die armen Kapitalbesitzer auch ja nichts verlieren. Noch gar nicht mitbekommen?
  8. #227

    Zitat von henningr Beitrag anzeigen
    Das mag in der Marktwirtschaft so sein, aber nicht im heutigen System. bevor da wer Pleite geht (Banken) oder deren Schuldner (Länder) wird der Steuerzahler zwangsverpflichteteinzuspringen. Damit die armen Kapitalbesitzer auch ja nichts verlieren. Noch gar nicht mitbekommen?
    Abwarten. Deutschland hat einen der Autoren als Berater ins Finnazministerium geholt.

    http://www.bcg.com/documents/file87307.pdf
  9. #228

    Zitat von henningr Beitrag anzeigen
    Das mag in der Marktwirtschaft so sein, aber nicht im heutigen System. bevor da wer Pleite geht (Banken) oder deren Schuldner (Länder) wird der Steuerzahler zwangsverpflichteteinzuspringen. Damit die armen Kapitalbesitzer auch ja nichts verlieren. Noch gar nicht mitbekommen?
    Ihnen scheint entgangen zu sein, dass die privaten Banken in Griechenland „freiwillig“ auf einen großen Teil ihrer Forderungen verzichteten.

    Die Krise und Pleiten sind ein wesentliches Element aller Märkte und ganz besonders der Finanzmärkte. „No risk, no fun!“
  10. #229

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Ihnen scheint entgangen zu sein, dass die privaten Banken in Griechenland „freiwillig“ auf einen großen Teil ihrer Forderungen verzichteten.

    Die Krise und Pleiten sind ein wesentliches Element aller Märkte und ganz besonders der Finanzmärkte. „No risk, no fun!“
    Wie gütig, übernehmen die Banken "einen Teil" ihrer Verluste selbst. Unglaublich.

    Nochmal: Ich als Steuerzahler war nirgends investiert, hatte daher auch keine Rendite zu erwarten, bin kein Risiko eingegangen - aber ich (und meine Kinder) garantieren und werden zahlen.

    Sozialismus für die armen Reichen.

    Daher im Moment:

    party and fun, but no risk.