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Kümmern sich die Unternehmen genug um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Der Job macht viele Menschen fertig - Stress, Überstunden, kurze Pausen verlangen immer mehr Anstrengungen von den Arbeitnehmern. Burnout ist inzwischen kein exotisches Phänomen mehr in deutschen Betrieben, sondern häufige Diagnose bei Krankheit. Kümmern sich die Unternehmen ausreichend um die Gesundheit ihres Personals?
  1. #100

    Herr Schmidt

    sagt es selber: Luxusproblem!

    Am besten klagt er sein Leid dem Langzeitarbeitslosen Herrn Müller, der trotz aller Bemühungen und Weiterbildung im Alter von 53 Jahren keinen Job mehr bekommt - soll in Deutschland ja durchaus vorkommen.
    Mittlerweile - das geht ja jetzt recht schnell - ist Herr Müller nach über 30 Jahren Beitragszahlung in die Arbeitslosenversicherung von ALG 1 nach ALG 2 abgerutscht, das Einkommen der vorher nebenerwerbstätigen Ehefrau reicht nicht aus, um das noch nicht abbezahlte Haus zu halten, der Umzug in eine kleine Mietwohnung steht unmittelbar bevor, der große Familienwagen ist verkauft (der kleine Zweitwagen der Frau muss reichen), Urlaub hat es seit längerer Zeit nicht mehr gegeben und von einer mit der Pension des Herrn Schmidt vergleichbaren Rente kann Herr Müller nur träumen.

    Aber Herrn Schmidt gehts wirklich schlecht in seiner beruflichen Sackgasse. Vielleicht möchte er mit Herrn Müller tauschen?
    Oder doch lieber z.B. durch Aufnahme eines Fernstudiums mit der Situation besser umgehen?

    Manchmal könnte man in Tränen ausbrechen angesichts der furchtbaren Belastungen, die der Dienstherr von seinen treuen Beamten abverlangt. Ich kann mich noch allzugut an das würdelose Gezerre und Geschachere der Beamten beim Umzug der Ministerien von Bonn nach Berlin erinnern, da konnte ich - damals Offizier im aktiven Dienst - nur staunen: wir wurden so etwa alle zwei Jahre ohne großes Aufhebens versetzt.
  2. #101

    Jau

    Zitat von Quagmyre Beitrag anzeigen
    Die Geschichte vom Boreout-Mitarbeiter im "Sterbezimmer" des Amtes ist geradezu grotesk.

    Der Mann hat keinerlei Phantasie oder Kreativität, um seine Zeit sinnvoll zu nutzen. Selber Schuld!

    Ich wäre froh, ich könnte am Arbeitsplatz mehr oder minder tun und lassen, was ich wollte, ohne dass jemand Arbeitsergebnisse verlangt.

    Soll er doch in der Gammelzeit umschulen und was Neues anfangen, und nicht 'rumsitzen und auf "mir geht's so schlecht" machen.

    Sorry. Kein Mitleid.
    Da kann ich nur zustimmen! Es gibt so viele Bereiche, wo die Luft brennt. Soll er doch alten Leuten oder Behinderten helfen (pennen im Büro, Morgens und Abends ehrenamtlich wirken)...
    Mann, ich könnte ausrasten ob solcher selbstverursachten Scheinprobleme. :-(

    mfg
  3. #102

    Ein tolles Leben ?

    Der Mann reagiert offensichtlich nur auf "Knopfdruck".
    Er hat es nie gelernt sich selbst zu managen.

    Aber wie muß es den Arbeitslosen gehen , die schon jahrelang ohne Arbeit und - nicht wie dieser Beamte - ohne ausreichend
    finanzielle Mittel sind ?
    Die können zumeist nicht anders. Dieser Beamte aber hat
    sein Gehalt und ist abgesichert.

    Wie viele Arbeitslose ist er offensichtlich psychisch angegriffen , was die Antriebslosigkeit verstärkt.
    Wohl dem der die Kraft hat sich daraus zu befreien.

    Alles kann man aber nicht haben: kein Risiko , fette Bestallung , tolle Arbeit.

    Er wird sich wohl entscheiden müssen , wenn er nicht zugrunde gehen will.
    Und der Arbeitslose - mit Harz IV - kann der denn entscheiden zwischen : kein Risiko, fette Bestallung , oder
    tolle Arbeit ?
  4. #103

    Nicht grundlos

    Es wird schon seine Gründe haben warum der Beamte innerhalb der örtlichen Hierarchie ausgebremst wurde.

    Hinzu kommt, dass er höchstwahrscheinlich noch jenseits von Gut und Böse eingruppiert ist. Diese Eingruppierung möchte der werte Herr natürlich halten, nur gibt es da nicht wirklich viele Posten - und für die vorhandenen muss man schon einen guten Draht innerhalb der Behörde haben.

    Fazit: Er ist zu hoch eingruppiert und hat keine Fürsprecher.
    Über letzteres sollte er sich mal Gedanken machen.
  5. #104

    Bore-Out

    Ich kann mir schon vorstellen, dass 8 Stunden 5 Tage die Woche und das über Monate an den Nerven zehren können, wenn man sie nicht mit Inhalten füllen kann. Das Problem ist ja, dass man nicht zu Hause ist, wo man den Fernseher anschmeißen oder in den Garten gehen kann. Und selbst da bekommen manche Leute ja Probleme, weil sie sich nicht mit sich selber beschäftigen können. Es gibt Menschen, die brauchen einen Arbeitgeber, weil sie selber ihr Leben nicht mit Tätigkeiten und/oder Interessen ausfüllen können. Spätestens im Rentenalter fällt denen dann die Decke auf den Kopf, wenn nicht gerade Reisen oder andere "außer-Haus-Aktivitäten" zu den Hobbies gehören.
    Also muss man seine Zeit mit Inhalten füllen, die man auch ins Büro mitnehmen kann. Und das kann eben nicht jeder. Diese Leute haben dann in der Tat ein Problem.
  6. #105

    stimmt ...irgendwie

    Zitat von Quagmyre Beitrag anzeigen
    Die Geschichte vom Boreout-Mitarbeiter im "Sterbezimmer" des Amtes ist geradezu grotesk.

    Der Mann hat keinerlei Phantasie oder Kreativität, um seine Zeit sinnvoll zu nutzen. Selber Schuld!

    Ich wäre froh, ich könnte am Arbeitsplatz mehr oder minder tun und lassen, was ich wollte, ohne dass jemand Arbeitsergebnisse verlangt.

    Soll er doch in der Gammelzeit umschulen und was Neues anfangen, und nicht 'rumsitzen und auf "mir geht's so schlecht" machen.

    Sorry. Kein Mitleid.
    Ich würds nicht so krass ausdrücken aber mir würden da auch einige dinge einfallen:

    - an der wikipedia mitarbeiten
    - sich im Netz engagieren
    - über sein Hobby (falls er welche hat) online, bloggen, in foren schreiben
    - Programmieren lernen (dann könnte er an 1000en Open source projekten mitmachen)
    - mit Photoshop Bilder bearbeiten und zeichnen
    - Filme gucken und diese Resensieren
    - Bücher lesen und diese rezensieren
    - halt irgendwie sein Wissen der Welt kund tun


    natürlich fehlt dann immernoch das Feedback durch den Chef, aber das wäre schonmal ne Abwechslung
  7. #106

    Die vier hessischen Steuerfahnder

    waren dem Oberfinanzpräsidenten offenbar lästig und wurden entfernt, mittels ärztlichem Gutachten.
    Kleinkram, wird die Finanzverwaltung sagen. Machen wir jeden Tag, Strafversetzungen, Innenrevision, Kaltstellung.
    Vor dem Hintergrund der Milliarden für die PIGS kommt es darauf auch nicht mehr an.
    Distanz zum Arbeitgeber hilft weiter, oder halt die freizeitorientierte Schonhaltung.
  8. #107

    Zitat von Jens Schuetz Beitrag anzeigen
    Ich stimme 100% zu. Ich persoenlich wuerde lesen ohne Ende, Online Schach spielen, Photos bearbeiten (habe zzt 150000 Bilder Ueberhang, weil zuviel Arbeit)

    Ich selber hatte mal eine Job in der Forschung wo ich, 5 Jahre lang jeden Tag fuer Stunden genetisch veraenderte Pflanzen zerschnipselt und infiziert habe. Normalerweise langweilig ohne Ende und nicht so herrausfordernd. Meine Loesung waren Audiobuecher. Moby Dick, Verkaufstraining, Aegyptische Geschichte, Clintons Lebenslauf, Krieg und Frieden usw. Einfach cool. Haette kaum besser sein koennen.

    Erlogen muss der Artikel aber nicht sein. Es gibt viele die sich nicht selber beschaeftigen koennen. Kann doch durchaus sein das ueberschnittlich viele von denen im Beamtenapparat vertreten sind?
    Dieses Phänomen tritt auch oft bei Kindern auf.

    MfG
  9. #108

    titel

    Freilich ist ist tragisch, vom Schicksal des einsamen Moorhuhnschützen zu lesen und es gibt bestimmt bestimmt nur verschwindend wenige Beamte, die diese Situation nutzen können, um irgendwann als gefeierter Schriftsteller in die Freiheit zu entkommen.
    Aber ich kenne einen, der ist noch schlimmer dran: Ein Verkäufer einer Polstermöbelfirma in einem Einkaufscenter in meiner Nähe, der den ganzen Tag in einem, fast ausschließlich aus Glaswänden bestehenden, Laden voller altmodischer Sofas und Sessel sitzt, den so gut wie nie jemand betritt. Dort sitzt er jeden Tag seine Stunden ab und blättert in einem Möbelkatalog, die einzig mögliche Tätigkeit in dieser Situation, während Tausende von Menschen an ihm vorbei strömen und ihn in seinem Glaskasten betrachten.
    Wenn ich ihn sehe, denke ich oft: Jeder Buschmann in der Kalahari ist glücklicher als der.

    (Jaa, der Buschmann lebt nicht so lange, hat keine Krankenkasse und kriegt keine Rente.)
  10. #109

    Irgendetwas ist faul an diesem Artikel

    Als Beamter hätte er jederzeit die Möglichkeit sich an den Personalrat zu wenden oder gar vor dem Verwaltungsgericht zu klagen. Schließlich gibt es die Fürsorgepflicht des Dienstherrn bei Beamten. Deshalb tippe ich drauf, dass es sich um einen Beamten aus dem Bereich Post, Telekomm oder Bahn handelt. Dort versucht man die alten Beamten möglichst loszuwerden, um sie durch billigere Arbeitskräfte zu ersetzen. Die Methoden dabei waren/sind teilweise wirklich fies. Für die Pensionskosten kommt dann ohnehin der Bund auf.


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