Kapitalismus - die richtige Wirtschaftsform?

Die Ergebnisse sind verheerend: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die meisten Menschen mit dem Kapitalismus unzufrieden, ergab eine britische Studie, die in 27 Ländern durchgeführt wurde. Ist der Kapitalismus die optimale Wirtschaftsform? Welche Alternativen sehen Sie?
  1. #7820

    Zitat von Günter Bodendörfer Beitrag anzeigen
    Faulheit, Schlamperei und hinhaltender Widerstand ist als Mittel gegen den Zeitgeist des Leistungsträgerwahnsinns zu verstehen. Vorauseilender Gehorsam, unbedingte Zielerreichung und sei das Ziel noch so fragwürdig, Karriere als höchstes Ziel des angestellten Hausschweines, kurz, die Entmündigung des Menschen in globalisierten Firmen die im Finanz- und Industriefaschismus mündet. Dagegen ist Widerstand die erste Bürgerpflicht.
    Mir ist nicht danach irgend etwas zu bekämpfen; ein heraustreten oder distanzieren fühlt sich stimmiger für mich an. Außerdem hört sich dieser Wiederstand nach Sabotage an, wirkt destruktiv und trifft meist mal wieder die Falschen, wenn der Mechaniker, der Zimmermann oder die Krankenschwester schlampt. Auch finde ich das nicht effektiv genug, es müssten deutlichere Maßnahmen ergriffen werden, die auch an der richtigen Stelle Wirkung zeigen, "Schweine fängt man nicht mit Falken, oder, grobe Säcke stopft man nicht mit Seide"
  2. #7821

    Zitat von Tobermory Beitrag anzeigen
    Viel weniger zusammen passen Sozialismus, Wachstum und Umwelt.

    Ihre selektive Wahrnehmung ist bemerkenswert. Wer hat denn die Umweltstandards in den neuen Bundesländern auf erträgliches Niveau gehoben? Die bösen Kapitalisten haben Luftfilter und Kläranlagen installiert, wo vorher Abgase und Abwasser fast ungefiltert waren.
    Die bösen Kapitalisten haben die hergestellt. Bezahlt hat dies zumeist der Steuerzahler. Und wer die horrenden Abwassergebühren im Osten kennt, der weiß, daß da was gewaltig schief lief.
  3. #7822

    Zitat von chefchen Beitrag anzeigen
    Nach den Berechnungen Heskes ist es 13% höher... Wo der Rezensent die 20% herzieht, bleibt sein Geheimnis.
    Nichtsdestotrotz bleibt die Deindustrialisierung ein Faktum. Die komplette Wirtschaftsstruktur wurde zerschlagen. Aufgefangen wurde das durch Klein- und Kleinstbetriebe. Selbst der Mittelstand ist dünn gesät. Was bleibt, ist größtenteils die verlängert Werkbank.
    Diese sogenannte Produktiverhöhung wäre selbst unter DDR-Vorzeichen höher gewesen.
    Wo die besten Leute weggehen, weil sie keine Arbeit finden, und wenn, diese dann wesentlich schlechter bezahlt wird, wo man nicht in moderne Technologien im ausreichenden Umfang investiert, sondern im Verhältnis zur ehemaligen DDR die bürokratischen Strukturen verdreifacht hat, kann kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum stattfinden! Disproportionale Wirtschaftsentwicklung ist ein Kennzeichen der kapitalistischen Wirtschaft! Aber auch Abbrucharbeiten erhöhen das BIP, genau so, wie es Sargtischler und Beerdigungsinstitute tun! "Blühende Landschaften entstehen auf brachliegenden Feldern und Industriebrachen ganz von selbst! Nur das Humankapital lässt sich nicht ersetzen, wenn es erst mal fort ist!
  4. #7823

    Zitat von Günter Bodendörfer Beitrag anzeigen
    Leute wie Herr Tobermory scheinen zu glauben Leute, die den real existierenden Kapitalismus für gescheitert halten, müssen zwangsläufig Anhänger des real existiert habenden Sozialismus sein. Also nochmal, er interessiert mich nicht und hat mich nie interessiert dieser Sozialismus. Die Krise des Kapitalismus, die interessiert mich dagegen sehr.
    Welche Kapitalismuskrise? Der Kapitalismus blüht doch bestens -> das Kapital muß nicht mehr über den Konsumenten gehen, sondern bekommt direkt Staatskohle. Besser geht`s für`s erste nicht.

    Trotzdem stellt sich die Frage, auf was Sie abzielen. Wollen Sie einfach nur die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus verdeutlicht sehen oder fragen Sie sich nach Verbesserungen und/ oder Alternativen zum Wirtschaftssystem?
  5. #7824

    Zitat von Tobermory Beitrag anzeigen
    Die zentrale Frage ist aus meiner Sicht, ob es im Kapitalismus Moral (nennen Sie es meinetwegen auch ethische Prinzipien) gibt. Das scheinen viele hier kategorisch auszuschließen. Dabei beweist der Aufstieg Westdeutschlands in der Nachkriegszeit, dass der Widerspruch nicht besteht, wenn der Staat einen Rahmen setzt und es Unternehmer gibt, die nicht nur an den Profit denken.
    Sehen Sie Tobermory - genau an dem Punkt scheiden sich die Geister. Sie mögen ja vielleicht die Fahne für Leute wie Wolfgang Grupp von Trigema hochhalten, der die Aura eines patriarchischen und sich um die Mitarbeiter kümmernden Chefs hat. Ich für meinen Teil glaube nicht daran, daß Firmen dieser Größe einen relevanten Einfluß auf die Gesamtwirtschaft haben. Das große Rad drehen andere und dort geht es nur ums Geldverdienen.
  6. #7825

    Zitat von chefchen Beitrag anzeigen
    Welche Kapitalismuskrise? Der Kapitalismus blüht doch bestens -> das Kapital muß nicht mehr über den Konsumenten gehen, sondern bekommt direkt Staatskohle. Besser geht`s für`s erste nicht..
    Auch das ist nicht neu! Die Profite der Rüstungs-und Kriegsindustrie waren schon immer eine lukrative Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums zugunsten des Kapitals. Mit den neueren Formen der globalen Wirtschaft ist der einzelne (National)Staat völlig den Interessen internationaler Kapitalgruppierungen ausgeliefert. Wer die Spielregeln nicht akzeptiert, lebt selbst als USA Präsident gefährlich!
  7. #7826

    Total gegen die Logik und normalen Menschenverstand...

    Wenn im Kapitalismus die Gewerkschaften eine 35-Stundenwoche fordern, so ist das “verrückt”. Total gegen die Logik und normalen Menschenverstand...

    Wenn nun die Menschen in der Kurzarbeit bedeutend weniger arbeiten, so ist das “weise und nachhaltige Zukunftspolitik....”
    Anscheinend ist hier doch der Blickwinkel wichtig...
  8. #7827

    Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Auch das ist nicht neu! Die Profite der Rüstungs-und Kriegsindustrie waren schon immer eine lukrative Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums zugunsten des Kapitals. Mit den neueren Formen der globalen Wirtschaft ist der einzelne (National)Staat völlig den Interessen internationaler Kapitalgruppierungen ausgeliefert. Wer die Spielregeln nicht akzeptiert, lebt selbst als USA Präsident gefährlich!
    Guter Hinweis mit der Rüstungslobby!

    Wobei die ja quasi noch einen (zweifelhaften und überteuerten) Gegenwert liefern. Die Banken haben es dann sogar ohne Gegenwert bekommen. Vielleicht kann man das mit den Stillegeprämien für Bauern vergleichen?