Ist die Energiewende gescheitert?

Die Umsetzung der Energiewende stockt. Der Ausbau des Stromnetzes kommt nur schleppend voran, die Realisierung der Gaspipeline Nabucco wird immer fraglicher und die Einspeisung des Stroms aus Offshore-Windparks gelingt nicht. Im Spannungsfeld mit dem Wirtschaftsministerium müssen nun schnell Entscheidungen getroffen werden. Oder was denken Sie - ist die Energiewende gescheitert?
  1. #200

    Zitat von ir² Beitrag anzeigen
    die "Energiewendeträume". Sowohl PV wie auch WKA sind Witterungs- bzw. Jahreszeitenabhängige Stromerzeuger die nur additiv und niemals substitutiv genutzt werden können. Von daher ist die "Energiewende" nur eine Illusion die genau so zerplatzt wie die Arbeitsplätze in der subventionsabhängigen Deutschen PV-Industrie. Das Ende der "Energiewende" wird kommen, je eher, je besser.
    Endlich mal jemand mit natur-/ingenieurwissenschaftlichem Sachverstand, der so einigermaßen auf meiner Wellenlänge liegt.
    Was die Arbeitsplätze der PV betrifft, könnte schon fast von einem Treppenwitz der Geschichte gesprochen werden. Diese gehen momentan reihenweise in der einst braunkohleabhängigen Chemieregion Wolfen/Bitterfeld flöten; einer Region, die vor ca, 20 Jahren den altindustriellen Niedergang durchleben musste und nun nach hoffnungsvollen Ansätzen den zweiten Niedergang einer undurchdachten Energiewende durchleben muss. Im Übrigen sind Viele in den dortigen Betrieben über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt.
  2. #201

    jaja - immer gehts um die KOHLE. Von irgendwem...

    Es "sei ein überaus ehrgeiziges Ziel, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle der "Welt am Sonntag". "Wir werden eine ganze Reihe von Gas- und Kohlekraftwerken bauen müssen - möglicherweise mehr, als wir zunächst dachten."

    Drei Möglichkeiten:
    Herr Brüderle hat im Weinstein gelesen,
    "den Weinstein" des Herrn Brüderle zahlt die Industrie,
    Herr Brüderle ist auf Stimmenfang.

    Der CDU nehme ich den Willen an der Energiewende schon länger nicht mehr ab, nicht unbedingt Herrn Röttgen, sondern unserer Glucke.

    Sonst hätte man schon längst mit dem Leitungsbau und dessen Koordinierung beginnen können.
    Die Argumentation der CDU-Lokalgrößen ist auch überaus durchschaubar:
    Bei Stromleitungsbau vom Meeresufer Richtung Süden bleibt letzten Endes das Strom-Monopol der 4 Großen erhalten. Mit denen kann man leichter den Steuersatz durchmauscheln, den der Staat zur Verfügung haben wird.
    Argument: Windspargel verunglimpfen "unsere schöne Landschaft".
    Daß der Leitungsbau dadurch kostengünstiger wird, bleibt außen vor.
    Ebenso die Unabhängigkeit von großen Stromversorgern.
    Und: daß Strom aus Norwegen fast kostengünstiger ist als Atomstrom, wird auch kaum irgendwo erwähnt. Warum ist dem so?
    Weil es in Norwegen kein Strom-Monopol gibt.
  3. #202

    Absolut daneben !

    Zitat von ir² Beitrag anzeigen
    die "Energiewendeträume". Sowohl PV wie auch WKA sind Witterungs- bzw. Jahreszeitenabhängige Stromerzeuger die nur additiv und niemals substitutiv genutzt werden können. Von daher ist die "Energiewende" nur eine Illusion die genau so zerplatzt wie die Arbeitsplätze in der subventionsabhängigen Deutschen PV-Industrie. Das Ende der "Energiewende" wird kommen, je eher, je besser.
    Haben Sie es schon einmal erlebt, dass es an der deutschen Nordseeküste windstill ist ? Die Windstärke schwankt, ja ! Aber windstill, kommt so gut wie nicht vor. Und bei der heute möglichen Ausbeute aus Solaranlagen dürfte es auch hinreichend Strom gegen. Nein, die Ursache für die stockende Umsetzung der Energiewende durch Schwarz/Gelb ist die Tatsache, dass die großen Energiekonzerne sie nicht wollen !!! Dann lassen sich nicht mehr so bequem die Milliarden verdienen. Und jeder Häuslebauer könnte sich ja mittels Solaranlage und Wärmepumpe autark versorgen. Das würde ja Wettbewerb bedeuten. Heute können sich die großen Vier schön absprechen und niemand redet ihnen darein. Und so soll es gefälligst bleiben, ... und der Verbraucher zahlt dann das Ganze mit stetig steigenden Strompreisen ! Wie dämlich sind wir eigentlich, dass wir uns das alles gefallen lassen ?!
  4. #203

    Deshalb

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Sie haben ja recht.

    Ihr Konzept ist in vielen Ländern mit ElektroSPEICHERheizungen umgesetzt.
    Diese Stomspeicher sollen nun aus UMWELTGRÜNDEN verboten werden.

    Hat eigentlich noch irgendjemand ein Konzept?
    meine ich auch, dass die Energiewende nicht gescheitert ist, sondern gescheitert wird. Und zwar mit Absicht. Unterstützt durch die Ignoranz unserer Qualitätspolitiker.
  5. #204

    Einige technische "Wahrheiten" der letzten 20 Jahre:

    -> Windgeneratoren mit mehr als 3 MW sind nicht realisierbar. (Aktuell 7,5 MW aus Serienfertigung)
    -> Ein Netz mit mehr als 10% Einspeisung aus Wechselrichtern ist nicht stabilisierbar (Gestern waren es ca. 50%)
    -> Mehr als 10% regenerative Einspeisung ist in einem Industrieland nicht denkbar (ca. 20% im Jahr 2011)
    -> Der Preis für Solarmodule wird langfristig nicht unter 5€ / W sinken. (< 1 € / W für chinesische Module aktuell)
    ....

    All das wurde mir von diversen Univ. Prof. Dr.-Ing. während des Studiums als unumstößliche Wahrheit verkauft. Natürlich gibt es technische Probleme. Kompensation von Blindleistung zum Beispiel, aber für technische Probleme gibt es technische Lösungen. Beispielsweise macht sich der Generator von Biblis A im Moment wieder richtig nützlich: Pressemitteilung | www.amprion.net.

    Die Energiewende läuft besser, als jemals vorherzusehen war. Es gibt Probleme (Blindleistung, Netz, Speicherung) und die muss man angehen (hierbei hakt es seit der Regierungsübernahme durch Schwarz-Gelb in der Tat), aber unlösbar ist keines dieser Probleme.
  6. #205

    Zitat von scharmbolzen Beitrag anzeigen
    Ich bezahle heute in Lothringen etwas weniger als 10Cent für eine kWh französischen Atomstrom. Hier in Baden-Württemberg bezahle ich für eine kWh deutschen Energiewendestrom 25Cent, und gemäss der KIT Studie wird der Strompreis in Deutschland wegen der Energiewende noch mindestens um 70% steigen. Die Franzosen wundern sich, dass die deutschen Stromkunden ruhig zuschauen, wie ihre sicheren AKW abgeschaltet werden und die Strompreise ins Unermässliche steigen, obwohl bei vorwiegend westlicher Luftströmung bei einem GAU in Frankreich sowieso Deutschland die meiste Nuklearbelastung tragen wird. Zurzeit baut die staatlich französische CEA in Marcoule den schnellen Brüter ASTRID, der unserem für 5 Milliarden DM im Kalkar aufgebauten und dann abgebauten sehr ähnelt. Die CEA plant ab 2050 die Stromproduktion in Frankreich ohne jegliche Energieträgereinfuhren zu sichern, dank der Brütertechnik, die eine Umwandung des heute auf Halde als Abfall lagernden nichtspaltbaren Uranisotops U238 in einen spaltbaren Brennstoff basiert. Damit haben die Franzosen für die nächsten tausend Jahre ihre Energieversorgung auf eine preiswerte Art gelöst.
    Tja. Dann freuen sich die Franzosen halt noch die nächsten 20-30 Jahre über billigen Atomstrom und dann haben sie leider gar keinen Strom mehr.
    Im April auf der DPG Tagung habe ich einen Vortrag über die noch verfügbaren Uranvorkommen gehört. Dort wurde erzählt, dass generell alle Uranlieferanten überhaupt nicht rausrücken wie viel Uran noch da ist und dass seit ca. 10 Jahren mehr Uran verbrannt wird, als gefördert wird (weltweit) und dass die Lücke nur durch das verbrennen von Uran aus abgerüsteten Kernwaffen geschlossen wird. Dass es vermutlich in den nächsten 20 Jahren zu massiven Engpässen auf dem Uranmarkt kommen wird und überhaupt in 60 Jahren Uran so weit verknappt ist, dass es wirtschaftlich nicht mehr förderbar ist.
  7. #206

    Es ist nicht Merkels Energiewende.

    Zitat von pl-pitt Beitrag anzeigen
    war vorhersehbar! Erstaunlich, dass es in der Regierung noch jemanden gibt, der jetzt Widerstand gegen Merkels einseitiges Diktat leistet. Merkels Energie-Kahlschlag war unüberlegt und eigensinnig. Vor allen Dingen ohne Rücksprache mit ihrer Mannschaft und ohne Zustimmung des Parlaments.

    Die Probleme werden schneller kommen, als Merkel abgelöst wird!! Dazu auch in diesem Zusammenhang die Probleme mit der EU. Fest steht, dass Merkel immer stärker in die Isolation abdriftet. Das ist wohl mit der einzige Hoffnungsschimmer, Merkel "vorzeitig" als Kanzlerin abzulösen!!!
    Es herrscht ein großer Konsens in der Energiepolitik. Das Verbrechersyndikat:

    1. Die Grünen, die Rädelsführer.
    2. Die SPD, die Mittäter der ersten Stunde. Treu und willig.
    3. Die CSU, die Kampftruppe der bayerischen Solarzellenbetreiber, beispielsweise Gloria von Thurn und Taxis.
    4. Merkel, Röttgen und andere prominente CDU-Abweichler

    Ich bin kein Freund der CDU, aber man muss ihr zugute halten, dass die CDU mehrheitlich anders zur Energiefrage steht als es die gegenwärtige Politik ist. Das gleiche gilt natürlich für die FDP; auch dort gibt es mehrheitlich Realisten.

    Eine vernünftige Quittung des Wählers kann nur sein: Wiederwahl von schwarz-gelb, aber ohne Merkel. Alles andere spricht der Realität hohn und lässt auf schwache analytische Fähigkeiten schließen.

    Die Energiewende ist Ergebnis kollektiver Verblödung der Bevölkerung.
  8. #207

    Zitat von Koana Beitrag anzeigen
    ... und auch richtig - wir könnten effiziente Leitungen bauen und effizente Speichertechnologie ist auch machbar - aber - wie sie selber sagen - es kostet - doch was kostet es?

    Geld?!

    Ich empfehle ihnen eine kurze Reflexion über den Bedarf von Geld und den Bedarf einer intakten Umwelt, sprich ihr persönliches kleines Biotop, in dem sie sich aufhalten.

    Ohne Biotop, dürften sie - selbst mit allem Geld der Welt, realtiv große Probleme bekommen.

    Die Tatsache, dass Menschen ohne Geld Probleme haben, liegt nur in unserer Natur, die Dinge zu raffen und nicht teilen zu wollen begründet - eine Tatsache die sich leicht von heute auf morgen abstellen ließe.

    Man müsste nur sagen - Einkommens- und Besitzobergrenze und der Fall wäre erledigt - sollte dann tatsächlich der Mensch in Chaos und Anarchie versinken, da die klugen Leute nichts mehr tun mögen, da sie nur - sagen wir - kleine Vermögen - anhäufen dürfen - tja - man könnte es ja man probieren.

    Wenn sie jedoch (nur ein Beispiel) in Iowa einem Wirbelsturm der Nachts Ihre Bude wegfegte mitsammt ihrer Familie erlegen, dieser aufgrund der Klimaveränderung aufgeteten ist - so ist für sie in der Gegenwart - auch als Bewohner eines "bevorzugten" Gebiets - die Sache mit dem Leben beendet.

    Sie werden den Vergleich nicht akzeptieren - na ja sie leben ja auch nicht in Iowa. (vermute ich jetzt mal...)
    Ich habe in dem kleinen Biotop, in dem ich lebe inzwischen ein Problem. Die LPG´s bepflastern mit den lokalen Banken hektarweise Grossanlagen mit PV, die Lokalpolitiker mischen da finanziell kräftig mit.
    Biogasanlagen werden hier inzwischen reihenweise von jeder LPG geba

    Die Spazierwege führen inzwischen nicht mehr zwischen Wiesen und Feldern lang.
  9. #208

    Das ist es nicht allein

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    Zwischenbemerkung: das Methanwerk produziert Methan und speist es ins Erdgasnetz ein. Fertig.
    Die "Rückverstromung" erledigen bei Bedarf Gaskraftwerke, die ganz woanders stehen und auch mit russischem Gas betrieben sein könnten.


    Das ist die Frage - je mehr Windkraftwerke gebaut werden, je windiger das Wetter wird, um so öfter fällt Überschussstrom an. Betriebswirtschaftlich muss sich ein Methanwerk (oft hybrid mit Biogas) schon lohnen.

    Die geringere Auslastung von Gaskraftwerken ist sehr wohl in der öffentlichen Diskussion angekommen - bis hin zu Überlegungen von Horst Seehofer, ein staatliches "Bayernwerk" neu zu gründen, wenn die "freie Wirtschaft" keine neuen Gaskraftwerke als Rückfallebene bauen will. Ich bin Pirat, aber da stimme ich ihm zu.
    Infrasruktur wie unterirdische Gasspeicher gibt es schon lang.
    Mobilität von LKW , für uns unverzichtbar läßt sich mit
    Methan erreichen. Wirkungsgrad von Hochtemperatur-
    brennstoffzellen übersteigt alles hier gelesene. Der
    thermodynamisch chemische Übergang könnte über
    Jahzehnte optimiert werden, siehe Otto Motor. Trassen
    mit hoher Energiedichte und Transport sind vorhanden.
    Die Produktion von Methan frist CO2 und gibt O2
    ab.
    Aber:
    Sowohl die Bankenkrise als auch die sog.
    Staatsschuldenkrise hat gezeigt , wer hier
    das Sagen hat. Und wenn ihr Piraten nicht
    kuscht , wird mann euch fertig machen.
    Einen Vorgeschmack hattet ihr schon
    mit der NAZI Keule.
    Ich habe auch jetzt schon ein paar sehr
    unangenehme Erfahrungen mit der
    Bundeswehr gemacht und bin sicher
    ,dass dies Leute demnächst auf uns schießen.
    (Ackermanns Söldner Truppe)
    Auch Reservisten sind dort nicht mehr
    willkommen (demokratisch gebildet)!
  10. #209

    Zitat von kluch Beitrag anzeigen
    Tja. Dann freuen sich die Franzosen halt noch die nächsten 20-30 Jahre über billigen Atomstrom und dann haben sie leider gar keinen Strom mehr.
    Im April auf der DPG Tagung habe ich einen Vortrag über die noch verfügbaren Uranvorkommen gehört. Dort wurde erzählt, dass generell alle Uranlieferanten überhaupt nicht rausrücken wie viel Uran noch da ist und dass seit ca. 10 Jahren mehr Uran verbrannt wird, als gefördert wird (weltweit) und dass die Lücke nur durch das verbrennen von Uran aus abgerüsteten Kernwaffen geschlossen wird. Dass es vermutlich in den nächsten 20 Jahren zu massiven Engpässen auf dem Uranmarkt kommen wird und überhaupt in 60 Jahren Uran so weit verknappt ist, dass es wirtschaftlich nicht mehr förderbar ist.
    Der Forist sprach von Verwendung von Uran 238, einem derzeitigen ungenutzten Abfallprodukt. Von neu gefördertem Uran war nicht die Rede.