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Ist Deutschlands Jugend zu dumm?

Viele Schulabgänger seien nicht ausbildungsfähig, klagen Wirtschaftsverbände immer wieder. Was läuft schief in Deutschlands Schulen? Oder sind die Ansprüche der Unternehmen zu groß? Diskutieren Sie mit!
  1. #30

    ...

    Ganz Deutschland wird doch immer dümmer. Wir haben eine dumme Regierung, und wir haben ein dummes Volk. In wechselseitiger Verstärkung schaukelt sich dieser Sachverhalt immer weiter hoch, d.h. alle werden immer dümmer.
    Warum das so ist? Oder warum war das früher mal anders? Nun, früher hatten wir den Kalten Krieg zwischen Ost und West. Dieser hat die Menschen im freien Teil Deutschlands motiviert, wenn auch nur indirekt. Er war gewissermaßen "Sinnstifter" und "fehlt" heute. Als unmittelbare Folge dessen geht heute das gesellschaftliche Selbstverständnis jedes Deutschen immer mehr den Bach hinunter!
  2. #31

    Fakten

    Betrachten wir doch einmal die Zahlen nüchtern:

    Von 583.000 Ausbildungsplätzen wurden in 2009 17.000 nicht besetzt. Das sind 2,9% der Ausbildungsplätze. Wenn man einmal davon ausgeht, dass es durchaus auch wenig attraktive Ausbildungsplätze gibt, ist das aus meiner Sicht kein Beinbruch.

    Somit wurden in 2009 insgesamt 566.000 Ausbildungsplätze belegt. Bewerber gab es bei 9.600 ohne Ausbildungsplatz dann folglich 575.600. D.h. 1,67 % der Bewerber blieben erfolglos. Diese Zahl ist zwar unschön, aber dramatisch scheint sie mir auch nicht zu sein. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass es auch sicherlich regionale Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage gibt, ist doch eine Erfolgsquote von 98,33% erstaunlich.

    Wie man daraus jetzt schlussfolgern soll, dass Deutschlands Jugend zu dumm für die Ausbildung ist, weiß ich auch nicht. Bei 98,33% der Bewerber scheinen die Unternehmen ja noch zumindest Hoffnung zu haben. Natürlich hätten die Unternehmen sicherlich noch gerne besser ausgebildete Jugendliche. Aber diesen Wunsch gab es vermutlich schon immer.

    Damit will ich aber auch nicht sagen, dass sich die Qualifikation der Jugendlichen nicht verschlechtert hat. Doch aus diesen Daten kann ich das wirklich nicht herauslesen.
  3. #32

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Schulabgänger seien nicht ausbildungsfähig, klagen Wirtschaftsverbände immer wieder. Was läuft schief in Deutschlands Schulen? Oder sind die Ansprüche der Unternehmen zu groß? Diskutieren Sie mit!
    Die Ansprüche der Unternehmen richten sich an die reale Arbeitswelt, insofern sind sie nicht zu hoch, sondern angemessen.
    Was schief läuft? Ein gesamtgesellschaftliches Versagen von Politik, Schule, Lehrer, Eltern und Schülern. Das macht es jedem Einzelnen einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen und das eigene Versagen zu ignorieren.
    Ich befürchte, daß erst soziale und wirtschaftliche Kollapse den Wert der Bildung wieder zu einem angemessenen Stellenwert verhelfen.
    Wir sind einfach zu satt.
  4. #33

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Schulabgänger seien nicht ausbildungsfähig, klagen Wirtschaftsverbände immer wieder. Was läuft schief in Deutschlands Schulen? Oder sind die Ansprüche der Unternehmen zu groß? Diskutieren Sie mit!
    Die Ansprüche der Unternehmen richten sich an die reale Arbeitswelt, insofern sind sie nicht zu hoch, sondern angemessen.
    Was schief läuft? Ein gesamtgesellschaftliches Versagen von Politik, Schule, Lehrer, Eltern und Schülern. Das macht es jedem Einzelnen einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen und das eigene Versagen zu ignorieren.
    Ich befürchte, daß erst soziale und wirtschaftliche Kollapse den Wert der Bildung wieder zu einem angemessenen Stellenwert verhelfen.
    Wir sind einfach zu satt.
  5. #34

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Schulabgänger seien nicht ausbildungsfähig, klagen Wirtschaftsverbände immer wieder. Was läuft schief in Deutschlands Schulen? Oder sind die Ansprüche der Unternehmen zu groß? Diskutieren Sie mit!
    Die Ansprüche der Unternehmen richten sich an die reale Arbeitswelt, insofern sind sie nicht zu hoch, sondern angemessen.
    Was schief läuft? Ein gesamtgesellschaftliches Versagen von Politik, Schule, Lehrer, Eltern und Schülern. Das macht es jedem Einzelnen einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen und das eigene Versagen zu ignorieren.
    Ich befürchte, daß erst soziale und wirtschaftliche Kollapse den Wert der Bildung wieder zu einem angemessenen Stellenwert verhelfen.
    Wir sind einfach zu satt.
  6. #35

    Zitat von nr6527 Beitrag anzeigen
    Seltsam, erst einem großen Teil der Kinder eine sorgfältige Bildung vorenthalten und hinter darüber klagen, das die Jugend zu doof ist.
    Der Fehler in Deutschland ist die Besitzstandwahrung.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26561/1.html

    Um den eigenen Kindern die Konkurenz vom Leib zu halten, werden die anderen Kinder doof gehalten.

    Konkret funktioniert die Verdummung wie folgt(Beispiel aus Großbritannien):
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26948/1.html

    Wie gesagt, wer einen großen Teil der Bevölkerung von sozialer Teilhabe und Bildung ausschliesst, darf sich nicht wundern, das vielen Jugendlichen die Ausbildungsfähigkeit fehlt.
    Haben Sie außer Verschwörungstheorien sonst noch etwas zu bieten?
  7. #36

    "Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." Sokrates, 470-399 v.Chr.

    Wir alle kennen das Zitat, allerdings bin ich mit meinen knapp 40 Jahren zu jung um zu abzuschätzen, ob es sich in den letzten 20 Jahren wirklich so stark geändert hat.
    Was ich abschätzen kann ist, dass es wirklich eine größere Anzahl an Jugendlichen gibt, die nicht ausbildungsfähig ist.
    Es gibt Leute, die kommen zu einem Vorstellungsgespräch 30 Minuten zu spät kommt, ohne etwas zu sagen. Wenn man nach der Schulnoten fragt gibt es Antworten, wie "die Lehrer waren alle scheiße" (oder auch mal gehört, "der Mathelehrer war ein Wichser"). Und man hört "Ich mache nichts, wozu ich kein Bock habe. Das habe ich nicht nötig". Ich könnte noch lange so weiter erzählen, nur von dem Versuch eine Ausbildungsstelle zu besetzen.
    Ich denke, dass "diese" (ich meine die (Bildungs-)Unterschicht, nicht alle) Jugend einfach keine Ausdauer hat. Es geht nur um sofortige Gratifikation, alle Vorbilder der heutigen Zeit zeigen das. Schnelles, müheloses Geld ist das einzige erstrebenswerte. Jenseits von Castingshowgewinner und Zuhälter gibt es aber nicht viel.
  8. #37

    Prima...

    ... und nun?

    Erstaunlich dass derartige Erkenntnisse seit Jahren bekannt sind und die Konsequenzen daraus kleiner 0 sind. Ich sage bewusst kleiner 0, weil alles, was bisher getan wurde (siehe z.Bsp. Föderalismusreform), eher kontraproduktiv war.

    In irgendeinem Interview hat irgendein intelligenter Mensch mal gesagt: "Das größte Hindernis für eine effektive Bildungsreform sind die Eltern."
  9. #38

    leider wahr..

    Als Unternehmer bin ich immer auf der Suche nach jungen Menschen die das Zeug zum Kaufmann haben und bin auch gerne bereit solche auszubilden. Nur leider stellt sich mir folgendes Szenario (hier im so oft gelobten Bayern) dar:

    Diejenigen die sich anbieten würden (meistens aus der Hauptschule), sind geprägt von gravierenden Bildungsmängeln und einem Desinteresse, das seinesgleichen sucht. Ich habe es mittlerweile sogar aufgegeben Praktikanten einer Hauptschule aufzunehmen, da man davon ausgehen muss, dass dorthin nur noch die "Bildungsnotfälle" und Problemkinder unterer sozialer Schichten abgeschoben werden. Eigentlich traurig, da ich vor 15 Jahren selbst noch auf einer Hauptschule war und diese mir sogar die Möglichkeit bot, mich zu entfalten und meine Fähigkeiten zu entdecken (was wohl nicht zuletzt auch an motivierten Lehrern lag).

    Nun sollte man meinen dass ich auf der Realschulen fündig werde - weit gefehlt. Diese sehen den mittleren Bildungsweg nur als vorübergehend und möchten nach ihrem Abschluss so schnell wie möglich das Abitur nachholen.

    Auf der einen Seite bieten sich mir also Schüler, die weder Lust noch Interesse haben irgendetwas aus ihrem Leben zu machen, auf der anderen Seite wollen sie alle ganz hoch hinaus und demnächst zu den oberen 10.000 dieses Landes gehören. Eine "herkömmliche" solide Ausbildung ist unter ihrer Würde.
  10. #39

    Ja, aber!

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Man sollte einmal mit Lehrern reden.
    ... Und da können Professoren, Forenschreiber, Fernsehwichtigtuer und allwissende Politiker noch so viele Programme und Umbenennungen von Schularten erfinden.
    Ich teile Ihre Analyse. Aber was bringt es kurz vor Weihnachten mit Gänsen zu reden? Denn nur wenn wir Staatsschullehrer durch Eineurojobber und Gefängniswärter ersetzen, werden Freiheit und Wohlstand voll durchschlagen. Zur Ablenkung eignen sich in der Übergangsphase "Umbenennungen von Schularten".








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