Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
  1. #6180

    Zitat von exilator Beitrag anzeigen
    Es gibt 2 Szenarien, mit denen die Eurofaschisten nicht leben könnten.
    1. Die Banken der ausgetretenen Länder gehen pleite
    2. Die ausgetretenen Länder finden zur neuen Wirtschaftskraft zurück.

    Polen, das ganz oben auf der Liste der Euroeintritte stand, hat den Euro nun verweigert und kann mit dem Szloty 4,4% Wirtschaftswachstum aufweisen. Die Gründe sind ja klar, und waren einst für D. ebenso ein Prosperitätsfaktor: Eiine Währung, die der Wirtschaftskraft entspricht. Im Euroraum entspricht der Euro einzig Deutschlands Wirtschaftskraft. Alle anderen leiden massiv darunter.
    Punkt 1 wäre aus der Sicht der Gläubiger natürlich ein Sakrileg, aber da jetzt die EZB das Sagen hat, ist der Gläubiger Deutschland.
    Punkt 2 findet nicht so schnell statt, im Gegenteil die Restbestände sollen schleunigst privatisiert werden, ansonsten soll ein Exempel statuiert werden.

    Und Polen hat das einzig richtige gemacht, ausgewogene Aussenpolitik ohne völlige preisgabe der Souveränität. Die Schattenseiten lasse ich hier erstmal aussen vor.
  2. #6181

    Zitat von schwarz-weiss-grün Beitrag anzeigen
    U.a. dank der Agenda 2010 gehören wir heute nicht zu diesen Schuldenstaaten, die ihre Kredite für den Konsum nicht mehr bedinen können;). Die Innlandsnachfrage war schon vorher relativ mau. Da war der langfristige Effekt von Agenda 2010 doch eher gering.
    stimmt "diese" Kredite müssen wir jetzt auch noch bedinen, da mau noch mauer wurde.... nun kommt es an den eigenen Kragen.
  3. #6182

    ....

    Zitat von schwarz-weiss-grün Beitrag anzeigen
    Weichen sie doch nicht immer wie ein kleiner Junge aus, wenn sie mal inhaltliche Antworten liefern sollen. Wann genau hat die USA einen Krieg wegen ausstehenden Kreditzahlungen geführt? Ihr 2.ter Absatz hat auch damit nichts am Hut.
    Ich schrieb: "Säumigen Ländern schickt man schnell mal die staatseigene Inkasso-Agentur, also die US Army vorbei... "

    Das steht nichts von Kreditzahlungen, sondern es ist generell auf ALLE Forderungen an andere Staaten. Dass der Gedanke natürlich für Menschen die Amerika toll finden zu kompliziert ist, das geb ich gerne zu.

    Da sie auch hierfür mangels eigenen Wissens wieder ein Beispiel haben möchten, nehmen wir mal Okinawa. Die dortige Bevölkerung verlangt seit Jahrzehnten, dass die USA die Insel verlassen und nach einer Wahl hatte Japan auch tatsächlich mit Hatoyama einen Premier der dies ebenfalls wollte. Als er sich uneinsichtig zeigte, besuchte Ms Clinton das Land und schon war Hatoyama nicht länger Premier.

    Länder die sich weniger einsichtig zeigen als Japan, oder gar wie der Iraq, oder Libyen meinen sie könnten selber entscheiden was mit ihrem Öl passiert, oder erst recht wie der Iran entscheiden in welcher Währung dies zu bezahlen ist, die hingegenbekommen die Art von Besuch über die wir hier reden....
  4. #6183

    SPIEGEL ONLINE: "Deutschland sollte sich also mehr zurückhalten?"

    Weder wurden "Deutschland seine Reparrationszahlungen ganz oder in beträchtlichem Umfang erlassen", noch verdankt die Bundesrepublik ihre "wirtschaftliche Blüte der Gnade anderer Völker". Beides ist eine starke Verkürzung unter Auslassung wesentlicher Fakten.

    Der Zusammenhang, der zwischen Schuldenkriese und zweitem Weltkrieg herbeigeredet wird ist hanebüchern.

    Euro-Krise: "Deutschland ist der größte Schuldensünder des 20. Jahrhunderts" - SPIEGEL ONLINE

    Deutschland sollte sich also mehr zurückhalten?

    Ritschl: Deutschland hat im 20. Jahrhundert zwei Weltkriege begonnen, den zweiten davon als Vernichtungs- und Ausrottungskrieg geführt - und anschließend haben die Feinde die Reparationszahlungen ganz oder in beträchtlichem Umfang erlassen.

    Dass die Bundesrepublik ihre wirtschaftliche Blüte der Gnade anderer Völker verdankt, hat auch in Griechenland niemand vergessen.

    Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl

    Albrecht Ritschl (Wirtschaftshistoriker)
    Historiker Deutschland hat sich vor Reparationen gedrückt - Deutsche Entschädigungszahlungen an | Thema | Deutschlandradio Kultur

    .. Statt Griechenland den Spekulanten zum Fraß vorzuwerfen, solle Deutschland endlich Entschädigungen zahlen für die materiellen Schäden der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht 1941 bis 44. ..


    Hagen Fleischer, Historiker an der Universität in Athen
    Die hier hergestellte Verknüpfung ist in meinen Augen unzulässig. Gibt es denn wirklich keine besseren Argumente als den 2ten Weltkrieg ?

    Wirtschaftshistoriker über Griechenland:

    06.02.2012 · Griechenlands Ministerpräsident Papademos ist in einer ähnlichen Lage wie Reichskanzler Brüning in der Weimarer Republik, sagt Albrecht Ritsch .. Haushaltsdisziplin war auch damals unpopulär - und rief Extremisten auf den Plan.
    Ex-Bundesbanker kritisiert Regierung: Sarrazin will lieber Börsencrash, als im Euro bleiben - Staatsverschuldung - FOCUS Online - Nachrichten

    In der „Bild“-Zeitung vom Dienstag kritisierte der Historiker Paul Nolte, Sarrazin spiele mit dem Feuer. „An Wirtschaft und Währung hängt die europäische Aussöhnung. Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass es wieder Kriege gibt, wenn Europa zerfällt“, sagte Nolte.
    Entscheidungen die den Finanzsektor betreffen werden in allen Ländern unter Umgehung der Interessen der Wähler getroffen. Ob nu Island oder Griechenland, die Auswirkungen sind verheerend. Der Lobbiismus hierzu ist in Akademischen Kreisen leider sehr verbreitet. Klar ist dass das Argument dem Geldgeber folgt. Die schleichende Entdemokratisierung der Entscheidungsprozesse in der EU und anderen Transnationalen Organisationen ist beängstigend.

    Eine Öffnung der Debatte tut dringend not!
  5. #6184

    Zitat von tylerdurdenvolland Beitrag anzeigen
    Dass der Gedanke natürlich für Menschen die Amerika toll finden zu kompliziert ist, das geb ich gerne zu.

    Da sie auch hierfür mangels eigenen Wissens wieder ein Beispiel haben möchten, nehmen wir mal Okinawa. Die dortige Bevölkerung verlangt seit Jahrzehnten, dass die USA die Insel verlassen und nach einer Wahl hatte Japan auch tatsächlich mit Hatoyama einen Premier der dies ebenfalls wollte. Als er sich uneinsichtig zeigte, besuchte Ms Clinton das Land und schon war Hatoyama nicht länger Premier.
    Das Schmierenstück um die Verlagerung der Okinawa-Basen an einen anderen Standort hat sicher nicht zu Hatoyamas Glaubwürdigkeit beigetragen, aber die Kausalität zu seinem Abgang, die Sie hier suggerieren, ist schlicht an den Haaren herbeigezogen.

    Das Simplifizieren komplexer Vorgänge geht leider sehr oft in die Hose.
  6. #6185

    Zitat von michael.mittermueller Beitrag anzeigen
    Weder wurden "Deutschland seine Reparrationszahlungen ganz oder in beträchtlichem Umfang erlassen", noch verdankt die Bundesrepublik ihre "wirtschaftliche Blüte der Gnade anderer Völker". Beides ist eine starke Verkürzung unter Auslassung wesentlicher Fakten.
    Der Zusammenhang, der zwischen......
    Die Blüte verdankt Deutschland dem Fluchtkapital der Nazis. Das war der allergrösste Teil des Wirtschaftswunders. Schleyer und v.Amerongen haben das Fluchtgeld weltweit in Unternehmen angelegt und diese in holdings verwaltet. Eben diese ausländischen Unternehmen haben dann Aufträge nach D. vergeben. Das war das Wirtschaftwunder. Wunder nur deswegen, weil die alten Naziseilschaften weitermachten als sei nichts passiert. Nur Schleyer und v. Amerongen wussten, wo das Geld der Nazis war und ist, nd beide waren die Macher der Deutschland AG.
    Nicht die Schuldenkrise und der 2. Weltkrieg hängen zusammen, aber die Bereitschaft von masochistichen, hauptsächlich linken Politikern die Schulden anderer zu bezahlen, das hängt mit dem Holocaust zusammen. Man muss nur dieses Wort in den Mund nehmen, und sofort sind diese Politiker bereit D. auszuliefern.
    Island ist hier auszunehmen, denn die sind zwar von Politik und Finanwirtschaft hineingezogen worden, haben aber völlig anders - und richtig - reagiert. Das Volk hat die Banken und die Politiker in die Wüste geschickt, die Immobilienschulden der Bürger gestrichen und im Gegenzug Mechanismen eingerichtet, damit sowas nicht wieder passieren kann. Mittlerweile ist in Europa Island das Land, das mit am besten dasteht. Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass Bürger, die ihre Stimme an Delegierte abgeben deren die Sklaven der Delegierten sind. Erst wenn das Volk seine Angelegenheiten selbst erledigt, dann wird daraus ein Schuh.
  7. #6186

    Zitat von exilator Beitrag anzeigen
    Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass Bürger, die ihre Stimme an Delegierte abgeben deren die Sklaven der Delegierten sind. Erst wenn das Volk seine Angelegenheiten selbst erledigt, dann wird daraus ein Schuh.
    Ihre süßen Träume in allen Ehren, aber könnten Sie mal konkret werden und sagen, wer im Volk denn diese komplexen Aufgaben erledigen soll.
    Ohne Fachwissen läuft da wohl nix, und das bedeutet wohl oder übel, dass die Deppen die Lösung der Probleme den Besserwissenden überlassen müssen.
    Und schon haben Sie wieder Besserverdiener und Eliten. Es geht halt kein Weg dran vorbei.
  8. #6187

    Warum retten?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
  9. #6188

    Zitat von Manukun Beitrag anzeigen
    Ihre süßen Träume in allen Ehren, aber könnten Sie mal konkret werden und sagen, wer im Volk denn diese komplexen Aufgaben erledigen soll.
    Ohne Fachwissen läuft da wohl nix, und das bedeutet wohl oder übel, dass die Deppen die Lösung der Probleme den Besserwissenden überlassen müssen.
    Und schon haben Sie wieder Besserverdiener und Eliten. Es geht halt kein Weg dran vorbei.
    Sie sind auf meiner Ignorliste, aber da Sie mich direkt ansprechen antworte ich Ihnen. Die kokmplexen Aufgaben sind nur deswegen so komplex, weil sie geschaffen wurden um zu täushen und betrügen. Sie wurden von menschenhand gemacht und können von menschenhand wieder zurückgenommen werden. Klugheit - und das steckt hinter solchen Dingen - zerstört immer, während Weisheit bewahrt. Man muss nicht jeden Scheiss der machbar ist auch machen.
    Besserwisser haben schon immer geschadet und sind die wirklichen Deppen, denn Sie saugen ihren Nektar aus dem was das Volk erwirtschaftet. Auf besserwisserische Eliten kann grundsätzlich verzichtet werden, wenn diese einzig dazu da sind das Volk parasitär auszusaugen.P.S.: Ich sehe fast wirklich das dämliche Grinsen in Ihrem Gesicht, als Sie diesen Post geschrieben haben. Aber daraus wird nichts.
  10. #6189

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
    Nur wenn es zu Regulierungen kommt, ansonsten machen wir bail-out as usual. In den USA wird reguliert, mal sehen was dabei rauskommt.

    Für US-Banken naht die Stunde der Wahrheit - Wallstreetjournal.de

    exilator