Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?
Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
- #6140 13.05.2012 14:26 von
- #6141 20.05.2012 08:44 von
- #6142 20.05.2012 15:35 von
ESM entmündigt das Wahlvolk vollends!
Die gegenwärtige "Griechenland-Debatte" überdeckt ein weitaus gewichtigeres, Thema, nämlich die Gründung des Europäischen Stabilitsierungsmechanismus (ESM). In Deutschland stehen die bundesparlamentarischen Beschlüsse hierzu unmittelbar bevor!
Es wird den Bürgern gegenüber nicht kommuniziert, dass unmittelbar mit Vertragsschluss die über den Bundeshaushalt gfs. sofort auf Abruf des ESM-Direktoriums bereizustellenden Milliardensummen dauerhafte deutsche Verbindlichkeiten darstellen; werden die Beträge konkret abgerufen, sind diese auf unabsehbare Zeit nur über Nettokreditaufnahmen und entsprechenden Zinszahlungen aus dem Staatshaushalt zu "bedienen". Für das lfd. Hauahaltsjahr ist für eine erste "Abschlagzahlung" bereits ein Nachtragshaushalt in der Planung. Das Geld fehlt dem dt. Staat somit aber für seine anderen Zwecke, was vor allem auf kommunaler Ebene bereits schon heute deutlich sichtbar wird. Der Wohlstandsverlust würde sich sogar beschleunigt fortsetzen. Wollen das die Bürger und Einwohner dieses Landes wirklich? Der Wahlbürger wurde immer mit den Aussagen beruhigt: no bail-out, keine Transferunion usw. Von höchster Ebene werden aber im Opportunitätsfall EU-Verträge gebrochen - ohne Konsequenzen. Jeder Häuslebauer würde bei Nichterfüllung seiner Verpflichtungen buchstäblich "gekreuzigt" und verarmen. Dieselben Banken und deren Vorstände mit monströsen Gehältern und Ruhestandsvereinbarungen, die erneut herausgehauen werden sollen, würden notleidende Klienten gnadenlos bezahlen lassen. Wie also kommen wir eigentlich dazu, dass die Masse der Steuerzahler für die Gier der Banken und deren Führungsriegen und einiger weniger Großanleger mit Wohlstands- und Chancenverlust "bezahlen" sollen, ohne dass diese selbst mit ihren zuvor hohen Gewinnen nun einmal ihre Verluste selbst verkraften müssen? Es wurde auch verschleiert, dass viele der faulen Wagnisse der Banken über die ihnen staatlichersets eingeräumten Möglichkeiten zwischenzeitlich zu Wagnissen und Verbindlichkeiten für die Staaten selbst geworden sind. Das wäre so, als würden faule Hypothekenrisiken von Häuslebauern von staatlichen Institutionen übernommen. Mit einem Unterschied: Da diese nicht von einer gut aufgestellten "Lobby" als "systemrelevant" behauptet werden, wird das der Staat nicht tun -für diese gäbe es nur den Weg der ganze Familien ruiniernden "Privat-Insolvenz", flankiert um Hartz-IV-Verhältnisse.
Gerechtigkeit und Rechtstaatlichkeit sieht dagegen anders aus!! - #6143 20.05.2012 16:19 von
Wachstum in den Südländern
Das Problem der Südländer ist fehlende Konkurrenzfähigkeit.
Die Löhne und andere Kosten müssten wohl um 20 besser 30 % sinken.-
Allgemein herrscht die Überzeugung,dass dies mit dem Euro fast nicht zu schaffen
ist- mit einer eigenen Währung schon.-
Mir scheint aber,es gäbe Mechanismen,dies auch ohne eigene Währung zu erreichen.
Ich betrachte das jetzt rein rechnerisch- ohne soziale Komponente.-
So könnte man bspw auf den Lohn 30% mehr Steuern erheben.
Dann hätte man den gleichen Effekt,dass der Lohnabhängige 30% weniger hat,den man erreichen würde,wenn man den Lohn bspw in Drachme auszahlt- und die Drachme ist um 30% abgewertet.-
Nun müsste man noch sehen,dass das Unternehmen quasi den Lohn in wertloser Drachme zahlt-
also 30% weniger.Das wäre mit dem Euro so zu erreichen,dass das Unternehmen eine Lohnsummenzulage von 30% bekäme.Dass Unternehmen wäre dann also genau so konkurrenzfähig,als wenn es den Lohn in Drachme auszahlt.-
Praktisch wäre das ausserordentlich einfach zu machen.Das Unternehmen behält einfach 30%
des Lohnes ein-aber eben nicht als Lohnkürzung,sondern als Steuer-
und behält es gleich als staatlichen Zuschuss in gleicher Höhe.Einfacher geht’s nicht.
Wie und ob man solche Mechanismen auf weitere Bereiche ausdehnen kann,müssten Fachleute klären.
Ich darf auf einen Vorteil aufmerksam machen: Bei meinem System würden die Leute in Spanien nicht die Banken plündern müssen,weil ihnen ja der Euro erhalten bliebe-ja sogar steigen würde in KAUFKRAFT.
der angestellte hat real weniger - und das wäre ja mit peso auch so.
natürlich würde man die steuern bei den unteren einkommen gering bis gar nicht erheben-
aber das im einzelnen übersteigt meine kenntnisse-
mir ging es darum: es ist nicht zwingend nötig,zum peso zurück zu gehen,um die kosten zu senken.
der vorteil wäre,dass die anstellungs-verträge usw erhalten
bleiben.-
die gewerkschaften werden bei höheren steuern auch auf die barrikaden gehen- aber daran führt wohl nichts vorbei.-
insgesamt könnte man sich den gewaltigen bruch ersparen,den eine währungsreform auslöst.
und man könnte sofort und behutsam anfangen-ein paar % -
gucken ,was passiert - #6144 20.05.2012 16:25 von
Mit dem ESFS Vertrag wurde die Rechtsgrundlage der Währungsunion, nämlich der Maastrichvertrag schon am 22.09.2010 ausgehebelt.
Also nichts Neues. Alles was danach ausgeheckt und vertraglich festgelegt wurde, hatte keine Rechtsgrundlage mehr und verschlimmert bis zum heutigen Tag die Situation in den beteiligten Ländern.
Wenn man sich an den Grundsatz "Pacta sunt servanda" gehalten hätte, könnten die Menschen in Europa besser schlafen. - #6145 22.05.2012 12:39 von
EU-Vertraege und die Deutungshoheit darueber
Das zeitlose Problem bei Vertraegen ist aber doch,dass nicht der Vertragsinhalt entscheidend ist,sondern die Deutungshoheit darueber. Man koennte ja mal die Indianer Nordamerikas befragen.Diese haben mit den weissen Einwanderern eine Unzahl von "Vertraegen" abgeschlossen.Hat ihnen aber wenig bis gar nichts geholfen,denn die (vor allem durch durch militaerische Ueberlegenheit abgesicherte) Deutungshoheit lag natuerlich stets bei den Weissen... Was den "Vertrag von Maastricht" betrifft: Da sehe ich doch in einer kuerzlich auf "eins extra" ausgestrahlten "Tagesschau vor 20 Jahren" den damaligen (und auch heutigen) Bruesseler ARD-Korrespondenten Rolf-Dieter Krause,wie er ueber Deutungsunterschiede des "Vertrags von Maastricht" zwischen deutschen und franzoesischen Politikern sprach,die vor allem die Rolle des Staates in der Wirtschaft betraefen. Und Krause legte dar,dass bei Meinungsunterschieden zwischen EU-Staaten bezueglich des 'Vertrags von Maastricht" letztlich der franzoesische Originaltext rechtsverbindlich waere. Die Indianer lassen gruessen...klar wurden damals die Vertraege zwischen Weissen und Indianern in Englisch bzw. Franzoesisch abgeschlossen... Wer als Deutscher noch gutglaeubig ist und an den vermeintlich verbindlichen Inhalt von Vertraegen auf EU-Ebene glaubt,sollte den Artikel der FAZ von 1992 "Wie sich Francois Mitterrand die Unabhaengigkeit der Europaeischen Zentralbank vorstellt' durchlesen.Dort wird Mitterrand zitiert,dass die zukuenftige EZB anders,als von deutschen Politikern behauptet,letztendlich eben doch die Weisungen der Politik ausfuehren wuerde muessen... Mitterrand war eben ein echter Politiker-also durchtrieben und verlogen bis zum geht-nicht- mehr.Er wusste schon damals,dass Frankreich zusammen mit den damals "Club Med" genannten zukuenftigen Euro-Mitgliedern die Mehrheit im EZB-Rat erlangen wuerde und die deutsche Definition des "Vertrags von Maastricht' hintertreiben koennte. Und der Grund fuer die franzoeische Definitionsheit hat auch Namen,naemlich vor allem "force de frappe"...und "Vetorecht im Weltsicherheitsrat"...
- #6146 22.05.2012 14:52 von
Wie wenig die Kanzlerin von der Krise Ahnung hat kann man hier lesen:
Merkel: Fiskalpakt nur erster Einstieg in Fiskalunion - Wallstreetjournal.de
Wer mit solchem Politpersonal geschlagen ist, darf sich nicht wundern, wenn alles den Bach runtergeht. - #6147 23.05.2012 08:07 von
Alles schön und gut.
Man kann möglicherweise Sätze verschieden interpretieren aber nicht die Mathematik, da gibt durch die Bank klare Verhältnisse.
Da gibt es dann nur die Möglichkeit zu manipulieren bzw. zu betrügen, und das hat wenig Bestand, wenn man genau hinsieht. Ich spreche von den wirtschaftlichen Eckwerten des Maastrichvertrages. - #6148 23.05.2012 15:16 von
noch besser wäre natürlich ein Peso als Zweitwährung-
Wilhelm Hankel ist dafür- er meint,man brauche dazu ein Wochenende-mehr nicht.-
Ich erinnere mich noch an viele viele Sendungen mit seiner Eurokritik- ich war voll auf seiner Seite.-
Er hatte damals Recht- und er hat heute Rechter. - #6149 24.05.2012 09:23 von
Wir haben doch in der Regierung und in der Wirtschaft die "reinen Rechner". Die Euro- und Europafaschisten sind doch die Anhänger des reinen Ökonomismusses. Der Weg hat gefälligst anders rum zu sein: erst die soziale Komponente und dann können die rechnen soviel sie wollen. Neoliberalfaschismus hat Europa zerstört, weil alle Rechenarten des Neoliberalismusses falsch und gefälscht sind.
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