Zitat von
Patrik74
Auch sie scheinen nicht zu verstehen, dass man nicht immer mehr Geld braucht, weil das Geld sich nicht irgendwo sammelt, sondern es zirkuliert fortwährend. Anders gesagt, sie können mit einer Münze unendlich viel bezahlen (solange sie nicht verloren geht).
Auch wachsen die Forderungen nicht zwanghaft immer weiter - wie immer wieder behauptet wird, weil auch die Zinsen ohne neue Schulden bedient werden können. Hierzu ein einfaches Beispiel:
Auf Pekunia leben König Kuno, Bäcker Bruno, Müller Max, Landwirt Lars, der Schmied Sören und der Gutsbesitzer Gustav.
Die Wirtschaft ist einfach: Kuno lebt vom Geldverleihen, Bruno backt Brot, Max verkauft Mehl, Lars baut Getreide an, Sören schmiedet Werkzeug und Gustav verkauft Erz und Kohle.
Alle Bewohner müssen im Jahr Brot im Wert von 1 verbrauchen. Hierzu braucht Bruno Mehl im Wert von 4. Da er aber leider kein Geld hat, muss er es sich von Kuno leihen, der aber 5 zurück haben will. Kuno gibt ihm also 4 Scheine und beide unterschreiben einen Schuldschein zu 5.
Was passiert nun im Laufe des Jahres:
1) Bruno leiht sich 4 von Kuno und kauft dafür Mehl bei Max
2) Max kauft für 3 Getreide bei Lars und für 1 Brot
3) Lars kauft für 2 Werkzeug bei Sören und für 1 Brot
4) Sören kauft für 1 Erz und Kohle bei Gustav und für 1 Brot
5) Gustav kauft für 1 Brot bei Bruno
6) Bruno tilgt mit der Einnahme von 4 seine Schuld bei Kuno und
7) (Achtung Trick!) Kuno nimmt davon 1 und kauft damit Brot bei Bruno
8) Bruno bezahlt damit seinen Zins bei Kuno
9) Alle Scheine sind wieder bei Kuno, der Schuldschein wird zerissen.
Wo ist da jetzt genau der Zinseszins und der Wachstumszwang? Es gibt ihn nicht!
Das ganze Spiel würde sogar noch mit viel weniger Schulden und Geldscheinen funktionieren, beispielsweise mit nur 1 Schein und 2 Rückzahlung - darauf kommt es gar nicht an, weil das Geld eben ZIRKULIERT!
Das Spiel funktioniert so lange Bruno nicht mehr Schulden aufnimmt als er am Ende bedienen kann - darauf kommt es an!
Das ganze ist natürlich sehr vereinfacht, aber komplexere Darstellungen überfordern die meisten - daher auch die vielen sinnlosen Seiten im Netz.
Wenn wir zunehmende Staatsverschuldung haben, dann ist daran kein "alternativloser" mathematischer Zusammenhang schuld, sondern die Politiker, die mehr Schulden aufnehmen als sie bedienen können.
PS: Im übrigen sieht man auch sehr schön, dass Geld nicht gleich Schulden ist, denn der Schuldschein ist zerissen, aber die Scheine sind noch da!