Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?
Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
- #4750 27.12.2011 20:01 von
Hier der versprochene link.
Quarterly External Debt Statistics - SDDS/QEDS Country Data Tables
Es gibt noch andere Quellen, wenn die hier Ihnen nicht reicht, kann ich nochmals in meinem Archiv nachsehen.
rolli - #4751 27.12.2011 20:16 von
Sie haben mit Wagenknecht über die Ernsthaftigkeit des Sinneswandels geredet? Was hat an ihrer Argumentation dazu geführt, dass Sie ihr geglaubt haben? Ich jedenfalls glaube Ihr aus einem Grund nicht, egal wie sie argumentiert: Wer so blutleer auftritt, der kann nicht glaubwürdig sein. Und da, das müssen Sie mir zugestehen, hat sich Frau Wagenknecht nicht geändert.
Meine "rettenden Ideen" kennen Sie doch genau: Mehr Kapitalismus und mehr Sozialismus. Teilen, das lerne ich grade meiner Enkelin, das macht den funktionierenden Kapitalismus auf der Welt aus. Weg mit den Klugen und her mit den Weisen. Das macht eine funktionierende Welt aus. Klugheit zerstört grundsätzlich immer.
rolli - #4752 27.12.2011 20:26 von
Sie sind ein Depp.Mit Verlaub, das sind Sie, denn Sie geben hier Parolen von Deppen und Drecksäcken wieder, die keinerlei Begründung und Berechtigung haben. Wer Sozialismus mit dem Staatskapitalismus im "Ostblock " gleichsetzt hat nie etwas verstanden und ist wirklich unterbelichtet. Der Staatskapitalismus ist am gleichen gescheitert, wie es der derzeitig praktizierte Kapitalismus auch wird. Im Übrigen ist der Kapitalismus in erster Linie eine Wirtschaftsordnung, und der Sozialismus eine Gesellschaftsordnung, und somit nicht miteinander in einen Topf zu werfen.
rolli - #4753 27.12.2011 23:41 von
Fundis und Realos
Komischerweise ist 2001 aber 9 Jahre später, sei es drum.
Meine Beiträge sprühen vor allem vor Quellenangaben und Zitaten, die politisch verkürzte Propaganda widerlegen.Ihr um sich selbst kreisendes, zerbrechliches Ich kann sich einfach nicht eingestehen, dass es auch auf die Arbeiten und das Wissen von anderen zurückgreift. Selbstverliebt, wie Sie sind, müssen Sie sich glauben machen, dass bei Ihnen fast nur das eigene Genie Funken „sprüht“, aber zusammengeklaubtes Wissen, das man dann mit eigenen Einsprengseln verunstaltet, wirkt nur steril, da sprüht nichts.
Das wirkt natürlich "steril", aber ich will auch nicht beweisen, was für ein warmes Herz ich habe, sondern eine Antwort auf die "Realo-Frage": Was kann man in der real existierenden Welt kurzfristig umsetzen, um die aktuellen Verwerfungen im Finanzsektor zu überwinden UND nachhaltig zu vermeiden. Dabei sind gutmenschelnde Polit-Sprechblasen oder idealistische Forderungen wenig hilfreich.
Ich denke auch nicht, irgendein "Genie" zu sein, denn dann hätte ich die "Weltformel" zur simultanen Lösung aller weltweiten wirtschaftlichen Probleme schon gefunden - habe ich aber nicht; ich habe lediglich eine Präferenz und die lautet Entschuldung. Aktuell hat sich die EU (kreativ wie Politik nun einmal ist) für Inflation entschieden. Nun gut, worauf das hinauslaufen wird, ist absehbar... der falsche Weg.
Das Kernproblem ist, dass es zuviel Geldvermögen in der Welt gibt, ergo kann die Lösung nur sein, dass es reduziert werden muss; das ist ein schmerzhafter Prozess - für alle - aber insbesondere für die Besitzer von Geldvermögen. Solange aber immer nur um den heißen Brei geredet wird, und man das Problem nicht an der Wurzel packt, solange werden wir es nicht gelöst bekommen. Das dies den Interessen der (Einfluss-)reichen entgegensteht, ist klar, und grade deshalb bedarf es zur Umsetzung einer entschlossenen politischen Führung - die wir nicht haben, weil unser politisches System dies nicht befördert.
Weiterhin denke ich, dass die Zentralbanken wieder mehr Kontrolle über die Geldschöpfung benötigen, um sie wirksam zu begrenzen; das "Vollgeld" kombiniert mit höheren Eigenkapitalquoten ist hierzu ein denkbarer Ansatz.
Der Markt scheint sich in diese Richtung zu entwickeln. Die Banken leihen sich nichts mehr, und auch die Kreditvergabe an den Nichtbankensektor (und damit die Geldschöpfung) geht zurück.
Somit entsteht neues Geld also nur noch, indem es sich die Banken bei der Zentralbank leihen (was im Effekt Vollgeld bedeutet), und das Kreditvolumen - und damit das Geldvermögen - geht zurück. Während der Banksektor kriselt, scheint es der Realwirtschaft gut zu gehen, was zu einer Verlagerung der Investitionen von Finanzprodukten zurück in die Realwirtschaft führen könnte.
Wer weiss, vielleicht sorgt der böse Markt von ganz allein für die schmerzhafte Korrektur, zu der der Politik die Kraft fehlt...
Welch ein Fiasko für die "Fundis". - #4754 28.12.2011 06:25 von
- #4755 28.12.2011 09:52 von
Vollgeld
Lesenswert: Vollgeld statt Giralgeld: Das Ende der monetären Fata Morgana - n-tv.de
Kleine Kostprobe von Joseph Huber:
Derzeit sind die Zentralbanken auf diesem Auge blind.1. Im Giralgeldregime der Banken ist die Geldschöpfung außer Kontrolle geraten. Überschüssiges Geld fließt heute vor allem an die Finanzmärkte und erzeugt dort Assetpreis-Inflation
Mindestreserve von 2% ist witzlos, faktisch liegen die Reserven jetzt schon (freiwillig) bei ca. 8% und die Geschäftsbanken bunkern immer mehr bei der Zentralbank, diese Dynamik sollte man nutzen und jetzt die Mindestreservesätze erhöhen.2. Wenn Geld frei geschöpft wird, muss es eine autorisierte öffentliche Instanz mit zurechenbarer Verantwortung geben, unter deren Kontrolle die Geldschöpfung und die Geldmengensteuerung steht. Das ist eine Frage von Verfassungsrang. Heute haben die Banken der Zentralbank die Kontrolle über das Geld faktisch aus der Hand genommen.
Danke, habe dem nichts hinzuzufügen. Ob die Politik allerdings dazu in der Lage ist?3. Es kommt nicht darauf an, viel und immer mehr zu regeln, sondern möglichst wenig, das aber ordnungspolitisch richtig, im Sinne einer gesetzlichen Verfasstheit der Märkte.
Richtig! Entscheidende Frage: wie kann man die Volksvertretung vor zu hohen Versprechungen und Einflussnahme immunisieren. Bevor das gelöst ist, bleibt alles andere Wunschdenken.4. Regierungen, das muss man historisch leider feststellen, egal ob feudal, demokratisch oder diktatorisch, neigen auf Dauer zur Zerrüttung der Staatsfinanzen, sei es aus Prunksucht, oder wegen Rüstung und Krieg, oder heute wegen der aus dem Ruder gelaufenen Sozialhaushalte bei zu geringer Erwerbsbasis. In der parlamentarischen Demokratie liegt die Ursache dafür vor allem im Wählerklientelismus der Parteien, ebenso im Lobbyismus verschiedenster Interessengruppen.
Wird erst der Fall sein, wenn Punkt 4. zufriedenstellend beantwortet ist.5. Eine Reform der Geldschöpfung ist dann machbar, wenn bei den politischen Eliten führender Industrienationen der Wille dazu vorhanden ist.
In anderen Worten: Keine Staatsverschuldung und eine angemessene Staatsquote.6. Alle Renditen genauso wie alle Steuern müssen aus dem laufenden realen Wirtschaftsprodukt bezahlt werden. Wer da etwas anderes sieht, hat eine monetäre Fata Morgana.
Schön, dass es auch Vernunft in der Welt gibt! - #4756 28.12.2011 16:41 von
Es darf nicht sein ...
Sie sollten sich mal die Lebensgeschichte von Wagenknecht zu Gemüte führen, da wurde nichts gedrillt. Aber ich weiß, gegen konservative Obsessionen ist kein Kraut gewachsen.
Ja, ja, ist ja klar, alles nur Sprüche, Suggestion etc., es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf: dass sie Recht hat!Sie hat ihren Katechismus gut gelernt und wird sie nicht unterbrochen, so in Aufsätzen und Vorträgen, entwickelt sie eine besondere Qualität der Suggestion.
In Diskussionen allerdings verpufft die beabsichtigte Wirkung im Stakkato eigener Sprüche, da sie weiß: Intelligente Gegenfragen lassen den Ballon vorzeitig platzen, deshalb ist Eile geboten, - meint sie.
Ich möchte Sie noch daran erinnern, dass an dem Megacrash, an der Beinahe-Kernschmelze, an den Verwerfungen im Euroraum nicht Die Linke Schuld hat, sondern Ihre „hochkompetente“ konservativ-liberale „Elite“, dazu zähle ich übrigens auch die rot-grünen Wischiwaschipolitiker. - #4757 28.12.2011 17:09 von
Argumente?
Schwach! Zu den Aussagen von Werner kein Wort, stattdessen nur ein abgestandener Schlenkerer.
Wenn's um Argumente geht, scheinen Sie zu schwächeln.
In einem früheren Post schreiben Sie selbstgewiss „Freiheit hat mit jeder Art von "-mus" - auch Apfel- und Pflaumenmus - im Prinzip gar nichts zu tun“. Ich habe Ihnen daraufhin einen längeren Abschnitt aus einem Lafontaine-Artikel gepostet, auch da warte ich immer noch auf ein Feedback.
Mit der Definition von „Freiheit“ scheinen Sie also auch Probleme zu haben. - #4758 28.12.2011 17:22 von
Das dreht mir die Drähte aus dem Kopf
Was ist das bloß für ein Unsinn? Kapitalismus und Sozialismus haben schon Millionen Menschen um die Ecke gebracht. Wie kommen Sie nur auf das schmale Brett, noch mehr davon zu wollen?
Das schlägt dem Fass doch echt den Boden aus und man könnte angesichts solcher Statements ausflippen.
Wir brauchen die FREIE MARKTWIRTSCHAFT!!!!
Die hatten wir noch nie in unserer Geschichte. - #4759 28.12.2011 17:29 von
Ne, ne, ne
Der Kapitalismus ist keine Wirtschaftsordnung, eher schon eine Wirtschaftsunordnung. Der Kapitalismus ist das Geldwesen, das zinstragend ist. Deswegen ist der "Sozialismus" auch dran gescheitert. Weil er eben, wie sie richtig sagen, Staatskapitalismus ist. Auch 2% Zinsen im sozialismus haben keine Wirtschaftsordnung herstellen können.
Wie die Menschen leben wollen, in welcher Gesellschaftsform, sollte jeddem selbst überlassen sein. Wenn wir eine freie Marktwirtschaft haben - die kapitalistische Geldunordnung durch eine professionelle Geldmengensteuerung ersetzt haben - dann kann jeder doch grade so leben, wie es ihm Spaß macht. Wenn mein Nachbar in einer kommunistischen Kommune leben will, dann soll er das doch bitteschön dürfen. Doch ich muss das doch dann nicht auch mitmachen! Es lebe der freie Mensch!!!
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