Ich habe den ganzen Artikel gelesen. Er ist zwar was einige Fakten angeht recht interessant. Insgesamt ist er aber sehr einseitig und beleuchtet nur die Schuld einer Seite. Es bleibt unerwähnt, daß es in der €Zone stellenweise zu einem ruinösen Steuerwettlauf nach unten gekommen ist und es bleibt auch unerwähnt, daß die Strategie der deutschen Wirtschaftspolitik eben nur auf den Export zu setzen nicht nur "Zufall" oder durch wirtschaftliche/finanzielle Zusammenhänge impliziert ist, sondern wirklich eine steuerlich geförderte Strategie war und ist. Es ist dann ein Faktum, daß sich Leistungsbilanzüberschüsse im gleichen Währungsraum über Umwege in Staatsschulden verwandeln. Der Ärger der Deutschen Bürger rührt eher daher, daß die Vorteile dieser Strategie bei den Unternehmen hängengeblieben sind, während der Arbeitnehmer im Binnenmarkt abgehängt wurden. Das was in Deutschland in Zukunft für Unruhe sorgen könnte ist auch die Tatsache, daß die Spreizung der Löhne zwischen Binnenmarkt und Exportwirtschaft immer weiter zunimmt.
Wie gesagt, das IFO-Institut hat eine Meinung, andere Ökonomen haben eine andere...
"Ist jemand noch so naiv zu glauben, die deutschen Unternehmen, die in der Tat in Geld schwimmen, würden gerade bei sich abschwächender Konjunktur neue Investitionen in einem Maße in Angriff nehmen, dass dadurch die Nachfrageschwäche der übrigen Sektoren ausgeglichen werden könnte? Nein, wenn die Politik in Deutschland nicht in den nächsten Tagen begreift, dass man sich aus einer globalen Konjunkturschwäche nicht heraussparen kann, dann werden wir in einer tiefen Rezession enden. Genau diesen einfachen Zusammenhang anzuerkennen, ist aber in Deutschland aus ideologischen Gründen verboten."
http://www.flassbeck.de/pdf/2011/Dez...%20Abgrund.pdf
Ich bin weisgott nicht ein Flassbeckfan und brauche keine zu anbetende Götter. Diesmal aber hat er recht und derzeit wird gerade an der Substanz gespart. Daß Sparen wird die Rezession verschärfen und die Schuldensituation nicht verbessern, zumal die Auslandsschulden-Bip-Ratio immer schlechter wird...
Es ist naiv zu glauben man könne eine Krise nur durch Sparen, Sanktionen und durch engerer fiskalischer Verkettung lösen. Es wird sie eher verschärfen. Der letzte Punkt der Agendaliste ist an Arroganz nicht zu überbieten. Insgesamt halte ich die Agenda für politisch nicht durchsetzbar. Einige Punkte nur wenn es auch auf Deutscher Seite Bewegung gibt. Und eines wird hier ausgeblendet. Die Lösung muß auch den USA gefallen und die wünschen keine einseitigen Lösungen wie sie im Fazartikel vorgeschlagen werden. Es wird Zustimmung zu einzelnen Deutschen Punkten geben, D wird aber auch manch Kröte schlucken müssen. Eine "Nichtlösung" kann sich keine Seite leisten...
Viele Grüße aus Südtirol...