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Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
  1. #4150

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Ich hatte bereits zugestimmt, dass die Leiharbeiterregelung Pfusch ist. Diese ist maßgeblich für den "ruinösen" Wettbewerb verantwortlich, hier muss politisch nachgebessert werden. Ansonsten muss man aber zur Kenntnis nehmen, dass de facto massiv Geld in Richtung der Länder mit geringeren Arbeitskosten fliesst. Da kann man jetzt normativ argumentieren, es hilft nur nichts. Kapital fließt dorthin, wie die Rendite am höchsten ist.
    Hier möchte ausnahmsweise ich einmal eine kleine Korrektur anbringen. Entscheidend für die Produktivität sind nicht die Löhne, sondern die Lohnstückkosten. Das ist ein kleiner aber entscheidender Unterschied. Rolli hat bereits darauf hingewiesen, dass auch in einem Billiglohnland sich die Lohnstückkosten nicht beliebig senken lassen. Ab einem bestimmten Automatisierungsgrad spielen Lohnkosten nur noch eine sekundäre Rolle.

    Ich bin uebrigens ein Befürworter dessen, dass beim Preis eines Gutes immer auch der Resourcenverbrauch, der nötig ist für a) die Herstellung und b) für die Entsorgung in angegmessener Weise enthalten sein muss. Kurz, der ökologische Fingerabdruck einer Ware muss sich im Preis niederschlagen. Ich kenne Ihre Antwort darauf schon, aber bitteschön bringen Sie sie!
  2. #4151

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Unternehmen haben es nicht nötig zu drohen, sie tun es einfach.
    Sie können natürlich......
    Die Unternehmen können das erst einfach tun, weil sie durch die Entsozialisierung und Entdemokratisierung der Arbeitsprozesse Staaten im Staat geworden sind. Das ist nach Massgabe der Neoliebralfaschisten so gelaufen. Die Unternehmen haben heute dieselben Rechte wie ein Staat und können aus dem Grunde tun und lassen was sie wollen. Was das Abwandern anbetrifft, so tut das ein richtiger Unternehmen nur dann, wenn er ansonsten pleite gehen würde. Keiner wird seinen Heimatmarkt, in dem selbst die internationalsten Unternehmen mindestens 30% des Umsatzes machen aus Lust und Laune verlassen. Das Drohen ist eine Sache - gute Pokerspieler diese Typen - das Abwandern eine völlig andere, und ich kenne, ausser einigen Mittelständlern, denen hier der Konkurs gedroht hat kein Unternehmen, das abgewandert ist. Stop, doch, Nokia, und die bekamen ihre Quittung direkt postwendend.
  3. #4152

    Zitat von Frankenfurter Beitrag anzeigen
    Hier möchte ausnahmsweise ich einmal eine kleine Korrektur anbringen. Entscheidend für die Produktivität sind nicht die Löhne, sondern die Lohnstückkosten. Das ist ein kleiner aber entscheidender Unterschied. Rolli hat bereits darauf .....
    Die modernsten Maschinen können heute bereits annähernd so billig produzieren wie die billigste Menschenarbeit. Den Maschinen ist es völlig wurscht, ob die in Chna stehen oder in D. Nur ein kleiner Unterschied ist doch da: wenn die Maschinen in D. stehen, ist die Produktionssicherheit gegeben. In China nicht. Heute spielen für die Stndortsuche ganz andere Dinge eine Rolle als noch vor 2 Jahren. Sicherheit, Infrastruktur, Infrastruktursicherheit, Energiepreise politische verlässlichkeit, also alles Sekundärfaktoren nich vor 2 Jahren, sind nun Primärfaktoren geworden, und das wird für die bevölkerungsreichen Länder ein Problem, denn wer soll dort produzieren, wenn die Menschenarbeit gleich oder teurer ist als Maschinen.
    Ich denke bez. der Produkte das gleiche wie Sie. Wie verzerrend der Wettbewerb ist, wenn diese Faktoren unberücksichtigt bleiben, sieht man am Preis des Atomstroms. Ob der Kunde allerdings die Resourcenverbräuche direkt im Preis der Ware zahlt, oder hinterher für die Entsorgungswege könnte diskutiert werden. Allerding muss dann auch das Recyclen voll ausgeschöpft werden, damit auch die Restwerte berücksichtigt werden können. Viele Recyclingwege sind schwierig darzustellen weil derzeit nicht lukrativ. Wenn aber die Entsorgung bereits bezahlt ist, kann das ganze wieder gewinnbringend eingesetzt werden, denn der Hersteller wurde oder wird ja bereits bezahlt.
  4. #4153

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Unternehmen haben es nicht nötig zu drohen, sie tun es einfach.
    Wenn die es nur so machen würden, dann hätte ich gar nichts dagegen. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, als der Osten aufgemacht wurde, das zahlreiche Firmen ihrer Belegschaft Lohneinbußen abgetrotzt haben, weil sie gedroht haben die Produktion zu verlagern. Das war gang und gäbe und hat sogar so gut funktioniert, so das dies fast jedes Unternehmen einfach ihrer Belegschaft vorgegaukelt hat. Sowas ist in meinen Augen pure Nötigung und Erpressung.

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Netto fließt Kapital von den entwickelten Volkswirtschaften in die Emerging Markets. Fakt! Was bedeute das nun im Ergebnis?
    Schon alleine ihre Wortwahl zeigt welch Geistes Kind sie sind. "Entwickelten Volkswirtschaften" und "Emerging Markets", damit wollen sie ihre Investment-Interessen und -Ansprüche definieren.

    Ja warum wohl fließt das Kapital von einem Kontinent zum anderen? Dreimal dürfen sie raten. Um den Armen zu helfen? Nee....wohl nicht, sondern dieses Kapital soll sich so viel wie möglich vermehren. Solange für Kapitalfluss keine Steuern erhoben werden, sondern an private Eigentümer Zinsen, wird das Kapital dies weiter so tun.

    Nur irgendwelchen höheren Sinn, den sie jetzt da hineininterpretieren wollen, entstammt lediglich ihrer Phantasie und ihrer falschen Annahmen. Die Welt muss eben nicht alles dafür tun damit die Kapitalisten, wie die Made im Speck leben können. Nein davon geht die Welt nicht unter, auch wenn immer so getan wird.

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Schön, 6 Millionen Jobs mit deutschen Kapital geschaffen - leider im Ausland. Und woran könnte das liegen, was meinen sie?
    Deutsches Kapital? Woran machen sie denn das fest? An der Staatsbürgerschaft oder an was?

    Was die Kapitalisten interessiert in erster Linie sind Absatzmärkte. Natürlich muß aber auch die Infrastruktur stimmen und Transportkosten, neben den Billiglöhnen. Nur Billiglohn alleine funktioniert nicht. Aber der AN dem die Pistole auf die Brust gesetzt wird, schnallt das nicht, die abwanderungsdrohenden Firmen schon, aber klar das die das nicht den Leuten sagen. Genau so könnte ich im Gemüsegeschäft damit drohen in Rumänien mein Gemüse zu kaufen, wenn ich nicht sofort 50% Rabatt bekomme von dem Gemüsehändler.


    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Wenn sie der Meinung sind, dass die Welt schon abgegrast sei, dann haben sie anscheinend vom Artikel noch weniger verstanden als bislang. Nochmal, die zitierten Unternehmen planen, nicht drohen, auszuwandern.
    Sie müssen mal genauer lesen! Viele befürchten, das in zwei Jahren dort wo sie hinwollen die Löhne auch angezogen haben oder sich angleichen werden. Ansonsten Reisende soll man nicht aufhalten. Ich würde sofort meinem Chef anbieten, bei dem Transport und Abbau der Fabrik behilflich zu sein. Ist dann sowieso nicht schade um solche Arbeitgeber, bzw. auf die kann man getrost verzichten. Siehe Nokia, usw.

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Das passt nicht in ihre Barbie-Welt, ist aber Realität. Lernen sie damit zu leben.
    Sie wollen hier den großen knallharten internationalen Investor heraushängen lassen, dabei sind sie nur ein armer Wicht.
  5. #4154

    dem Spiegel....

    ...wundert es, dass die Deutschen so cool in der Eurokrise sind. Ich wundere mich darüber überhaupt nicht, denn für die Deutschen kann es nur besser werden.
    Die Umstellung auf eine neue DM kostet zwar Geld und jeder wird mal wieder zur Kasse gebeten. Der Verbleib im Euro allerdings wird viel, viel teurer, das ahnen oder wissen die Deutschen und dehalb bleiben die cool.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...801146,00.html
  6. #4155

    Verlagerungen

    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    Keiner wird seinen Heimatmarkt, in dem selbst die internationalsten Unternehmen mindestens 30% des Umsatzes machen aus Lust und Laune verlassen. Das Drohen ist eine Sache - gute Pokerspieler diese Typen - das Abwandern eine völlig andere, und ich kenne, ausser einigen Mittelständlern, denen hier der Konkurs gedroht hat kein Unternehmen, das abgewandert ist. Stop, doch, Nokia, und die bekamen ihre Quittung direkt postwendend.
    Da deckt sich ihre subjektive Erfahrung aber nicht mit den objektiven Fakten:

    Was wird verlagert?
    Rund 60% der Unternehmen, die ins Ausland verlagerten, suchten einen neuen Standort für ihr Kerngeschäft und etwa 62% für Hilfsfunktionen.
    ...
    Rund 67% der ins Ausland verlagernden Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes suchten neue Standorte für ihr Kerngeschäft, im weniger technologieintensiven Bereich sogar rund 71%.
    Gründe für die Verlagerung:
    So sind die Präsenz im ausländischen Markt und attraktive Lohnkosten für jeweils 82% der Unternehmen wichtige oder sehr wichtige Aspekte ihrer Überlegungen. Die übrigen Kosten sind für 74% der Unternehmen von vergleichbar großer Bedeutung.
    Wieviele betrifft das?
    Eine Verlagerung von Unternehmensfunktionen bedeutet in der Regel auch eine Abwanderung von Arbeitsplätzen. Insgesamt haben die größeren Unternehmen in den letzten Jahren durch Verlagerungen 188.000 Stellen in Deutschland abgebaut. Ebenfalls verlagerungsbedingt wurden jedoch gleichzeitig 105.000 neue Arbeitsplätze am heimischen Standort geschaffen, also rund 56% der verlagerten Arbeitsplätze.
    Wen betrifft das?
    So wurden in der gesamten Wirtschaft 125.000 gering qualifizierte Arbeitsplätze verlagert und lediglich 37% als neue Stellen mit vergleichbarer Qualifikation am bisherigen Standort eingerichtet. In der Industrie wurden 95.000 gering qualifizierte Arbeitsplätze verlagert und nur ein Drittel davon neu geschaffen.
    Entgegen ihrer persönlichen Erfahrung, findet Verlagerung im großen Stil statt, betrifft hauptsächlich das Kerngeschäft, dies geschieht hauptsächlich aus (Arbeits-)Kostengründen und trifft im wesentlichen die Geringqualifizierten. Das kann man natürlich leugnen, hilft nur nichts - es passiert, jedes Jahr. Niedrig qualifizierte Jobs mit geringer Wertschöpfung werden in Billiglohnländer verlagert. Bislang war China ganz vorne mit dabei, aber wie bereits dargestellt, geht die Reise jetzt nach Südostasien.

    Außerhalb Europas sind die Märkte Chinas das attraktivste Ziel für Verlagerungen. Dorthin gingen 36% aller Verlagerungen, wobei wiederum die Industrie mit 38% überdurchschnittlich beteiligt war.
    Die faktische Situation ist nun mal wie sie ist, netto fließt Kapital seit Jahren ins Ausland und es werden gering wertschöpfende Arbeiten in Billiglohnländer verlagert. Das ist kein Pokern, das ist umsetzen. Es geht bei Verlagerungen im Allgemeinen nicht darum, den angestammten Sitz vollständig aufzugeben, aber arbeitsintensive Prozesse finden eben anderswo statt, sei es durch Verlagerung bestehender Arbeitsplätze, sei es durch Nichtinvestition im Hochlohnland und Investition im Niedriglohnland,und beides findet statt, nachweislich.
  7. #4156

    It's the economy?

    Jetzt sind die Deutschen plötzlich "cool"... das dürfte ja wohl am Auge des Betrachter liegen. Denn eigentlich hätte der Spiegel uns ja gerne "medial hot" - denn mit Wutbürgern lässt sich eben mehr anfangen. So sollte eine ehrliche Untertitelung zum 'coolen Deutschen' eigentlich so lauten:

    "Der Euro taumelt, die Nachbarländer meckern über die Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel

    ....und der Spiegel haut ein Schreckensszenario nach dem anderen raus.
    Doch die Deutschen bleiben anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit?"
    Tut mir leid, dass wir den Spiegel so enttäuschen. Aber nur nicht aufgeben! Ihr schafft es!
  8. #4157

    irrtum

    Viele euroländer sind hoch verschuldet und können daher den anderen ländern kaum noch was bieten. der eig. sinn des euros von einer europäischen gemeinschaft wäre verfehlt
  9. #4158

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Da deckt sich ihre subjektive Erfahrung aber nicht mit den objektiven Fakten:
    Was wird verlagert?
    Gründe für .....
    Verlagerung und Abwanderung sind 2 Paar Stiefel, das wissen Sie schon, oder? Geringqualifizierte bedeuten für Sie das Kerngeschäft?
    Wenn angelernte Zerspaner entlassen werden, nd deren Tätigkeit ins Ausland verlagert wird, so hat das mit Abwandern absolut nichts zu tun. Marktzugang ist etwas völlig anderes als Abwanderung, das wissen Sie schon, oder? Im Übrigen sagte ich ja, dass sich in den letzten 2 jahren eine totale Veränderung vollzogen hat, was Unternehmensentscheidungen anbetrifft. Was 2008 noch galt ( so alt ist Ihr link ) ist ein alter Hut, aber ein sehr gutes Beispiel für Ihre Rabulistik und das rechthaben um jeden Preis.



    rolli
  10. #4159

    Ob der Euro gerettet wird oder nicht. Oder ob Europa oder die USA Ihre Schulden in den Griff kriegen.

    Fakt ist:
    In den naechsten Jahren wird die Menscheit nicht mehr zum Mond fliegen geschweige denn zum Mars!
    Das steht fest.
    Es fehlt das Geld und auch mittlerweile das Know How das noch zu koennen.


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