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Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
  1. #4010

    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    ... Egal wie die Politik handelt, es bleibt immer dasselbe Dilemma: kein Gold und zu wenig Wirtschaftskraft. Der - völlig untaugliche - Versuch das Geld wieder zu unterfüttern wird nun versucht, indem man Geld ( das kein Vertrauen hat ) mit Geld ( das kein Vertrsauen hat ) zu unterfüttern....
    Rolli, in dem Wort Kredit steckt das Wort Glauben. Was genau hat Sie vom Glauben an die Bonität der EU-Zone abfallen lassen, die US-Amerikanischen Bonitätsbewerter? Wie es mit deren Urteilfähigkeit aussieht, erkennen Sie am Rating der USA! 1. Sie wissen genau, dass die realen Privatvermögen die Staatsschulden von Ländern wie I, ES und sogar GR übersteigen. 2. Die "Bazokoa" - EZB als Lender of last Resort - ist noch gar nicht richtig ausgepackt worden. Was ich damit meine, wissen Sie als Wahlschweizer sehr gut 3. Eurobonds werden ein Erfolg, auch mit Ihnen halte ich diese Wette.
  2. #4011

    Zitat von Frankenfurter Beitrag anzeigen
    Rolli, in dem Wort Kredit steckt das Wort Glauben. Was genau hat Sie vom Glauben an die Bonität der EU-Zone abfallen lassen, die US-Amerikanischen Bonitätsbewerter? Wie es mit deren Urteilfähigkeit aussieht, erkennen Sie am Rating der USA! 1. Sie wissen genau, dass die realen Privatvermögen die Staatsschulden von Ländern wie I, ES und sogar GR übersteigen. 2. Die "Bazokoa" - EZB als Lender of last Resort - ist noch gar nicht richtig ausgepackt worden. Was ich damit meine, wissen Sie als Wahlschweizer sehr gut 3. Eurobonds werden ein Erfolg, auch mit Ihnen halte ich diese Wette.
    Sie müssen hinter die Kulissen schauen. Woher kommt denn die Staatsschuldenkrise? Sie kommt von den Schulden privater Institutionen, den Banken und Versicherungen. Die Staaten sind und waren meistens vor den Bankenkrise weit innerhalb der Maastrichtkriterien. Viel deutlicher etwa als D. oder FR. Die Schuldenübernahme des Finanzsektors hat die Staaten in die verschuldiung gebracht, und nun kassieren die, die bewusst und vorsätzlich die Staaten dahin gebracht haben diese ein 2. mal ab.
    zu 1. Es sind die, die die Staaten in die Verschuldung getrieben haben, die die Vermögen besitzen oder zumindest verwalten. Je grösser die Vermögen, desto grösser die Renditesucht, und desto grösser die Verschuldung der Banken. ( wenn man nachdenkt, so ist das ja seobstverständlich und kein Widerspruch )
    zu 2. die EZB ist ein Zwerg und keine Bazooka, denn die EZB - anders als die FED - gehört Schuldenstaaten, die Geld in die EZB geben müssten um sie wirksam werden zu lassen. Heisst: wenn die EZB losgelassen würde, müssten hunderte von Milliarden von Staaten aufgebracht werden, die kein geld haben. Geht wohl nicht.
    zu 3. Eurobonds sind höchstens ein kurzfristiges Mittel um aus der Bredouille rauszukommen. Ich gebe den Bonds nicht mal 6 Monate um Wirkung zu haben. Der lächerliche Versuch den Wert des Geldes nicht durch Assets ( Gold oder Wirtschaftskraft ) zu unterfüttern, sondern mit Geld, also den Wert des Geldes durch mehr Geld zu unterfüttern muss scheitern.

    rolli
  3. #4012

    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    Der - völlig untaugliche - Versuch das Geld wieder zu unterfüttern wird nun versucht, indem man Geld ( das kein Vertrauen hat ) mit Geld ( das kein Vertrsauen hat ) zu unterfüttern. Es ist etwa so, wie wenn man in einen Eimer mit Loch ein weiteres Loch bohrt um das erstere zu zustopfen. Man glaubt doch wirklich, dass man mit Eurobonds, die Länder garantieren, die selbst pleite sind, die Löcher wieder stopfen zu können...
    rolli
    Erinnert mich sehr an die schöne Formulierung in meinem Lieblingsartikel (jetzt bereits über 1,5 Jahre alt):
    "Irrtum Nummer drei des Volksmunds: der reiche Deutsche. Es gibt ihn gar nicht. Mit dem «Hilfspaket» rettet er sich ja vor allem selber. Aus der einen Hosentasche in die andere, und beide sind nicht nur leer, sondern haben auch noch Löcher...
    Die implizite Verschuldung Deutschlands beläuft sich auf schätzungsweise 300 bis 400 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Auch Deutschland ist pleite. Frankreich ebenfalls, die USA auch. Aber das macht die Sache nicht besser, sondern nur noch schlechter."

    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur...1.6259279.html
    Aber wenn man sich genauer anschaut, mit welchem "Geld" dieses System "gerettet" werden soll, dann sollte man das Ganze noch drastischer und deutlicher formulieren, so wie Max Keiser hier:
    "Das Bankensystem arbeitet auf der Basis von Krediten, die als Sicherheit für noch mehr Kredite genutzt werden.
    Das bedeutet, dass der Ursprung für all die Mindestreserve-Kreditverleihung, die stattfindet, immer mehr Schulden sind. Es gibt keine Privatkundeneinlagen-Reserven oder Großhandelseinlagen-Reserven, es gibt nur die Originalausgabe von dollarbasiertem Schuldenmüll. Und wenn Sie verstehen, dass Schulden am Boden der Pyramide stehen und dass es keinerlei Grundkapital gibt, oder Kapital im Sinne des Wortes wie es üblicher Weise verstanden wird, dann verstehen Sie, dass die Banken und Politiker ein Programm im Auftrag der Wall Street fortsetzen, um einen Finanz-Holocaust zu verüben, der in der Eliminierung der Mehrheit in Amerika besteht, und das ist die Mittelschicht. Die Wall-Street-Banken mit ihren Kreditausfallversicherungen, ihrem Hochfrequenz-Computerhandel und ihrem betrügerisch-fingierten Market Making injizieren das Äquivalent von finanziellem Zyklon B in die amerikanische und globale Wirtschaft."

    http://www.mmnews.de/index.php/gold/...twertet-werden
  4. #4013

    Zitat von redhead72 Beitrag anzeigen
    Die Wall-Street-Banken mit ihren Kreditausfallversicherungen, ihrem Hochfrequenz-Computerhandel und ihrem betrügerisch-fingierten Market Making injizieren das Äquivalent von finanziellem Zyklon B in die amerikanische und globale Wirtschaft."[/i]
    http://www.mmnews.de/index.php/gold/...twertet-werden
    Passt doch, denn, enteignet mit genügend Not und Angst gefüttert, werden die Menschen alles mit sich machen lassen:
    “We can only achieve a political union if we have a crisis,” Mr. Schäuble said.
    http://www.nytimes.com/2011/11/19/wo...d=2&ref=global
  5. #4014

    Die Manipulierbarkeit von Gruppen

    Zitat von Kalleblom Beitrag anzeigen

    Die Gefahr bei Volksentscheiden ist doch, dass durch eine große Masse Desinteressierter, die Menge verkleinert wird, die dann von gut organisierten Gruppen beeinflusst werden können, was dann das Ergebnis einer "Volksabstimmung" relativiert!
    Diese Menge waere selbst dann aber immer noch weit groesser
    als die verschwindend geringe Menge,die sich im Bundestag tummelt und die deswegen noch viel einfacher von "gut organisierten Gruppen" beeinflusst werden kann.Und wird,z.B. durch Fraktionszwang- wie in den Faellen Metzger oder Bosbach)

    Und ausserdem koennte man z.B. eine Teilnahmepflicht fuer Volksentscheide einfuehren-so wie es z.B. in Belgien oder Griechenland Wahlpflicht gibt.

    Oder eine Mindestbeteiligung bei Volksentscheiden.Oder gestaffellte Zustimmungsquoten etc....

    Zitat von Kalleblom Beitrag anzeigen
    Denn an die Mär von der "Schwarmintelligenz" mag ich nicht so recht glauben.
    An die Maer von der Intelligenz von Politikern mag ich erst recht nicht zu glauben.

    Siehe z.B. Angela Merkel mit ihren wiederholt behaupteten angeblichen "60% deutscher Exporte in die Eurozone" (in Wirklichkeit sind es unter 40%,Tendenz fallend)
  6. #4015

    heute hab

    ich 1500€ abgehoben, das waren/sind im alten Geld 3000DM, hatte ich damals 3000 DM hatte ich einfach das Gefühl, Geld zu haben, mit dem man was kaufen konnte, heute bei den 1500 € ist es mehr so ein Gefühl, na jetzt kommts du wenigsten über die Runden
  7. #4016

    Zitat von Heimwerker-Ass Beitrag anzeigen
    Diese Menge waere selbst dann aber immer noch weit groesser
    als die verschwindend geringe Menge,die sich im Bundestag tummelt und die deswegen noch viel einfacher von "gut organisierten Gruppen" beeinflusst werden kann.Und wird,z.B. durch Fraktionszwang- wie in den Faellen Metzger oder .....
    Es ist völlig gleichgültig, wie das Volk nd warum entscheidet. Es hat immer recht, denn jede Entscheidung spiegelt den Volkeswillen wider. Keiner der Herren hier, die über Volkeswillen reden haben auch nur eine winzige Ahnung, wie Volkeswillen zustandekommt, wenn man in einer Basisdemokratie lebt. Von worneweg werden von Politikern keine Sachverhalte geschaffen, die für das Volk unverständlich sind. Entscheidungen wie etwa S21 in Geheimzirkeln sind unvorstellbar, denn ein solcher Schuss würde nach hinten losgehen. Beispiel: Das Zuger Kantonsspital wurde in einen Neubau umgesiedelt, und der Kanton wollte das alte Areal so unter der Hand an Investoren verkaufen. Passiert ist, dass, als das bekannt wurde, die Motion ergriffen wurde und der Verkauf verboten wurde. Gleichzeitig denkt das Volk über einen Nutzen nach, der der Allgemeinheit zu gute kommt.
    Die Blamage war für den Kanton riesengross, und keiner der Entscheider wird wohl in Zukunft seine politische Karriere opfern und wieder einen Vorschlag machen, der gegen das Volk gerichtet ist.
    Gesetze werden im Vorlauf monatelange diskutiert, dem Volk vorgestellt und erst nach dieser Diskussion dann beschlossen. An jedem Gesetz hat das olk einen Anteil, und wenn doch einmal ein Gesetz etwas will, was das Volk stört, dann wird eben die Motion ergriffen, und das Gesetz so abegändert, wie das Volk es will. Grundsätzlich: Der Volkswille hat immer recht in einer Demokratie. Wenn das nicht der Fall ist, ist es keine Demokratie.

    rolli
  8. #4017

    Weiter wie bisher?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort:
    Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern.
    Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
    Die EU-Kommission beweist immer deutlicher,
    daß sie unfähig ist, aus der gegenwärtigen Horror-Krise Lehren zu ziehen:

    Pleite-Banken verstaatlicht zu sehen bereitet ihr keine Probleme,

    aber florierende Staatsbetriebe zu privatisieren gehört zu ihren Ur-Lüsten.


    „Arbeitnehmer-Interessen“ sind ihr ein Fremdwort.

    Motto: Wir müssen doch den Banken was zuschanzen!


    Wenn sie d a s heute noch praktizieren will, kommt in mir der Verdacht hoch,
    daß in der Kommission ständig die Flasche kreist --- aus Verzweiflung natürlich!

    Neueste Schnaps-Idee:

    Die VW-Werke weitergehend als bisher zu privatisieren.


    Nastrovje!

    -
  9. #4018

    Vorschläge zur Eurorettung

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Was wollen Sie?...
    Folgende Vorschläge von Jens Berger (Nachdenkseiten) halte ich für bedenkenswert:

    1.Die EZB kauft den Eurostaaten ihre Anleihen mit einem vorher festgelegten pauschalen Zins ab, der je nach Laufzeit variiert. In unserem Beispiel soll dieser Zins bei 2,5% liegen.

    2.Ein Mechanismus muss festlegen, wie viele Anleihen die Staaten pro Jahr an die EZB verkaufen dürfen. Es wäre beispielsweise möglich, dass über gestaffelte Zinskonditionen ein „künstlicher Markteffekt“ implementiert wird. Wer beispielsweise mehr als 3% Neuverschuldung aufnehmen will, müsste dann nicht 2,5%, sondern z.B. 5% für die Papiere bezahlen, die oberhalb des Grenzwertes liegen. Damit wäre der grassierenden Angst vor dem hemmungslosen Gelddrucken und einer hohen Inflation der Boden entzogen.

    3.Die EZB haftet für die Rückzahlung der Schulden und gibt Eurobonds in Höhe der von ihr vergebenen Staatskredite aus.

    4.Der Zins dieser Eurobonds sollte merklich niedriger sein als der Zins, den die Staaten bei der EZB zahlen – in unserem Beispiel soll er bei 1,25% (dem Leitzins) liegen. Zu diesem relativ niedrigen Zins können dann Investoren ausfallsichere Papiere erwerben. Dass 1,25% durchaus konkurrenzfähig sind, zeigt der Markt für amerikanische, deutsche und japanische Staatsanleihen, die aufgrund ihrer hohen Bonität zu ähnlichen Konditionen gehandelt werden.

    5.Am Ende der Kreditkette macht die EZB einen Zinsgewinn, da die Zinsen, die sie von den Staaten nimmt (2,5%) höher sind, als die Zinsen, die sie den Investoren der Eurobonds (1,25%) zahlt. Diese Gewinne werden in ein Sondervermögen überführt, mit dem – nach einem zuvor festgelegten Schlüssel – die bestehende Verschuldung der Staaten abgebaut wird.

    6.Bei der momentanen Gesamtverschuldung von sieben Billionen Euro läge der Gewinn der EZB (die Zinsdifferenz zwischen 2,5% und 1,25%) bei 87,5 Mrd. Euro pro Jahr. Sollten die Finanzmärkte das Volumen der zur Verfügung stehenden Eurobonds nicht voll ausschöpfen, läge der Gewinn sogar noch höher.
  10. #4019

    Zitat von Patrik74 Beitrag anzeigen
    Der Dollar hat vor allem einen ganz gewaltigen Vorteil: Öl gibt es nur gegen Dollar, und jeder braucht Öl. Dieses Privileg ist natürlich nicht zuletzt auf die militärische Stärke der USA begründet, die dieser Tatsache durch Präsenz in der Region auch gebührend Rechnung tragen.
    Das hört sich ja wieder einmal völlig harmlos an,
    "nicht zuletzt".
    Diese Privileg beruht einzig und alleine auf den militärischen Druck des Scheinriesens USA.


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