Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?
Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
- #3660 11.11.2011 18:39 von
Das ist zwar nicht die Ursache der Krise, kommt aber der Ursache recht nahe. Die Ursache in einigermaßen aufgeklärten Gesellschaften ist, so meine Meinung, dass es ein politisches Missverständnis in Volkswirtschaften gibt, was die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer jeweiligen Bürger betrifft. Die Folgen sind katastrophal. Nicht nur für Unternehmen, sondern für jedes Gemeinwesen schlechthin (Bildung, Langzeitarbeitslosigkeit, Fertilitätsrate, Forschungsausgaben, usw.). Was diese Aspekte anbetrifft, sieht die Situation in der Währungsunion hundsmiserabel aus - weil sie entsprechende Politiker vorzuweisen hat. Selbst wenn Deutschland da noch vergleichsweise mittelmäßig bis schlecht abschneidet - im internationalen Vergleich.
Dieses Missverständnis - deshalb habe ich auf skandinavische Volkswirtschaften in verschiedenen Beiträgen verwiesen - gibt es nicht überall gleichermaßen. Unternehmer in Deutschland sind nicht in der Lage auf alle Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einzugehen. Sie sind in der Lage einen Teil abzudecken. Der verbleibende Teil, also der nicht unternehmerisch abzudeckende, muss durch den Staat abgedeckt werden. Von den Politikern der Währungsunion muss erwartet werden, dass alle ihre Ausgabenpolitik länderspezifisch zukünftig so gestalten, dass sie den Anforderungen ihres jeweiligen Souveräns entsprechen. Und es gibt halt Beispiele, an denen man sich orientieren kann, wenn man dazu fähig ist.
Wenn das nicht geschieht, dann scheitert die EU unweigerlich. - #3661 11.11.2011 20:04 von
Ich denke Frau Merkel wird rechtbehalten mit der Aussage die Einlagen auf Banken sind bis 100.000Euro gesichert. Das steht fest, da ja die Regierung auch keine Bank kaputt gehen lasst. Da zahlt ja schliesslich wieder der Steuerzahler. 100.000 Euro werden also bestand haben, was die Zahlen angeht. Jedoch glaube ich wird man bald von den 100.000 nicht mehr den Gegenwert haben. (Inflation)
Damit ist es wieder geschickt von der Regierung eingefaedelt worden der kleine Mann wird beruhigt und beschwichtigt und von hinten herrum wird im grossen Stil die Inflation im das Geld aus der Tasche reissen noch ehe er sich umgucken kann ist das Geld weg. Und die Staatsverschuldung um die Haelfte gekuerzt. So macht man dass! Danke Regierung! Danke CDU! Das Ihr so heuchlisch seid. 3-5% Inflation davon gehe ich stark aus. Evtl. sogar 4-7%. Buerger nehmt euch in Acht. Gebt das Geld besser jetzt aus bevor es nicht mehr soviel Wert ist. - #3662 11.11.2011 20:22 von
Zustimmung
Ich gebe ihnen Recht, das Thema wird heillos überdramatisiert - soll wahrscheinlich (erfolgreich) von den USA und China ablenken. Dort spielt die Musik! Stattdessen wird die Debatte von den Problemchen eines korrupten Zwergenstaates bestimmt.
Auch der Euro ist weder die Schicksalsfrage Europas noch Deutschlands. Beide gab es auch schon vor dem Euro und beide wird es auch nachher geben. Deutschlands Maschinen und Produkte werden auch nicht schlechter, wenn die Währung wechselt und die Leute nicht blöder - ausser wenn die deutsche Politik weiter die Bildung und Forschung zugunsten von Sozialausgaben zusammenkürzt.
Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ist die Produktivität und die hängt hauptsächlich von der Technik, der Ausbildung und Arbeitsorganisation ab; das hat fundamental nichts mit der Währung zu tun.
Deshalb: Schluss mit dem Verschuldungs- und Rettungsirrsinn, klarer (hair)cut und lebbe geht weida. Ein paar fliegen auf die Schnauze - trifft wahrscheinlich nicht die falschen - und das war's.
Im Moment zahlen die normalen Arbeitnehmer Billionen, um einigen den Verlust von ein paar Milliarden zu ersparen. Absurd!
Krieg halte ich auch für ausgeschlossen, wofür? Um sich die Goldreserven des Nachbarn zu holen? Sollen wir den Kontinent in Schutt und Asche legen, um den Verlust von Realkapital zu vermeiden?
Das klingt allerdings schon wieder so bescheuert, dass ich mir doch Sorgen mache, dass die Politik auf diese Lösung verfällt. Schliesslich machen wir endlos Schulden um der Überschuldung zu begegnen... - #3663 12.11.2011 06:05 von
ich finds
fast lustig, diejenigen, die das Chaos zu verantworten haben, sollen nun das Chaos beherrschen und lösen !
- #3664 12.11.2011 09:42 von
- #3665 12.11.2011 09:53 von
Die Politik hat nun den Weg gefunden den Widerspruch den jede Politik in sich trägt aufzulösen. Das Unerfüllbare Versprechen nach einem guten Leben wird nun ersetzt durch die Wirklichekeit: Euch wird es ab jetzt dreckig gehen.
"Government is the great fiction through which everybody endeavors to live at the expense of everybody else...
Thus, the public has two hopes, and Government makes two promises - many benefits and no taxes. Hopes and promises, which, being contradictory, can never be realized.
Now, is this not the cause of all our revolutions? For, between the Government, which lavishes promises which it is impossible to perform, and the public, which has conceived hopes which can never be realized, two classes of men interpose - the ambitious and the Utopians...
And the people believe, and the people hope, and the people make a revolution!
These two promises are for ever clashing with each other; it cannot be otherwise. To live upon credit, which is the same as exhausting the future, is certainly a present means of reconciling them: an attempt is made to do a little good now, at the expense of a great deal of harm in the future. But such proceedings call forth the spectre of bankruptcy, which puts an end to credit.
What is to be done then?"
-- Frederic Bastiat, "Government", 1848
rolli - #3666 12.11.2011 10:24 von
- #3667 12.11.2011 10:42 von
Griechenland-Diskussionen Teil 2
Fortsetzung:
Selber schuld, gilt nicht! In Deutschland wird auch keiner dem Hungertod überlassen, nur weil er seine Arbeit verloren hat. Das wäre für alle auch billiger. Oder etwa nicht? Macht man natürlich nicht, ist ja unmenschlich, der jenige der seine Arbeit verloren hat, kann ja nichts dafür. Der chef hat ihn gekündigt. Trotzdem zahlen wir sein Arbeitslosengeld und nicht Chef. So ist das in Griechenland. Die Menschen können nichts dafür. GR auszuschließen, wäre wie den Arbeitslosen sich selbst zu überlassen.
Jeder hat Verantwortung! Und die ist zu übernehmen. Freiwillig. Denkt mal über den Tellerrand der Fertigsuppe von Medien- und Expertenmeinungen hinaus. Der Mensch ist ein zoon politikon. Er kann ohne den anderen nicht (über)leben. Was sollen denn diese ganzen egoistischen Aussagen, von wegen: "das sind aber meine Steuern die den Griechen zugeschoben werden". Na und? Steuern werden immer so ausgeben. Meistens hat man nicht selber etwas davon. Und ist es nicht besser, wenn das Geld dafür ausgeben wird, als für eine Sache von der am Ende kein Menschen profitieren? Ich meine damit, eine Land geht pleite, fliegt aus dem Euro, die Menschen sind isoliert, kein Tourist geht mehr nach GR weil man Geld umtauschen muss und weil es sowieso unsicher ist, da das Volk aus lauter unsicherheit und existenzverlust ein bürgerkrieg durchlebt. das sind die echten folgen. ach so, doch! es gibt schon jemand der davon profitiert: diejenigen die daruaf gewettet haben. Aber nicht der Steuerzahler.
Ich möchte hier zu mehr menschlichkeit appelieren. Diese hat Deutschland nach dem 2. Weltkrieg auch erfahren (bei immerhin 100% Schuldenerlass!)
Und dazu auffordern mal selber zu denken als die meinung einiger Experten zu übernehmen.
Das war viel, aber musste raus.
Dankeschön - #3668 12.11.2011 11:01 von
Frau Doktor, fällt Ihnen da ein Widerspruch auf?
Ihrer Auffassung von "freiwilliger" Rettung kommt man doch schon bereitwillig nach, indem man andere dazu zwingt, die Verantwortung zu übernehmen (über Steuern, Zwangsbürgschaften, Enteignung usw.). Über was beschweren Sie sich denn? - #3669 12.11.2011 11:02 von
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