Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?
Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
- #1120 04.09.2011 17:41 von
Ist der Euro noch zu retten?
Ich glaube nicht, das Sprichwort sagt:" Viele Köche verderben den Brei!" Leider sind unsere Politiker -insbesondere in Deutschland - offenischtlich mit Blindheit geschlagen. Wer gibt denn sein Geld anderen Nachbarn, damit diese ,als Gemeinschaft , über das Geld verfügen können? Nur Dumpfbeutel!
- #1121 04.09.2011 17:41 von
Das stimmt nicht. Der absolut überwiegende Teil steckt in "Forderungen", Anleihen und Co.
Wenn es kracht, dann krachen diese mit.
Interessante These. Sie meinen, da verzichten Milliardäre auf z.B. 20-30% ihres Vermögens, wenn sie dafür mehr politische Macht erhalten könnten?
Ich denke, das ist eher umgekehrt.
Bsp. Warren Buffett- erst republikanernah, dann Obamafreund, je nach Wahlergebnis. Fordert höhere Steuern für Reiche, traut dem Staat aber Wohltaten nicht zu und etabliert lieber eine eigene Stiftung.
Er möchte andere zu etwas zwingen, weil er dem Staat auch freiwillig nichts gibt, was er schmerzlos könnte.
Hintergrund ist doch eher (wie seine Panik-BoA-Rettung), dass er größtes Interesse am Status Quo, also der Erhaltung/Vermehrung seines Reichtums hat. - #1122 04.09.2011 17:46 von
Europa und seine Staaten...
Bei bravem Stimmverhalten gibt's die Reinwaschung gleich mit.
Kann Ihre Argumente nachvollziehen. In den Nachbarländern Deutschlands und auch in England wird aber aus politischer Opportunität gerne das Bild einer deutschen Hegemonie an die Wand gemalt. Es ist aber bsw. seit Jahrhunderten Englische Politik auf dem Festland keine Hegemonie zuzulassen, ganz gleich ob Napoleon oder Wilhelm II. Die USA haben eine ähnliche Sichtweise und darauf ruht auch die zwei Jahrhunderte alte Verbindung zwischen Mutter und großer Tochter. Auch wenn das Deutschland schon lange nicht mehr hergibt, ist es dennoch erstaunlich wie sich solche stereotypen Ängste sich in der öffentlichen Wahrnehmung halten. Die Deutschen haben Angst Europas ungeliebter Zahlmeister zu sein; der Rest unter der Fuchtel der Deutschen zu landen. Faktisch sind es widerlegbare Stereotypen und die Verhältnisse sind weit komplizierter.
Was Europa generell militärisch wert ist...
NATO Strikes Show Europe Defense Dilemma
http://online.wsj.com/article/SB1000...247104160.html
"The Libya mission, much heralded as the blueprint for a more independent European defense posture, would have fallen apart without American logistics, reconnaissance, command and control and ammunition,"
"In sum, Europeans don't have the mandate to do the Common Security Defense Policy, they don't have the means to do it, they really don't want to do it and they also don't have to do it,"
Dem Artikel ist nix hinzuzufügen...
Viele Grüße aus Südtirol... - #1123 04.09.2011 18:18 von
Anschaulich
Der Staat darf die Verkehrsregeln festlegen, wohin der einzelne aber fährt, welches Fahrzeug er dafür verwendet und welche Farbe das Fahrzeug geht den Staat nichts an.
Insbesondere ist es nicht Aufgabe des Staates künstliche Staus zu erzeugen, wenn er der Meinung ist, dass die Leute anderswohin fahren sollen, bspw. weil er für viel Geld ein Autobahnkreuz in der Pampa gebaut hat und sich nun darüber ärgert, dass keiner hinfährt.
Denn natürlich hat der Staat keinen Bockmist gebaut, sondern die Autofahrer verstehen einfach nur nicht, warum das Autobahnkreuz sinnvoll ist.
Also, nochmal: Randbedingungen ja, Interventionen nein. So kompliziert ist es doch jetzt auch nicht. - #1124 04.09.2011 18:40 von
Wenn sie es nicht verstehen wollen..
Zum letzten Mal (und danach werde ich hierzu auf ihre Posts nicht mehr eingehen). Das ist ein IDEALES Modell. Auch in der Thermodynamik verwendet man verlustfreie Vergleichsprozesse mit idealen Gasen, obwohl alle wissen, dass es weder das eine noch das andere gibt.
Es hilft einen zu verstehen, wie ein System ungestört läuft und hilft einem bei der Analyse der Abweichungen, wenn man die realen Prozesse betrachtet. Dieses wiederum gibt einem Hinweise auf Verbesserungspotential.
Im Falle des Marktes bedeutet das, ich beobachte das Marktgeschehen und weiss, welches Ergebnis zu erwarten wäre, wenn der Markt vollkommen wäre (was er NIE ist). Wenn ich nun feststelle, dass er sich merklich anders verhält, ist das ein Hinweis, dass eine oder mehrere Grundannahmen des ökonomischen Modells im betrachteten Falle nicht zutreffen. Nun kann man systematisch überprüfen, welche das sind, warum sie nicht vorliegen, wie man das Ergebnis verbessern kann bzw. ob es sinnvoll ist Veränderungen herbeizuführen und (man höre und staune), ob das ökonomische Modell verändert oder erweitert werden muss.
Und letzteres ist der Unterschied zwischen einer Wissenschaft und einer Glaubenslehre (wie es beispielsweise viele politische Strömungen sind). Keiner Behauptet, dass die Ökonomie die Weisheit gefressen hat, es gibt immer neue Ansätze, einige setzen sich durch andere werden verworfen.
Wenn sie diesen Ansatz nicht verstehen können oder wollen, dann halten sie sich wenigstens damit zurück ihrerseits unbewiesene Heilslehren verbreiten zu wollen. Zum Markt gibt es unzählige Untersuchungen, weltweit, über Jahrhunderte.
Die "Marktgesetze", die die Ökonomen daraus erkannt haben und Grundlage des ökonomischen Modells sind, sind empirisch sehr gut belegt, und daher ist es affig, ständig dagegen anzuwettern. Schaffen sie sich erstmal ihre eigene adäquate Datenbasis, um das Modell zu widerlegen und der Nobelpreis ist ihnen sicher, den kriegen nämlich keine "Glaubenskrieger", sondern immer die Ökonomen, die wesentlich neues erkannt haben, was auch in der Widerlegung bis dato geltender Grundsätze sein kann (siehe z.B. Nash).
Im Gegensatz zu Politikern wissen Ökonomen wovon sie reden, auch wenn sie im Einzelfall durchaus unterschiedlicher Ansicht sein können - das ist aber bspw. bei Ärzten auch nicht anders. - #1125 04.09.2011 19:01 von
´
Sie bringt uns zumindestens ein Ende der unsäglichen Inflation und hoffentlich wieder ein wenig Vertrauen in Geld und Geldstabilität.
Sie könnte Deflation bringen, das wäre positiv für die meisten innerhalb der Bevölkerung.
Bis zu einem gewissen Punkt, ja. Dann kommt aber das Paradox, dass man nicht einfach weiter ausweiten kann. Die Grenze ist dort erreicht, wo die Kredittragfähigkeit am Ende ist.
An dem Punkt sind wir.
Der Weltwirtschaftskrise 1929 gingen die "roaring twenties" voraus, auch ein ungezügelter Kreditexpansionszyklus. - #1126 04.09.2011 19:07 von
hahahahah....eine exakte Wissenschaft mit einer Pseudowissenschaft zu vergleichen, in deren Berechnungen die am wichtigsten Akteuer, die Menschen nicht vorkommen, da zu gehört eine grosse Portion Unveschämtheit. Besser, die gehen auf die völlig richtigen Aussagen von Rosbaud nicht mehr ein. Sie verrennen sich, wie immer in völlig unhaltbaren Sphären.
Und: es ist genau umgekehrt: Politiker wissen genau von was Sie reden, und von was sie nicht reden. Okönomen wissen garnichts, denn deren Formeln beruhen nicht auf Wissen, sondern aus gewünschten Resultaten, an die die unsäglichen Formeln angepasst werden. Ökonomen tun dann so, als ob daraus irgendwas abgeleitet werden könnte, dass unabänderlich und gottgegeben sei. Religion eben. Dass Sie Ärzte damit vergleichen das lasse ich Ihnen durchgehen, denn auch dort will jeder der grösste Gockel sein.
rolli - #1127 04.09.2011 19:11 von
Wow, ein wichtiger und auch richtiger Satz:
"Die Grenze ist dort erreicht, wo die Kredittragfähigkeit am Ende ist."
Ja, dort sind wir, und wir werden bald eine kritische Masse erreichen, wenn nämlich die Zinsen für Kredite nicht mehr gedeckt sind. Das trifft nicht nur auf Staaten zu, sondern auch auf Unternehmen. Und je schneller Ihr komisches Hochzinsgefüge erreicht wäre, desto schneller käme es zur Explosion. Weltweit natürlich. Aber soweit können Sie als Ökonom vielleicht nicht denken.
rolli - #1128 04.09.2011 19:15 von
.
Von einer Planwirtschaft mit festen Preisen und Produktionsvorgaben kann ich bei uns nichts erkennen.
Darf der Staat den für Autobahnen die er gebaut hat und die ständig verstopft sind und Massenkarambolagen verursachen eine neue Lösung suchen?Insbesondere ist es nicht Aufgabe des Staates künstliche Staus zu erzeugen, wenn er der Meinung ist, dass die Leute anderswohin fahren sollen, bspw. weil er für viel Geld ein Autobahnkreuz in der Pampa gebaut hat und sich nun darüber ärgert, dass keiner hinfährt.
Denn natürlich hat der Staat keinen Bockmist gebaut, sondern die Autofahrer verstehen einfach nur nicht, warum das Autobahnkreuz sinnvoll ist.
Also, nochmal: Randbedingungen ja, Interventionen nein. So kompliziert ist es doch jetzt auch nicht.
Oder Konkret: Die Politik hat, durch die Liberalisierung der Finanzmärkte und dadurch neu geschaffenen Rahmenbedingungen, dem Finanz-Kapitalismus erst zu seiner Blühte verholfen. In der Folge sind die Auf- und Abschwungsphasen nicht im Bereich von Jahrzehnten, wie früher im Realwirtschaft-Kapitalismus, sondern von Jahren. Dürfte der Staat diese, imho, Fehlentwicklung wieder korrigieren, z.B. durch Deliberalisierung der Finanzmärkte?
Wenn der Staat falsche Rahmenbedingungen geschaffen hat, darf er dagegen Intervenieren und neue Rahmenbedingungen schaffen? - #1129 04.09.2011 19:17 von
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