Forum: Wirtschaft
Hunger - sollte Spekulation mit Nahrungsmitteln verboten werden?
Steigende Preise für Lebensmittel, obwohl weltweit genug produziert wird: Durch Spekulation bei Nahrungsmitteln, analog der Rohstoffbörsen, sorgen für prekäre Situationen speziell in den ärmeren Ländern. Aber auch die wohlhabenden Nationen spüren den neuen Preisdruck. Sollte bei Nahrungsmitteln aus ethischen Gründen diese Form der Spekulation generell verboten werden?
- #110 04.02.2012 19:50 von
Stimme Ihnen im Prinzip zu. Nur noch einige Anmerkungen aus meiner Sicht.
Theoretisch braucht es keine Spekulanten. Da sich das Bedürfnis von Agrarproduzenten nach Preisstabilität mit den Bedürfnissen der Agrarproduktnachfragern deckt. Dei Produzenten wollen Schutz vor fallenden Preisen, die Nachfrager Schutz vor steigenden Preisen.
Die Spekulanten springen meist auf den fahrenden Zug auf. D.h. es wird lediglich das Tempo noch etwas beschleunigt.
Der Hauptgrund der Preissteigerungen ist m. E. die steigende Nachfrage der asiatischen Länder (China, Indien) deren neue Ober- und Mittelschicht gibt sich nicht mehr mit der "Schüssel Reis am Tag" zufrieden. Sie entwickeln den gleichen verschwenderischen Umgang mit den Agrarressourcen, wie die westlichen Nationen. Durch den Mehrverbrauch an Fleisch, dieser Schicht, wird ein vielfaches an Agrarflächen benötigt, um die Futtermittel der Tiere zu produzieren, als wenn diese Fläche direkt zur pflanzlichen Ernährung von Menschen verwendet würde. - #111 04.02.2012 20:10 von
ttt
grundsätzlich schon aber wenn man die spekulanten zu gewerkschaften sozialdiensten der welt verklärt die nur ein paar tips geben ( ganz nebenbei ) dann gute nacht. Die sogenannten spekulanten müssen auch irgendwo ihr geld einsetzen... warum nicht bei nahrungsmitteln ? bittet sich geradezu an - sagen Sie. Sie sind nicht verantwortlich ? Sie bieten eine Problemlösung an ? Und das alles ganz nebenbei.... und letztendlich sind sie sich sicher dass die kurzfristige ausschläge im nahrungsmittelbereich nicht auf "spekulanten" zurückzuführen sind ? wer am meisten daran zu leiden hat wissen wir... aber auch wer die geldgeber sind.
- #112 04.02.2012 21:00 von
Das ist Schönrederei !
Wir könnten in der gesamten Weltwirtschaft recht gut ohne sie auskommen. Das soll nicht heißen, dass ich etwas gegen Börsen und deren Geschäfte habe. Man sollte sich nur an gewisse Rahmenbedingungen halten. Und was die Spekulanten und Abzocker bei den Nahrungs- und Agrarmitteln in letzter Zeit treiben, das paßt in keinen Rahmen, das überschreitet jeglichen Rahmen. Das ist, wie ich bereits schrieb, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ! Diese Spekulationen und Wetten haben die Preise in die Höhe getrieben, die anderen Faktoren sind zu vernachlässigen, da unbedeutend.
- #113 05.02.2012 15:17 von
Knappheit
Selbstverständlich kann die Weltwirtschaft ohne Nahrungsspekulation auskommen. Aber, wie gesagt, die Nahrungspreise werden nicht nur nach oben, sondern genauso auch nach unten spekuliert, dann zum Nutzen der Verbraucher und zum Schaden der Erzeuger.
Die Preisfindung bei Nahrungsmitteln ist extrem vielschichtig. Man braucht sich nur fragen, wieso der Preis für einen Liter Milch nicht einmal die Gestehungskosten beim Milchbauern hergibt, und billiger ist als ein Liter Mineralwasser, der ohne großen Aufwand nur aus der Quelle gezapft wird. Hier "spekulieren" Molkereien und Handel (ALDI) die Milchbauern (und diesmal nicht die Verbraucher) in Grund und Boden.
Und ob wirklich die Tricks der "Trader" in Chikago den Reispreis eines indonesischen Reisbauern oder den Hirsepreis auf einem Dorfmarkt in Afrika treiben, das ist schwer zu beurteilen. Aber Nahrungsknappheit, da kann man sicher sein, die treibt eindeutig die Preise nach oben. - #114 05.02.2012 17:37 von
Das ist Blödsinn:
Der Literpreis für Milch im Einkauf beim Bauer bewegt sich für alle Weiterverarbeiter auf dem gleichen Niveau.
Was aber stossend ist, ist die sehr hohe Marche der Verarbeiter und Lebensmittelhändler. Den die russischen Bauern bekommen für den Liter Milch über 25% mehr bezahlt als ein deutscher Bauer und trotzdem ist die Milch im Laden weit billiger.
Gezockt wird bei der Verarbeitung und im Laden. - #115 05.02.2012 17:50 von
Noch etwas dazu
Bankenverband rügt Todeswetten der Deutschen Bank
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813421,00.html
Ein hübsches Argument, warum Banken verboten werden MÜSSEN!
Es sind schlicht Feinde der Menschheit.
Oder Raubmord wird legalisiert? - #116 05.02.2012 18:01 von
- #117 05.02.2012 18:17 von
- #118 06.02.2012 13:01 von
- #119 06.02.2012 17:00 von
Doch tun sie, zuletzt in der Lebensmittelpreiskrise 2007-2008. Das bestreiten nur noch Lobbyisten, die an der Spekulation mit Commodities prächtig verdienen. Volkswirtschaftlich macht die Spekulation mit Lebensmitteln Null Sinn. Sie treibt die Volatilität an den Märkten in die Höhe, was wiederum immer neue Absicherungsgeschäfte der Händler erfordert, sonst nichts.
Die Finanzmarktindustrie sagt danke Mr. Busch, dass Sie 1999-2005 alle Beschränkungen an den Warenterminbörsen für uns aufgehoben haben!
Ps.
Ich frage mich, was passieren würde wenn die hunderte Mrd. Dollar unserer Zahnärzte, Rechtsanwälte oder Steuerberater, die in Lebensmittelzertifikaten stecken, in vernünftige Renditeprojekte fliessen würden...
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