Hunger - sollte Spekulation mit Nahrungsmitteln verboten werden?

Steigende Preise für Lebensmittel, obwohl weltweit genug produziert wird: Durch Spekulation bei Nahrungsmitteln, analog der Rohstoffbörsen, sorgen für prekäre Situationen speziell in den ärmeren Ländern. Aber auch die wohlhabenden Nationen spüren den neuen Preisdruck. Sollte bei Nahrungsmitteln aus ethischen Gründen diese Form der Spekulation generell verboten werden?
  1. #110

    Zitat von trident Beitrag anzeigen
    Spekulanten (auch bei Nahrungsmitteln) sind wichtig und nötig.

    Das problem ist, dass auf 5 Käufer mit echtem Bedarf 100 Spekulanten kommen. Wäre es andersrum wäre es in Ordnung. Die echten Käufer/Produzenten brauchen zwingend (!) Gegenparteien um sich beispielsweise gegen den Weizenpreis absichern respektive den Absatz planen zu können. Das sind nunmal "Spekulanten", auch wenn die Grenzen da fliessend sind. Wo genau ist die Grenze zwischen "normaler Marktteilnehmer" und "Spekulant"?

    Und nein, Spekulation ist bei weitem nicht die einzige preistreibende Kraft bei Nahrungsmittelpreisen, es gibt auch noch Biospritanbau, Bevölkerungsentwicklung, Subenventionspoltik, Oelpreise, Politisches Umfeld...usw

    Das Thema ist alles andere als simpel und leicht zu lösen. Wer "Spekulanten" als Alleinschuldige ausmachen will, sucht in meinen Augen einen Sündenbock und keine Lösung.
    Stimme Ihnen im Prinzip zu. Nur noch einige Anmerkungen aus meiner Sicht.

    Theoretisch braucht es keine Spekulanten. Da sich das Bedürfnis von Agrarproduzenten nach Preisstabilität mit den Bedürfnissen der Agrarproduktnachfragern deckt. Dei Produzenten wollen Schutz vor fallenden Preisen, die Nachfrager Schutz vor steigenden Preisen.

    Die Spekulanten springen meist auf den fahrenden Zug auf. D.h. es wird lediglich das Tempo noch etwas beschleunigt.

    Der Hauptgrund der Preissteigerungen ist m. E. die steigende Nachfrage der asiatischen Länder (China, Indien) deren neue Ober- und Mittelschicht gibt sich nicht mehr mit der "Schüssel Reis am Tag" zufrieden. Sie entwickeln den gleichen verschwenderischen Umgang mit den Agrarressourcen, wie die westlichen Nationen. Durch den Mehrverbrauch an Fleisch, dieser Schicht, wird ein vielfaches an Agrarflächen benötigt, um die Futtermittel der Tiere zu produzieren, als wenn diese Fläche direkt zur pflanzlichen Ernährung von Menschen verwendet würde.
  2. #111

    ttt

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Die Spekulanten sind mE nicht verantwortlich für den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln oder für den Hunger in der Welt. Die Herrschaften spekulieren auf steigende oder auf fallende Preise, sie können immer gewinnen. Sie verstärken die Preisausschläge, aber sie setzen nicht den Preistrend.

    Den Trend bei den Nahrungsmittelpreisen setzt die Bevölkerungsexplosion; die Nahrungsproduktion weltweit nimmt pro Kopf (pro Kopf!) ab. Die landwirtschaftliche Nutzfläche kann im Weltmaßstab nicht mehr gesteigert werden, die Meere sind überfischt. Wen wundert es da, dass die Preise steigen, dafür braucht man keine Spekulanten.

    Und auch die äußerst unsymmetrische Nahrungsversorgung weltweit ist keine Folge irgendeiner Spekulation: In den westlichen Industrieländern unendlicher Überfluss, dagegen Hunger und Mangelernährung für ein Drittel der Menschheit. Man prügelt hier den falschen Sack.

    Man sollte mich nicht missverstehen: Meinetwegen kann man die Spekulation mit Nahrungsmitteln verbieten, niemand braucht sie. Aber verantwortlich für die Preissteigerungen ist sie mE nicht.
    grundsätzlich schon aber wenn man die spekulanten zu gewerkschaften sozialdiensten der welt verklärt die nur ein paar tips geben ( ganz nebenbei ) dann gute nacht. Die sogenannten spekulanten müssen auch irgendwo ihr geld einsetzen... warum nicht bei nahrungsmitteln ? bittet sich geradezu an - sagen Sie. Sie sind nicht verantwortlich ? Sie bieten eine Problemlösung an ? Und das alles ganz nebenbei.... und letztendlich sind sie sich sicher dass die kurzfristige ausschläge im nahrungsmittelbereich nicht auf "spekulanten" zurückzuführen sind ? wer am meisten daran zu leiden hat wissen wir... aber auch wer die geldgeber sind.
  3. #112

    Das ist Schönrederei !

    Zitat von trident Beitrag anzeigen
    Spekulanten (auch bei Nahrungsmitteln) sind wichtig und nötig.

    Das problem ist, dass auf 5 Käufer mit echtem Bedarf 100 Spekulanten kommen. Wäre es andersrum wäre es in Ordnung. Die echten Käufer/Produzenten brauchen zwingend (!) Gegenparteien um sich beispielsweise gegen den Weizenpreis absichern respektive den Absatz planen zu können. Das sind nunmal "Spekulanten", auch wenn die Grenzen da fliessend sind. Wo genau ist die Grenze zwischen "normaler Marktteilnehmer" und "Spekulant"?

    Und nein, Spekulation ist bei weitem nicht die einzige preistreibende Kraft bei Nahrungsmittelpreisen, es gibt auch noch Biospritanbau, Bevölkerungsentwicklung, Subenventionspoltik, Oelpreise, Politisches Umfeld...usw

    Das Thema ist alles andere als simpel und leicht zu lösen. Wer "Spekulanten" als Alleinschuldige ausmachen will, sucht in meinen Augen einen Sündenbock und keine Lösung.
    Wir könnten in der gesamten Weltwirtschaft recht gut ohne sie auskommen. Das soll nicht heißen, dass ich etwas gegen Börsen und deren Geschäfte habe. Man sollte sich nur an gewisse Rahmenbedingungen halten. Und was die Spekulanten und Abzocker bei den Nahrungs- und Agrarmitteln in letzter Zeit treiben, das paßt in keinen Rahmen, das überschreitet jeglichen Rahmen. Das ist, wie ich bereits schrieb, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ! Diese Spekulationen und Wetten haben die Preise in die Höhe getrieben, die anderen Faktoren sind zu vernachlässigen, da unbedeutend.
  4. #113

    Knappheit

    Selbstverständlich kann die Weltwirtschaft ohne Nahrungsspekulation auskommen. Aber, wie gesagt, die Nahrungspreise werden nicht nur nach oben, sondern genauso auch nach unten spekuliert, dann zum Nutzen der Verbraucher und zum Schaden der Erzeuger.

    Die Preisfindung bei Nahrungsmitteln ist extrem vielschichtig. Man braucht sich nur fragen, wieso der Preis für einen Liter Milch nicht einmal die Gestehungskosten beim Milchbauern hergibt, und billiger ist als ein Liter Mineralwasser, der ohne großen Aufwand nur aus der Quelle gezapft wird. Hier "spekulieren" Molkereien und Handel (ALDI) die Milchbauern (und diesmal nicht die Verbraucher) in Grund und Boden.

    Und ob wirklich die Tricks der "Trader" in Chikago den Reispreis eines indonesischen Reisbauern oder den Hirsepreis auf einem Dorfmarkt in Afrika treiben, das ist schwer zu beurteilen. Aber Nahrungsknappheit, da kann man sicher sein, die treibt eindeutig die Preise nach oben.
  5. #114

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Selbstverständlich kann die Weltwirtschaft ohne Nahrungsspekulation auskommen. Aber, wie gesagt, die Nahrungspreise werden nicht nur nach oben, sondern genauso auch nach unten spekuliert, dann zum Nutzen der Verbraucher und zum Schaden der Erzeuger.

    Die Preisfindung bei Nahrungsmitteln ist extrem vielschichtig. Man braucht sich nur fragen, wieso der Preis für einen Liter Milch nicht einmal die Gestehungskosten beim Milchbauern hergibt, und billiger ist als ein Liter Mineralwasser, der ohne großen Aufwand nur aus der Quelle gezapft wird. Hier "spekulieren" Molkereien und Handel (ALDI) die Milchbauern (und diesmal nicht die Verbraucher) in Grund und Boden.

    Und ob wirklich die Tricks der "Trader" in Chikago den Reispreis eines indonesischen Reisbauern oder den Hirsepreis auf einem Dorfmarkt in Afrika treiben, das ist schwer zu beurteilen. Aber Nahrungsknappheit, da kann man sicher sein, die treibt eindeutig die Preise nach oben.

    Das ist Blödsinn:

    Der Literpreis für Milch im Einkauf beim Bauer bewegt sich für alle Weiterverarbeiter auf dem gleichen Niveau.

    Was aber stossend ist, ist die sehr hohe Marche der Verarbeiter und Lebensmittelhändler. Den die russischen Bauern bekommen für den Liter Milch über 25% mehr bezahlt als ein deutscher Bauer und trotzdem ist die Milch im Laden weit billiger.

    Gezockt wird bei der Verarbeitung und im Laden.
  6. #115

    Noch etwas dazu

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Wir könnten in der gesamten Weltwirtschaft recht gut ohne sie auskommen. Das soll nicht heißen, dass ich etwas gegen Börsen und deren Geschäfte habe. Man sollte sich nur an gewisse Rahmenbedingungen halten. Und was die Spekulanten und Abzocker bei den Nahrungs- und Agrarmitteln in letzter Zeit treiben, das paßt in keinen Rahmen, das überschreitet jeglichen Rahmen. Das ist, wie ich bereits schrieb, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ! Diese Spekulationen und Wetten haben die Preise in die Höhe getrieben, die anderen Faktoren sind zu vernachlässigen, da unbedeutend.
    Bankenverband rügt Todeswetten der Deutschen Bank

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813421,00.html

    Ein hübsches Argument, warum Banken verboten werden MÜSSEN!
    Es sind schlicht Feinde der Menschheit.

    Oder Raubmord wird legalisiert?
  7. #116

    Zitat von Oberrat Brack Beitrag anzeigen
    Bankenverband rügt Todeswetten der Deutschen Bank

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813421,00.html

    Ein hübsches Argument, warum Banken verboten werden MÜSSEN!
    Es sind schlicht Feinde der Menschheit.

    Oder Raubmord wird legalisiert?
    Sie dürfen den Banken kein Geld geben.

    Geben Sie es einfach aus.
  8. #117

    Seit 2005.....

    Zitat von zwangsreunose Beitrag anzeigen
    Sie dürfen den Banken kein Geld geben.

    Geben Sie es einfach aus.
    ... hat weder Bank noch Versicherung etwas von meinem Geld.
    Googeln Sie nach meinem Nick, falls Sie es nicht glauben.
  9. #118

    Preisbildung

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Aber Nahrungsknappheit, da kann man sicher sein, die treibt eindeutig die Preise nach oben.
    Bei gleichen Kosten heißt das (deutlich) höherer Gewinn/Einkommen für den Produzenten. Und wenn dann ein Afrikaner meint statt mit Tulpen für Amsterdam mit Reis für Peking mehr Gewinn zu machen wird das Nahrungsmittelangebot erweitert.
  10. #119

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Die Spekulanten sind mE nicht verantwortlich für den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln oder für den Hunger in der Welt. Die Herrschaften spekulieren auf steigende oder auf fallende Preise, sie können immer gewinnen. Sie verstärken die Preisausschläge, aber sie setzen nicht den Preistrend.
    Doch tun sie, zuletzt in der Lebensmittelpreiskrise 2007-2008. Das bestreiten nur noch Lobbyisten, die an der Spekulation mit Commodities prächtig verdienen. Volkswirtschaftlich macht die Spekulation mit Lebensmitteln Null Sinn. Sie treibt die Volatilität an den Märkten in die Höhe, was wiederum immer neue Absicherungsgeschäfte der Händler erfordert, sonst nichts.

    Die Finanzmarktindustrie sagt danke Mr. Busch, dass Sie 1999-2005 alle Beschränkungen an den Warenterminbörsen für uns aufgehoben haben!

    Ps.
    Ich frage mich, was passieren würde wenn die hunderte Mrd. Dollar unserer Zahnärzte, Rechtsanwälte oder Steuerberater, die in Lebensmittelzertifikaten stecken, in vernünftige Renditeprojekte fliessen würden...