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Hat die Politik noch Einfluss auf die Finanzmärkte?

Wirtschaftsmeldungen bestimmen derzeit die politische Agenda, Börsendaten machen Politik: Selten waren die Situation der internationalen Finanzen und der Unternehmen so bestimmend für die Erwartungen, die die Bürger an die Politik stellen. Aber hat die Politik überhaupt noch Einfluss auf die Finanzmärkte? Oder entscheiden ganz Andere?
  1. #920

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wirtschaftsmeldungen bestimmen derzeit die politische Agenda, Börsendaten machen Politik: Selten waren die Situation der internationalen Finanzen und der Unternehmen so bestimmend für die Erwartungen, die die Bürger an die Politik stellen. Aber hat die Politik überhaupt noch Einfluss auf die Finanzmärkte? Oder entscheiden ganz Andere?
    Eindeutig....ja!!! Die FATF hat erst letzte Woche 11 Staaten auf die Black- bzw. Watchlist gesetzt und somit ein Zeichen für Kapitalverkehrskontrollen (im Zuge der Geldwäsche und Terrorismusunterstützung) gesetzt, ...was natürlich auch für die Transaktionen für den Handel erst einmal für Verzögerungen sorgt.
  2. #921

    Ausgezeichneter Beitrag! Das trifft es ziemlich genau.

    Hinzu kommt, dass die Besteuerung des Einkommens immer ungerechter wird. Arbeit wird wesentlich höher besteuert als Kapitaleinkünfte. Kapitaleinkünfte 25%, Arbeit bis zu 42 %(das geht recht schnell), 9,95 % Rentenversicherung, 7,8% Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung usw => ca 65% !!! Geht das noch ungerechter???

    Zitat von henningr Beitrag anzeigen
    Oh doch. Geld kann nämlich nicht "für Sie arbeiten". Das müssen andere erledigen:

    Die Zahlen:

    2010: weltweites Geldvermögen = ca. 85 Billionen Euro (= ca. 115 Billionen US $).
    Unterstellt man, dass diese 115 Billionen US $ Geldvermögen eine Rendite (Dividenden, Zinsen, ...) von (nur) 4% erhalten haben, dann sind das 4,6 Billionen US $.
    ...
    Nirgendwo getraut man sich, das gängige Renditeverlangen infrage zu stellen. Zinszahlungen auf Einlagen werden (fast) ohne Ausnahme bedient. Dort gibt es keine Ausfälle, es sei denn eine Bank ginge Pleite (Lehmann!). "Das System" (= Politik, Wirtschaft, Finanzwelt) unternimmt derzeit alles (wirklich ALLES!), um die Renditezahlungen aufrecht zu erhalten (u.a. Bankenrettung, die man uns gerne mit der GR-Krise begründet).
  3. #922

    Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Zitat von henningr Beitrag anzeigen
    Oh doch. Geld kann nämlich nicht "für Sie arbeiten". Das müssen andere erledigen:

    Die Zahlen:

    2010: weltweites Geldvermögen = ca. 85 Billionen Euro (= ca. 115 Billionen US $).
    Unterstellt man, dass diese 115 Billionen US $ Geldvermögen eine Rendite (Dividenden, Zinsen, ...) von (nur) 4% erhalten haben, dann sind das 4,6 Billionen US $.

    Diese 4,6 Billionen US $ wurden dem globalen BIP 2010 "entnommen":

    Globales BIP 2010 = ca 61 Billionen US $
    Globales BIP-Wachstum 2010 = +4,2% (regional mal mehr, mal weniger: China, Brasilien mehr; Europa, USA weniger,....) = +2,5 Billionen US $ globales Plus.

    Allein das globale BIP-Wachstum von 2,5 Billionen US $ hat für die Ausschüttung der 4,6 Billionen US $ nicht ausgereicht, auch die restlichen 2,1 Billionen US $ Ausschüttungen wurden dem laufenden BIP entnommen, oder aus zukünftigem BIP bzw. aus Verschuldung/Staatsverschuldung beglichen.

    Kein Zweifel: die 4,6 Billionen US $ Ausschüttung wurden ausbezahlt! Andernfalls hätten wir 2011 "Lehmann-hoch-3" erlebt.
    ...
    Nirgendwo getraut man sich, das gängige Renditeverlangen infrage zu stellen. Zinszahlungen auf Einlagen werden (fast) ohne Ausnahme bedient. Dort gibt es keine Ausfälle, es sei denn eine Bank ginge Pleite (Lehmann!). "Das System" (= Politik, Wirtschaft, Finanzwelt) unternimmt derzeit alles (wirklich ALLES!), um die Renditezahlungen aufrecht zu erhalten (u.a. Bankenrettung, die man uns gerne mit der GR-Krise begründet).
    Wenn Sie Geldvermögen und globales Wirtschaftswachstum vergleichen, sollten Sie sich entscheiden, ob mit oder ohne Inflation. Aber mischen ist sinnfrei.

    Ihre angenommene Rendite von 4 % kam die letzten 10 Jahre ziemlich genau hin. vgl. Seite 14 unten https://www.allianz.com/static-resou...port2011de.pdf

    Wenn Sie jetzt noch die Inflation in Höhe von 3 % p. a. (Seite 15 re oben, wie vor) davon abziehen, verbleibt ein realer Zuwachs des Geldvermögens von 1,1 % p.a. Dieser Zuwachs kann nun mit dem realen Weltwirtschaftswachstum verglichen werden.

    Alternativ können Sie natürlich auch mit Infaltion rechnen, also 4,1 % Geldvermögenswachstum und ca. 7 % Wachstum WeltBip, ebenfalls nominal. Aber das Ergebnis bleibt das Gleiche. Die Weltwirtschaft wächst schneller als das Geldvermögen. Auch der absolute Zuwachs der Weltwirtschaft übersteigt den Zuwachs des Geldvermögens.

    Die Entwicklung des Geldvermögens im Vergleich zum Bip kann in nachfolgenden Link begutachtet werden. Seite https://www.allianz.com/static-resou...port2011de.pdf

    Damit dürften sich wohl auch Ihre Schlussfolgerungen erledigt haben.
  4. #923

    niemanden... ?

    Zitat von donald17 Beitrag anzeigen
    nur ging es halt auch niemanden besser oder schlechter als mit Zinsgeld und Zinsboden.
    wenn man schon auf Zinszahlungen zu sprechen kommt, so sei es nur erwähnt, dass Griechenland ein verlässlicher Partner war/ist: "Unter dem Strich machten die Gläubiger kein schlechtes Geschäft: Während das Deutsche Reich sich 1923 in der Hyperinflation aller Schulden entledigte, zahlte Griechenland noch bis zum deutschen Einmarsch 1941 zuverlässig Tilgungsraten und Zinsen. Das tiefe Trauma aber, von fremden Mächten kontrolliert zu werden, haben die Griechen bis heute nicht überwunden."
    Griechenland: Geschichte eines Staatsbankrotts - Europas Schuldenkrise - FAZ übrigens zwei Jahre danach bei FTD zu lesen
    Schuldenkrise: Griechenlands Trauma der Fremdbestimmung | FTD.de

    nun soll es ein Sonderkonto richten, was zu entrichten ist... bis zum bitteren Ende ?!
  5. #924

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    wenn man schon auf Zinszahlungen zu sprechen kommt, so sei es nur erwähnt, dass Griechenland ein verlässlicher Partner war/ist: "Unter dem Strich machten die Gläubiger kein schlechtes Geschäft: Während das Deutsche Reich sich 1923 in der Hyperinflation aller Schulden entledigte, zahlte Griechenland noch bis zum deutschen Einmarsch 1941 zuverlässig Tilgungsraten und Zinsen. Das tiefe Trauma aber, von fremden Mächten kontrolliert zu werden, haben die Griechen bis heute nicht überwunden."
    Griechenland: Geschichte eines Staatsbankrotts - Europas Schuldenkrise - FAZ übrigens zwei Jahre danach bei FTD zu lesen
    Schuldenkrise: Griechenlands Trauma der Fremdbestimmung | FTD.de

    nun soll es ein Sonderkonto richten, was zu entrichten ist... bis zum bitteren Ende ?!
    Die Betonung liegt wohl eher auf "war". Heute sieht es für die Gläubiger so aus: Griechenland: Die Details zum Schuldenschnitt sind da - International - Politik - Handelsblatt
  6. #925

    pro Kopf

    Zitat von donald17 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie Geldvermögen und globales Wirtschaftswachstum vergleichen, sollten Sie sich entscheiden, ob mit oder ohne Inflation. Aber mischen ist sinnfrei.

    Ihre angenommene Rendite von 4 % kam die letzten 10 Jahre ziemlich genau hin. vgl. Seite 14 unten https://www.allianz.com/static-resou...port2011de.pdf

    Wenn Sie jetzt noch die Inflation in Höhe von 3 % p. a. (Seite 15 re oben, wie vor) davon abziehen, verbleibt ein realer Zuwachs des Geldvermögens von 1,1 % p.a. Dieser Zuwachs kann nun mit dem realen Weltwirtschaftswachstum verglichen werden.

    Alternativ können Sie natürlich auch mit Infaltion rechnen, also 4,1 % Geldvermögenswachstum und ca. 7 % Wachstum WeltBip, ebenfalls nominal. Aber das Ergebnis bleibt das Gleiche. Die Weltwirtschaft wächst schneller als das Geldvermögen. Auch der absolute Zuwachs der Weltwirtschaft übersteigt den Zuwachs des Geldvermögens.

    Die Entwicklung des Geldvermögens im Vergleich zum Bip kann in nachfolgenden Link begutachtet werden. Seite https://www.allianz.com/static-resou...port2011de.pdf

    Damit dürften sich wohl auch Ihre Schlussfolgerungen erledigt haben.
    Wenn die Zahl der Habenichts in den letzten Jahren zu Hauf zugenommen hat, dann ist es doch klar, dass pro Kopf das Vermögen nicht mehr so gewachsen ist.
    Genau das ist ja das Problem.
    Wieviel von meinem proKopf - Vermögen geht auf Ihr Konto ?
    Die unteren 60 % der deutschen Bevölkerung hat eh nur Schulden oder fast kein Vermögen.
  7. #926

    Daran...

    Zitat von zins-bürger Beitrag anzeigen
    Wenn die Zahl der Habenichts in den letzten Jahren zu Hauf zugenommen hat, dann ist es doch klar, dass pro Kopf das Vermögen nicht mehr so gewachsen ist.
    Genau das ist ja das Problem.
    Wieviel von meinem proKopf - Vermögen geht auf Ihr Konto ?
    Die unteren 60 % der deutschen Bevölkerung hat eh nur Schulden oder fast kein Vermögen.
    Ja, das Vermögen ist ungleich verteilt. Daran ist aber nicht der böse Zins schuld. Sondern dies ist eine Frage der Verteilung von Einkommen! Mittlere und hohe Einkommen können sparen und Vermögen aufbauen, kleine Einkommen können nicht sparen, ergo auch keine Vermögen.
  8. #927

    Nachtrag

    Zitat von zins-bürger Beitrag anzeigen
    Wenn die Zahl der Habenichts in den letzten Jahren zu Hauf zugenommen hat, dann ist es doch klar, dass pro Kopf das Vermögen nicht mehr so gewachsen ist.
    Genau das ist ja das Problem.
    Wieviel von meinem proKopf - Vermögen geht auf Ihr Konto ?
    Die unteren 60 % der deutschen Bevölkerung hat eh nur Schulden oder fast kein Vermögen.
    Ich meinte nicht das proKopfVermögen. Sondern das Gesamtvermögen. Die Entwicklung des Gesamtvermögens im Verhältnis zum BIP kann auf Seite 29 unten, die Seitenzahl hatte ich vergessen, https://www.allianz.com/static-resou...port2011de.pdf
    betrachtet werden.
  9. #928

    Vermögen ist ungleich verteilt

    Zitat von donald17 Beitrag anzeigen
    Ja, das Vermögen ist ungleich verteilt. Daran ist aber nicht der böse Zins schuld. Sondern dies ist eine Frage der Verteilung von Einkommen! Mittlere und hohe Einkommen können sparen und Vermögen aufbauen, kleine Einkommen können nicht sparen, ergo auch keine Vermögen.
    Neben den Prozent-Forderungen bei Tariferhöhungen ist es der Zins (auf Geld und Grund & Boden), der das alles bewirkt:

    Ein durchschnittlicher Haushalt gibt jährlich ca. 25.000 Euro für seinen Lebensunterhalt aus und bezahlt somit Jahr für Jahr rund 10.000 Euro Zinsen, sofern er auf der anderen Seite keine Zinseinnahmen hat. Verfügt der Haushalt über ein rentabel angelegtes Vermögen in Höhe von etwa einer halben bis einer Million Euro, dann fließen ihm Kapitalerträge zu, aus denen er seinen Zinsdienst ohne Arbeit bestreiten kann. Hat ein Haushalt jedoch kein Vermögen, so muss er unterm Strich Zinsen bezahlen – auch wenn er eigentlich gar nicht verschuldet ist.

    Das ist die VERMÖGENS-Steuer, die der fleißige, aber arme Mann an den reichen Mann zahlen muss, ist doch prima oder ?
  10. #929

    Will die Politik (z.B. FDP) denn überhaupt Einfluss nehmen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wirtschaftsmeldungen bestimmen derzeit die politische Agenda, Börsendaten machen Politik: Selten waren die Situation der internationalen Finanzen und der Unternehmen so bestimmend für die Erwartungen, die die Bürger an die Politik stellen. Aber hat die Politik überhaupt noch Einfluss auf die Finanzmärkte? Oder entscheiden ganz Andere?
    Mir fällt zu dem ganzen Geschwätz über die Finanzmärkte nur ein, dass da ein großer Haufen ahnungsloser geldgieriger Spieler noch nie etwas von gehört hat von der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Jetzt empfehlen Finanzberater, aufs Öl zu setzen. Ja, laufen denn nur noch preistreibende Idioten überall herum?


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