Härtere Maßnahmen gegen die Kreditklemme?

Die Regierung erhöht den Druck auf die Banken. Manche Politiker wollen die Institute zwingen, mehr Kredite herauszugeben. Andere erwägen, Unternehmen an den Geldhäusern vorbei zu unterstützen - welche Maßnahmen sind angemessen?
  1. #760

    Die Folgen der Schuldenwirtschaft!

    Würde nicht der Staats ins Chaos stürzen, so hätte man wenig Mitleid mit der Wirtschaft und könnte sie getrost mit den Worten des Jedermann verhöhnen: "Wer hieß dich Geld auf Zinsen nehmen? Nun hast du den gerechten Lohn. Mein Geld weiß nit von dir noch mir Und kennt kein Ansehen der Person. Verstrichne Zeit, verfallner Tag, Gegen die bring deine Klag." – denn hätten die Damen und Herren Unternehmer von ihren Gewinnen in den letzten Jahrzehnten entsprechend zurückgelegt und sich nur gegönnt, was in ihrem Geldbeutel war, statt mit geliehenem Geld zu passen, zu wuchern und zu kaufen, so stünden sie jetzt nicht da wie gegossene Pudel! Nur durch die Schuldenwirtschaft wurden diese Wirren zur Gefahr für die ganze Volkswirtschaft! Ähnliches gilt für die Landesbanken: Hätte es die Politik verstanden diese zu zügeln, so stünden sie nun reichlich mit Mittel versehen da und könnten den zeitweiligen Ausfall des privaten Geldverleihergewerbes überbrücken und der Staat hätte nicht den ganzen maroden Sumpf stützen müssen; wobei dieses Müssen noch geklärt werden sollte, doch momentan scheint der liebe Bundestag eher mit Nichtigkeiten des Krieges im fernen Baktrien befasst zu sein...
  2. #761

    Angetrieben statt gezügelt?

    Zitat von jens-daniel Beitrag anzeigen
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    Ähnliches gilt für die Landesbanken: Hätte es die Politik verstanden diese zu zügeln,...
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    Der F.A.Z. (Printausgabe) vom 03.12.2009 zufolge behauptete der ehemalige baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus auf der achten Jahreskonferenz des “Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und demographischer Wandel - MEA, dass “amerikanische Banker...faule Kredite für deutsche Landesbanken reserviert” hätten. Mit keinem Wort hat Frau Dr. Merkel, der man ein freundschaftliches Verhältnis zu dem vormaligen US-Präsidenten George W. Bush nachsagte, jemals über diesen Beitrag der Deutschen an Amerika zur Finanzierung dessen hohen Rüstungsausgaben gesprochen. Obwohl immer wieder das Gegenteil behauptet wird, glaube ich nicht, dass die Landesbanken von dem Anlagerisiko nicht wussten. Mit anderen Worten: Der Staat hat mit voller Absicht nicht “gezügelt”.
  3. #762

    Könnte eine "Weltautorität" aus der Klemme helfen?

    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
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    Alle warten auf den Kobold der am Ende des Regenbogens wartet um den Topf voll Gold in ihren Laden zu bringen - nur es gibt weder Kobold noch Topf , und "Geld" in den Laden kommt nur wenn man den "Kunden" das Geld gibt :))
    Sie haben die Triebkräfte und deren Folgen sowie die mangelnde Bereitschaft, diesen Trieben entgegen zu wirken, gut beschrieben.

    Einem Videotext-Beitrag zufolge hat der Bundespräsident anlässlich seines Besuchs Benedikts XVI. bedauert, dass es in der Politik keine ähnliche Autorität gibt wie in der Katholischen Kirche. Damit hat Köhler im Grunde das in der Enzyklika CARITAS IN VERITATE unter lfd. Nr. 67 genannte Anliegen wiederholt. Dort spricht das Schreiben von der Notwendigkeit einer Weltautorität.*) Leider haben wir Deutsche keine guten Erfahrungen mit Autoritäten.

    Ohne Zweifel könnte nur eine solche Autorität der Weltgemeinschaft eine neue, überhaupt eine Richtung geben. Denn eine Zukunft, der man gelassen entgegenblicken könnte, sehen immer weniger Menschen. Schuld daran ist aktuell die Weltwirtschaftskrise, die nicht allein auf das verantwortungslose Treiben der USA zurückzuführen ist.


    *) Auszug aus der lfd. Nr. 67 der Ezyklika CARITAS IN VERITATE:

    “Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollständige Abrüstung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu nähren, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität, wie sie schon von meinem Vorgänger, dem seligen Papst Johannes XXIII., angesprochen wurde, dringend nötig. Eine solche Autorität muß sich dem Recht unterordnen, sich auf konsequente Weise an die Prinzipien der Subsidiarität und Solidarität halten, auf die Verwirklichung des Gemeinwohls hingeordnet sein,[147] sich für die Verwirklichung einer echten ganzheitlichen menschlichen Entwicklung einsetzen, die sich von den Werten der Liebe in der Wahrheit inspirieren läßt. Darüber hinaus muß diese Autorität von allen anerkannt sein, über wirksame Macht verfügen, um für jeden Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gewährleisten.”
  4. #763

    Uferlos

    Zitat von e.schw Beitrag anzeigen
    Obwohl immer wieder das Gegenteil behauptet wird, glaube ich nicht, dass die Landesbanken von dem Anlagerisiko nicht wussten. Mit anderen Worten: Der Staat hat mit voller Absicht nicht “gezügelt”.
    So ist es. Der wahre "Skandal" liegt daher nicht im monetären Bereich, sondern in der Offenlegung der wahren Machtverhältnisse. Wir leben nicht in einer "repräsentativen Demokratie", sondern in einem modernen Feudalstaat bzw. einer Finanzdiktatur.

    Der behauptete "Souverän" wird offen angelogen, betrogen und desinformiert, ohne dass er eine Chance hätte einzugreifen.

    Wenn man nur einmal die größeren Topics des Jahres 2009 anschaut, wird einem schwindelig:

    - Ulla Schmidt hat bereits 2006 Verträge mit GSK über die Pandemie-Impfungen abgeschlossen
    - Al Gore, die ICPP und alle Massenmedien werden mit ihrer CO2 Klima-Lüge und dem geplanten, gigantischen Ablasshandel entlarvt.
    - Milliarden von Dollars und Euros verschwinden scheinbar im nichts. Manager wie Bernanke verweigern vor dem US-Kongress jede Auskunft darüber, wo - im Falle der USA/FED - 500 Milliarden US-Dollar an Steuergeld verblieben sind. Bis jetzt folgenlos. Von Millionen zerstörter Existenzen einmal abgesehen.
    - In Folge der unkontrollierten bzw. von den Staaten gesetzlich abgesegneten Spekulationen der Banken überschreitet die Zahl der hungernden Menschen die 1 Milliarde Grenze; täglich sterben 25.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung. Alle drei Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen der Unterernährung.

    Leider sind dies nur Stichpunkte. Die Zahl der aufgedeckten Verfilzungen, Betrügereien und Manipulationen ist mittlerweile uferlos.

    Wenn ich religiös wäre, würde ich wohl langsam beginnen, noch einmal den hinteren Teil der Bibel zu lesen.
  5. #764

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Regierung erhöht den Druck auf die Banken. Manche Politiker wollen die Institute zwingen, mehr Kredite herauszugeben. Andere erwägen, Unternehmen an den Geldhäusern vorbei zu unterstützen - welche Maßnahmen sind angemessen?
    Die gerechte Strafe für die Banken wäre es gewesen, sie plete gehen zu lassen. Das kam aus "systemischen" Gründen nicht in Frage. Daher müsste nach den Verantwortlichen Entscheidungsträgern gefahndet werden. Sie müssten zur Verantwortung gezogen werden. Z.B. müssten diejenigen, die die wertlosen Schrottpapiere für Wucherpreise an die deutschen Banken verkauft haben wegen Betruges verurteilt werden. Die Verantwortlichen Banker, die diese Schrottpapiere gekauft haben müssen haften, da sie ihrer Sorgfaltspflicht als Banker nicht nachgekommen sind.

    Leider fehlt bei den Behörden und in der Politik häufig der Sachverstand um Wirtschafts- und Finanzvorgänge richtig einzusortieren.
  6. #765

    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Noch ein Nachtrag:)

    Alle warten auf den Kobold der am Ende des Regenbogens wartet um den Topf voll Gold in ihren Laden zu bringen - nur es gibt weder Kobold noch Topf , und "Geld" in den Laden kommt nur wenn man den "Kunden" das Geld gibt :))
    Kicher.

    Und alle, die in "Ketten laufen" und sich damit abfinden hoffen, dass am Ende der Kette der Rettungsanker hängt. Aber auch da irren sich die Leut.


    www.freiheitswerk.de
  7. #766

    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Investmentbanken wie die DB können immer ausweichen. Sie haben weder eine nationale Kundschaft, noch Nationale Bindungen.
    Dann ist es aber wirklich völlig egal, ob die Deutsche Bank deutsch ist. Wir haben absolut nichts davon. Einverstanden?
    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Die Sparkassen, Genossenschaftsbanken - alles was also für den kleinen Mann und den Mittelstand wichtig ist die müssen bleiben, aber grad denen die Kosten aufzubürden ist auch nicht sinnvoll - da diese letztlich wieder beim Bürger und Staat unmittelbar landen.
    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    [...]Das Hamstern ist irgendwo tief in der Biologie des Menschen verankert. Man schaue da unter Belohnungsystem, Hormone und Endogene Rauschgift nach.
    Wir brauchen eine Möglichkeit, die erfolgte Hortung von Geld wieder rückgängig zu machen. Es geht nicht über eine "materielle" Enteignung wegen
    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Das andere - das löst leider eben auch nicht die Probleme.
    Revolutionen der Historie, die aus Wirtschaftlichen Gründen angefangen wurden - versuchten immer die "materiellen Besitztümer" die vorenthalten wurden wieder in Besitz zu bringen.

    Nur "Geld" entzieht sich dieser Möglichkeit. Erstens ist der Wert von Geld schlichtweg null - und seine Möglichkeit in Besitz zu gelangen setzt schlichtweg Kontrolle über Staat und Banken voraus - incl. eines "halbwegs" funktionierenden Wirtschaftsystems.
    Das ist aber mit Ziffern auf Computern schlichtweg als Ziel nicht erreichbar durch "Revolution"- und die Menschen sind da klug. So unsinniges machen sie nicht.
    Ich denke aber, dass es doch durch den Staat gehen würde. Dafür müsste man allerdings eine massive Inflation riskieren. Der Staat druckt Geld, und verteilt dieses Geld an die Bevölkerung. Diese wird dadurch nicht wirklich reicher, aber das Investitionskapital der hortenden Banken wird dadurch in Relation zur Kaufkraft kleiner. Sicherlich eine radikale Methode, aber irgendwann werden radikale Methoden notwendig sein. Welche Auswirkungen hätte diese Vorgehensweise?

    Mir schwebt jedenfalls eine Möglichkeit vor, in zeitlichen Abständen wieder alles auf 0 zu setzen. Da ich davon ausgehe, dass (egal in welchem System) es immer irgendwann dazu kommt, dass das Kapital größten teils unter der Kotrolle Weniger nutzlos rumliegt, muss dies irgendwie wieder umverteilt werden. Das Problem ist sicherlich das "irgendwie".
    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    Auch ist das Problem etwas anders. Es geht nicht mehr um Reiche und Arme - ein paar "Super-Reiche" auf diesem Planeten würden wohl keinen wirklich ernsthaft behindern oder Stören. Das Problem ist die Grundlegende Verteilung von "Investitionskapital" einseitig auf der Seite der Investoren + Banken.
    Na ja, dann sind halt nicht Personen, sondern Banken "reich". Das Problem ist eben doch das Problem zwischen arm und reich, oder meinetwegen die Hortung von Kapital auf wenigen Stellen. Zumindest habe ich das mit Unterschiede zwischen reich und arm gemeint.

    Beste Grüße Bart