Haben Lkw zu Unrecht ein schlechtes Öko-Image?

Lasten auf die Bahn: So heißt seit vielen Jahren das Motto der Verkehrsplaner und Umweltschützer. Doch die Lkw haben sich gewandelt, den neuen Anforderungen der Zeit angepasst, wie dies auch die Pkw mussten. Wie groß ist heute noch der Verschmutzungsfaktor durch den Lkw-Verkehr? Ist die Öko-Bilanz der Lkw besser als ihr Ruf?
  1. #1

    Die schweren LKW verursachen den Großteil an Strassenschäden, die dann für Milliarden von Euro alljährlich behoben werden müssen. Da nutzt die beste Umweltverträglichkeit nichts.

    Ich verstehe nicht, warum nicht endlich konsequent zumindest das Ziel definiert wird, den LKW-Verkehr in Deutschland (oder von mir aus gleich in ganz Europa) mittelfristig drastisch zu reduzieren? Mir ist nicht einsichtig, warum kilometerlange Kolonnen von LKW in die gleich Richtung unterwegs sein müssen.

    Ja, ich kenne die Gegenargumente: "Just-in-time" z.B. Aber das zieht nicht. Auf die Industrie sollte nicht ständig Rücksicht genommen werden. Es gibt Wichtigeres.
  2. #2

    Wir werden es auf die harte Tour lernen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lasten auf die Bahn: So heißt seit vielen Jahren das Motto der Verkehrsplaner und Umweltschützer. Doch die Lkw haben sich gewandelt, den neuen Anforderungen der Zeit angepasst, wie dies auch die Pkw mussten. Wie groß ist heute noch der Verschmutzungsfaktor durch den Lkw-Verkehr? Ist die Öko-Bilanz der Lkw besser als ihr Ruf?
    Angebot und Nachfrage regeln den Güterverkehr und da alle Waren möglichst billig produziert werden müssen, Lagerhallen weitestgehend abgeschafft wurden, wird es auch künftig immer mehr LKW-Verkehr geben. Uns wird nur das Versiegen der Öl-Quellen retten. Endlich Ruhe und wer Hunger und Durst hat, geht zur Kuh im eigenen Stall.
  3. #3

    Öko-Paradies

    Zitat von HBRSS Beitrag anzeigen
    Angebot und Nachfrage regeln den Güterverkehr und da alle Waren möglichst billig produziert werden müssen, Lagerhallen weitestgehend abgeschafft wurden, wird es auch künftig immer mehr LKW-Verkehr geben. Uns wird nur das Versiegen der Öl-Quellen retten. Endlich Ruhe und wer Hunger und Durst hat, geht zur Kuh im eigenen Stall.
    Nicht das Versagen der Ölquellen wird uns retten. Der Kollaps der EU und die Totalentwertung des EURO werden uns das wahre Paradies bringen. Kaum noch Autoverkehr, ruhige Strassen und Plätze, Fussgänger und Fahrradfahrer allenthalben, Zugverkehr nur noch zwischen grossen Städten und nur noch an bestimmten Tagen, keine Billigfliegerei zum Ballermann und in die karibischen Bums-Paradiese mehr, gesundes Essen aus dem eigenen Schrebergarten, dem eigenen Stall, paraffinfreies Kerzenlicht und Pellet-Öfen. Wunderbare Welt. Diese Riesen-Ventilatoren überall können wir dann auch wieder abbauen.
  4. #4

    Dekadenz ade

    Zitat von Transmitter Beitrag anzeigen
    Nicht das Versagen der Ölquellen wird uns retten. Der Kollaps der EU und die Totalentwertung des EURO werden uns das wahre Paradies bringen. Kaum noch Autoverkehr, ruhige Strassen und Plätze, Fussgänger und Fahrradfahrer allenthalben, Zugverkehr nur noch zwischen grossen Städten und nur noch an bestimmten Tagen, keine Billigfliegerei zum Ballermann und in die karibischen Bums-Paradiese mehr, gesundes Essen aus dem eigenen Schrebergarten, dem eigenen Stall, paraffinfreies Kerzenlicht und Pellet-Öfen. Wunderbare Welt. Diese Riesen-Ventilatoren überall können wir dann auch wieder abbauen.
    Irgendwie eine beruhigende Vorstellung. Mit Ausnahme der Totalentwertung. Gerade habe ich ein paar Euronen unter meiner Matratze liegen, weil ich im nächsten Jahr die Hypothek meiner kleinen Wohnung ablösen will....
  5. #5

    Lkw sind unverzichtbarer Bestandteil des Transportsektors. Man kann das gut finden oder auch nicht. Tatsache ist, dass wir ohne Lkw nicht unsere täglich gewohnte Versorgung sicherstellen könnten. Tatsache ist aber auch, dass der Transport mit der Bahn, vor allem mit dem Schiff umweltfrundlicher ist. Leider hat kein Supermarkt, keine Tankstelle und kein Shopping-Center einen Gleisanschluss oder Anlegeplatz. Im übrigen ist die Öko-Bilanz eines Lkw viel besser als die eines Pkw. Man sollte vielleicht mal darüber diskutieren, ob ein einzelner Mensch - denn in den allermeisten Autos sitzt nur eine Person - unbedingt 100 bis 200 oder sogar mehr PS zur Fortbewegung braucht.
  6. #6

    Zitat von Pepe75 Beitrag anzeigen
    Lkw sind unverzichtbarer Bestandteil des Transportsektors. Man kann das gut finden oder auch nicht. Tatsache ist, dass wir ohne Lkw nicht unsere täglich gewohnte Versorgung sicherstellen könnten. Tatsache ist aber auch, dass der Transport mit der Bahn, vor allem mit dem Schiff umweltfrundlicher ist. Leider hat kein Supermarkt, keine Tankstelle und kein Shopping-Center einen Gleisanschluss oder Anlegeplatz. Im übrigen ist die Öko-Bilanz eines Lkw viel besser als die eines Pkw. Man sollte vielleicht mal darüber diskutieren, ob ein einzelner Mensch - denn in den allermeisten Autos sitzt nur eine Person - unbedingt 100 bis 200 oder sogar mehr PS zur Fortbewegung braucht.
    Vielleicht sollte man zuerst sich mal Überlegen das fast alle Umweltschutzmaßnahmen einen Verlust an Komfort für uns bedeuten.
    Güter haben kein "Zeitempfinden" deswegen macht es ihnen nichts aus auf einem Verladebahnhof auf Verladung oder Weitertransport zu warten.
    Menschen empfinden das Warten auf eine Anschlussverbindung im ÖPNV allerdings als Lästig und fahren deshalb lieber mit dem Privat-PKW.
    Ebenso sind laute und langsame PKW ebenfalls ein Verlust an Komfort.
    Sollten also zuerst Güter auf die Schiene.

    Aber die Umweltschutzdiskussion wird sowieso noch immer in extremen Positionen geführt und solange das so bleibt sehe ich da schwarz.

    weitere Beispiele:

    Müssen die Blechlawinen zu Computern in Bürovierteln rollen oder können die Menschen nicht auch zu Hause am PC arbeiten?
    (Wie erreichen wir das? Wie steuern wir den Markt damit das passiert?)

    Und:
    was ist denn dabei wenn der Hummer 20 Liter auf 100km auf dem Weg zur Oma zum Sonntagsbesuch schluckt?
  7. #7

    Zitat von Das Kombinat Beitrag anzeigen
    Die schweren LKW verursachen den Großteil an Strassenschäden, die dann für Milliarden von Euro alljährlich behoben werden müssen. Da nutzt die beste Umweltverträglichkeit nichts.

    Ich verstehe nicht, warum nicht endlich konsequent zumindest das Ziel definiert wird, den LKW-Verkehr in Deutschland (oder von mir aus gleich in ganz Europa) mittelfristig drastisch zu reduzieren? Mir ist nicht einsichtig, warum kilometerlange Kolonnen von LKW in die gleich Richtung unterwegs sein müssen.

    Ja, ich kenne die Gegenargumente: "Just-in-time" z.B. Aber das zieht nicht. Auf die Industrie sollte nicht ständig Rücksicht genommen werden. Es gibt Wichtigeres.
    Die Straßenschäden verderben jede noch so gute Ökobilanz. Und die generelle Verstopfung vor allem der Autobahnen sprechen auch eher gegen Lkw. Just in time geht im Prinzip auch per Bahn, es bräuchte dazu allerdings ein gescheites Schienennetz für den Güterverkehr und eine moderne Logistik (wo nicht Waggons tagelang irgendwo herumstehen, bis sie irgendwann mal wieder ein paar Kilometer weiter geschoben werden). Dazu wären natürlich erhebliche Investitionen nötig, und die sind nicht in Sicht. Damit bleibt der Lkw in den allermeisten Fällen ohne echte Alternative, und damit erübrigt sich die Diskussion der Ökobilanz wohl auch.
  8. #8

    Zitat von Jakob Schwarz Beitrag anzeigen
    Die Straßenschäden verderben jede noch so gute Ökobilanz. Und die generelle Verstopfung vor allem der Autobahnen sprechen auch eher gegen Lkw. Just in time geht im Prinzip auch per Bahn, es.....
    Soweit ich das sehen kann, sind unsere Straßen vornehmlich zu Zeiten des Berufsverkehrs verstopft. Da taugt die Lkw nun wirklich nicht zum Buhmann.
    Das mit den Investitionen ins Schienennetz ist vollkommen richtig, aber die Bahn hat sich insbesondere in den letzten Jahren massiv aus der "Fläche" zurückgezogen, um ihre Kapitalmarktfähigkeit sicherzustellen. Betriebswirtschaftlich ist das sogar vernünftig, weil Nebenstrecken tendenziell ein Verlustbringer sind. Und es ist kein Zufall, dass einer der größen europäischen Lkw-Spediteure die Deutsche Bahn ist (DB Schenker). Wusch und Wirklichkeit liegen hier sehr weit auseinander.
  9. #9

    Zitat von FMode Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man zuerst sich mal Überlegen das fast alle Umweltschutzmaßnahmen einen Verlust an Komfort für uns bedeuten.
    Güter haben kein "Zeitempfinden" deswegen macht es ihnen nichts aus auf einem Verladebahnhof auf Verladung oder.....
    Meine Tageszeitung, mein SPIEGEL, mein Joghurt etc. haben sehr wohl ein Zeitempfinden. Dass die Industrie via "Just in Time"-Lieferungen die Straßen als Zwischlager zweckentfremdet finde ich verbesserungsbedürftig, aber zeitsensible Güter können nicht zeitnah mit Bahn oder Schiff transportiert werden.