Die Bundesregierung will das Gesundheitssystem durch Prämien finanzieren, die Versicherte unabhängig von den Löhnen zahlen sollen. Jetzt haben Experten ausgerechnet, dass die Reform den Staat zusätzlich 22 Milliarden kosten würde. Eine nötige Reform? Oder viel zu teuer?
Ihrem Arbeitgeber - wie auch dem Finanzamt ist diese Unterscheidung vollkommen egal.
Ihr AG kalculiert ihren Lohn immer indem er AG+AN Anteil addiert und ihn als Kostenfaktor in seine Rechnung einführt!
Prinziell kann aber ein Unternehmen nur aus dem "Konsum" alle seine Leistungen bestreiten - eine geheime Geldquelle existert da schlichtweg nicht. Das U. verteilt also schlichtweg alle Einnahmen auf "Ausgabenkonten" - und ihres hat eben schlicht 2 Positionen , AG+ AN Anteil.
Vielleicht zur Erklärung auch: diese "Scheinerklärung" ist ein Überbleibsel aus dem Mittelalter bis in die Zeit der Vorindustrialisierung. Damals wurden "Steuern" schlichtweg auf Unternehmen erhoben - Arbeitnehmer wurden überhaupt nicht besteuert - sondern prinziell immer der "Marktteilnehmer", also das Unternehmen und damit sein praktischer Eigentümer.
Mit der Industrialisierung - also vielen Arbeitnehmern wurde das lästig, die Unternehmen mußten plötzlich für viele alle Gesundheits- und Rentenkosten tragen (die Familie zerbrach).
Also dachte man sich . Schön sollen die Arbeiter doch die Kosten tragen - aber werbewirksam erweckte man immer noch den Anschein das die Unternehmen irgendwas davon tragen würden "über den Lohn hinaus".
Man kann es auch anders sagen - mit dem Übergang in ein Kapitalistisches System von Unternehmen von vielen Arbeitnehmern wurde den "Gutsherren" die "Leibeigenschaft" schlicht zu teuer, und gute Werbemanager wie Bismark erklärten doch das es perfekt sei wenn die AN alle Kosten tragen sollten (Was sie vorher ja indirekt auch gemacht hatten über Familie /Ehefrau/Rente aus Kindern).
Natürlich finanzierten Reiche Unternehmer noch recht lange vieles , sie bauten Arbeitersiedlungen, schufen billige Einkaufsmöglichkeiten etc. aber mit fortschreiten wurden alle "Kostenpositionen" auf die dummen Arbeiter abgewälzt, und die Gewerkschaften waren nie klug genug das zu durchschauen!
Prinziell könnte man durchaus einfach die wirklichkeit stattfinden lassen, nämlich klar erklären das AN+AG Anteil immer nur - da aus den Einnahmen verteilt zusammengezählt werden könnte - das beibehalten hat da nur "Soziale Werbezwecke" - und dient natürlich im Moment für probleme bei der Diskussion. Die Gewerkschaften können punkten weil sie "Arbeitnehmeranteile " eingefordert haben (obwohl das unsinn ist) - und die FDP kann damit punkten das endlich "Freie Selbstbestimmte (Ausgebeutete) Arbeitnehmer existieren und die Firmen ihren Arbeitgeberanteil los sind.
Faktisch ist das alles noch nicht mal 10 sec Reden drüber wert, viel interessanter ist die Frage warum eigentlich die Unternehmen, die letztlich größter Nutznießer all der Sozialen Leistungen sind so gering herangezogen werden.
Der Mensch selber, der kann mit einem Bruchteil all dieser Dinge auskommen, bei grippe legt er sich ins bett , und wenn er nicht lesen kann ist das peinlich aber kein beinbruch.
Die Unternehmen selber brauchen aber "Ausgebildete Leute", Leute die Lesen und Schreiben können , die nicht mit pusteln oder Grippe in die Firma kommen - die nicht humpeln etc.
Vielleicht ist es ja mal aufgefallen was die EU bei der Schweine Grippe äusserte. Nämlich das man befürchtungen hätte das ein "Zuhausebleiben" der AN jeden Tag über 20 Mrd. Ausfall kosten könnte, und das natürlich Schüler und jeder bitte sich impfen lassen solle um auch (schön brav) zur Arbeit zu gehen!
Ein wenig Gesundheit ist natürlich im privaten Interesse , aber dieses überborderte .. immer gesund, schön, flexibel , arbeitsfähig ist eine Forderung der Unternehmen, der Wirtschaft die daran massig verdient!
Denken sie mal nach, und sie werden feststellen das viele Argumente in der Diskussion sich nicht wirklich um "den Kranken" sondern schlicht darum dreht inwieweit die Kapitaleigner die Kosten der wirtschaft auf die AN abwälzen können.
Das ist völlig unbestritten.
Mir ging es nur um eins: wenn die Krankenkassenbeiträge um einen Prozentpunkt steigen, steigen (jedenfalls im System der "paritätischen" Finanzierung, wobei "paritätisch" in der Tat ein höchst irreführendes Wort ist) die Lohnkosten, und zwar ohne dass Gewerkschaften dafür verhandeln müssten.
Es gibt in Deutschland ebenso wenig wie in den NL ein Gestz, das eine AU bereits am erstenTag der Erkrankung vorschreibt. Das Gesetz (Entgeltfortzahlungsgesetz) scheibt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch einen Arzt erst ab dem vierten Tag vor. Der Arbeitgeber kann eine AU schon am ersten, zweiten oder dritten Tag nur in begründeten Ausnahmefällen verlangen. Wenn er grundsätzlich bereits vor dem vierten Tag eine AU sehen möchte, muss diese Abweichung vom Entgeltfortzahlungsgesetz im Arbeitsvertrag vereinbart worden sein.