G-20-Gipfel in Pittsburgh - ein Erfolg?

Was erwarten Sie vom Gipfel? Sollen Manager-Boni gekürzt werden? Wann sollen die Staaten ihre Konjunkturprogramme wieder herunter fahren?
  1. #270

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Dann ist die Bezeichnung "Boni" in meinen Augen irreführend.
    Ist sie auch, da ihres natürlichen - ich sag mal wirtschaftstheoretischen - Gegensatzes des Malus bzw. der Mali beraubt...

    Anders als bei Ihrer KFZ-Versicherung, wo Sie für unfallfreies Fahren Ihren "Bonus" bekommen, beim ersten selbstverursachten Crash aber prompt auch Ihren Malus... So einfach könnte es sein... :-)))))))))
  2. #271

    Zitat von Ghost12 Beitrag anzeigen
    Das war mal früher.
    Die Zeiten haben sich geändert- Unternehmen laufen heute auf 80% Fremdkapital, ganz anders als früher- wird sich noch zeigen, wer da in inflationären Zeiten überhaupt überlebt.

    Und- wir leben in Enteignungszeiten, Fannie Mae, Freddie Mac, HRE, GM-Gläubiger, Lloyds, AIG, Citigroup etc. pp.

    alles Enteignungsfälle, das ist absolut illusorisch zu denken, dass in einer planwirtschaflichen Zeit bestimmte Personen "sich dem Wertverfall der Solidargemeinschaft entziehen können".
    Und damit sind wir in meinen Augen beim Grundproblem. Wir leben nämlich schon seit langem nicht mehr in einer Marktwirtschaft. Da wäre nämlich für die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens vornehmlich dessen Geschäftskonzept und die Nachfrage nach dem von ihm angebotenen Produkt entscheidend. Und für die Kreditwürdigkeit einer Privatperson wäre deren Arbeitsleistung sowie ihre Qualifikationen vornehmlich das entscheidende Kriterium.

    Und Banken, Unternehmen sowie Privatpersonen, die sich verkalkuliert hätten, würden eben entweder der Pleite entgehen sehen müssen oder sich ggf. ein neues Überlebenskonzept zurecht legen müssen. Letztere kämen mit hoher Wahrscheindlichkeit auch in Krisenzeiten zurecht.

    Aber wenn man das derzeit vorherrschende Meinungsbild verfolgt, hängt in Deutschland der wirtschaftliche Erfolg bzw. das Überleben des Einzelnen vornehmlich vom Wohle der Banken ab. Und deren Wohl wiederum von ihren Beziehungen zu politischen Entscheidungsträgern. Und dann sind da noch zahlreiche Verbände und Interessengruppen, die über genügend Einfluss verfügen, den Interessen ihrer Klientel in den politischen Gremien ausreichend Gehör zu verschaffen.

    Und daraus resultieren dann Gesetzesbestimmungen, die die Besitzstände der in den Entscheidungsgremien vertretenen Personen und Unternehmen absichern.

    Das Schicksal des Einzelnen bleibt da leider häufig auf der Strecke.

    Gruß
    Berlinerin
  3. #272

    ...

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Dann ist die Bezeichnung "Boni" in meinen Augen irreführend.
    Und Im Übrigen war es in meinen Augen ein großes Versäumnis die Gewährung der Bankenhilfen nicht mit Auflagen u. a. bezüglich der Boni-Zahlungen zu verknüpfen. Natürlich ist nicht der Staat befugt, private Verträge zu ändern. Aber er hätte die Gewährung der Hilfen davon abhängig machen können, dass AG und AN ihre Gehaltsvereinbarungen einvernehmlich ändern.
    Dann wäre dem betreffenden AN bei Interesse am Fortbestand seines AG letztlich nichts anderes übrig geblieben als der Änderung zuzustimmen.
    Die Boni-Debatte bestärkt mich mal wieder darin, dass die Inkaufnahme diverser Bankeninsolvenzen der richtige Weg gewesen wäre.
    Gruß
    Berlinerin

    Vielleicht vergegenwärtigen sie sich mal, dass heute Wahlen sind! Das heisst, ab morgen werden sich jede Menge Parlamentarier einen neuen Job suchen müssen. Da werden die als letzte Amtshandlung ihrer politischen Laufbahn noch schnell etwas gegen Boni unternehmen? Um möglicherweise ihre eigenen zukünftigen Einkünfte zu gefährden? Welches Interesse sollten die daran haben? Was glauben sie, wo der Steinbrück seinen nächsten Arbeitsplatz haben wird?
  4. #273

    Zitat von Ghost12 Beitrag anzeigen
    Das war mal früher.
    Die Zeiten haben sich geändert- Unternehmen laufen heute auf 80% Fremdkapital, ganz anders als früher- wird sich noch zeigen, wer da in inflationären Zeiten überhaupt überlebt.

    Und- wir leben in Enteignungszeiten, Fannie Mae, Freddie Mac, HRE, GM-Gläubiger, Lloyds, AIG, Citigroup etc. pp.

    alles Enteignungsfälle, das ist absolut illusorisch zu denken, dass in einer planwirtschaflichen Zeit bestimmte Personen "sich dem Wertverfall der Solidargemeinschaft entziehen können".
    Gut, bleiben im Zweifel eben nur 20%.
    Besser als nichts.
    Allerdings, was Sie von Enteignung (und möglicher Enteignung) schreiben, ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen und Tatsache zugleich.
  5. #274

    Zitat von Rudolf_56 Beitrag anzeigen
    Gut, bleiben im Zweifel eben nur 20%.
    Besser als nichts.
    Allerdings, was Sie von Enteignung (und möglicher Enteignung) schreiben, ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen und Tatsache zugleich.
    Ob da 20% bleiben- sehr fraglich, kommt drauf an, wie die sich mit Derivaten abgesichert hatten, haha.
    Aber ernsthaft, das ist eine ganz interessante Grundfrage, wie sich hochverschuldete Geschichten (also auch die Alternativanlageform Immobilien/hohes Fremdkapital) bei einer gallopierenden Inflation entwickeln. Und ob bei einer "Rettung" der Politik für "systemrelevante" Unternehmen für die Aktionäre noch etwas bleibt.
    Bei Immobilien ist aber mal ganz klar, dass Grundsteuern etc. demnächst drastisch erhöht werden, bei vermieteten Immos hat der Staat ja schon eine Preisbremse eingebaut, die er nach seinem "Gefühl" einsetzen kann.
    Schönen Sonntag!
  6. #275

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Und damit sind wir in meinen Augen beim Grundproblem. Wir leben nämlich schon seit langem nicht mehr in einer Marktwirtschaft.
    So ist es- in einer rasenden Geschwindigkeit lassen wir Politiker immer mehr "planen und lenken". Politiker können aber NIE besser wirtschaften als Unternehmer.

    Sonst wären sie Unternehmer bzw. müssten keine Gegenleistungen erbringen, um nach der Politik in der freien Wirtschaft unterzukommen.

    Was Sie mit "der Einzelne" meinen, sieht man ja auch bei den AG's- dort gibt es über 100 Jahre alte Instrumente der Aufsicht über die Organe der AG- z.B. Hauptversammlung und Aufsichtsrat. Hier können auch ganz einfach mal Boni abgesägt werden, hier könnte mal ein bisschen Kontrolle erfolgen. Ein Pleite ist für Aktionäre pädagogisch wertvoll, ein fauler bzw. korrupter Aufsichtsrat muss auch mal hinter Gitter- so sieht es das Gesetz auch vor.

    Wie in jedem Lebensbereich (man erinnere nur an die "Ampel" bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln) hält die Politik ihre Untertanen für völlig bescheuert und meint eingreifen zu müssen. Solch eine Arroganz sollte bestraft werden...Aber Sie haben Recht- Ende der Marktwirtschaft- ab dem Moment der Erkenntnis sollte man sich von bestimmten Anlageformen wirklich trennen.
  7. #276

    Zitat von MichaelFischer Beitrag anzeigen
    ....
    Ob der Verzicht von Stimmenanteilen Europas beim IWF zugunsten den USA die richtige Entscheidung war, sollte auch in Frage gestellt werden.
    ......
    In Abhängigkeit davon, wie sich die globale Wirtschaft in Zukunft entwickeln wird, dürfte dies erst der Beginn eines schleichenden Machtverlustes der westlichen Industriestaaten in den internationalen Organisationen sein. Denken Sie nur einmal an den medialen Zirkus rund um die jüngsten, vergangenen G7 (G8) Treffen und die dabei zur Schau gestellte Kraftprotzerei der damaligen politischen Akteure. Da wurde Russland mehr oder weniger aus politischer Notwendigkeit (Antiterrorallianz) heraus geduldet und andere Länder gnädig am Katzentisch angehört. Wenn man sich das noch einmal vor Augen führt, dann kann einem angesichts der Veränderungen der letzten Zeit schon fast schwindelig werden. Sie dürfen dabei auch nicht vergessen, dass das Gipfeltreffen nur die Show ist. Die eigentliche Arbeit vollzieht sich sowohl davor als auch danach auf der Ebene der Minister, der Zentralbankpräsidenten, der Direktorien internationaler Organisationen usw.

    Eigentlich erstaunlich, dass der Abschied der G7 (G8) hin zu G20 von unseren politischen Akteuren nicht bei jeder Gelegenheit als "historisch" bezeichnet wurde. Das allerdings könnte als Indiz dafür genommen werden, dass es sich hier zur Abwechslung einmal tatsächlich um ein historisch bedeutendes Ereignis gehandelt haben könnte.

    Den Stimmenanteil von der EU abzuziehen, ist eine politisch durchaus nachvollziehbare Entscheidung. Wenn die USA den Anteil abgegeben hätte, wäre dies mit großer Wahrscheinlichkeit als ein Macht- und Bedeutungsverlust der USA interpretiert worden. Dadurch wäre der US-Präsident innenpolitisch unter Druck geraten und möglicherweise geschwächt worden. Ein schwacher Präsident kann aber innenpolitisch nicht mehr viel bewegen und es lässt sich von ihm auch nicht mehr viel abverlangen. Daran dürfte keinem der anderen politischen Akteure gelegen gewesen sein.
  8. #277

    Hier die Erfolge der Polizei:
    http://www.youtube.com/watch?v=etv8YEqaWgA

    Erinnern an Star Wars.

    Jene Efolge werden von unseren Mendien quasi tot geschwiegen!
  9. #278

    Zitat von dr herbert west Beitrag anzeigen
    ..................
    Den Stimmenanteil von der EU abzuziehen, ist eine politisch durchaus nachvollziehbare Entscheidung. Wenn die USA den Anteil abgegeben hätte, wäre dies mit großer Wahrscheinlichkeit als ein Macht- und Bedeutungsverlust der USA interpretiert worden. Dadurch wäre der US-Präsident innenpolitisch unter Druck geraten und möglicherweise geschwächt worden. Ein schwacher Präsident kann aber innenpolitisch nicht mehr viel bewegen und es lässt sich von ihm auch nicht mehr viel abverlangen. Daran dürfte keinem der anderen politischen Akteure gelegen gewesen sein.
    Dass der US-Präsident dann womöglich innenpolitisch geschwächt worden wäre, wäre in meinen Augen sein Problem bzw. das seiner Partei, der Demokraten, gewesen. Ich selbst bin aber kein US-Bürger; warum sollte mich also das politische Schicksal von Obama interessieren. Diesem liegen -was ich für selbstverständlich halte - die Interessen der US-Bürger am Herzen. Schließlich wurde er von diesen und nicht von der EU als Präsident gewählt.

    Wenn ohnehin vornehmlich die USA die Richtlinien der Wirtschafts- und Finanzpolitik vorgibt, die dann natürlich sogleich von der EU umgesetzt werden, könnte sich doch die EU oder zumindest Deutschland gleich zum 51. Bundesstaat der USA erklären. Dann hätte Deutschland zumindest ein Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen der US-Regierung. Eine europäische Bankenaufsicht könnte man sich dann -zumindest was Deutschland betrifft -sparen. Und viele andere Behörden auch.

    Gruß
    Berlinerin
  10. #279

    Pittsburgh

    Was kam dabei raus...

    ... Der anfang der neuen weltorder
    ... Eine WELTßFINANZREGIERUNG... angefuehrt von der privaten FED
    ... Eine Welthandelsregierung... Diktatorisch und totalitaer

    In Venezuela treffen sich die KLEINEN staaten.. um ein gegengewicht aufzubauen.. UND DAS IST GUT SO!!!

    Dann Frage ich mich natuerlich in diesem zusammenhang, wer wieder mal eine nicht existierende A-Bombe als kriegsanfang benutzt... Werden wir wieder so belogen, wie mit dem Iraq..