Die Europäische Union stellt zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds 750 Milliarden Euro für klamme Euro-Staaten zur Verfügung. Rettet das gigantische Hilfspaket die Gemeinschaftswährung?
Nein, das war da schon 10 Jahre her, auch wenn man es noch als Argument genommen hat. Und wir hatten es vorher schließlich schonmal ein Weilchen geschafft die Neuverschuldung kleiner zu halten. Soweit ich das verstanden habe sind 700 Milliarden das was das deutsche Finanzsystem als (wertlose) Zahlungsversprechen aus Südeuropa hält, und was dementsprechend die Zinsen auf deutschen Sparbüchern zahlt. Daher auch die ständigen Vergleiche des griechischen Ministerpräsidenten mit Lehman-Brothers. Französische Banken würden mit 900 Milliarden getroffen, aber das wären dann schon eher theoretische Überlegungen.
Ich glaube, ich hatte am Samstag ein paar mal darauf hingewiesen.
Wichtig für die sogenannte Euro-Krise ist, dass "die Märkte" einzelne Staaten gegeneinander ausspielen können. Sobald das nicht mehr geht, ist Schicht im Schacht und natürlich werden die Zinsen für Staatsanleihen dadurch nicht steigen.
Weil es keine bessere Alternative gibt.
Und mit den Niedrigzinsen ließe sich auch eine vernünftige Strategie entwickeln, wie die Griechen aus dem Problem herauswachsen könnten, statt die Krise dort mit ungeeigneten Maßnahmen noch zu verschärfen.
Mit etwas zeitlichem Verzug wird das ja außerdem voll auf die deutschen Exportmärkte durchschlagen.
Es ist ja wirklich bemerkenswert, dass sich die Chinesen überaus kooperativ verhalten und ihre Überschüsse fast auf Null reduziert haben und Deutschland macht weiter, als sei nichts geschehen.
Wahnsinn.
Übringens erinnern Sie sich mal an die grandiose öffentlich geäußerte Idee von Steinbrück: "Die Deutschen sollen mal weniger in den Urlaub fahren und besser 'ne Mark mehr für Rente zurücklegen".
Und das von einem Volkswirt mit Diplom.
Welchen Effekt hat das in toto auf dem Markt ?
U.a. vorgehaltenes griechisches Potential an Tourismusdienstleistung wird nicht abgerufen, verfällt also sinnlos, gleichzeitig inflationiert der Spargroschen aber den gegenwert der unverändert gebliebenen Geldmenge und reduziert (ganz neoklassisch) die Zinsen, womit die Griechen das hervorgerufene Dienstleistungsdefizit erstmal überbrücken können.
Sie haben gewonnen! :)
(Ich zwar auch, wenn ich meine Depot-Auszüge angucke, aber das ist eine andere Geschichte....)
Der Euro-Bond ist nun Realität. Der Geist ist aus der Flasche, und er wird nicht wieder hineinkommen.
Die Zinsen für langlaufende Bonds steigen. Für Industrie-Bonds bzw. Anleihen, welche von Emittenten im Nicht-EU-Raum begeben wurden. Der Rendite-Anstieg liegt bei ca. 1%, was bei 7 Jahren Laufzeit Kursverluste von ca. 7% bewirkt. (Meine Anleihen habe ich noch vor Ostern geschmissen.)
Gold steigt auch.
Dennoch sehe ich nicht die Inflation, die hier viele beschwören. Sondern tendenziell Japans Weg (Deflation), aufgrund der Euro-Schwäche mit teilweise inflationären Komponenten, also eine Mischung aus Deflation und Stagflation (letzteres trifft besser als in den 70er Jahren zu, weil damals das Potenzialwachstum noch eine ganz andere Dynamik zeigte). Vor allem eine große Rezession in den PIIGS -Staaten, mit verursacht durch die nun stattfindende Alimentierung durch die EZB mit Ankauf von Anleihen, welche aufgrund der Solvenzprobleme sonst keine Käufer mehr finden werden.
Die Gretchenfrage ist: Wer kauft überhaupt noch langlaufende Bonds im Unternehmensbereich, wenn die EZB Staatsanleihen mit gedrucktem Geld kauft?
Bemerkenswert: Von der allgemeinen Bondschwäche ist der Bund-Future relativ unberührt (noch), und das ist interpretationsbedürftig. Eine Interpretation wäre: Die Käufer von Bund-Anleihen wetten auf eine Abspaltung von D. aus dem Euro.
Dieses ist sicherlich eine Debatte wert. Mein Vorschlag für Griechenland, Portugal und Irland.
Vorbild Dänemark:
Einführung einer 180% Gewichtsabgabe (Binnenmarktabgabe) auf Autos.
Wirkung:
-Keine negative Beschäftigungsauswirkung, da keine Autoindustrie vorhanden.
-Autos und insbesondere Luxusautos würden extrem verteuert.
-Erheblicher Importrückgang.
-Entlastung der Umwelt, besonders in Athen dringend erforderlich.
-Mehreinnahmen zur Deckung der Defizite.
Das ist doch einfach dummes Zeug.
1. sind die Mittel die man an die Banken gegeben hat
Kredite und es besteht zumindest die Aussicht das die auch wieder zurückkommen.
und
2. vernichtet wohl kein Land soviel Geld in seinen Sozialsystemen wie D, und der Anteil wird gemessen am BIP noch jedes Jahr größer.
Ich habe in diesem Forum ja schon viel Käse gelesen, aber Sie toppen alles!