Die meisten Länder hielten nach Fukushima an ihrem Atomkurs fest – zu Recht?

Die Atomkatastrophe von Fukushima schockte die Welt - aber nicht für lange. Nur wenige Länder änderten ihre Einstellung zur Atomenergie oder legten sich - wie Deutschland - auf eine Abkehr von dieser Form der Energiegewinnung fest. Haben diese Länder, die weiterhin auf die Kernenergie vertrauen, Recht in ihrer Entscheidung?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Atomkatastrophe von Fukushima schockte die Welt - aber nicht für lange. Nur wenige Länder änderten ihre Einstellung zur Atomenergie oder legten sich - wie Deutschland - auf eine Abkehr von dieser Form der Energiegewinnung fest. Haben diese Länder, die weiterhin auf die Kernenergie vertrauen, Recht in ihrer Entscheidung?
    Deutschland konnte diesen Ausstieg aus der Kernenergie nur deswegen beschließen, weil es ein reiches Land ist, voller Überfluss, voller anderer Energiemöglichkeiten, mit gewaltige Wirtschaftskraft, die den vorzeitigen Rückbau völlig intakter Kraftwerksgroßanlagen möglich macht. Endlich ein Riesenwirtschaftsprogramm: Abbau von Kernkraftwerken, Aufbau anderer Elektroenergieanlagen und Übertragungsleitungen, Umspannwerke. - Möglicherweise können sich andere Länder so etwas einfach nicht leisten. Und es wäre überheblich von uns, ihnen deswegen ein "Recht in ihrer Entscheidung" abzusprechen.
  2. #2

    Kernkraft und sicher?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Atomkatastrophe von Fukushima schockte die Welt - aber nicht für lange. Nur wenige Länder änderten ihre Einstellung zur Atomenergie oder legten sich - wie Deutschland - auf eine Abkehr von dieser Form der Energiegewinnung fest. Haben diese Länder, die weiterhin auf die Kernenergie vertrauen, Recht in ihrer Entscheidung?
    Wir alle wissen, dass Kernkraft gefährlich ist; dass es keine vernünftige Endlösung für die nuklearen Abfällen gibt. Salzwerke die vorher als sicher galten, gelten heutzutage als auf Dauer nicht sicher genug! Und dann werden die Abfälle umher kutschiert, um in Ländern endzulagern, die weniger strenge Gesetze haben.

    Der Atomausstieg war und ist vernünftig und überfällig. Nicht dass Fukushima wirklich ein vernünftiger Grund wäre... Aber im Endeffekt, muss die Welt aus dem Atomkurs heraus - Deutschland ist wenigstens hierbei führend...
  3. #3

    Zitat von Bartender Beitrag anzeigen
    Wir alle wissen, dass Kernkraft gefährlich ist; dass es keine vernünftige Endlösung für die nuklearen Abfällen gibt. Salzwerke die vorher als sicher galten, gelten heutzutage als auf Dauer nicht sicher genug! Und dann werden die Abfälle umher kutschiert, um in Ländern endzulagern, die weniger strenge Gesetze haben.

    Der Atomausstieg war und ist vernünftig und überfällig. Nicht dass Fukushima wirklich ein vernünftiger Grund wäre... Aber im Endeffekt, muss die Welt aus dem Atomkurs heraus - Deutschland ist wenigstens hierbei führend...
    Und was meinen Sie dazu, dass nun bei einem vorzeitigen Abschalten völlig intakter Kernkraftwerke die Brennelemente noch nicht verbrannt sind und der radioaktive Müll nur etwas eher entsorgt werden muss? Bei voller Laufzeit wäre er eben dann entsorgt worden, wenn das Endlager gefunden ist. - Klar, man kann auf Kernkraft verzichten, aber dafür völlig betriebsbereite noch nicht abgenutzte Kraftwerlke abzureißen, das geht nur in einer superreichen Volkswirtschaft und ist pure Resourcenverschwendung. Das können andere Länder nicht schaffen.
  4. #4

    jaja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Atomkatastrophe von Fukushima schockte die Welt - aber nicht für lange. Nur wenige Länder änderten ihre Einstellung zur Atomenergie oder legten sich - wie Deutschland - auf eine Abkehr von dieser Form der Energiegewinnung fest. Haben diese Länder, die weiterhin auf die Kernenergie vertrauen, Recht in ihrer Entscheidung?
    ......

    Die demokratische Politik macht, was Wählerstimmen bringt. Teure Energie bringt keine Wählerstimmen. Und der Abschied von der unverantwortlichen Atomenergie wird verdammt teuer. Es gibt ja noch nichtmal Schätzungen, was der Rückbau und, die noch gar nicht vorhandene, Endlagerung kosten wird. Netzausbau und Umstellungskosten sind weitere Punkte, von deren Kosten es höchstens Ahnungen, aber keine vernünftigen Schätzungen gibt.
    Klar ist einzig, daß alles sehe, sehr teuer wird und vieles nichtmal kalkulierbar ist.
    Dem setzen sich die meisten Länder nicht aus, sie können es finanziell nichtmal. Zumal gerade in den Schwellenländern und aufstrebenden Nationen hinzukommt, daß sie mit extremen Zuwächsen an Energiebedarf klarkommen müssen.
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  5. #5

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Und was meinen Sie dazu, dass nun bei einem vorzeitigen Abschalten völlig intakter Kernkraftwerke die Brennelemente noch nicht verbrannt sind und der radioaktive Müll nur etwas eher entsorgt werden muss? Bei voller Laufzeit wäre er eben dann entsorgt worden, wenn das Endlager gefunden ist. - Klar, man kann auf Kernkraft verzichten, aber dafür völlig betriebsbereite noch nicht abgenutzte Kraftwerlke abzureißen, das geht nur in einer superreichen Volkswirtschaft und ist pure Resourcenverschwendung. Das können andere Länder nicht schaffen.
    Und was meinen Sie dazu, dass Kernkraftwerke weitaus vielfältigere Probleme bereiten, als die schwierige Endlagerung?

    Das schnellstmögliche Abschalten ist natürlich der Sicherheit dienlich, weil so die Risikofaktoren systematisches und versehentliches Fehlverhalten auf menschlicher Seite halbwegs zeitnah nicht mehr ihr negatives Potential zur Geltung bringen können.
  6. #6

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Und was meinen Sie dazu, dass nun bei einem vorzeitigen Abschalten völlig intakter Kernkraftwerke die Brennelemente noch nicht verbrannt sind und der radioaktive Müll nur etwas eher entsorgt werden muss? Bei voller Laufzeit wäre er eben dann entsorgt worden, wenn das Endlager gefunden ist. - Klar, man kann auf Kernkraft verzichten, aber dafür völlig betriebsbereite noch nicht abgenutzte Kraftwerlke abzureißen, das geht nur in einer superreichen Volkswirtschaft und ist pure Resourcenverschwendung. Das können andere Länder nicht schaffen.
    Die können wnigstens nicht mehr explodieren und riesige Flächen verseuchen.
    Welche Länder haben denn die kernkraft? Die ist so teuer, dass sie sich nur die reichen Länder leisten können.

    exilator
  7. #7

    Zitat von georgwin Beitrag anzeigen
    Und was meinen Sie dazu, dass Kernkraftwerke weitaus vielfältigere Probleme bereiten, als die schwierige Endlagerung?

    Das schnellstmögliche Abschalten ist natürlich der Sicherheit dienlich, weil so die Risikofaktoren systematisches und versehentliches Fehlverhalten auf menschlicher Seite halbwegs zeitnah nicht mehr ihr negatives Potential zur Geltung bringen können.
    Erstens: ich antwortete dem Foristen bartender, der ausdrücklich nur die Endlagerung ansprach. Die "vielfältigeren Probleme der Kernkraftwerke" sind wesentlich kleiner, als die Probleme der immer noch eingelagerten Atomwaffen, tausende nutzloser Abschreckungsinstrumente aus den Zeiten des Kalten Krieges, der längst beendet ist. Die friedliche Nutzung der Kernenergie ist eine hochspezialisierte Wissenschaft und Wirtschaft, an der sich jeder durch ein Studium und Mitarbeit beteiligen kann.
    Zweitens: "schnellstmögliches Abschalten" ist aller Ehren wert und der Sicherheit dienlich; niemand stellt das in Zweifel. Die Frage zielt darauf hin, ob wir Deutschen das Recht haben, anderen Staaten die Kernkraftwerke zu diffamieren, zumal sie z.T. von deutschen Firmen mit errichtet wurden.
  8. #8

    Zitat von exilator Beitrag anzeigen
    Die können wnigstens nicht mehr explodieren und riesige Flächen verseuchen.
    Welche Länder haben denn die kernkraft? Die ist so teuer, dass sie sich nur die reichen Länder leisten können.

    exilator
    Zu Ihrer Frage ergoogelte ich die Antwort:Im Dezember 2011 waren in 31 Ländern 436 Kernkraftwerke mit einer installierten elektrischen Bruttoleistung von 388 GWe in Betrieb. Was entnehmen Sie daraus? Kann D den übrigen 30 Staaten vorschreiben, was sie zu tun haben?

    In allen Ländern ist die Energieversorgung zu finanzieren und zu refinanzieren, in armen und in reichen. Jeder entscheidet nach seinen lokalen Bedingungen. Und dann stehen die Gegner auf und sind gegen Staudämme, gegen Windräder, gegen Kollektoren auf bestimmten Dächern, gegen Braunkohlekraftwerke, gegen KKWs, gegen Blockheizkraftwerke usw.

    Die Natur selber enthält Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tornados, extreme Hitze und Kälte. Kein Mensch lässt etwas absichtlich explodieren, abstürzen, versinken, abbrennen, verseuchen, verdorren! Die Menschheit arbeitet daran, das zu verhindern und die Folgen zu mindern. Und wem daran liegt, der kann sich z.B. der Energiewirtschaft in allen Facetten widmen, z.B. Kernkraftwerkstechnik studieren und am Abbau der KKWs mitarbeiten.
  9. #9

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Zu Ihrer Frage ergoogelte ich die Antwort:Im Dezember 2011 waren in 31 Ländern 436 Kernkraftwerke mit einer installierten elektrischen Bruttoleistung von 388 GWe in Betrieb. Was entnehmen Sie daraus? Kann D den übrigen 30 Staaten vorschreiben, was sie zu tun haben?

    In allen Ländern ist die Energieversorgung.....
    Mein Herr, ich kenne niemanden der irgend etwas in der Richtung von sich gegeben hat, wie Sie es unterstellen. Ihre Argumentation ist genauso einfältig, wie die einfältigen Argumente gegen den Kat, wenn Sie sich erinnern. Dass der Kat Weltstandard geworden ist, liegt ganz bestimmt nicht daran, dass D. den Rest der Welt gezwungen hat ihn einzuführen. Also: Sie argumentieren mit etwas, was völlig ausser Reichweite steht.