Zitat von
Jahoo
Sie lesen leider nicht sehr aufmerksam. Bei der Studie des BEE geht es nicht nur um den Strommarkt, sondern auch um den Wärmemarkt und Biokraftstoffe. Die Substitionen der Stromerzeugung durch EE entsprechen nur ca. der Hälfte der angegebenen Gesamtvolumens von 11 Milliarden. Bei den in der Studie betrachteten EE hat Biomasse als Energieträger einen Anteil von knapp 2/3.
Leider muss ich feststellen, dass der BEE mit solch verkürzten Meldungen wohl mehr Verrwirrung schaft als gedacht, wenn schon interessierte Leute wie sie oder kurt-felix mit dem Betrag Stromerzeugung durch EE, durchs EEG geförderte EE oder gar brennstoffkostenfreie EE assozieren. Die Substition von 2,5 Milliarden durch PV und Windkraft enstammt nicht meiner Feder sondern sind eben genau der BEE-Studie entnommen.
Bioethanol wird zum Glück nicht in Kraftwerken verstromt, sondern zur Freude der Autofahrer dem konventionellen Sprit beigemischt. Bei Biothenol liegt die Importquote bei ca 50 Prozent. Der heimische Holzheizer (übrigens einer der größten Posten in der Studie) wird sein Kaminholz oder Holzpellets hoffentlich mehrheitlich aus dem Inland beziehen. Bei Großprojekten bei denen es eben auch bei den EE um jeden Zehntel Cent Brennstoffkosten pro kWh geht, ist der Preisdruck durch ausländische Anbieter nicht von der Hand zu weisen. Vattenfall kauft nicht aus Jux und Dollerei Gummibäumchen aus Liberia für seine Holzkraftwerke und es hat schon einen Grund wenn Stadtwerke auf die Schnapsidee kommen, für ihr Bioölkraftwerk riesige Landwirtschaftsflächen in der Ukraine zu pachten.
Um es nochmal zu deutlich zu machen, es geht nicht darum wie genau jetzt die Handelbilanz jetzt aussieht (dann könnte man gleich auch noch mitdiskutieren, wieviel Nahrungsmittel wir zusätzlich importieren müssen durch den Anbau von Energiepflanzen), sondern um die Kommunikation solcher Studien. Das ist ja in dem Fall noch vergleichweise harmlos. Das Vorgehen hat aber System. Gern wird ja nicht nur hier im Forum aufgrund einer BEE-Studie behauptet, dass Kernkraftwerke pro kWh knapp 3 Euro nach privatwirtschaftlichen Kritererien an Versicherungsprämie zahlen müssten, was absoluter Quatsch ist. Über die Studie selber kann man ja gerne noch diskutieren, wenn aber sowas als Fazit vermittelt wird, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass der BEE in Sachen Lobbytricks sich nicht hinter der Konkurrenz verstecken muss. Und das gilt nicht nur für den Dachverband. Der BSW kann sich aufgrund seines Auftretens in den letzten Jahren mit den Schuh anziehen für das aktuelle PV-Desaster.