Die meisten Länder hielten nach Fukushima an ihrem Atomkurs fest – zu Recht?

Die Atomkatastrophe von Fukushima schockte die Welt - aber nicht für lange. Nur wenige Länder änderten ihre Einstellung zur Atomenergie oder legten sich - wie Deutschland - auf eine Abkehr von dieser Form der Energiegewinnung fest. Haben diese Länder, die weiterhin auf die Kernenergie vertrauen, Recht in ihrer Entscheidung?
  1. #1550

    Zitat von ewsz Beitrag anzeigen
    Wäre eine Naturkatastrophe nicht außergewöhnlich und würde trotzdem einen fatalen Unfall mit massiven Schäden verursachen, dann hätte dem Kernkraftwerk niemals die Betriebserlaubnis erteilt werden dürfen; insofern träfe den Staat eine Mitschuld. Deswegen sagt der Staat für diesen Fall auch zu mitzuhaften; dies wäre aber vermutlich auch ohne diese Klausel einklagbar.
    Genauso sieht es aus. Und der Staat war zu dem Bauzeitpunkten Teilhaber bei den Betreiberunternehmen.
  2. #1551

    Zitat von bammy Beitrag anzeigen
    Genauso sieht es aus. Und der Staat war zu dem Bauzeitpunkten Teilhaber bei den Betreiberunternehmen.
    Wenn dem so ist, folgert daraus im Umkehrschluß die Haftung des Staates bei Kernkraftunfällen. Was nicht nur Sie seitenlang heftigst bestritten haben. Auf den Bauzeitpunkt kommt es nicht an.
  3. #1552

    Zitat von peterw8s Beitrag anzeigen
    ....Die Regierung könnte die lokale Meinung auch übergehen. Was man aber vermeiden will.
    ergänzend :
    es gibt ein kleines inselchen , da könnte man schon mal sehen , wie man die "lokale meinung" nicht nur berücksichtigt , sondern daraus ein konzept generiert , mit dem alle leben können .
    die bewohner dort hatten bis in die 60er nicht mal strom . danach gab´s ein dieselkraftwerk , stink stink , co2 co2 ..... und man hat nicht nur diese "segnung" der modernen fossil-ausbeutungsökonomie erfahren .....
    die bewohner waren der meinung , man müsse da nicht alle fehler mitmachen und haben sich 2006 entschieden , es mal anders zu versuchen . das ist jetzt dabei rausgekommen , die anlage geht wohl ende des jahres in betrieb :
    Equipando la primera central Hidro-Eólica del mundo. | Automatizar .....leider nur in spanisch verfügbar ......

    sie erinnern sich vielleicht an unsere diskussion über taiwan . sehen sie sich die topographie noch einmal an , wenn sie zeit haben . sie werden ähnlichkeiten finden .
    bevor die häme kommt : natürlich ist das nur ein kleines projekt . aber es ist wert , mal betrachtet zu werden . und wenn man genau hinsieht weiss man , dass fast alle bestandteile dieses konzeptes schon seit 100 jahren zur verfügung stehen . darüber lohnt es sich im bezug auf die eigenschaften von "modernen" grosstechnologien nachzudenken , denn ihr charakter ist meist sehr primitiv , eigentlich nomadisch : man beutet aus , was man vorfindet , dann zieht man weiter .

    man wird aber auf einer insel nicht weit kommen . das wissen diese leute nur zu gut .........
  4. #1553

    Haftung und Haftungsausschluss

    Zitat von ewsz Beitrag anzeigen
    Und auf Ihre absurde Behauptung, dass ein Erdbeben von 9.0 auf der Richterskala eine in Japan "normale Naturkatastrophe" darstellen würde, für welche die Anlagen ja dann auszulegen wären, gehe ich erst gar nicht ein.
    Darauf darf ich doch mal mit Ihren letzten Antworten erwidern:)

    Zitat von ewsz Beitrag anzeigen
    Was meinen Sie mit solchen Ausbrüchen zu erreichen? ...Sie zerren hier Aussagen aus dem Kontext und verfälschen Sie so. Ein extrem schlechter Stil.
    Zitat von ewsz Beitrag anzeigen
    Dergleiche hat hier niemand behauptet. Sie sollte vielleicht einmal genauer lesen.
    Aber im Ernst:
    Das Erdbeben das zur Havarie in Fukushima geführt hat war Stufe 9. Nach japanischer Rechtsauslegung war es damit keine Naturkatastrophe, die dem Kriterium einer „abnormal gewaltigen Naturkatastrophe“
    (ijô ni kyôdai na tensai chihen) entsprochen habe, deshalb wurde Tepco kein Haftungsausschluss gewährt. (Seite 77ff)

    Es ist anzunehmen, dass das analoge Kriterium im ATG, 'schwere Naturkatastrophe außergewöhnlicher Art', das zu einer Deckelung der Haftung auf 2,5 Milliarden führen würde (in den anderen Beitrittsländern der Pariser Verträge zu Haftungsausschluss), auch in Deutschland bei einer analogen Naturkatastrophe nicht erfüllt sein würde.

    Zu Ihrer letzten Behauptung, dass bei einem Erdbeben der Stufe 9,5 (also dem Mehrfachen des 9er Bebens bei Fukushima) diese Vorraussetzungen erfüllt wären, habe ich angemerkt, dass das denkbar sei, aber bei einem solchen Ereignis (bei Stufe 10 bricht die Erdkruste auf, bei 9,5 gibt es Verwüstungen die sich über Tausende von Kilometer erstrecken) die Frage der Deckelung der Haftung ganz weit hinten auf der Prioritätenliste stünde.

    Ihre befürchteten 30 Meter Tsunamiwellen in der Nordsee treffen genau auf welche Kernkraftwerke?
  5. #1554

    Zitat von peterw8s Beitrag anzeigen
    ....
    (ijô ni kyôdai na tensai chihen) entsprochen habe, deshalb wurde Tepco kein Haftungsausschluss gewährt. (Seite 77ff)
    Was nutzt es, wenn das Unternehmen zahlungsunfähig ist.

    Es ist anzunehmen,....
    ...nichts ist im Falle Fukushima anzunehmen, auch im Falle eines GAU hier ist nichts "anzunehmen" -, Sie betreiben wortreiche, aber nur simple Rabulistik...

    ... dann die Frage der Deckelung der Haftung ganz weit hinten auf der Prioritätenliste stünde.
    Die Haftung eines Unternehmens und die Haftung einer Versicherung sind zwei verschiedene Kriterien. Aber Sie sind nicht der einzige, der das immer noch nicht zu verstehen scheint. Und die Frage, ob in der Nordsee Tsunamis entstehen, stellt sich vielleicht in 5 - 6 Millionen Jahren oder auch mehr - ist aber ansonsten nur der Ausdruck Ihres von nichts zu rechtfertigender Selbstüberschätzung geprägten - "Humors"... .

    :-)
  6. #1555

    Zitat von peterw8s Beitrag anzeigen
    Aber im Ernst:
    Das Erdbeben das zur Havarie in Fukushima geführt hat war Stufe 9. Nach japanischer Rechtsauslegung war es damit keine Naturkatastrophe, die dem Kriterium einer „abnormal gewaltigen Naturkatastrophe“
    (ijô ni kyôdai na tensai chihen) entsprochen habe, deshalb wurde Tepco kein Haftungsausschluss gewährt. (Seite 77ff)
    Ihr Artikelchen sagt so ziemlich das Gegenteil. Von "nicht gewährt" kann gar keine Rede sein; das wäre eine juristische Entscheidung gewesen, keine politische. Und Ihr Artikelchen führt klar aus, dass dies eine politische Entscheidung war, was noch nicht einmal die Japanische Regierung bestreitet.

    Zitat von peterw8s Beitrag anzeigen
    Es ist anzunehmen, dass das analoge Kriterium im ATG, 'schwere Naturkatastrophe außergewöhnlicher Art', das zu einer Deckelung der Haftung auf 2,5 Milliarden führen würde (in den anderen Beitrittsländern der Pariser Verträge zu Haftungsausschluss), auch in Deutschland bei einer analogen Naturkatastrophe nicht erfüllt sein würde.
    Ist natürlich nicht anzunehmen, da mitunter schwedische Unternehmen möglicherweise weniger rezeptiv für deutschen politischen Druck sind.

    Zitat von peterw8s Beitrag anzeigen
    Ihre befürchteten 30 Meter Tsunamiwellen in der Nordsee treffen genau auf welche Kernkraftwerke?
    Die an der Nordsee.
  7. #1556

    Atomgesetzfehlauslegung

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Auch an Sie - ein Erdbeben ist ein Naturereignis, das bei allen Versicherungen qua Vertragsbedingung als Haftungsausschluß gewertet wird.
    Stichwort "höhere Gewalt" - aber Sie sind nicht der einzige, der das nicht kapiert:
    Sie wollen auch bezüglich des Atomgesetzes so hartnäckig auf Ihrem Kurs bleiben wie bei den Quecksilberdampflampen ohne Quecksilberdampf und den Dimmern die Widerstände zu sein haben:)

    Bei der Haftung nach dem ATG, und das ist das sehr spezielle daran, gibt es diesen Haftungsausschluss nicht.
    Es gibt bei höherer Gewalt lediglich eine Deckelung der Haftung auf 2.5 Milliarden pro Kernkraftwerk: bei Krieg, Bürgerkrieg und 'schweren Naturkatastrophen außergewöhnlicher Art'.

    ewsz schlägt vor, dass die Haftungsbeschränkung bei Erdbeben Stärke 9,5 auf der Richterskala angewandt würde. Bei Erdbeben dieser Stärke (das ist mehrfach stärker als das Fukushima-Beben; mit Verwüstungen von Tausenden von Kilometern; bei 10 bricht die Erdkruste auf..) sieht es allerdings so aus, dass die allgemeinen Schäden in Deutschland dermaßen groß wären, dass die Frage der vollen Haftung oder einer Haftungsbeschränkung unwichtig geworden wäre.
  8. #1557

    "Nuclear power is only solution to climate change"

    Zitat von schlob Beitrag anzeigen
    Aber welche Nutzanwendung ist daraus zu ziehen?
    Zuerst sind die Ereignisse zu beachten,die globale katastrophale Folgen haben könnten.
    Das wäre ein Klimakollaps,der tausende von qkm unbewohnbar macht- oder sogar den ganzen Planeten.
    Deutschland legt diesbezüglich gerade eine abenteuerliche Blutgrätsche hin: Angstgesteuerter hysterisch schneller Ausstieg aus der Kernkraft - und das angebliche Ziel gleichzeitig den CO2 Ausstoß zu verringern.

    Der angesehene Direktor des Earth Institutes, Jeffry Sachs, hat gerade eine klare Position bezogen:
    Aus dem Artikel im grünen Guardian:
    "Combating climate change will require an expansion of nuclear power, respected economist Jeffrey Sachs said on Thursday, in remarks that are likely to dismay some sections of the environmental movement....Sachs warned that "nice projects" around the world involving renewable power or energy efficiency would not be enough to stave off the catastrophic effects of global warming"
  9. #1558

    Wo's hinpasst

    Zitat von doctorwho Beitrag anzeigen
    es gibt ein kleines inselchen , da könnte man schon mal sehen , wie man die "lokale meinung" nicht nur berücksichtigt , sondern daraus ein konzept generiert , mit dem alle leben können ....
    Die Kanareninselgeschichte ist schön, und macht dort wahrscheinlich auch Sinn. Bloß den generellen Modellcharakter, den man sich erträumen könnte, hat sie nicht:
    "The El Hierro initiative is serving as a model for renewable-energy projects in other isolated communities. Da hat es auch mehr Information zum El Hierro Projekt. Man wünscht ihnen, dass die jüngste Vulkanaktivität auf und um die Insel dem Projekt keine Kopfschmerzen bereitet.

    Wo hat man schon einen Vulkankrater zu Hand? Viel und gleichmäßig Wind, keine Winterkälte, und keine Industrie und bekommt mächtig Subventionen für das teure (bei Kosten von 54 Millionen euro will man jährliche Brennstoffkosten von 1,8 Millionen einsparen) Wind-Hydro-Speicher System.

    In Irland hat vor ein paar Jahren eine mächtige Truppe ein vergleichbares Modell, aber in wesentlich größerem Maßstab vorgeschlagen. Ist vor allem auch von Umweltschützern, zurecht heftig zerrissen worden. Die ganzseitigen Zeitungsanzeigen gibt's nicht mehr, die Webseite ist inzwischen eingeschlafen, auf Wiki kann man darüber noch nachlesen.

    In Deutschland träumt ja eine Fraktion von Norwegen als Ersatzvulkankrater.

    Jeffry Sachs vom Earth Institute hat dazu eine Warnung ausgesprochen indem er sagt "nice projects" around the world involving renewable power or energy efficiency would not be enough to stave off the catastrophic effects of global warming" und sagt, dass ohne Ausbau der Kernkraft die CO2 Einsparungsziele nicht erreicht werden können.
  10. #1559

    Zitat von peterw8s Beitrag anzeigen
    Sie wollen auch bezüglich des Atomgesetzes so hartnäckig auf Ihrem Kurs bleiben wie bei den Quecksilberdampflampen ohne Quecksilberdampf und den Dimmern die Widerstände zu sein haben:)
    Sie kapieren es und kapieren es nicht:

    Bei der Haftung nach dem ATG, und das ist das sehr spezielle daran, gibt es diesen Haftungsausschluss nicht.
    Es gibt bei höherer Gewalt lediglich eine Deckelung der Haftung auf 2.5 Milliarden pro Kernkraftwerk: bei Krieg, Bürgerkrieg und 'schweren Naturkatastrophen außergewöhnlicher Art'.
    Natürlich gibt es diesen Haftungsausschluß - die Deckelung auf 2,5 Mrd. EUR. Alles was darüberhinaus geht, ist von der "Haftung" ausgeschlossen. Der Staat zahlt dann.

    Kommerzielle Versicherungen - und darum geht es - versichern kein Kernkraftwerk. Weil das Betriebsrisiko zu hoch und unberechenbar ist. Sie scheinen der einzige zu sein, der das in seiner ignoranten Hartnäckigkeit nicht verstehen WILL - oder kann. Der letzte Fall wäre in Ihrem Sinne dann wirklich tragisch. Weil Sie sich in eine Diskussion einschalten, von deren Sachhintergrund Sie keine Sachkunde besitzen.

    ewsz schlägt vor, ....
    ..solche Erdbeben wird es in Deutschland vielleicht in 6 oder 7 Millionen Jahren geben.... .

    Versuchen Sie doch nicht immer wieder verzweifelt, aufgrund der eigenen, fehlenden Sachkunde und Abstraktionsfähigkeit, abstruse Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen.

    :-D