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Die meisten Länder hielten nach Fukushima an ihrem Atomkurs fest – zu Recht?

Die Atomkatastrophe von Fukushima schockte die Welt - aber nicht für lange. Nur wenige Länder änderten ihre Einstellung zur Atomenergie oder legten sich - wie Deutschland - auf eine Abkehr von dieser Form der Energiegewinnung fest. Haben diese Länder, die weiterhin auf die Kernenergie vertrauen, Recht in ihrer Entscheidung?
  1. #1160

    Zitat von x+n Beitrag anzeigen
    Nein. Bei den meisten Dingen haften Sie nur wenn Sie schuldhaft Schaden verursachen; z.B. an einem Verkehrsunfall schuld sind. Beim KKW und einigen anderen Sachen (z.B. das Halten von Hunden) gibt es die Gefährdungshaftung, man haftet auch wenn man nicht Schuld hat.
    Wenn ein Kind von unter 12Jahren sich an Ihrem geparkten Auto verletzt, haften Sie dafür. Egal ob Sie Schuld haben oder nicht. Deshalb Gefährdungshaftung.
    Wenn aus Ihrem geparkten Auto Bremsflüssig, Öl oder Kraftstoff ausläuft, haften Sie dafür. Egal ob Sie was dafür können oder nicht.
    Auch wenn Sie im Innenverhältnis (Zivilirecht) das wiederrum bei der Autowerkstatt einklagen können.
    Das Gleiche gilt für den Heizöltank, für das Einfamilienhaus. Wenn der Ausläuft, egal ob man daran Schuld hat oder nicht, muß man als Hausbesitzer dafür gerade stehen.
    Das Alles läuft unter Gefährdungshaftung. Also die Existenz stellt eine Gefahr da. Wenn auch erst mal abstrakt.

    Bei Kernkraftwerken ist das natürlich auch so. Nur das es da noch ganz andere Auflagen zur Sicherung gibt. Und wenn man die nicht einhält, nutzt es dem Konzern auch nicht, das AKW als GmbH zu betreiben. Das stinkt z.Bsp. Vattenfall an, da in Schweden z.Bsp. der Betreiber nicht in voller Höhe haftet. Das ist nur in Deutschland so.
  2. #1161

    Zitat von bammy Beitrag anzeigen
    Stimmt. Sie haben Recht. Ich hätte das anders formulieren sollen.
    Sagen wir mal es wurde kein AKW komplett abgeschaltet und ausser Betrieb genommen. Das was wir in Deutschlan mit 7 AKW gemacht haben. Mir ging es dabei um die Verhältnismäßigkeit.

    Liste der Kernreaktoren in Japan
    naja , die deutschen können auch jederzeit wieder angefahren werden , so ist das nicht . die politischen verfahren in deutschland und in japan dafür sind aber grundverschieden :
    in japan entscheidet letzendlich ein lokales gremium , in deutschland die bundesregierung .
    das könnte bei allem willen der japanischen regierung , die dinger wieder zum laufen zu bekommen für diese eine empfindliche niederlage bedeuten . mit dem faktischen ausstieg als konsequenz , so wie wie ihn die japanischen bürger , die in der nähe der kraftwerke wohnen ja bereits seit einem jahr erzwingen .

    und hier noch ein kleiner exkurs zum monju-programm :
    United States Circumvented Laws To Help Japan Accumulate Tons of Plutonium « « DC BureauDC Bureau
  3. #1162

    ...

    Zitat von bammy Beitrag anzeigen
    Wenn ein Kind von unter 12Jahren sich an Ihrem geparkten Auto verletzt, haften Sie dafür. [...]
    Stimmt. Sie führen viele Beispiele an die mir so nicht bewusst waren.
  4. #1163

    Zitat von apfelmännchen Beitrag anzeigen
    Warum sollten AKW-Befürworter denn ablehnend gegen Umweltschutzgesetze sein?

    Die Umweltgesetzgebung hat sich sich fast immer als ZUGUNSTEN der AKW erwiesen, CO2-Ausstoß, Feinstaub, saurer Regen, Raubbau an der Natur - davon waren AKW nie betroffen.

    Auch heute wird der Ausstieg ja fast ausschließlich mit RISIKEN begründet, beim Betrieb und bei der Endlagerung - bei anderen Stromezeugern hat man die Gewissheit, daß sie Umweltschädlich sind.
    irgendwie erinnert mich die energiewende an den grossen sprung:

    "..
    ........ wäre der Große Sprung abgebrochen worden, so wäre es möglicherweise bei einer Hungersnot geblieben, wie China sie bereits 1920/21 oder von 1928 bis 1930 erleben musste, mit zwei bis drei Millionen Toten. So aber hielt die Partei unter dem Großen Steuermann für zwei weitere Jahre an ihrem Kurs fest – und führte China noch tiefer in die größte Hungerkatastrophe der Weltgeschichte."
  5. #1164

    Aber gerne doch

    Zitat von schlob Beitrag anzeigen
    sie beschreiben sehr treffend ihre argumentation-
    wie wäre es,wenn sie auf argumente mal eingehen könnten?
    Ich möchte immer noch erfahren, warum in Deutschen Kernkraftwerken ein Störfall so behandelt wird wie in anderen Deutschen Industriebranchen (z.B. Automobil) vor über 20 Jahren. Und dann würde mich interessieren, warum die Betreiber nicht ein bis zwei Prozent der ausgezahlten Dividende dafür benutzt haben um technisch auf einem mit anderen Industriebranchen vergleichbaren aktuellen Sicherheitslevel zu sein.
    Stellen sie sich vor, sie haben eine Panne, rufen den ADAC an und der "gelbe Engel" fängt an in Handbüchern zu lesen um zu ermitteln was er tun muss.
  6. #1165

    Umweltschuz

    Zitat von x+n Beitrag anzeigen
    Weil das nicht stimmt.
    Ein Grund mit der Kernenergie überhaupt anzufangen war der Umweltschutz. Kohle gab es genug. Viele Umweltschutzmaßnahmen wurden unter verschiedenen Regierungskonstellationen beschlossen (was ist denn bei Ihnen 'konservativ'?).
    Im Gegensatz dazu zeigen die Grünen nur zu oft, dass "gut gemeint" das Gegenteil von "gut gemacht" ist.
    Btw, es ist Heuchelei immer nur auf das CO2 einzugehen, Feinstaub, Schwermetalle etc. zu ignorieren.
    Nun ja, in der Blütezeit der Kernkraft in Deutschland (Mitte/Ende der 70er)wurde z.B. der Bodensee von der Industrie so zugemüllt, dass in öffentlichen Bädern das Baden wegen Gesundheitsgefährdung verboten wurde. Das Wort "Umweltschutz" gehörte bis dahin gar nicht zum Deutschen Wortschatz. Dass sie nun argumentieren, die Kernkraft wäre auch wegen Umweltschutzgründen gefördert worden ist eigentlich nur noch peinlich, da genau diese Entscheidungsträger für die Sauereien in diesen Zeiten verantwortlich waren. Manche Konzerne wie Bayer und BASF haben für ihre "Umweltstrafen" damals so etwas wie Daueraufträge eingerichtet, da die Strafen nicht ein Minimum der eingesparten Kosten ausmachten und ohne jegliche Konsequenz blieben.
    Feinstaub und Schwermetalle brachten dann übrigens ihre "geliebten" Grünen ins Spiel, ansonsten wüßten wir vermutlich heute noch nichts davon. Langzeitschäden wurden damals für Kohle,Asbest,Rauchen,Holzschutzmittel u.v.m. genauso abgestritten wie heute Langzeitschäden durch Strahlung. Und es ist ein schlechter Witz, dass sich diese Leute heute auf diese Erkenntnisse stützen um ihre Sache gutzureden.
  7. #1166

    Zusatz

    Zitat von makese Beitrag anzeigen
    Ich möchte immer noch erfahren, warum in Deutschen Kernkraftwerken ein Störfall so behandelt wird wie in anderen Deutschen Industriebranchen (z.B. Automobil) vor über 20 Jahren. Und dann würde mich interessieren, warum die Betreiber nicht ein bis zwei Prozent der ausgezahlten Dividende dafür benutzt haben um technisch auf einem mit anderen Industriebranchen vergleichbaren aktuellen Sicherheitslevel zu sein.
    Stellen sie sich vor, sie haben eine Panne, rufen den ADAC an und der "gelbe Engel" fängt an in Handbüchern zu lesen um zu ermitteln was er tun muss.
    Und ich würde gerne wissen, ob immer noch deutsche und amerikanische Jagdflieger in direkter Nähe zu Kernkraftwerken den Luftkampf üben dürfen.
    MFG
    jolip
  8. #1167

    Die WHO

    Zitat von x+n Beitrag anzeigen
    Wenn Fakten nicht passen muss eine Verschwörungstheorie her.
    Eine Organisation (WHO), die einem 100%ig demokratischen Land die Mitgliedschaft jahrelang verweigert,weil ein diktatorisch geführtes Land es so will ist für sie also das Mass der Dinge. Ich gratuliere zu ihrer politischen Einstellung.
  9. #1168

    Zitat von makese Beitrag anzeigen
    Nun ja, in der Blütezeit der Kernkraft in Deutschland (Mitte/Ende der 70er)wurde z.B. der Bodensee von der Industrie so zugemüllt, dass in öffentlichen Bädern das Baden wegen Gesundheitsgefährdung verboten wurde. Das Wort "Umweltschutz" gehörte bis dahin gar nicht zum Deutschen Wortschatz. Dass sie nun argumentieren, die Kernkraft wäre auch wegen Umweltschutzgründen gefördert worden ist eigentlich nur noch peinlich, da genau diese Entscheidungsträger für die Sauereien in diesen Zeiten verantwortlich waren. Manche Konzerne wie Bayer und BASF haben für ihre "Umweltstrafen" damals so etwas wie Daueraufträge eingerichtet, da die Strafen nicht ein Minimum der eingesparten Kosten ausmachten und ohne jegliche Konsequenz blieben.
    Feinstaub und Schwermetalle brachten dann übrigens ihre "geliebten" Grünen ins Spiel, ansonsten wüßten wir vermutlich heute noch nichts davon. Langzeitschäden wurden damals für Kohle,Asbest,Rauchen,Holzschutzmittel u.v.m. genauso abgestritten wie heute Langzeitschäden durch Strahlung. Und es ist ein schlechter Witz, dass sich diese Leute heute auf diese Erkenntnisse stützen um ihre Sache gutzureden.
    Nur weil Sie etwas nicht wahrhaben wollen, muß es nicht peinlich sein. Einige Fakten, die Sie benennen würde ich auch so unterschreiben, wie BASF und Bayer. Die stellen für meine Begriffe auch heute eine sehr hohe Gefahr da. Auch das die Grünen ein Umdenken in Sachen UMweltschutz iniziiert haben, will ich nicht abstreiten.
    Aber dennoch hat man sich in der Kraftwerkstechnik, wo man Jahrzehnte im voraus planen muß, schon wesentlich früher mit den Abgasen beschäftigt, die aus Schornsteinen kamen. Ab 1974 durfte kein SteinKohle-Kraftwerk (ab 1983 Braunkohle) ohne Rauchgasentschwefelungsanlage gebaut werden. Einige Jahre später mussten ältere Kraftwerke entsprechend umgerüstet werden. Sogenannte E-Filter gibt es schon wesentlich länger. Und als in Deutschland in den 1960´er Jahre absehbar war, das man einem zweitselligen Wirtschaftswachstum an Stromkapazitätsgrenzen stösst, hat man Kernkraftwerke wegen der fehlenden Abgase favorisiert und subventioniert. Da die wirtschaftlich mit Braunkohlekraftwerken nicht mithalten können. Zumal Deutschland sehr große Braunkohlevorkommen hat und es auch noch den sogenannten "Kohlepfennig" gab. Die EVU waren zu diesem Zeitpunkt staatlich dominiert und haben nicht so sehr ergebnisorientiert gearbeitet, wie z.Bsp. heute. DIe meisten Stadtwerke gehörten noch überhälftig den Städten. Von daher ging es wirklich eher um die Abgase, als darum Strom günstiger zu machen. Und wir hätten wesentlich mehr sauren Regen und beschädigte Wälder, wenn die AKW nicht gebaut worden wären.

    Auch nach heutigem Stand der Dinge und Technik, kann man Kernenergie nur durch Braunkohle ersetzen.
  10. #1169

    ...

    Hier sind mal wieder einige interessante Nachrichten aus der Energiewende-Front. Diesmal - oh Wunder - neue Strompreiserhöhungen durch Photovoltaik und Co. :

    Erneuerbare Energien: EEG-Umlage könnte um bis zu einem Drittel steigen - Industrie - Unternehmen - Handelsblatt

    Der Anstieg der EEG-Umlage in 2013 um sagenhafte mindestens 33 % wird im Handelsblatt folgendermaßen erklärt:

    Gründe dafür seien etwa der rasche Zubau der Photovoltaik, die hohe Windenergieeinspeisung in den vergangenen Monaten sowie das Marktprämienmodell, das zum Jahreswechsel eingeführt wurde. Es honoriert den Versuch von Anlagenbetreibern, den produzierten Strom selbst zu vermarkten statt die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu kassieren. Allerdings wird der Versuch mit einer Managementprämie belohnt, die die Kosten weiter in die Höhe treibt.

    Wind und Sonne schicken ja immer noch keine Rechnung. Aber die Strompreise bedingt durch EEG-Planwirtschaft steigen schon wieder. Hatte Merkel letztes Jahr nicht noch etwas anderes versprochen? Passiert eben, wenn die Trittins, Gabriels und Röttgens die Energiepolitik unter ideologischen Gesichtspunkten gestalten.


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