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Bundesbank gegen EZB – wer hat Recht?

Im Ringen um eine Lösung der Euro-Krise will die Europäische Zentralbank Anleihen von kriselnden Staaten kaufen, um so die Zinsbelastung auf einem erträglichen Niveau zu halten. Sie erwägt sogar, Zinsschwellen festzulegen, nach deren Überschreiten sie eingreifen würde. Die Deutsche Bundesbank hingegen hält diese Art des Markteingriffs für nicht zulässig. Es würde die eigentliche Aufgabe der EZB, die Sicherung der Preisstabilität, unzulässig aufweichen. Wie ist Ihre Meinung hierzu - welche der beiden Institutionen hat Recht?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Ringen um eine Lösung der Euro-Krise will die Europäische Zentralbank Anleihen von kriselnden Staaten kaufen, um so die Zinsbelastung auf einem erträglichen Niveau zu halten. Sie erwägt sogar, Zinsschwellen festzulegen, nach deren Überschreiten sie eingreifen würde. Die Deutsche Bundesbank hingegen hält diese Art des Markteingriffs für nicht zulässig. Es würde die eigentliche Aufgabe der EZB, die Sicherung der Preisstabilität, unzulässig aufweichen. Wie ist Ihre Meinung hierzu - welche der beiden Institutionen hat Recht?
    Es kommt darauf an, von welchem Standpunkt man es betrachtet. Ist man Profiteur des Systems, muss man als Opportunist für alles sein, was die Ausbeutung der Massen beschleunigt. DIe derzeitige Politik in D., sowie die Eliten, stehen dafür. Realismus und Weissheit spielen darin keine Rolle. Es geht ausschliessslich um Gier und macht.
    Die Bundesbank hat keine Machtinteressen mehr, und deswegen kann sie die Angelegenheit rational und einzig richrtig betrachten. Die EZB ist ausschliesslich ein instrument der Gier und Macht.


    rolli
  2. #2

    wer zieht den Stöpsel?

    Zitat von rolli Beitrag anzeigen
    Es kommt darauf an, von welchem Standpunkt man es betrachtet. Ist man Profiteur des Systems, muss man als Opportunist für alles sein, was die Ausbeutung der Massen beschleunigt. DIe derzeitige Politik in D., sowie die Eliten, stehen dafür. Realismus und Weissheit spielen darin keine Rolle. Es geht ausschliessslich um Gier und macht.
    Die Bundesbank hat keine Machtinteressen mehr, und deswegen kann sie die Angelegenheit rational und einzig richrtig betrachten. Die EZB ist ausschliesslich ein instrument der Gier und Macht.


    rolli
    Nach der "Gemengelage" dürfte die Frage leichter zu beantworten sein, wenn es heißt, "Wer ist nicht Profiteur dieser Marktordnung".
    In unserem System wurde bisher niemand beauftragt oder legitimiert, "den Stöpsel aus der Wanne zu ziehen".
    Ganz im Gegenteil, die Gesellschaft erwartet, dass durch ständiges Nachfüllen, das gewohnte Niveau gehalten wird, so lange sich niemand findet, der die entsprechenden Reparaturarbeiten an den diversen Leck's ausführt.
    Wir stehen mehr oder weniger alle in Verantwortung und ich empfehle das Mantra ständiger Schuldzuweisung zu beenden, da sie erkennbar nicht die Einsicht fördert.
  3. #3

    Zitat von perlhuhn. Beitrag anzeigen
    Wir stehen mehr oder weniger alle in Verantwortung und ich empfehle das Mantra ständiger Schuldzuweisung zu beenden, da sie erkennbar nicht die Einsicht fördert.
    So in etwa sehe ich das auch.
    Meiner Ansicht nach ist es heute nicht einmal überspitzt zu sagen, das der Finanz- und Devisenmarkt so wie er heute weltweit wuchert, gar nicht mehr kontrollierbar ist. Obwohl er von Menschenhand geschaffen wurde.

    Speziell EZB und BB. Beide haben als Grund ihrer Existenz ganz klare Spielregeln mitbekommen. Nur unsere Politiker umgehen diese Regeln wann sie wollen. Da ist nichts gutes in Aussicht.
    Erinnert stark an unsere laienhaften "Finanzhaie" aus Politik die mal eben auch die Regeln der Landesbanken ausser Kraft gesetzt hatten. Milliarden sind dabei verbrannt worden.
  4. #4

    In der EZB haben die Schuldenstaaten eine Mehrheit!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Ringen um eine Lösung der Euro-Krise will die Europäische Zentralbank Anleihen von kriselnden Staaten kaufen, um so die Zinsbelastung auf einem erträglichen Niveau zu halten. Sie erwägt sogar, Zinsschwellen festzulegen, nach deren Überschreiten sie eingreifen würde. Die Deutsche Bundesbank hingegen hält diese Art des Markteingriffs für nicht zulässig. Es würde die eigentliche Aufgabe der EZB, die Sicherung der Preisstabilität, unzulässig aufweichen. Wie ist Ihre Meinung hierzu - welche der beiden Institutionen hat Recht?
    In der EZB sind die Schuldenstaaten in der Mehrheit und Deutschland nur eine Randnotiz. Von daher hat die EZB aus ihrer Sicht wohl Recht, denn sie vertritt die Interessen der Mehrheit ihrer Vertreter, und das sind, - soweit von Eurotransferrisiken betroffen - , die Schuldenstaaten.

    Die Bundesbank hingegen vertritt die deutschen Interessen, und es ist nicht im deutschen Interesse, die Haftung für die Fehler von Politikern zu übernehmen, die sich vor deutschen Wählern nicht verantworten müssen!

    PS 1: Europa ist so strukturiert, dass große Staaten wie Deutschland systematisch unterrepräsentiert sind. Aus diesem Grund werden die Interessen der deutschen Steuerzahler im europäischen Interessenausgleich systematisch unterrepräsentiert!

    PS 2: Deutschland ist so strukturiert, dass die Interessen von Durchschnittsbürgern total unterrepräsentiert sind, und deshalb werden im innerdeutschen Interessenausgleich die Normalbürger systematisch unterrepräsentiert. Zwar hat – im Unterschied zur EU – in Deutschland jeder Wähler das gleiche Stimmgewicht, aber das Recht der Mandatsträger sich straffrei korrumpierten zu lassen führt dazu, dass nach der Wahl die Interessen derer, die sich das Bestechen leisten können, deutlich motivierter vertreten werden.

    Speziell haben im Fall der europäischen Transferunion die exportorientierten Unternehmen natürlich ein großes Interesse daran, dass die Steuerzahler durch Unterstützung der Krisenstaaten ihre Exporte subventionieren. Für die Mehrheit der zahlenden Steuerzahler wäre es allerdings wohl sehr viel lukrativer, wenn sie diese Mittel einsetzen könnten, um ihren eigenen Konsum (und den deutschen Binnenmarkt) zu stärken, - statt darauf zu hoffen dass ein Teil der Subventionen in die Transferunion irgendwie nach Deutschland zurückfließt!
  5. #5

    Euro-Krise: Bundesbank-Chef Weidmann warnt EZB vor Anleihekäufen

    REUTERSBundesbank-Chef Weidmann geht in der Euro-Krise auf Konfrontationskurs zur EZB: Staatsanleihen zu kaufen sei gefährlich, würde die Steuerzahler belasten und neue Probleme schaffen: "Notenbankfinanzierung kann süchtig machen wie eine Droge", sagte Weidmann dem SPIEGEL.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...852081,00.html
  6. #6

    Nicht täuschen lassen

    Weidmann, Asmussen und Weber... eine Clique, eine Geisteshaltung.
    Innerhalb weniger Jahre haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass die Bilanz der EZB von 600 Mrd. auf 3000 Mrd. aufgebläht wurde. Bei 10 Mrd. Eigenkapital.

    Vielleicht ist Weidmann Merkels Plan B für den Euro-Austritt Deutschlands/Auseinanderfallen der Eurozone.
    "Hawkish" oder solide ist Weidmann nicht, auch er ist einer der Zocker.
  7. #7

    Schon abhängig

    Die Banken und Investoren sind eh schon abhängig von dem ganzen Geld was die Notenbanken haben.
  8. #8

    Jens Weidmann braucht Rückendeckung

    Hoffentlich sind unsere deutschen Politiker(innen) nicht so borniert und lassen Jens Weidmann im Regen stehen ! Wenn Jens Weidmann nicht Chef der Bundesbank, sondern Chef der Europäischen Zentralbank wäre, dann könnten die Bürger und Bürgerinnen in Deutschland ruhig schlafen. Das ist derzeit nicht der Fall. Der geplante Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ist eine Staatsfinanzierung durch die Notenpresse. Diese Geldentwertungen hatten wir bereits in der Weimarer Republik und im Dritten Reich.
  9. #9

    Zitat von ulli7 Beitrag anzeigen
    Hoffentlich sind unsere deutschen Politiker(innen) nicht so borniert und lassen Jens Weidmann im Regen stehen ! Wenn Jens Weidmann nicht Chef der Bundesbank, sondern Chef der Europäischen Zentralbank wäre, dann könnten die Bürger und Bürgerinnen in Deutschland ruhig schlafen. Das ist derzeit nicht der Fall. Der geplante Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ist eine Staatsfinanzierung durch die Notenpresse. Diese Geldentwertungen hatten wir bereits in der Weimarer Republik und im Dritten Reich.
    Merkel wird Weidman natürlich im Regen stehen lassen. Sie hat ja schon gesagt, daß sie Draghis Kurs unterstützt. Was wahrscheinlich auch der einzige Weg den Euro mittelfristig am Leben zu halten - Geld drucken gegen dubiose "Sicherheiten". Der meditterane Weg der Eurorettung eben.

    Große Rettungsschirme sind ausgeschlossen weil das Parlament, besonders die Koalitionsfraktionen, langsam beginnen zu murren, der ESM ist fraglich und wird schon vor seiner Aktivierung als Baustelle gesehen, der EFSF läuft 2013 aus.

    Die Staatsfinanzierung durch die EZB hätte Merkel allerdings schon vor zwei Jahren haben können und sich all den Ärger mit nicht funktionierenden Rettungsschirmen sparen können - und den Hass des Südens ebenso.
    Weitblickende Politik scheint mir bei Merkel jedenfalls nicht am Werk zu sein. "Ihre" Banken müssten doch ihre Schrottpapiere mittlerweile sozialisiert haben.

    Am Ende wird der Euro in eine Weichwährung nach südeuropäischem Vorbild umgebaut sein, der Dollar seine Vormachtstellung gefestigt und Deutschland in den finanziellen Abwärtstrudel geraten. Samt Deranking.
    Aber "Europa" ist gestärkt :)

    Oder der Laden wird zivilisiert aufgelöst - was allerdings nicht im Interesse der Märkte, Banken und Industrie ist. Also unterbleibt.


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